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Israelitische Wochenschrift · 1892-05-27 · 22 (27.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
22 (27.5.1892)
Date
1892-05-27
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Mrf?»&c8 Gallnfen b«(egSt"st.^—^OerNohbau tostet 46000 «ark, die innen Ausstattung ungeftchr lSOOO Wart. Mttßckt» n. d. Persantk. (Or.-Corr.) Ein schönes er- ^hebende« Fest fettste am 12. Mai d». MtS. die jüdische Gemeinde zu lvchivelbem. Dasselbe galt ihrem Kantor und ReligtoaSl׳!h«r Herrn Srodek, der sein SO jähriges Jubiläum feiert;. Fünfzig Jahre in derselben Gemeinde — wahrlich «in schöne» Zeugniß der Friedeneliebe für die Gemeinde und ihren Beamten. Es sei dies zum Ruhm« der ,Synagogen-Gemeind« Schivelbei« gesagt: ihre Beamten s-slnd alle im Diinfte derselben ergraut — dasselbe gilt nämlich?'jnufj von ihrem Rabbiner, Herrn Prediger Raawitz, sowie von ihrem Synagogendiener. Doch nun »um Festbericht: Um 11 Uhr Bonn, versammelten sich im Hause des Jubilars der Bürgermeister, Synagogen-Borstand, da- Re« ^-räsentantm-Kölegium, die Vorsteher der Lhebrah-Kadischa und Gemilluth-Lhaffodim, sämmtliche Schüler der Religion»- - schule und mehrere auswärtige Eantoren, Lehrer und Prediger. Der Herr Bürgermeister überreichte dem Jubilar im Namen Sr. Mai. des Kaisers mit paffender Ansprache daallge« «eine Ehrenzeidjen mit der Zahl 60, der Synagogeu Bor« ,. stand ein« prachtvoll auSgesührtr Adresse und ein Werth- -Papier, da» eine ansehnliche Summe repräsentirt. Auch die Keischer-Jnnung zeichnete den Schochet au», mit dem sie 60 Jahre in gutem Einvernehmen lebt, indem sie ihm einen »ahmhaften Geldbetrag übergab. Der Jubilar dankte Alle» in tief bewegten Worten Um 1 Uh, Nachm, fand im Tempel ei« Festgottesdienst statt. Al» der Jubilar die Stätte seines SO jährigen Wirken» bettat, wurde irr mit dem üblich ״borach h*to“ begrüßt. da» M* ^— 1׳־־ "?Der gut eingeübte Chor sang da» M* towu, da» Mlneha, : Gebet zu verrohten übernahm Herr Kantor Sarasohn au» '.,Stettin. Darauf hielt Hr. Rabb. Rakwitz die Festpredigt über?Pf. V2 B. 13,!oorin er besonder» die Pflichttreue be» Jukilar», seine Gewissenhaftigkeit und Frömmigkeit, seinen Eifer und feine Gknitgfamfeit hervorhob, und sein Familienglück schilderte. — (®fern ältester Sohn ist hochgeachtet als Stadtj«th in Landsberg a. d. W.; sein« Gattin, obschon auch ' Greisin, ist ebenfalls noch rüstig.) Gesang folgte der Predigt .׳und beschloß die eindrucksvolle, religiöse Feier, nach welcher •im die Gemeinde zu einem durch Reden und Toaste ge- /würzten Festefsm vereinigte. Möge es kem 74jährigen, geistesfrische« Jubilar gegönnt — nach «enschltcher Voraussicht ist dies zu erhoffen "— noch fein »)jähriges Jubiläum zu feiern! L. Kamerase, Prediger. Oeflerreieh-llwA«;«. Andopeß, 24 Mai. Im Abgeordnetenhause ttat heute ^vraf Apponyi für die vollständige Gleichberechtigung der .-Juden ein. Et verurtheilte die Kultuspolitik der Regierung, wünschte «ine radikale Lösung der Frnge, vollständige Recht»- Gleichheit aller Konfessionen, vollständige Religionsfreiheit, Regelung de» Familienrechts, des Eherecht» und betonte, daß die Interessen de» Staate» und der Kirche weder auf 'dem einen noch dem anderen Gebiete kollidirten. Die Red« «achte großen lkindruck. Mtete, 22. Mai. (Cr. Lorr.) Am 14. d. Mts. starb r im Spital, der Barmherzigen Brüder Herr Arthur Weiß mann, nachdem er einige Tage vorher in der?Nähe de» Klostw» plötzlich von Unwohlsein befallen wurde und von der Straße in» Spital gebracht werden mußte. Niemand hatte von seiner Erkrankung gewußt und nur Herr . CH. D. Lippe, der von Weißmann verständet wurde, eilt« >aa dessen Krankenlager und sprach ihm Muth und Trost .d«S Arztes gar «. Sei» Zustand schien nach der Aussage, d /Mn gefährlicher zu sein, als man Herrn Lippe die Nachvon seinem Tode überbrachte. Im eueren Kreise Freunde, und Bekannten rief der Tod Weißmanns, viele vor A«igen Tagen noch anscheinend ganz gesund und rf-ftig verlassen hattech eine aufrichtige und schmrrzliche Theilnahme