Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 24 (10.6.1892)
- Date
- 1892-06-10
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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tat aij überdiick bie Gtelltmg einerncksemstischer Hetzapostrl» denkreichliche״ finanziellen Hilfsquellen, au» denen tbe schöpft, leidlich auskömmlich ist. so wird die rleumdungseuche wr'trr um sich fressen. Torrn zweifeln frtirir nicht im Geringsten, zumal die kanfervatir« Piefse nach x^vst vor du׳ antisemitischen .Rühreizärtlich bemuttern wird, °^»eil da» Jupkerthum und sein freiwilliger und unfreiwilliger «Hang de» Geschästsantisemitismus ais'Stnrmbocks gegen verhasitr liberale Bürgerthum nicht entbehren können. Stücherei und die Ahlwardterci sind Krücken, ohne di« Junketthum nun einmal nicht vorwärts kommt. Alle!suche den Konservative», den Antisemitismus von sich iMuschütü ln. zeigen genau so viel Verlogenheit, als in der ^onjiscmitischen Agitation an der Tagesordnung ist. st Berichte und Correspondenzen. Deutschland >_ 8p. MugdeGurß» 5. Juni. <Or.-Corr.) Wir haben ckerckt» in ter vorigen Nr. der .Wochenschrift" darauf hin- " gewiesen, daß auf dem am 19. Juni stattsindenden zweiten 7 Westfälischen GemeindeverdaudStag ein .Entwurf eines Nor- - moilrhrplms für den jüdische» Religionsunterricht an Volks-! und höheren Schulen bis zur Obertertta einschließlich" — i. v» Beratung gelangen wird. Es sei uns gestattet, an den 7. uns vorliegenden Entwurf, der mit feinem paedagogischen f StrftönbttiB und Takt ausgearbeitet ist, einige Bemernurgen ׳ zu kniwstn Bor ollem scheint es uns zweckentsprechend auf i^«n« stunge Scheidung zwischen jüdischen Volksschulen, V Gemeinde religionsschulen und dem an höheren Lehranstalten eingeführen jüdischen Religionsunterricht Bedach« zu nehnzrn,!-.denn bei dem verschiedenartigen Charakter der genannten " Anstalten sind auch die Lehrpensa verschieden; um also einen cklaren Ueberblick zu ermöglichen, sollte bei dem Entwurf «ine» Normallehrplan» nur eine Schulkategorie in» Auge ^gefaßt w.-rden. Der BerbaudSvorstanv berücksichtigt vorwiegeod da» jüdische Bolksschulwesen, welches bekanntlich gerade rtn Westfalen in BlütHe steht. Indem wir nun an der -Hand dt» Entwurf» dt« einzelnen Lehrgegcnstände Revue lafseü, berührt e» un» wohlthueud, daß der Ber» desondcrs betont, den alten Mechanismus und Schienauismu« au» der Schule zu bannen. Als erster Gegen- ^stand wird da» Lebräische Lesen genannt; e» wird hierbei ^di« Hechtlche Lesefibel zur Einführung vorgeschlagen. Diese bel befolgt nämlich die Methode, deutsche Worte mit bräische« Lettern dem Kind« vorzuführen, um so da» klische Prinzip: »Vom Bekannten zum Allbekannten" zur iui^ zu bringen. Doch ist diese Methode nicht einndssrtj, denn die hebr. Laute decken sich nicht immer mit den deutschen. Luch läßt sich der Mechanismus nicht völlig kamen, denn eine Anelle Geläufigkeit de» Lesens ist unter gleichzeitiger Bewältigung de» GedankrninHalts ׳ Im foft fttrfe ut midfn. 1 IL Biblische Geschichte. Al» Pensum wird für da» 1. und 2. Schuliabr: ,Von der Schöpfung bi» zum Tode Joseph» mit passenden Vibelversen׳ angeordnrt, eiu Pensum, da» »u« viel zu gering erscheint, wenn auch viellncht im Sinn« der Hervart-Zillerlche«. Schule mt sogenannter opaüNLtischer Lurfu» voraugeht: für da» 3. 4. S. und S. Mjchjr sodann vom Tod« Jnsephs bi» zum Abschluß t«r t Zeit — ,in abwechselndem Turnusמ® .