Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 24 (10.6.1892)
- Date
- 1892-06-10
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 75% known words query
- IRI
…/6492344-5935084-5959796--1128-5375058- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
V w•' xf- . Einig« NÜgkieLer derDeputaliEPrlten «ne 8lch»«he ' «n tfen Lord, welcher in feiner Erwiderung n. A. jagte: ״Die jüdische Brvisttrruug Rvßlrr»dS beträgt über Z Ü-l^yHS Seelen. Di« Regier mrg kann unmöglich wünschen, «ine 'io enorme Zahl, die der BevülkernngSzahl von Lirstralirn fast s^eichkommt, auäzntreiden. Sollte rS ihr jedoch gelingen, - dieseil ungeheure Unrecht auSzuführen, so würde sie «Inen Thet! ihrer intelligenteste» Bürger fortgetrieben halien und die inssiche Eivillsqtion würde dadurö, .den grüßten Scha« den erleiden. Die Juden werden persönlich noch viel zu lejdeir haben, aber den grüßten und dauerndsten Berlust wird Rußland selbst!davon haben. Die Juden werden wabrscheinlich in den freier» Ländern, wohin st« ihre Schritte lenke?, ihre Lage verbessern; eS wird aber Jahre dauern, ehe Rußland die Wunde wird heilen können, welche der Aortzug einer so großen Zahl seiner intelligentesten Bürger ihm £'-־■' schlagen wird. Hoffen wir, daß der Ezar und seine Räthe in ihrem ^MNk» nnd im Jntereffe de« von ihnen regierten Land« ' NM'Ar Zeit das Thöriäste der von ihnen eingeschlagenen RichÜbng einsehen und Ine Politik ändern werden^ welch« nicht verfehlen kann ebenso das materiell« Wohl, wie das " Ansel-en und den Ruf Rußlands empfindlich zu schädigen. Bei meiner jüngsten Anwesenheit in Neu Seeland ge- -» wahrt« ich zu meiner Freude, daß die Legislatur «ine Resolution angenommen Halle, in welcher sie ihre Sympathie V mit >kn russischen Juden und ihre Mißbilligung der Handlungtlweist ihrer Bedrücker ausfprach. Ich werß nicht, ob in Süd-Australien oder in irgend einer andern australischen Eolonie AehnlicheS geschehen ist, habe aber die Urberzeugung, ' däL st weiter sich dies« Meinungsäußerung verbrntet, eS desto wahrscheinlicher ist, daß die Machchaber Rußland« ft* «insei nn föerden, daß es schon wegen der Schädigung ihres K eigenim Jnte!7fseS die höchste Thorheit ist, die BerfvlgungS- Politik noch weiter sortzuführen."!ver«jschte ««d «euefte Nachrichten. StzOEvehweH. Li« hier erscheinend«, -!eur'Paedagoglsche Zeitung w» »e« Landesverrtn« Preußischer Bvlksschullehrer" schreibt in Nr. 9» vom 9. Juni d. I Falzende«. Unter' der Spitzmark »Per» irrune",11 wird nnt berichtet, daß auch verschiedene Lehrer dem ^utts>«Kischea Reform verein' rugehörru. Paß sich et» Lehrrr einem Beretv auschlkßt. dessen Ausgabe ist der sich al« Werkzeug eine« Uhlwardt ». A. bedient, ist «ehr als verwerflich ' IMtis. d. Juti ,Or-E,-r.>. M« in vor Ramm«? bereit« «utflr» hat geskr» »er viert« und letzt« Bewerber um dt« hiesig« Hilfpredig,?» nnd NeiiglouSlehrerftelle, der Rabdinats-Eauditar D. Blumen» chal -wprobepredtgt". Nach de« Unheil der von keinerlei Sonderknttuq!