Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 21 (20.5.1892)
- Date
- 1892-05-20
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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bi 11) diese Bewegung der &ea0fcmebatit tm } ׳ ffcmnt. Knqstchttge Putitn! MS ot der H , d7n AntsiemitiSmuS 9« LnchLnksfiit Mushn» T»b awlBchtcichtung vor der LH» und dem Eigexthu« «»dercr, fichLult a kneten lasse, wenn er seine antisemttsche Schuldigkeit Mthon. Nein auf Euch selbst vertvaut, aus Eme «»st, opm ihr vereint seid, und auf Luven Gott, den Go« der sein Volk schützen wird für und für. G. P. לל Wie Un§t nach MKütftt Zßr ttueutsißlsUm ji« »»d 9er?״ 1. *ini# xvm, 21.) von De. Etnger-Loblenj. Der neue Herr Kultusminister begann seine Thätigkrit mit der Fragestslung an die Dirrctoren der Berliner höhere« Schulen — denen wohl die Schuft»: in der Provinz folgen werden — nach Anzahl der jüdischen Schüler, wie viele von ihnen vom Religionsunterricht dispcnsirt find und wie viel« am christlichen Religionsunterricht sich bttheiligen? Das ist gor nicht überraschend; wir wissen es ja schon seit der Amtsführung des .Herrn v. Goßlrr, daß der Kultus» minister über die Anzahl der die höheren Schulen besuchenden israelitischen Kinder stets auf dem Lausenden erhalten wird. Die Antworten, welche der Herr Minister erhalten wird, werden jedenfalls sehr lehrreich sein und sollte er Alles genau erfahren, würde er manchmal den Kops bedenk» lich schütteln, wie es Schreiber dieser Zeilen auch schon gethan. So erinnert dieser sich aus der Zeit seiner SÜBirf» samkeit eines ganz absonderlichen Falles, -er sich unter die Antworten auf die erwähnten Fragen Sr. Excellenz kaum rubricireu ließe: .Jüdische" Eltern vom Lande schütten ihr ca 10 jähriges Töchftrlein in die höhere Töchterschuh: der nshegelegeneir Stadt und ließen es dort am evangelischen Religionsunterricht Anteil nehmen — trotzdem an derselben Anstalt auch jüd. Unterricht crtheilt wird — während das Kind gleichzeitig im katholischen HeimathSorte bei der F1:ohn« leichnamS-Prozession in der Schaar der bekränzten, bettnden und blumenstreuenden Mädchen zieht. Jüdin soll daS Kind nicht sein, es soll deshalb beide Religionen zur gefälligen Auswahl vorgesetzt erhalten. Wenn Sr. Exc. von diesem wohl beispiellosen cuouo erfährt, wird er uns fragen: .Wie lauge noch wollt Ihr hin- und herschwauken? ׳ Und eine klare Antwort wäre allen Becheiligten nur wünschenswerih. Unftor ,st auch das Verhalten der Kaplansprefsr, welches schon vor Kurzem in diesen Blättern geschildert tvurde. Dafür ein weiteres Beispiel. Während die Lentrilms» Partei behaglich schmunzelnd das Kompliment der ״Kreuzzeitung" einsteckt, welches mit dem Knalleffect abschüeßt: ״Die Bemerkung über die Annäherung der katholischen Bevölftrung an die conservativc Partei —Incl. Judenfrage — bezeichnen wir, auf die Gefahr hin, daß die Nationalliberalen es Übelnchmen, als erfreulich" . . . druckt die ,Germania" vollinhaltlich die Erklärung eines .Soldaten, der 70 und 71 u,»gemacht-, ab, um Herrn Löwe gegen Ahlwardt's Schmutzschrift .Judeuflinten" in Schutz zu nehmen. Das ist ebenso verdächtig, wie überflüssig, denn von dem gewerbsmäßigen . . . Ankläger Ahlwardt angegrifirn zu werden, ist' eine- Ehre, und die Angel,genheit wird Seitens der Gerichte di« gewünschte Aufklärung schon erhalten. Warum liebäugelt die .Germania" nach rechts und nach links? Was foll das bedeuten? Es wird uns ganz unheimlich bei diesem Hin- und Herschwanftn. Auch die (konservativen haben uns bitter getä-sicht, we׳! sie mit ihrm mächtigen Kreisen nur eine lächeckiche u« gebaren. Aber die Steschichte ist doch köstlich» und sie soll darum zu Nutz und Frommen der Leser hier uiitge- »heilt werden: In VreSlau habe« die heißspornigeu ,#״ ,4' ISwmcT $׳;%* u» Gttickr . WMt«. am ftttaDttt IMS cm! ,1e tchelten ati&Sdkitm* ״ *•»־י«instch» was vom confirtzostu« 3«*■*« du» beschränkte U deutsch »berjWt^etßt:.Herr tm Heldors wird «tu» Partei herauSgesch-isie«. und die ״Judenfrage" wirdda,^. liebevoll aufgmmnnen. Als da«« endlich di« confirvetive Fraktion de» Abg, ordnetendauses I herüber ein« Sitzung ab»- -ii gehalten, in welcher über bk AufklUmg et«c< nenen PE grammes um die Juden fingeherum berathen wurds? ch»Esich die Spalten <vm* antlsemittsthe» Matteauf uie^ richteten «Ifo:. .gch 0. «mkesmrt ״einer m|mc |l4«K»b(rtn OarlamM!Mtlt'tiitt längere. »ttta*g«»»Ut «»de . .. -er, hielt eine herrliche «»de . . ., Herr Bar»» von Hevdebmndt der Laß» ergriff dasSort and stimmte freudig bewegt zu . endlich h»t Herr ». Aaachhmipt in treffender «nseinnnberd, tetzung die pntriothLe?iothwendigkrit der vorgefchlagmm, Abweh r»'> mittel dervorgeheben " < -r Nachdem die Spannung bei chm Leser somit bis. Krankhafte gesteiqeit wurde, erwart,tr man am allerwenigst««.^ den kläglichen AuSgang, den die Versammlung erlebt«. S<F zogen den Degen aus der Scheide und steckten ihn muthig 7wreder ein! Es erging d-m Herren wie j. Z. den Brtretero allere slovischen Völker, welche zur Berjerrlichvug ihr« Speachch ^' Litteratur und Nationalität einen tkongreß beriefen, bei dem es sich herausstellte, daß die verichirvenen Landsleute ihre, cegensttt^en Idiome nicht verstani«, und deallgemeine».!^ Mrständniffes halber mußten die Berhandlungeu in״ der^ verhaken — deutschen Sprache geführt werden .... Anchdie Edelsten der Rrtion und di« geehrten Herren von fc«. conservativea Fraction zerbrachen sich vergebens di« Löpst., darüber, was di« ״Judenfiage" egentlich sti. um deren«» willen sie zusamm׳:agekommen warn. Die Forderung des Antisemitischen Katechismus die Juden zu Stoatsbürßer».-!׳ II. Klaffe zu d^l-adierrn, ging »en Herren — angeficht- «A der nahe bevorstehenden Wahlen — denn doch zu weit. Di-Otzl Sache ganz falle» zu lassen, schär,te man sich, somit behaW*H man sich mit bereitgehaltrnen Suirogatea, die mau wieder!- - auswänni: ,Blasen an wesen, Güterßhlächterei. Wucher" u.s. w. Man konnte dies ebensogut ^Zraf« Über Beschränkung-der: erlaubten Dummhüt" als Judenfrage nennen, denn .die- Herren wollen doch nicht etwa, diiß es in Deutschland — wie dieim judenfreien Spanien der Fall — nur christ-4^9 liche Wucherer, l-Lterschlächter und Börsenjobber gebel-s^ Warum schumnket Ihr hiu und he,׳, nämlich, nach der Er» ".W klärnng der .Preußischen Jahrblicher^ des conser»ati»e» Prof. Delbrück, im Zwnstl zwllcher: wildem, Jocialdemo»׳ kratischem, hetzendem, a«frül,rerischem AntisemitiSmo«, der — fügen wir hinzu jede öffentliche Begrün» düng scheut, weil er selbst m&t miß, was er unll?^ ■'jh Dem Fürsten Bismarck bekommt es jetzt-noch schlecht,.?^ daß er zur Zeit seiner unvergleich!ichett Machtfüll« hi« turtt» her schwankte. Er stellte Beleidlgungs-Strafanttäge gegen Ä solche, welche ihn der Begünstigung des AntisemitiS»»« ziehen, und vor zr-ei Wochen ber chttgtr er Herrn Stöckers — der jetzt den Muth findet, den: gefallenen Löwen eineu t,-; Fußtritt zu versetzen — in!einem Leiborgan, de»v> .Hamb. Nachrichten" mit den Pforten: ״Dir Agitatjo»-^ seiner — i e. Herrn Stöcker's — Partei ist durch den stü- Hern Reichskanzler niemals gehintert worden, vielmehr hat > derselbe ihre Wahlerfolg« mit Fi rüden begrüßt!" ״Dein-»^ Stern geht unter, s-erzog, selbst SDcker steht gegen Dich" denn alle Schuld aächt sich auf Eide». Das Oberhaupt der katholisch«, Kirche verdammte jü einem u«garischen Kirchenfürsten gegenüb« das ant," Sebahren, konnte sch aber nicht o,gn entschljeßee, Stellung zu dies«: Frage zu uepuen — welche - deutsche E«trum xiu Hatzdelsobjerf zu fein