Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 19 (6.5.1892)
- Date
- 1892-05-06
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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('*זיי« jfgltdpn Vorbehalt. Er hätte doch stntzig werde» »nd fragen «Affen: Warum hat College N., vor dessen Stadtthorrn fast der betreffende Schachet wohnt, sei« Zeuguiß ihm nicht erneut? Die erwähnte Fleischliestruug nahm also ihren Fortgang, denn den meiste» Leuten ist,«« einerlei, woher die Kabooloh kommt. Ueber diese Tbat zur Rede gestellt und gebeten, den jungen Mann doch wenigsten« aus da» aufmerksam zu machen, wa« eigentlich selbstveiHändlich ist — der Sicherheit halber aber dennoch in jede derartige Autorisation hin eingeschrieben »erden müßte, was von dem hier erwähnten benachtheilig. ten Rabbiner auch stets geschieht — daß dies« nur für da« Gebiet des Aussteller« Gültigkeit habe, lehnte der gute Nachbar dieses Ansinnen mst dem weisen Bemerktn ab, er ,als königlicher Beamter' könne sich eine« solchen Vergehens gegen die-Gewerbeordnung nicht schuldig mache« und Jemandem seine Fleischtieserungen beschränke», .ebensowenig wie er einem auswärtige» Obsthändler verbieten bars, die bezüglichen Früchte in die Stadt zu bringen'. Außerdem behauptet er, würde seine — des Königlich Prenßischen Rabbi««» — Autorität darunter leiden, wenn er, der Königliche Rabbiner, das beschämende Zugestünduiß machen würde, daß seine Antorisirung nur für einen destimmten Bezirk Geltung habe, da e« ja in Preuße» keine rabbinisch abgegrenzte Bezirke gebe! Für einen Königlich Preußifchcn Rabbiner giebt es also keine Schranken; wer den Talmud kennt, weiß, daß es darin heißt: אסר אין חכרו רשאי דדדר?, doch was geht auch einen Königlichen Rabbiner der Talmud an? Der ist nur für jüdische Rabbiner, und die Gebote des Anstandes, der Coüegialitüh das noble«»« oblige findet der Königliche Rabbiner wiederum in keinem preußischen Gesetzbuch vorgeschrieben. O, ich könnte Ihne« noch viele Beispiele sÄcher Anstandlostgkeitm «nd Eingriff» in die Funktionen des Lollrgen lda« rücksichtslose BoUziehen von Trauungen, das Halte» von Grabrede«, da» Sicheln« mischen in Shnagogen-Änweihuimen u. dgl.) ansühre», aber ich schweiß lieber davon au« Mcksicht auf den Rabbinerst a n d. Was nütze» alle Bemühungen de« Rabbinrrverbon« de« zur Hebung unseres Staude«, wenn e« dem Eiuzelnen ihn an dem Anstand fehlt? und das schmutzige materielle Jntecefs« lym höher steht, als di« Ehre seine« College«. ja akS die eigene Ehre, denn diese gewinnt in de« Auge« seiner Gemeindemitglirder sicherlich mcht. LeUerr-tch-UNOM»«. Die«, rin unvergängliches Denkmal hat sich der «dl« Menschenfreund Baron Moritz Hirsch dadurch geschaffen, daß er für die kulturelle Entwmeluna unserer Glauben«- gcnoffen in deajenmen Ländern, wo der BildungSzustand auf einem niedrig-:« Niveau sW befindet, in umsungveichster Weist Sorge trägt. So «jifHrt in Wien eine Stiftung, die den Namcn führt: Baron Hirsch-Stiftung zur Beförderung de« Boiksschulunterrichts im Königreiche Galizien und Lodomerien mit dem Grotzherzogthum Krakau und im Herzogthum Bukowina, und die den Aoeck hat. Kinder israelitischer Eltern in den bezeichnet«« Gebieten den Volk«- schul unterricht^ mit Beobachtung der gesttzlich festgestellte» Vorschriften zt! gewähren, strner istaelitffch« Kinder zu tüch- S' -n Haudwerk-rn oder Landwirthen h.-ranbilden zu lassen. s StistungSirrmögeu widmete der Stifter die Summe von 12 Millionen Franc«, die fruchtbringend angelegt worbe« sind. Rach dem Beschluß de« Curatonums, dem n. a. Herr Oberrabbiner Tr. Jellinek angchört, kann zür Erbauung und Einrichtung «ver Schulen, sowie zur Erweiterung «reit« bestehender da« Stifluugsvermögen bi« zur Höhe von 30V 000 Franc« in Anspruch genommen werden. Ast das erste Brr- Wallungsjahr 1891 liegt nun ein umfangreicher Bericht te» (Saratoi mm» ter Stiftung vor und e« erhellt au« demstlben, das! die wirchschiftliche Mission der Stiftung einer günstigen Lm-ug entgegcngehen wird. י: 1' ■ ־: ■ ,־ ‘ ״• ׳ - Nach Mittheikmjffu de« hiesige« .Woche«-; $ blatte«' wird der ungarische LultvSminifter mAnaelegenheitp."