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Israelitische Wochenschrift · 1892-06-03 · 23 (3.6.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
23 (3.6.1892)
Date
1892-06-03
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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...?< ־' י WdanEr» §cftSpf »itb, tontn el tmcit er- (amt a'> btn, die Güter der Erd« zu er- und zu genießen. Und welebeu Opfert waren die lim fd$g'nm das Banner zu schützen, den» sie Treue Hatten? Die im Feuer gegeben«, in feurige» en bewahrt,! Lehre, sie ging nicht unter, sondern sie ׳Wurde geläutert im Feuer der Leiden; Scheiterhaufen wurden «nßzßnoet für I>ie »reuen Hüter des himmlic^n Echayet, Veleaatniß de« Einzig-Einrn auf den Lippen bauchten W ihr Leben au». Die Machthaber glaubten die Lehre zu , »ernuhten, wen« sie Israel» todeSmuthige Sühne opferten: wenn ttge«!rso, so gilt hier die Sage von dem Wunder- ׳ Nogel. der in iwzeadlicher Schöne au» dem Feuer emporskeigt, in dem er verbr,:nnen sollte. Jeder Gedanke wird eine Macht, 'der Märtyrer giHurden hat. Und die Dsvra, so sagen die Alten weiter» ist in Wasser gegeber, worden; da« Wasser ist ein Sinnbild der -.Nüchternheit, I»er Lusdauer, wie ja der Tropfen, indem er immer wird« : niederträuft, endlich die Felsen höhlt. Be» geistrrung und Oiifersreudigkeit für ein gute» Werk sie führe» nicht zum Ziele, wenn nicht r»n nüchterner, ein ausdauernder Sinn ihnen Hilst. Der Jrrthun ist eine gar gewaltige Feste mit unzähligen Bollwerken und Schanzen, und wird oft von geschickten Leute« vertheidigl. Oft reicht die Begeisterung eine» Braven gerade soweit, tollkühn mit dein Kopf gegen die Mauer zu rennen und sich dabei den Schädel zu spalten; welcher Dienst ist damit der ^tzntm Sache geleistet? die Thora, durch die rege Geistesarbrit, die sie reranlaßt, hat den Israeliten die Lugen ge- ^öffnet, und wir gelten mit Recht für einen nüchternen Bolktftamm. der klug erwägt, der vorsichtig prüft. Gilt es »nseru Stamm zu zeichen in seine» edelsten Geistern, so hat der deutsche Dichter da» Rechte getroffen, indem er den edle» freisinnigen Denker und den berechnenden Laus mann in eine Persönlichkeit »erschmolzen hat. <N« Märtyrervolk, da» nur »tt gutem Grunde die Meinung hem, e» sei sinnlos ohne Molk rin Märtyrer zu werden. Da» ist»', wa« unser« Feinde nie an un« verstehen werden, daß ein kühler Kopf und eia «arme« Herz nicht selten in den Tüchtigen unter un» «»trächtig zusammenwirkt; da» haben wir unser« Leben«, quell zu bontm, der un« da« Feuer »nd da« Wasser spendet, der Thora, die un« nicht za Schwärmern, sondern zum Emvang von Denken und Fühlen erziehen will. Lad nur der Nüchterne besitzt die Ausdauer, ohne die kein große« ,Werk entsteht. lingt selten eine große Tbal, und wenn plötzlich wie ein Blitz durch die Seele führt, «» dede rf der Arbeu, daß er reife und in'« Leben trete. Schon «nsrrr alten Lehrer warnen na« davor, dem 'z» glauben dir prahlt: ich habe mich nicht gemüht uud oeunoch gesunden. Da« Gotteswort am Sinai, oa« war der Blitz, der in die Herzen schlug uitt» da« Feuer entfachte: aber »uu w»rde el unermüthlich gepflegt und weiter getragen; da «rird« sorgsam nach jeder Stelle geforscht, an der man Bresche legen könnte in den gewaltigen Wall de» Irr- S»um«. Jahi.chunderte, Jahrtausende lagerte Israel vor esem Wall; durch diese Ausdauer erlangt e» Erfolge, von ihr erhofft es neu« Wege. Die Thoca, so fahren die Alten so«, ist uns gegeben worden in der Wüste.. Di« Wüste ist da» Sinnbild der Armuth, der Entsagung: schmucklos steht sie da, von den Menschen gemieden; aber in der Wüste wurde die Thora gegeben, zum sichtbaren Zeichen: כר נד שאינו דרשה את »מי כמרכר אינו קונה התורה והחכמה. daß.wer sich »«hi selbst zur Wüste mache», d.h. wer nicht entsagen kann, dost der nicht Thora «nd Weisheit erwerben werde." Verlockend liegt der Weiseit liebliche« Gefilde ans