Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 24 (10.6.1892)
- Date
- 1892-06-10
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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:tfnrt, 1. Dezember IlVI. 'ג> . Auf da» Gesuch' vom 1. Mai d. ssstveile ich Ihnen *־-׳ Aiertarrch mit, daß über die Krage betr. die Verwendung des .j.' 'Bl««» der nach jüdischem Rnu» geschachteten Schlachtthiere ׳ von mir «ingehenoe Ermittelungen angrstcllt worden sind. , Diese Ermittelungen laben ergeben, daß dnnfi da» ״- Schachten der Thiere eine Verunreinigung und Vermischung ^de» .Blute» mit Futterstoffen, welche durch die Speiserühre in iv» auSstrvmeudr Blut grrathen, erfolgt und dasielbe chadrrch für den menschlichen Genuß unbrauchbar wird. Auch La» .Zuhalten der Speiserdhre mit einer Zange kann abgesehen .von einer dadurch verursachten Thierquälerei diesen Üebelstand nicht mit »olle.׳ Sicherheit verhindern. Nebrigen» ist «» ober bei dem sehr >zeri»gen SchlachthanSpersonel daselbst unmöglich eine wirk ame Controlr, wie im hiesigen und ui andere^ größeren Schlachthäusern, in dieser Beziehung au-zuübek. Au» allen tRsen Gründen bin ich nicht in der Lage, da» von der Bolizei-Bcrwaltung daselbst unterm 16. April diese» I». crlaffene Verbot auszaheben. Der Regierungr-Präsident.- ' - Zu diesem Bescheide ist zu bewerten, daß im hiesigen Schlachthause ein so aosriichrndcs Personal vorhanden ist, daß eure wirksame Eonttole über das Auffangrn des Blute», ousgeiiöt »c.den kann, ist ja jetzt der Schlachthausdirrktor beim ji'deSmaligen Schächten zugegen um zu controliren, daß da« Elm nicht aofgefange.1 werde.*) veUerrmlch-Uagar». n. jtuo Außar«. 3. Juni (Orig. Corr.) Unsere liberale .Äiegierinig würde sich nicht nur in unseren! Lande, sondern auch in der ganzen gebildeten LZelt die Gunst der öffentlichen Mcimrng vollständig erobern, wenn sie nicht nur in dem Berhültnisjr unseres Staate» nach Außen, sondern auch im Ausbau ihrer ׳»nerlicheii Institutionen des Rechts, der Cultur« und Gewisimsfreiheit die fortschnttiiche Initiative ergreifen würde. Die Freunde der Regierung würden dann an Zahl noch mehr Wachsen. — Daß Vas Prinzip der Religionsfreiheit und ׳Confess'ons. Gleichheit vom ganzem Haus« ver Abgeordrrrlen mit Einstimmigkeit angenommen wurde, geschah allerdings auf den Antrag eines oppositionellen Abgeordnetr n Jranyi. Freuen mir un» rode» mit dem Ergebnisse und nehmen wir die Wahrheit an, woher sie auch kommen möge! Die gegen den armeblichev Druck der Magyaren in Wien demonstrirenden, protesnrenden und petitionirenden Rumänien Ungarns und Siebenbürgens verfechten, fchon wegen ihre» Bündnisse« mit dem Wiener Antisemitismus, eine verlorene Sache. — Die Stammesgenossen Bratiano'S und Cogolnirrano's sollten das Sprichwort bcherzigrn: ' »Sage mir, wer stein Freund ist, und ich sage Dir, wer Du bist.- Schweiz. *Hfrrn» 2. Juni. Der Centralvorstand der deutsch» Tbierschutzvereipe hat also an das.Schwerzer 08 einen Aufruf gerichtet,sin welchem da» Referendum ge gen da» Schächten angekündigt und dieser Schritt ausführlich «otivirt toird. Es soll da» neue Volk-recht der Initiativ« bezüglich der Revision der Bundesverfassung zum ersten Male vngrwendtt und folgende Bestimmung in die Bunde-rerfaffung ausgenommen werden. ,Da» Schlachten der Thiere ohne vorgängig,!* Betäubung vor dem Blutentznge ist bei jeder Schlachtart und Viehgattung ausnahmslos untersagt.