«» deberrsckLe» Zuhörer bliebe» Inhalt und Lonragawets« hin« de» Erwart»»»׳» zurück. lenuoch verlaMet, daß bi« Wahl diese« Kmditeür» längst beschiose»« Sach« sei, au» Gründen, di« außer tbrigra Sterbliche» nur «och.Htzmen" kennt. Mkukük <5. Juni. Prediger Dr. JuIiu«!Lau»»derger, welcher «tt de» Schlüsse de« letzte» Siuierhalstahre« der mm ihm gegründete» u»d «rktitete» Krkdri«h«städrische» tsraelttifchea Rrligionsschuk da« 70. Simefier beendet«, brgtug äeskr» in der Kaiktstraßen-Vynagoge bi« Wtsegnungtsricr seiner Eoustrmaaden. Dr. L'« Eansirmatiouen siud Per deroepatt papulär, daß M mächtig,: Gotteshau« di« Zahl der NndSih ttaen kaum zu fasse» i« Staude war. E< mag noch bemerk»«- Werth ieia, baß e« auf den Lag Vierzig Jahre gewesen find, ai» er zu -Htrschberg i»-.Sehl««», wo er zur Zeit liadblaar war, seine erst« QM|9g. 1 Juni. Zu de« Prozeß B»:schoss thellt da« amtliche , ^krekllstatt für de» Kreis sitz««' Kolgenlre« «irr »Die Anklage lautet auf Mord »ad stützt sich aus dt«?teschaffeuheit de« Resser«, - welch«« bei Busch »ff beschlagnahmt ward« lvafselb« soll eine scharrt« Schnell» «nsweise», welche auch da» zu» <U«>r0« verwand!« Kesser gehabt haben Muß. Ferner still« tu dtaWaagstlmIe, laß dkLhjir, »eiche vom Buschosi'schen Hause au» zu kr KSpers'sche» Sch y, ne siihrt, mit anderen Nägel vernagrlr war, alit dkj«siig,m waren, welche Dentge Lagt vor de« Mord von dem -!»lese Alben atGsührendrn «Sänetuer dazu ztzrwandt wurden." •— Der» .Düsi. >ottSdl.״,.,,«ftüg« hm da» »sth» Cleve de» «Uira&'ta: venßltWlMBll'WtzrhlE'« Ue Sache da« Gericht m TWWWUMMWWg, «hgelehgt. außer de« V«sttzo,d«u/ H. L». vr. Salzer, noch der H. LR. vr. :Hk Dessaurr au» Mchbchpu erschteuen. Dieser Verein ist dekaunttich rtnZW Stiefkind de« Au «-Hüffe« de« D. I ». B. und erhält kein« Sudveutton. Sä wurde deshalb ei«. Neschutia» berathe» nnd angruomme». - ■,;* jj Ueber d!« verhandluugen, Bor- und Anträge, adaehalkn» Lehr- *י prob« «. s m werbe» wir nmh Fefisteiluug de« Protokoll» berichten^- . .?י LweSV««, 80. Mai. Da der »utisemiti»«»« jetzt auch i» Sachse» - Mt T«,ge«mode ist und diese von außen hinelnaetrogene Iudeuhchs« «1» Sport unser« sonst so oorsichttgen .Herrn Blimchen" wurde, so »Ul Me ,Antisemitische Bolk«pariei" hier am 18. unb 90. Juni ihre» . .diesjährigen Parieliag׳ abbalten LreSve», 8. Juni. Uhlwardt« Nahm und Betsall tm Sachsen» lande, ließ $«m1 BaalMreetor Mehnert nicht in Ruhe. Weg» brauchen wir einen preußischen Untisemiten? Ich al« »tngrfletschta. Sachse. Leser der berüchtigte» ,Lre«duer Nachrichten" bin noch üvG.> I« Arriberg hielt er seine Bannerrebe gegen Juden und Judeuthwuw '■* Der Dir. Mehnert ist nun auch berühmt. Di« .DnSbuer Nachricht«»" haben tbm zu diesem Ruhme verholsen Korpti«- «ie rin hiesige« aniisrmltische« Blatt schrelbt, soll bk Audienz ser Rrbb. Dr Winrer-Drrtdea und Porget-Letpzig der« Miuister um Zurücknahme de« bekannte« Schlachwerdot« ersolgtn» gewesen sein. NNO««. Der Lultutminister hat dir Wahl de« Dr. Rosenfeld »um Oderrabmer unserer «kmeind« nicht brstänigt, weil derselbe et» Ungar ist. Man beabsichtigt beim Minister um Zurücknahme der NiödtbesiL'tigung zpetirtoniren (Wie die rieten schwierigrn Per- Hanoi» o gen behuf« Erlangung der Bestätigung de» Obereantor« Li »Hardt, eines Oesterreicher«, in Hannover, zeige«, scheint «an im Ministerium den Standpnnkl der Nichmnstelluag von Ausländer» al« B«-rm׳e