der Höh« eine» Berge», aber durch Wüste süsfrt der Weg; da gilt e« Hunan und Durst «»dir Beschwerden de» Ä«eü auf sich zu ouchMrim auf ftrstri«, «M. «dsenii» ist Scharm, und die.Hitze Mt Eage und der Frost de- Rächt finden uiiijAmbert Un Weg zum Wanderer; nur wer entsagen kann, ist der Thor« aerth. Unsere Bätec Hab«, dies« Kraft geübt in der Büste, als sie dem Mose folgten in saatenlose« Land und wie oft hat seit vem Israel diese Tugend bewährt, zu «elcher dir Schrift un« freilich durch mannigfache Satzung anleitet. Wa» hatte Israel von allen Genüffea der Welt, da e« durch Mauern und Thor« abgesperrt in dunklen, ungesunden Gaffen lebte, da e« sich nicht hervvrwagen durfte. ohne den Hebermuth de» Pöbels zu wecken; ihm war da» Dasein zur Wüi'te; aber durch die Wüste hat e» den W-g gefunden zum Gefilde der Weisheit; «S durfte sagen: »wäre deine Lehre nicht mein Ergötzen, ich wäre untergrgangen in meinem Leide". Die Thora heischte die Entbehrung, aber sie machte sie demjenigen leicht, her sich Gott und seiner Lehre weihte. Eine eigenthümliche Wechselwirkung besteht zwischen diesem Volke «nd dieser Lehre; die Thora ist die Fackel in der Hand Israel«; aber sie leuchtet nicht nur seinen Pfaden, sie spendet ihm solange e« sie in Händen hält, die Lust und den Muth, daß e« sie nur um so fester umfaßt. Israel wird ohamächtig, wenn es sie sinken läßt; in Feuer, im Taffer in der Wüste ist die Thora gegeben worden; durch ihre Lehren weckt sie die Begeisterung und klärt sie da» Urtheil, und dämpft die Begierden, daß Israel in der Liebe zu ihr Ersatz fand für lue Freuden der Welt; feurig br- ‘ " ' ' ' ׳ "" c ־ ־w ־ ‘ geführt und die« Volk vor dem Untergänge bewahrt haben. Der Forscher, der die Nationen nur nach äußeren Merkmalen deureheilt, wird da« Wunder nicht erklären, daß Juda, von aller Welt befehdet, sortbesteht bi« auf den heutigen Tag; wir müssen fragen, wofür lebt Israel, um Aufschluß zu gewinnen, warum r» lebt; dieser Stamm bat die Thora gehalten, aber die Thora har auch ihn gehnltea, und wie in- Feuer sich keiner wagen darf, ohne daß er verbrenne, und wie da- Wasser den verschlingt, der sich in seine aufgeregten Wellen stürzt, uud wie die Wüste so oft in ihre« Gand« di« Schaaren begräbt, die sich zu ihr wagen., so sind vom Hauche Gotte« getroffen, di« Feiade Juda'« vernichtet worcu a. ES liegt in der Natur, daß der Einzelne sterben muß; aber ein Volk lebt durch seine Tüchtigkeit, ei geht nur unter durch seine Schuld. Di« Wurzeln unserer Kraft, sie rühm in d.1 Lehre, die vom Sinai zu un« niederstieg: und ob auch der Einzelne wanke und weich« und vrttsren geh«, «er hätte d.n Muth, da« Volk za schelten, da» so mannigfach sich bewährt haf, daß auch in der Gegenwart so begeisterte nnd so desonnene. so tapfere und so auSdaurrnde Kämpfer erzeugt hak. Jeder Einzel« von un« mag zusrheu, ob er em welke«, ob er rin frische« Blatt vom Stamme Israels ist «nd danach seinen Werth bemeffea; der Stamm ab.1 ist stet» erneuter Bttrachtuug werth, wie die Sonne, wie die Sterne am Himmelsiesem Gramme gilt da» Wort de» Propheten von Jeremias: .So spricht der Herr, der die Sonne bestimmt zum Lichte der Tage, vre Satzung de» Monde» uud der Sterne zum Licht der Nacht, der da» Meer aufwühlt, daß sei« Wellen brausen, Herr der Schaaren ist sein Name: wie dies« Gesetze sich nicht wandeln werdm vor mir, spricht der Herr, so wird der Sproß Israel» nrchl aufhvren ein Bolk zu sein vor mir in alle Ewigkeit." Amen. Aer Aemei«deö*nd uub der AeNgiiMsunterrüßt. von verntzar» Trauh«ob»rg , Jüngst wurde ein archtjüdischer Finger in eine ofi Wunde de« jüdischen Leben» gesteckt. ES geschah von ei Seite, von der wir un» nicht« Gute« zu versehen Der Operateur hatte nicht den Zweck der Hello 1'' ׳—“ Augen, was er wollte, «ar, die Unhrilbarteit zu zeigen, n«nn man sich nicht einer ^nann '

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