- llclxr die Sache selbst sprechen sich die »Basler Nachrichtenwie folgt aus: ,Es sind verschiedene schwerwiegende Gründe, die auch den entschiedenen Gegner de» Schächten» vom Unter׳ zeichnen der Uuterschristbogen «bbaltrn sollten. . . . Da» neueste Bolksbegebren trägt allzusehr den Gttmpel religiöser Lorangemmimenyeit an sich, auch wenn es noch so sehr de» daß e» lediglich im JMri^sse de» Thierschutz«» gestellt ir -י * c-t Si V tvonroch dürft« Eft M|l üftmck» «M sich ft« »fUere kcrtot «tfvskßmid »tcht empfth der RriaflLgfKhtti d. ja df« «atv werde; e» weckt de» in einem große» Theile de» Bold!» schlummernden Geist de» AntisemitiSmu« und man wird auch uitht bestreiten können, daß die Aussichl auf Erfolg einzig vnd allein einer Empfindung verdankt, die mit der Frage selbst nichts zu schaffen hat. E« ist demgegenüber aeradezu eine Pflicht, die judenkeiudlicheGesinnung gewisser Bolkskreise nicht noch zu mehren. Handeit el sich wirklich blo» um den Threrschutz und nicht» Anderes, so genügt es zur Erreichung de» Zweckes, die bestehenden Borschriften gege» Thierquälerei zur Geltnng zu bringen und sie allenfalls «och zu vermehren. Das kann aber in einem bloßen Polizeireglement oder in einem Nachtrag zum Strafgesetz geschehe«. Ein solches Verbot darf niemals zu einer Grundlage unseres Staatsrechteproklamirt werden. . . . Da» Volk besitzt heute im Rechte der Initiativ.׳ die Macht, seinen Willen selbst zur Geltung zn bringen. Und nun soll da» arte Object, da» auf diesem Wege erlangt werden soll, da» Schächtverbot sein? Wenn wirklich die erste Frucht der Initiative darin bestehen sollte» daß dieVerfaffung mit diesemBerbot veru nziert wird, so wird mancher aufrichtige Demokrat dies um de» schönen Volk-rechte» willen bedauern, das denn doch für wichtigere und nothwendigere Dinge geschaffen worden ist. Wir unterstützen voll und ganz die Forderung. daß die Juden sich in dieser Angelegenheit den herrschenden Humanitätsbvgriffen unterordnea und daß man jede Art der Thierquälerei entgegentrrte; aber wir können es nicht billigen, daß man mittels einer nicht zn leugnenden Voreingenommenheit de» Volkes Polizeivorschriften in die Verfassung hineinbringe." £U|tf. Der hiesige Prof, der Rechte. Di*, von SaliS, verweist in seinem soeben bei Wyß in Bern erschienenen Bortrag über ,Die Religionsfreiheit in der Praxis׳ (S. 8i) auf dir in neuerer Zeit erlassenen Verbote de- Schächten» der Israeliten. Er erklärt an solche-Verbot für unzulässig, einerseits weil LaS Schächten eine auf religiöser Satzung beruhende rituelle Handlung der Israeliten sei, die von diesen mit peüilicher Gewissenhaftigkeit beobachtet wird, andererstit» weil das Schächten schlechthin nicht als Thierquälerei bezeichnet werden kann.- Großbritmnien. <£*»»»». Herr I. R. Pilling. Effingham Hause, Arundrl Street, hat von der türkischen Regierung die Concession zum Bau einer Eisenbahn von Acco nach DamaScu» erhalten. Die Linie. 12V engl. Meilen lang, wird von den Häfen zn Acco und Haifa (wo bei der Aussicht au» dessen zunehmende commer,ielle Bedeutung schon die englische Sprache in der jüdischen Schule gelehrt wird) auslaufen und nach ihrer Bereinigung östlich von Haifa über den östlichen Fuß de» Carmel führen und von hier durch die Ebene ESdrrton neben Nazareth, Nain, Jesrrel und Brisen ihre Richtung zum Jordan nehmen, von wo sie am östlichen Ufer de» galiläischen Meere» nach dem Hauran- Plateau (da- Basan de» Ä. L., wo Weizen und Gerste vorzüglich gedeihen) und weiter durch die Ebene von DamaScu» am östlichen Abhang de» Hermon hinlaufend, am Südeingange der Stadt ihr einstweilige» Ende erreiche» wird. Mit der Zeit aber wird die Linie von hier, al» einem Centralpunkte, Abzweigungen nach Süden nnd Norden erhalten, wähceav nach östlicher Richtung eine Linie zur Verbindung de» Mittelländischen Meere« mrt dem Meerbusen sich abzweigen wird, von wo dann eine weitere Linie durch Persien und Belndschistan eine vollständige Buhnroutr nach Indien Herstellen wird. Die Ingenieure stad äugen» blicklich mit Abschluß der Borbarbeiten beschäftigt und soll dem Vernehme» nach strr Bau schon recht bald in Angriff genommen werden. Au» ,4«*«» wird gemeldet: ,Große Sensation rief da« Beka«,tto«den von der wahrscheinlichen Verlobung de» Lord Rostbrry wtii der Herzogin von Albanh hervor. Lord Rssetrery'« eheliche Larnerr war ei« lehr »mckwürdige «ad bürst« «stid» m»c Wenigen fe&ut fest». Von einigen.