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Israelitische Wochenschrift · 1892-05-20 · 21 (20.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
21 (20.5.1892)
Date
1892-05-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Mefc pdffloe SsOaua?!f, bafctnefc nne Antwort de« den erwähnten [i:: i■ geschliffen tat nun dann fort «it b'1 — nebst ihre r Inspektoren — denn di an der Rarrrnigenrhümlichleit nicht«, J J Wir 1m« ebenso >«nig flrsten. . ffnd zm« Schluß eine Frage -an die »tt&Arfcn* Gegur;; Seid §Hr noch nicht eini^ wa« Ihr eigentlich bekänwset, die Narr oder de« Glauben der Inden? Es ist fteiUch schwer, hierin Farbe zu kkenurn: kn» taugt die jichische Religion nicht, dann weg mit de« Alte« Testament, und tora mit den Heilslehre», welche da« Jndenthnm der WSt gkgwen — diese Theorie würde nn« konsequenter Weise so «xii: führen, daß wir nn« scheuen, da« Endziel nur annähernd zu bezeichnen. Taugt di« semitische 'act. aber nicht, d. h-.e» i!t nicht Alle« aut, wa» Gott nua dann fort «it den I«ch«nmissionen die Taufe ändert doch cht». Herr Stöcker bat auch ur-einer AbaeardnrtenhauS-Rcd« selbst erklärt, daß die Teufe , sehr' unwlntomjri: nichtsdestoweniger blieb er Inspektor ' derhtädtffche,« Mission — er berämpst also den jüdisthen .Glanbeo, nichtsdestoweniger wäre er gern Hofprediger ge» "blieben und rerlangtr er nicht, daß man da« Alle Testamenr verbrenne, soelwrn war höchst indigairt, wenn einen christ- . lichen BolkSshülrr die Diagnose über dir Krankheit de« Käsig« HiSkijah fremd war. Zwei Seelen, ach, wohnen in seiner Must! Wir woilen Ihnen bei Beantwortung unserer Frage Sie haben weder den Glauben noch die Rar« der nn Sinn, sondern da« Geld, welch«« die Juden drrch Sparsamkeit, Rüchternheit and Fleiß erworben und auch gekochen haben. Da« sticht Ihnen in» Auge, «S fehlt Ihnen ölo» «ine parlamentarische Bezeichnung für diesen antisrmiischeS Gebühren, obgleich im MunSien-Fürsorge aber nachzuahmen, dazu fehlt e« Ihne» -an moraiffchei: Kraft. Immer Iklarhnt und Wahrheit, meine Herren, auch wenn »sie beißen sollte. Durch Schreien den Fragesteller nutzt zu Worir kommru lassen, ist Gaffen jungenart; und solange Sie - nicht bessere Manieren annehmen, reiche« alle ihre Brschim- -psimgrn nicht an uu« heran. Wir trösten un« mit dein bek kannten Worte: ״daß sie bellen, beweist un«, daß wir reiten!" §mnäfte 1m> 6*rrcfy*«fc*11f*x. VoNtPchlso d. 17. Mai. Gestern Abend hielt der de- »eijrsäch angeklagte und auch schm! verurtheilte außer Diensten, Ahlwardt, hier auf «rcmlaffung de« hiesige» sogen deutschen Reformverein« im »Hofjäger" einen Vortrag über seine vom ,RruhSanzeiger" bereit« öffentlich lügengestrafte Broschüre .Judenflinten". In anständigen Kreise« pflegt man mit derartigen gerichtlich vernrthrilten Mtnscheu nicht zu verkehre», hier aber entehrte sich ein allerj$'ding« nur kleiner Thell der Magdebnraer Bürger — den» der bei «eitrin grüßte Thell der beisaüklaAchsLchtigen Zu- Hörer befindet sich noch nicht im bürgerrrts« Lebensalter — durch ihre bloße Anwesenheit bei dem Bortrage au« so übel belesrnurdetrm Munde. Alle anständtzen konservativen ,Blätter beeil« sich »ach den Erklärungen i» .RrichScnzeiger", Ahlwardt gssoi als Laudrsverrüther von den Ar conservativ:« Partei achusthüttün. »eil «an u« die Schande empfindet, «it «me« solche» MenimBerühmmg gtkomAm m sein. Schien .Lo^drvootweWochenblatt" I tzrVÄlettz MtHinichpHrung des Unter» Etti»^e»r»eGh»srm hittnsd jetzt zuk Erde» Zjel«« bei ^Mor Löter invakdr Flinten bauen läßt, «ult avgssein al« «in« an»! «tragen« Berräckthert. Ddmrp ■n»tx verständigen Leute» einstimmig der Ansicht, daß da« Vorgehen de« Ahlwardt objektiv all« Merkmale deS^ Laudesvrrrath« au sich trägt: Endlich bedauert maic auch, daß die Rexurung nicht energischer gegen lwcfe frivole Ausuühkuig «inschreitet... ES ist bekannt, daß in den niÄerrn. Volksschichten auch die abenteuerlichsten Le«i>den Eingang finden und al-dann unanSrott-ar sestsitzrn. Nun, die Slgna» tur t»er Gegenwart ist die, daß die Receptionsfähigkeit für grotesken Unsinn sich auch zum Theil auf dir gebildeteren politisireaden Kreise ausgedehnt hat — oder daß nun in diesen Kreisen doch leiuea Austaud nimmt, voa dem Kühlerlauten und dem Ammenmärchen als Waffe zu taktischen }mdtn Gebrauch zu machen und sich an dem in« Land Tode fragt,' der an jedem Pfeiler rüttelt und keine» Tragkalken unangetastet läßt, vielleicht nur, um einen Haß zu sättigen und einen Rachedurst zu kühlen, oder um einen großen Haufen hinter sich zu sammeln, auf den gestützt man der Krone seinen Willen dictiren kann, — da» ist die Tollheit, die immer weitere Kreise ergreift und init der wir in unser verderben hinrintreibrn". — Auch die konservative .Schles. Zeitung", die ehemals stark in AntrsemitiSmuS machte, spricht von der ״makelhaften Persönlichkeit" de« Berf.'S der .Judmflinten" — und mahnt ״alle ernsten, von stttlichem Streben erfüllten Bürger an die besonder» gegenwärtig un» abweisbare Pflicht, burdj eiserne Selbstzucht alles zu vermeiden, war sie zu »frivmen Mitschuldigen" an einer tünstlichenVermehrungderBeunruhigungsmomente machen könnte". «Selbst das Stückerblatt .Volk" erklärt, niemals über Ahlwirdt begeisterte Beruhte gebracht zu haben. — Die Ratten verlassen bereits da» Schiff, da nmß da» Sinken nah« brvorstrhen. Mstzdeüsrß. Den Lesern uns. Bl. ist die Petition noch erinnerlich die der deutsch-so.iale Verein Elberfeld an den S!eich»tag gerichtet, norm eine Uebersetzung de« Talmud« von Amt« wegen, ferne»: Kenntnis; de« Talmud« bei den juristischen S1aatsprüfun>jen u. s. w. verlangt wurde. Zur Brrhcnvlung über diese Petition hatte der Minister z. Z. den Sieheimen Ober-RegicrungSrath von Lenthe al« Bertrrter in die Eommissivn gesandt; derselbe erklärte, er Hab« von irr Eingabe den Eindruck gewonnen, als habe sich der Bern» mit dem Reichstage einen .schlechten Witz" machen wollen. lieber diese Antwort ist Herr Dr. Paul Förster na- Juderlthum»" auf. ,Der den Reichstag Lenthe habe sich eia geisti«S ArmnthSattest au«;gestellt, ein Zeugnrß man- ' gechafter juristischer und politischer Bildung". — .Unsere aber ist «S; — so schließt der Herr Dr.Für ster seinen - ״ f . ver- ' «kc wm u. Fürst, Artikel — solchen Herren derartig« .billige Witze" zu leiden und ihnen bchrriflich zu mmhe», daß inan über erwogene Forderungen weit« Bolkskrrise nicht mit so! überlegenen Geringschätzung hinwegichen darf; daß di« Heimen RäiHe vielmchr um de» BmkrS willen da sind, da» Voll um der Gcheinws Räche willen." ״An« beiden Gründen also; soswhl, well »vir in uns Rechte sind und die Pflicht Huben, für da» jene kforderungeu RrforwWaeist. a«S auch au» Se! an» Uawiffe»! '!h-socialeu

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