hervor. Niemand hätte gedacht, daß e» mit ihm so schlimm stünde; den» in Wahrheit hatte sich der arme Weißmann seit mehr als einem Jahr« sehr schlecht befunden und laborirte er lang« an einem hartnäckigen inneren Nebel, daihn viele Wochen lang auf» Krankenlager warf. Da sein Tod nicht gleich bekannt wurde, hatten sich auch nur wenige Freunde bei« Leichenbegängnis «infinden könne« und würdigte Herr Lector M. Friedmann in einer angemessenen Weise,an der Bahre bte Verdienste und Vorzüge de» Tobten. Auch den Lesern der ,Israelitischen Wochenschrift" ist der Name WeißmannS nicht fremd geblieben, wie er denn überhaupt auch den weiteren Kreise« de» wissenschaftlichen Judenchum» in Deutschland und Oesterreich-Ungarn al» Schriftsteller und Gelehrter und besonder» durch die von ihm herausgegebene ,Monatsschrift für die Wissenschaft de« Judrnthums״ bekannt geworden ist. Anfang» zwar mit wenig Geschick und nicht viel über das Maß der Mittelmäßigkeit ginauSieichmd vor dem Gelehrten- Publikum erscheinend, erhob sich die Weißmann'sche Zeitschrift in der Folge zu einem bestimmter ausgesprochenen Organe, welche» nicht übel Miene machte, der freien Forschung und Kritik de» gesammten jüdischen Schriftthums dienen zu wollen; allein nur -u bald zeigte e» sich, wie zum Schaden der Sache selbst hier die Tendenz mit Partei- und rein persönlichen Interessen zu einem Ganzen verquickt wurde, wa» die spärlichen Leser durchaus nicht befriedigen konnte. Auch sonst noch blieb diese Monatsschrift weit hinter de« Erwartungen zurück, welche man von einem derartigen Organ hegen zu sollen be» rechnat war. Sie fristete dämm nur ein kümmerliche», literarischeS Dasein, da» sich kaum über zwei Jahre erstreckte. Wa» WeißmannS geistig« Persönlichkeit betrifft, so war er ein Heller, klarer Kopf, der von ganz besonderem Scharffinn regiert war. Seine Liemitnih in Bibel, Talmud und Midrasch war eine sehr weitgehende und gefiel er fick ganz besonder» darin, di« scheinbar von einander weitest abliegenden Dinge i« einen derartigen ursächlichen Zusammenhang zu bringen, daß jeder Widerspruch gelöst, dfeMeinunaen begriffen wurden und die fremdartigsten Tyatsachen erst dadurch ein Corrrctiv erhieltm. Auster seinen zahlreichen Beiträgen für verschiedme wiffenschaftkiche Zeitschriften veröffentlichte W. noch ,Emste Antworten auf ernste Fragen", dir in zweiter Auflage erschimen (die erste wurde von der österr. Preßbehorde consi-cirt), .über die Heiligkeit der Bibel", ,über Todrmverbrennung", beide Letztere in hebräischer Sprache geschrieben. Ein« seiner größeren Arbeiten fft die von ihm mit kritischen Noten versehen«, unter dem Titel .Schem-Olam" edirte rrliaion»-philosoph,sche Abhandlung des Rabbi Jonathan Eibenschitz, ivrlche als Manuscript im Besitze de» Herm Dr. Jellinek befindlich, bisher noch ganz unbekannt war und mit denn Herausgabe Dr. Jellinä Herrn Weißmann betraut hatte. Ja allen selbstständigen Arbeiten de» von vielen Seiten angefeindeten und nicht mit Untrcht .gefürchteten Mannes herrschte eine Art schrankenloser Freiheit, die ihn nicht lange da» Wort» für da» was er sagen wollte» wähten ließ; aber er schoß oft zu weit über da» erlaubte Ziel. Die» gilt ganz besonders von seinen vermeintlichm Emeadationen in der Brbel; er sprang mit dem masoretischm Texte mit förmlicher Willkür um und hatte ein« Kühnheit der Auslegung, di« wohl überraschen, aber nicht überzeugen konnte.*) — Friede seiner Asche l I. B. Straffer. CiwUrifimldi -London. Das ״Jcwiah Chroniole“ vom 13. Mai * enthält eine hochinteressante statistische Tabelle über die _l Der Verstorbene war Mt Jahren «in fleißiger Mtarbeiter aw uns. ^itteraturblaN-; wir bedauern seinen frü^euigen Tod. Noch' »lhrendlder letzte» Wochen seiner Krunkhen hatte er una eine exegetische -. ־--־ * *.. ' andt, Me Abhandlung -der Jesaja« und senftigr «,xt-tritisch« Notizen gesa» . noch geseilt werde» »Kffr», «he sie verSffentlicht werden iinnen. Er fdirleb ein klassisches He britisch. 2‘ ך״ 'j{ ־ת׳ נ־

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