Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 24 (10.6.1892)
- Date
- 1892-06-10
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492344-5935084-5959796--1127-5375057- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
2-hren hatte ihn da» Gerücht mit einer reizenden Anwri- Äserin an» hervorragender und rricher Familie sich verlnben lassni. Der Bater dieser Dame aber «achte Bankerott und di; Liebe de» Lord zu seiner AuSerwäßlten erkaltete. Dann i-rfshr man. das» er seine verstorbene Gemahlin, eine ge» '--rrne Rothschild und Erbin eine» ungeheuer» Vermögen», 5?ig«nschaftlich vere» re Die Heirath mit derselben macht« nicht wenig von sich reden, da sie die erste bemerlrn»w«rthe Verbindung zwischen britischem Adel und jüdischer Abstainmwar. Und jetzt, kurz nach ihrem Tode, geht do» Gerücht, drtz Ze. Lordschaft im Begriff stehe, die Wittwe de» Sohne» der Königin Victoria, des verstorbenen Prinzen Leopold, zu heirathen. Es ist dieses eine eigenthümliche Beschichte und illustrirt dieselbe dir charakteristische Klugheit des Hauses Primrose. NaOIaod. -ßerfa». Herr White stattete den 21 000 jüdischen Farmern dieser Provinz, den Ueberlebenden derjenigen, welche dir dortigen.Colonien unter den ungünstigsten BerhSltniffen gegründet haben, einen Besuch ab. In seinem Reisebericht äußerte sich Herr White über die genommenen Eindrücke wie folgt: ״Die Frauen erfüllen ihren Berus in einer Weise, welche diejenigen in Erstaunen setzt, die mit den gewöhnlichen Verhältnissen der Landleben» in Europa vertraut sind. Mit Ausnahme der ganz armen, betheiligen sich weder Frauen »och unverheirathete Mädchen an den Feldarbeiten. Kürperliche Schönheit und Intelligenz unter der Jugend sind die gewöhnlichen Resultate der Sorgfalt, welche die Mutter auf die Erziehung der Kinder verwenden. Am Abend, wenn in England der Arbeiter seine Frau allein zu Hause läßt, schaukelt der jüdisch-russische Bauer seine Kleinen und hilft seiner Frau bei der Hausarbeit und findet in dieser Beschäsligung das höchste Glück» nach welchem er sich sehnt. Unter diesen Leuten gibt es keine Wucherer, ausgenomwen einige Christen. Die jüdischen Bauer« haben eine ans Gegenseitigkeit beruhende Versicherungsanstalt, deren Police den Betrag von 400 Rubel nicht übersteigen kann. Brandstiftung kennt mau nicht, da man strenge gegen Jeder» mann Vorgehen würde, der die ganze Gemeinde in» Elend zu stürzen wagte. Ein Makel schmerzt sie wie eine kürperliche Wunde und die Russen nehmen ihr Wort im Geschäft«- verkehr statt einer Schuldverschreibung an. Ihr« eigenen Ländereien sind theilweise durch da» natürliche Wachsthum ihrer Familien erschöpft; daher dienen viele von ihnen al» Tagelöhner und Arbeiter auf den benachbarten Gütern. Ich fand sie in der grüßten Roth und doch hat nicht ein einziger «ich um eine Kopeke angesprochen. Nicht nur üben sie selbst die Mäßigkeit aleine unabänderliche Regel, sondern and) die angrenzenden russischen Dörfer lernten von ihnen Mäßigkeit und Sparsamkeit durch Beispiel und Berührung. Ich glaube, daß die Quelle der Judenverfolgung in deren Ueberlegenheit über diejenigen, in deren Mitte sie wohnen »ad in dem Fanatismus de» Herrn Pobiedonoszefs gesucht werden muß." PeüSftk««. ». Ier»fale«. im Jjar. In unserer heil. Stadt war in diesen Tagen die Siachricht verbreitet, daß da» Verbot der Einwanderung ruff. Juden laut Telegramm au» Tonstantftwprl gänzlich aufgehoben und es ihnen wieder gestattet sei, sich hier wir m früher» Jahren niederzulaffeu und Wurzel zu fassen. Auch in Jasa war diese- Gerücht verbreitet, daß die Pforten de» gelobte«-Lande», die bisher fest verschlossen sind unfern vertriebenen Brüdern, sich ihnen bald öffnen würden. Nach eingehender, genauer Erkundigung die wir bei maßgebenden, gut unterrichteten Persönlichkeiten eingezogen, stellt es sich jedoch Hera«», daß die ganze Geschickte au» der Lust gegrifferi ist und daß eimelne Händler und Beiitzer von Ackerbaustellen diese falsche Nachricht ru-posaunt hoben au« Eigennutz und Selbstsucht. Wir warne» f־־־־*־־ «nine Brüder vor onchüWrn faisch« Propheten- Hs, vollend» unglitcklich mache« »vllen. Dom 1a- Verbot besteht nicht nw.