״ H<!rr ( hegreist wohl unter dieser Bezeickmung da», aas unter ,coner«tnschen Airnfrn" versteh». Methode müßte gerade ,wf der Untervon einzelnen bibltschm. Geskicktzeu ge- Imin «slmDsbI»«ail»nu» » ״ ersotzen. istMEIstt duch^ «wneentrirendra Methode vollauf Genüge geschehen, wenn der Zusammenhang der Ükeschichte nicht durchbrochen wird, vielmehr ans jeder folgenden Stufe sei einer nochmaligen Durchnahme rrsp. Wiederholung eine größere Vertiefung iv da» Berständaiß der einzelnen Geschickten ungebahnt wird. Wir können un» nicht mit der Anordnung der bivl. Gesch. in c-mcentnschen Kreisen befreunden, wie sie sich z B. beim KreiSschulinsprktor Polack iu seinem Lehrplan" lGera 1888) vorfindct; daselbst heißt eS: Abwechselnd rückt jedes Jahr die eine Reihe in den Bordergrund, die andere in den Hintergrund." Al» Lehrbuch möchten wir auch nicht, wie e» der Entwurf tbut, Sontcheimer I. (Bibl.^Srsch. Religionsunterricht) empfehlen; die dem Buche beigegebenen Bilder halten nur für durchaus verfehlt. Die Darstellung von Engeln ist geradezu nn- 'י ~ " - .... . . Bild den Kindern im Laufe der Unterrichtsstunde gezeigt werden kann, wenn das Moment, welches das Bild fixirk, zur Behandlung kommt. Das auf den Bildern in dem Buche dargestellte Moment bewirkt aber eine einseitige Geschichtsauffassuvg, denn das Interesse des Kindes concentrirt sich auf dirstS allein, abgesehen davon, daß die Aufmerksamkeit aus den Text bedenklich erschüttert wird. Weiter ist die reflrttireade Erzählform zu verwerfen, denn die Uriheile soll sich das Kind auf dem Wege der Reflexion selbst bilven, schlicht und einfach — ohne jede Aut hat — müssen die Geschichten erzählt sein. III. Nachdiblische Geschichte. Für diesen Gegenstand bestimmt der Entwurf das 7. und 8. Schuljahr, beginnend mit dem Auge Alexanders des Großen nach Jerusalem, womit auch Sonvheimrr II. (Jüdisch-Geschichtl. Religionsunterricht), der mit Recht empfohlen wird, ansängt. Schon der bessern Uebrrsicht wegen halten wir e« für richtiger, die jüdische Geschichte mit oer Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft zu beginnen. Als Lesebuch wird Spa n i ers Ouellrnbuchalswünschenswerth bezeichnet. IV. Uebersetzen der Gebete. Bei der Auswahl de« Stoffes für die einzelnen Schuljahre sind Dr. Rahmer's .Tefilla Krzara" Lurs. I. und II. zu Grunde gelegt und werden von dem Verfasser z 1c Einführung empsohlen. Brkanntlich gehören diese Rahmrr'schen Schulbücher nach den ^Mittelungen deS D. I. G. B. zu den am meisten ringeführttn und bewährtesten. V. Pentateuch.Uebersetzen. Banz vortrefflich ist die Auswahl der zu übersetzenden Stücke aus dem Pentateuch; daß aber au» Genest» nur die ,Akeda" vorgesehen ist, ist zu dürftig; bei der eingchende Behandlung der Geschichten Dr.Rabmer'sTsM» itvuaru I. Ein« eigenartige Rolle spicken i« bau Lehrplan die Zehagebotr, die nach einer Smmerkung unter der Rubrik ,Uebersetzen der Gebete" al» durch östliche Berhältniffe bedingt in Wegfall kommen können, und unter der Rubrik .Pentateuch-Uebersetzen" wird darauf hin gewiesen, daß die Zehngebote beim Gebeteübersetzeu durchgenommen werden, sowie überhaupt daß das Uebersetzen au» dem Pentateuch je nach den örtlichen Berhältuiffea ganz in Wegfall kommen köni«. Es kann vielleicht da» Peatatruch-Uebersetzen auf da» Aenßerste eingeschränkt werde» inüffen, aber für .garz iu Unfall" würden kost uns nicht entscheiden. Unbedingt erforderlich ist es aber, daß dst ״Aehng-dotc" auch bckm Pentaieuchübersetzen zur Behandlung kommen. Weiter würden wir bei der Auswahl au» dem 5. B. M. noch hin-, zufügen: «q> 14. von 22—SV nnd cap. lö. von 1-23 - nicht — 18, wie dir Entwurf hat. VI. ishstsatische Religionsletzr« mit BiMlesen. Wir Mnrs MM» mcht denken, daß der so sqch- und fach-