! der staatlichen Arerkramiug der jüdische» Konfession eins» Gesttzattwurf eint ringen, welcher vus zwei ißaraavaphe« bv- % stehen wird: 1. Die israelitische Konfession wird in «*►. ’L׳ Reihe der anerkannten Konfessionen ausgenommen. Ü-.-Dst- Regelung de« Berhältnisse« der israelitische« Kvnstssio» M.. ' den übrigen an«-:kannten Konstsstimen wird durch später» legislatorische Verfügungen erfolgen. ■. :• .ו1א»#1א91!?««Mm. In der vom ,Krusmän. Vereinmit be-. deutenden Geldmitteln ins Leben gccuftnen großartmen Wert- ’' stätte zur Ausbildung armer Ktvder befinden sich gegenwärtig 50 Zöglinge, ine das Tischler- und Drechsler Handwerkgründlich erlernen. Bon jetzt ab so len i« dieser segensreichest ״ Anstalt auch tüchtige Schlosser un) Klempner henuienbildet - werden. — ^llles schon dagewestn" lautet ein alte« Sprich- - wort. Doch dürfte ein jüd. Nach Wächterverein noch nichtdagewestn sein, üänen solchen gründete vor einigen Jahren Herr Rath. Berso« zu dem Zwecke, bei Kranken und Sterbenden die Riichte hindurch zv wachen, damit di« Angehörigen der Kranken die Rachtrul« genießen können; eine, sehr lvbenswerthe mrd edle Eiunchtrng, die bereits in einigen Rachbargemeinden uachgeahmt wird. 2 3 ׳ f iarimMtt. Im Laust des Jahres 189L langten hierstlbst 590666 Einwanderer an. Dies ist di« grüßte ' Zahl seit 1882, in welchem Jahre dieselbe 730 349 betrug, was in uustrer Hstschicht« früher noch uie der Fall war. Im Jahr« I88l betrug sie 720045 und 1880 nur 593 703, Hiera»« wird mar ersehe», daß die große Beunruhigung. ־. in welche viele Leiste verfielen, ganz unbegründet war. Es liegt fern Beweis vor, daß unser!!and in Gefahr ist. von -/ ruffischjüdische» Hr-rden überschwemast zu werden; ich fürchte - im Gq^nthejl für die Zukunft der Republik, wenn die Na. ״« - tistischen Nachweise der Regierung z:igen, daß Deutschlan», für die gröhte Zahl der Einwaalurrr verantwort sich ist... Die NeiguM des xutsche» Athriswup und BierheroiSmus. .. bestehende Regieruugsformeu umzustkrzen. hat sich in jüngster . Zeit sti de« Aufständen in Berlin nur zu ecsatant ge» ' zeigt gpd wenn wir erfahren, da» lSLtSOt mit revolutionäre» > Ideen überfüllt« Jnmigranten i» algeiaustnen Jahr« unstn» Bode» betreten Haien, so dürfte diest» vollkommen hiuvejche«, - ' Bedenken in uns zu errege«. Dst Russen kommen übrigens £ hierbei nicht zunächst in Betracht, denn von England. Scharr- ,' laud»-Wales und Etrland kamen 121.122, genng, auch uirs ' zu verstchero, daß die Polizei der Bereinigten Staaten Ä Rekruten nicht besorgt zu stia braucht. Aus R ußlaa Pr'3 j. kamen 73177 und auf Polen 31 286; da diest inestlhe«-^^ Ejgxuschasteu haben, so töimen wir jst zusainmenwerst»!>nt»r>^ bclrägtalsdaan ihn ^hl 104462. Auch Schweden uud^^L N o.r wegen iaaM-ui ein austholiches Eoutingust und ausf*-^ Ä Italien rrhstlten wir 68 481. Meine Absicht mit der Beröffenlichung tuestr trockeueu!»^ Zahstn ist nur, »st Aufmerksamkeit auf die Thorheiti oder vstlmehr Bosheit zu locken, wchhe in gewissen Kreiststt>*׳?Z das Verlangen tt/leugt hat, die russische» Eimvauderop׳- D auszuschließen. Bc« den 104462 Buffen, welche herülnxt. - -^ kamen, kann man vumüglich sage», isst groß uuter deusttben» die'Anzahl der Au den ist: ohne Zweifel sind «in. große« H Theil desselben Röiuisch-Kathousche, Stundiste« und and««) Christen, welche dn Autoleravz der ortüodoxe» Kstch« »ns- - getrieben hat. Wil au» Jemand zu behaupte« wage«, ia%. dst ruMchea Inder mcht ebenso «npsthlenWrvch <ch»,dst_ 68000 Jtallemr situ? Ir! moralisA^ geistiger und sischer Bmsthuag find sie dstst» doch west dst rusflscheu Jui« dem, in tio der Bepkchtung H wst chst