sehr «ntschkde» zu betonen). — .DK ,Deborah" l» Cineiunati (Nr. 47) hatte gekgentlich d< r Altoeaer Rabbtnerwabl dk satyrisch« Bemerkung gem-chl: .Die de urschen Rabbiner seien in Deutschland außer Mod« getommeu zu sei« " lBewttze« D S. Einig« Rabbiner Oberschlesirn«, hklten hiev »in« B-rsammlung ab, in de» sie beschloffe», zur Förderung »er reitaiSsrn und päbagogischen «ngeiegrnheiten. zur Wahrung der Stande«, lntereffrn und zu wisienschaftlicher Anregung sich zu einem .Oberschlesisäien RabMnrr Brrbande" zu rrreinlgrn ׳ ISUw. Geil Anfang« April erschein« hier unter der Redactio» 10 Schriftsteller« Ernst Victor Zent e r «in Wochenblatt, wellst« den Titel ״Freie» Blau. Organ zur Abwehr de» Anttsemiti»««»" führt. Da» ״Frei« Blatt" setz« sich zur Uitzaabr, de» Vorgänge« tm auttsemittsche» Lager ensmerksam zu solaen, dk Unlauterkeit der autisrmirischen Lenden- »«- darzuleaeu und dk salschen Angabe» und Entstellungen in der Antik«lt«1n>resie zu berichiiaen Da» J-Hrelabonnemmt beträgt 9 p. t» der Aduttiitstaatton (Skn B, Seikrstätte 10.) 92. Mar Au einer gestern von Drnmont »ad de« Marqul« Mord« «inbrrufeur« anttsemitischen Versammlung nahmen einig« Händen Studenten teil. U« wurde utnr Taaesownuio angenoumnn. in welcher dk aatisemitis che Bewegung gebtlllgi wich. D!nmont hatte am 1. Juni etn Duell mit de« jüd. Dragon-r- Capill'a M Cremten zu besteben, in welchem er verwundn wmtze. KOwpO», 90 Mai. DK Prediger^lonftrenz, welch« der Ehsts- Rabbi znm Z-mck der Berathuag über verschiedene, dk Abänderung de« Rimal« in einigen Synagoge a betreffende Vorschläge etnbernse» halt«, tagt« ln der Wohnung de« CHIrs-Radbt vom 16. bi» 19. d. M. DK Vühaudiungeu begannen täglich Morgen« 10 Uhr nnd dauerkn «tt kurzer Unkervrechnng dt« Nnchmttkz« 8 Uhr. Den Vorsitz fübrtt der Chks-Rabbt und Reo L. Singer funatrk al» Schriftführer. Sämmtiich« Rabbiner und Prediger der hkfige» Lchnagoge« wastrtru während der gangen Dauer der Lonsereuz de» Ber^ndlungen bet. Aus Beschluß der Lonftreng sollte» kine Berichkrstaitrr zugelasse» »erd«. Da« Ultimatum de« Chtes-Rabbi über dk verschkdenrn zur B«r«,ung gelangten Fragen wir» t Z veröffenUtch« werden liaudO«. De« Herr» S. Sch e ch t« r, Leetor »«-: lalmudtswen Diäctplinea an der vutotrsitär zu Cambridge, wurde »vm Senat her Uuioerfiltt der Titel H*m*r ot Art» (Magister der freien Künste) hoflori# ertbciU. »Otter»««. DK «Sniatn-Regeutin ha, dk Wahl de» Dr. H. I. Polak zu« MitglkLc drc Käaigl- Aeademk der schaftör deflttigr. — Ihre Mssestä» yct frrner Herr» I, Oppenheim au der llntvecütät zu Groutagc» zum «tt. glkditner königlichen C-mmtlsion zur Berathnug Siir Wcfferbauangeleaenheitro r r » a » »r. Metts. Der berühmt« Tauzmufll-Lompoaift Inlon Sallerstalu ist hkr gestorben. Dw Wal Irrst «»»ESalzer hatte» sich eine»., ppischen Rufe» zu erfreuen LwwbS. Der Vey von Lunl« hat 2 Rabbiner zu Berh Din ernaunt. Einer derselben Rabbi David Hai« «Mt von einer Aamilk, dk schon seit der Judenaut Spanien hkx «nsäsfig ist. Zn jener Zeit war Lun« et» Sr«», i«ffe» Herrscher duuptsäqlich tm Ertrag de« Sen« aber ulihtsdestmoenige« Mt au« Spanien vrrirk-xne» arrfnahuiM. Li« Atüdnzmitsge assimilinen "' " «iahe, da