Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1892-05-20 · 21 (20.5.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
21 (20.5.1892)
Date
1892-05-20
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
79% known words query
IRI
…/6492344-5935084-5959793--1099-5375032
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1'*V־v;r.r*•־ t kr» Ueik«. ist - wssenttkj»» Beton»/ Ve »nhchsMn flfcfinfe miffÄ . oft >ajtt Huhstcke». da» Kehle» der Müder »1 e״tschuldi«n. .Hier «üjste Fbrsoraegttr offen »erden, daß der Besuch »er i thchjmhr»mden .Äinotr wenigsten« regelmäßig wäre. Ber- - sämnnisse nur unter denselben Bedingungen gestattet würden. e■; hei den prosanest Schulfächern der Kall ist. Sanft gcräth^ der Unterricht in Verfall, den» schließlich ist die ' Laune de« Kind«- Herr .der' Dtuatiou. ' AüchdafHr mußte Borge getragen «erden. 7 daß nicht k' ׳«invLehrer in )a» AratSgrbiet de» anderen c'mbrichts oder > ,.Pkwod-Religiou»unterricht gebe, weil ««erziehlich verwerflich gv ist, den regelrechten Gang de«. Schulunterrichts zu unter׳ S* brechen» Im Llebrigen aber, wenn in einer Gemeind« meh- P rrce rrligiHe Parteieu eMirrn. so müßten sie sich doch m t^' . Hinsicht ans. de, RrtigionS-Unterrichr einige»; denn die ver- £׳, schicheneo Mcht mgen können nur von dem gereisten Manne. und von dyn »licht einmal immer, begriffen werden, dagegen. 'tf' wq» den Aindei n noth thut. wohl von Jedem zugestanden weichen kan« . ..4» bleibt auch noch dir technische Schwierigkeit, wie man dea Rttigioo» - Unterricht an den höheren Schnleu gestaltea will, ur,h ob man nicht von der städtischen Schulveb-rpe »der vom Staate die Mittel zur Errichtung eine« solchen UnftrriästS verlangrv kann, doch darüber ei» andermal. ' .L- Weinberg p 90ftn, 12: Mai. In der gestern im Leiler'sche» Hotel i~u hicrftlbst abgehalten General-Versammlung des ,Verein« jtlüdischer Lehrer der Ostfteprovinzer.". welche zahlreich besucht p,'»K, Liel^ Lehrer Lohn-Lissa, nachdem vom Vorsitzenden j.׳ , der Geschäftsbericht über da« verflossene Jahr erstattet und ' dem Rendanten nach erfolgter Rechnungslegung Dttharge ^ettheilt war. «ine« Bortrag über das Thema .Die Berswenduug.ber Palmen im Religionsunterricht." Nach einer 'Hiemus solgendm» sehr eiageheudea Debatte wurden dann folgerte T^sen angenommen: 1. In der öffentlichen Schul« solle« die Psalmen keinen besonderen Lehrgegenstand bilden, sondern nur zar Belebung und Bertiefung de« übrigen AeliginnSunterrichtS dienen.*) 2. Lin nähere« Eingehen auf den dichterischen Werch derselben bleibe der privaten Reli- ,gion-schule überlaffen. 3. Grammatische Erklärungen sollen bei Auslegung der Psalmen möglichst vermieden werden, lieben eir. zweites Thema, nämlich: »Die Nothwendigkit eine« deutsch-israelitischen Lehrerbundes״ konnte nicht verhandelt werden, da der Referent. Lehrer Brcker-Wollstrin, «m Erscheinen verhindert war. Nachdem dann vom Verein«- ^wrßtzeuden. Hauptiehrer Herbst-Liffa. aus die Bortheile f':■ der ÜnterstützungSkasse de« Berciu« israelitische» Lehrer in rfy Schlesien und Posen hingewiesm und al« nächster BersainmlungSort «»iederum Posen bestimmt worden war, wurde 1C die Bersammlung geschlossen. Die nächste Generalversammlung? - soll im Herbst an die Provinzial - Lehrerversammlung zu Pf Posen angejchlossen werden, fxt Verein zählt gegenwärtig über fünfzig Mitglieder und erhält zur Versammlung vom kr D. I. G. B. ein .-n Geldzuschuß zur Entschädigung der Reise- Unkosten für dir Mitglieder. *T An «er, 1b. Mai. (Or.