׳ « vollem LwßanGf sonder» ist sogar in diesen Tage» ft» vielfach verschärfter und rücksicht-loser Weise von nrnrm p oklamirt worden. Auch au,» chdeff» schreibt ein iSerichterstatter der^Now. Wrem." Folg:nl«s: .Ein« wichtig« Neuigkeit theilr ich heute mit: Die Auswanderung der Juden von Odessa «ach Palästina hat jetzt aufgehürt; ob für immer oder .nur äugenblicklich — die Zeit wird'« lehren. LS sind zwar einzelne Personen, die Mvth und UnternehrrungSgeist besitzen, nach Eonstantinopel ausgewandert, aber a(8> sie dort angelangt waren, überteugten sie sich bald, da z sie sich in ihren Er- Wartungen sehr getäuscht haben uni biß ein Irrlicht sie verleitet; denn es wurde ihnen dase dst .licht gestattet, das User zu betrete^ so daß sie — mit einer bitterst Erfahrung bereichert, aber leider um «ine bedeut» nde Geldsumme ärmer — nach hier zurückkehren mußten. Üwttl». Z»o Zr-eutiuie» Die erste Kmdgebung de» neuen Bevollmächügten de« Baron Hirsch, Evtvnrl A. It Äoldsmidt aus London, ist für die fernere Gestaltung des EolonisationS- Werke» von größter Wichtigkeit; sie lautet in wörtlicher lieberach, Ihr Söhne Israel«, die Jdr Zuflucht und Rah« jach« t» de» CoIoMittt be« Baron stirsch, Such Allen rnidlet« ich melaea brüderlichen Frlede»«gruß I L« Hai dem Allmächtigen gefallen, ursere Varfahren auf »anderbare verschlungene Pfad« zu leiten and dornenvoll« Wege ivandeln |l lasten: Roth and pnmmer «ar ihr Loot-ieit vielen Jahrhumderten. Euch aber hat Gott in Seiner große« Km!de and Barmherzigkeit neu« Weg« geführt and Gare Lebensbahn geebttet zu Eure» zelrlichea »ad ewigen Hell Der Ewige Hai Sach in dtr %tx\m de» Baron Hirsch «inen Srretrer au« Pein und Drangsal gestabt und ihn zu Eurem Erlöser a«SBedrlntnag und Berfolgnog eraarn>, daß «Sach ela« Stätte glebt, wo ihr Rah« aad Erholung find«, wo Such di« Sonne d«S Heil» und d«S Glück« lenchtrn soll nach st»!«bewegten, finstern ragen: za Sadr sind »an Sure Plage» und Sur,! Plagen. — Bedenke», welch, ei« wunderbare-», graßartlgeS und heiliget. Wett die« iü l Such hat die höhere Soisehung auSe toren uud Sach gewürdigt di« ersten KrühiingSbotrn und dt« ersten Bettünder de» onbrechendr» herrlichen Frühling» zu werden; Ihr feit auSerwühl» worden, Snre« Rainen und da» Ansehen unsere» ganzen öolkeS zaEhren zn bringen - Pitt pochendem betlommene« Herzru blitt gegenwärtig ganz Israel auf Such! Auch andere Rationen beobachten Such und Sner Unternrhmen mit besonderer Ausm«rksa>nteit rad («eisten«! mit innigster Thetlnnhm«. Darum fett star^ uud f»f; seid brav and betragt Sach gut k Berrichlet Snre Arbeit «it Fleiß mit de« Schweiß SnreS Angesicht» t,ha« Murren; erfüllt freudig bU Befrfle und Anordnungen Eurer Vorgesetzten, die Such mit Reih und <>llsr beistehen! Dan» wird Gott Sach segne« and da» Werk Euer stände geling« laste»! Ihr »erdet rin geachtetes Volk sei» und gnu, »eene Bürger Sure» neue» Bater lande«. I, Znfttedenhet» and mit wonnigem Gefühl wird rin jeglicher unter Snch die süßen Früchte stirer Händearbeit genieße» and so «erde» ihr durch Sur« Thate» uud gtt« Führung am glänzendste» di« falschen Behanptungen «nstrrr Feinde widerlegen: Daß unser« Brüder urrgeeiguet sind zu ehrlicher, »ust tragender Nrbait. Möge« die Lieder Zion« in Eurer Mitte erklingen und zn« Höchste« empordringen; «llgrt Ihr ernte» mit Jubel wn» ZHr säet mit Thräne» and heißem Ringe«. Haltet hoch di« Fahne der Thar» W und Israel»Euer Panier sei: Friede, Tugen» und Rrltgtan Gott segne unser heilige« Vorhaben! .Alb. Sd Goidsmidt.- SatMlid. JfrtUiSt. Bei dem Bes »che de- Grafen von Meath machte eine jüdffche Deputation, bestehend audem Rabbiuer, Rew. A. L. Boa-, de» Se«et»de»rstrher S. Sauuder-, dem Schatzmttistrr I. Ascher u. a. demselben chrr Aufwartun-, um ihm den Dank für feint den bedrückten russischen -'