-Cor.) Der hiesige Luliusbeamte, |C. Herr I. Fribel, hatte sich in seiner Elgc. schaft als seelt soraer für die.iüd. Gefangenen verwendet, daß denselben während de« PehachftsteS rituelle Lost gestattet werde. Er erhielt aber folgenden abschlägigen Bescheid: " ,Jauer, den 4. April. Nach SS des Gesängniß-Reglements vom 18. März 1881 ist <4 unstatthaft, daß Sie den zu Gesängnißstraft veriirtheilten jüdischen Gefangenen. während :x« PaffahftsteS. rituell verpflegen können. Ein derar.rges Prroilegium zu Gunsten irgend einer ReligionHesellschaft existirt nicht. Verlangt jäwch __ iKwlderer sVischer Ge- )dngSver Jhr^WWWMk*>VW^eft. G'wiGlMnen llnsübung dersiRe^^'MkjstllGütt eine« sSestingntft.!»amten nicht verwehrt mmit. Der Best ngniß-Bo rsteher: Lreyher* Hierauf wc.ndte sich Sr. Feibel beschwerdestthrend an den Aostizqiiaister und empflng dir nach folgende brseiedigtnde Antwott: ' .Der Löninliche Staatsanwalt AY II. 2011». Are,lau den 12. April 1892. Ihre, an den Herrn Jusiizminfftrr gerichtete Be« ichwerde vom S. April 1892 über den oaber zurück- ״olgenden Bescheid de« Herrn Borsteber« de» Köaigiicheu GerichtSgesängpiffeS zu Zauer vom 4. AM 1892, ist mir zur Prüfung »nd wcitcrea Peranlaffong überwiesen worden und eröffne icl, Ihnen auf Grund der stattgchabten Prüfung, daß ich den Gefängnißvorstrher ersucht tzibe, den Str.sgefangrnen.loäbrmd «4 PaffuhftsteS die Selbstxköstigung »ach jüdische« Nitu« unter Beobachwog der betreffenden Vorschriften zu «statten. ,, gt- Dreschen" «n tBanna {•)kn fit nicht auch all Thell kt« Mdflbe!fe|vml» ' Maua, ta fit ja tweaLheU M««tbt»»cht» MIM»? (Xb.) tat Sulttibtamtm Htrr» Isidor KrLbtl m I a » 11. IfafVfldL 11. Mai. Der freisinnig« Abgeordnete Rechtsanwalt Earl Würzburger wurde heute Nachmittag. 4 llhr unter großer Tyciluahme dir vmötkruug aus de« i«r. Friedhof zur Erde bestattet. Ein so imposante« LeichenbegünjMiß hat »nftre Stadt schon lange nicht gesehen. Den Traue czug eröffneten 2 Equipagen mit den Blumen spende,^ alSdaru folgte der Leichenwao«. dann Herr Rabbiner Dr. SuSznchki mit dem Bruder ve«;)ahingeschievene», Herr« Dr. Albert und sein 12jähriger Sohn; dann folgten die nächstm Verwandten, dann S«. Lxcrllenz Herr Stadtkomnuiudant Gmeralmajor v. Wangen nebst einer Anzahl Herren Officiere. Hierauf folgten die städtischm Kollegien, an chier Spitz« der Bürgermeister .׳Herr Geh-Hoftath Ritter v. Muucker, sodann sämmtliche hnftgr Anwälte, zahlreiche Freunde und politische Gesinnungsgenossen au» Lulmbach und Sllüuchberg. Ferner vollzählig sie Mitglieder der iSraeliüschm Kultus-Gemeinde, die Mitglieder de« hiesigen Berrir.S .Freisinn", alsdann ein langer Zug Lridttagender au« allen Ständen der Bevölkerung von hier und auswärts. Der Friedhof vermochte Sie Leidtragmden nicht alle zu fassen, und als der Herr Rabbiner tiuc tieftrgreiftadr Schilderung de« Ltbms und StrrbenS dieses nnrergrßlichen Manne» gab, da blieb kein Auge trocken. Wir c!eben au« derselben hier die markantesten Stellen wieder: .V!lch» tiot» Ic6enifattt11 Greis, nclciet dtr Stamr dt» schuldigt» Tribut bezahl»«, sonder» tiot» Raun m Frühsommtr dt« Ltbcus hat dti l> ntrbittiicht als Vtuit sich htn-ulgtrtfft»; nicht ein vnbedeulenles, ia der grotze» «enge uodeme.-kte« Daset«, soodiin ein t» so mancher Hinsich» auSgezetchneies Leben ist es, da» er sich ausertore». it« war ein retrb dezadier, starker und mächtig wallender Geist, . de» viilletch, nur eine »11 schwache Hüll« umschloß, der sich mannigfache Ausgaben «eist ibtaur Natur gebellt, »u ihrer Bewältigung eine» I!ohen Klug nahm, aus dem sei« leidliche» Schwingen — ach — zu früh erlahmten. Dagegen eotspracs dem e-stärkten Gettte ei» gesestigter Lharokier, brr von dem, was jener al» w,hr uad gut er» tannt, «ich« wich, weder zur Nechien aodi zur Linken Jedem Ziele, je»t!» I»eale, das seine« Adlerblick« edel n,d erftrebenswenh «rschieu, strtdi«!r unentwegt zu. Und worin hauptllchlich keine Ideal« gipfelte« -' Unverkennbar im allgemeine» Menschen«Uicke, in de« davon unDtr- , treonlihe» Kreihritsgedaitte, und « ahr h«i tsirtebe. In de» . Diätst »tetec Ideen hat er sei» Wiffen und Können gestellt. Hkr»-)> durch glaurte und sachte tr dt« Baterlandt zu bltnen. b«> er> wahrhost «nd senrig liebte. Nicht «iude! al« da» Saterland liebte er '׳ seine »aterftndt, de» Bodm, tü da» er fest wurzelte; «uch thr ' widmet! er einen Theil seiner straft, seines gemeinnütztge» Strebe«. 7 Leider war es ihm nicht lang« vergönn«, der «eriammlnog ihrer er» ' koreoei, Berather oazugehöre». stndliö, entzog er seme Etasicht,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.