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Israelitische Wochenschrift · 1892-05-06 · 19 (6.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
19 (6.5.1892)
Date
1892-05-06
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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V £ *. i: ־: Unsitte nicht verunziert werden. Man könnte ja sonst denselben Grou» für die Beibehaltung der öffentlichen Mizwothversteigerrmg anführenl Es ist unbegreiflich, wie in einer Gemeinde wie Dresden dies von der Mehrheit des GemeinderathS nicht eingesehen wird. 3. Di« vorjä^.-igc Sammlung für die russ. Juden ergab die schöne Summe von l 4,188 Mt. und 2V Eentner Klei» dungsstöcke. 4. Für hie Gemeindebibliotliek wurde aus Gemeinde» Mitteln Graetz'S Geschichtswerk augeschafft. Di« Einnahmen incl. Stiftungen, Geschenke, Miethe» Ueberschüffen und Darlehn von 30,000 Mk. belief sich auf 84,883 Mk, sie Ausgaben (incl. Zurückzahlungen von!0,500 Mark. Der BermögrnSbestand von 24,901 am Schluß des Jahres 1890 ist sonach Ende 1891 um circa 3000 Mark zurückgegangen. Der Stand der zahlreichen WohlthLtigkeits-Bereine und Stiftungen ist ein blühender. Mreska» Die Adresse, die die hiesige Lrssingloge an den Herren Rabbiner Dr. Rosenthal zu seinem Jubiläum richtete, hat folgenden Wortlaut: »Hochwürdtger Herr Rabbtnerl Weriher und lieber Bruder Lzprüstöentl Der Ta«, an welcher» 81« Ihre» vor 86 Jahren erfolgten Amts- «»tritt «l» Rabbiner festlich begehe», erfülli auch di» unterzeichnet« Lejsmg-Log« «it den kvefüdlen de» Liolzes und der Freude, vir Wiste» all«, das. Sie, verehr!«» Bruder, durch dir Ausübung Ihre» erhabenen Berufes, durch die Verkündigung der edle» Lebre unserer . Meltgion, durch die veihüttaung wahrer Mrnschealted« in eine« inhaltlielchen Lebm an der Forderung der groben tkulttrrausgaben des Jndenlhiims und der Menschheit hervor, agenden Aniheil nehmen. Darn» rntpfinken wir es als «ine besonder« Ehre, das, arad« Sie t»,ch Ihr» — «,uch äuherlich« — Zu«hvrigtrtr zu dem ll O. V. vimd davch Ihre rührig«, erfolgreiche Thlltigkeit in demselben rin vollgültig«» Zengnijs für sein« Bestrebungen avle^^ Sie, vrrrbrler Herr und Bruder, aber «uck trotz der schwere», mit Hingebung erfüll!»» Piltchten Ihre» Amtes, trov Ihrer vielfeitige». «istrnschnttilchen vefchüfttgung und »roh der mannigfachen an Ihr« Person gestellte» Ansprüch«, es allezeit verstanden, de» Mit. glich«»» der Lefsmg-Log« auch menschltch «>e «in Mährer Bruder «üher zu treten. Möge Ihr Wrten im Dienst« der höchsten Interessen der Mensch. St »och rech« laug« gesegnet bleibe«, Ihne» zur Befriedigung, dem!denthnm« zui: LH׳«, drr Menschheit zum H-ilel Da« wall« «otr I- AH»tß»1ierß. Nm. (Or.-Torr.) Wie weit die antisemitische Jnfectioa um sich greift, dafür haben wir neulich «nnh hier ein Beispiel erfahren. Im IM,^ GMnasium hat ein hier einheimischer jüd. Schüler bereit» alle untern «laffen durchgemacht und war stetvom Schreiben am Savbath auf Wunsch seiner Eltern dispensirt. Jetzt ist dieser kaum 13jährige Knabe nach Obertertia versetzt worden ׳und weigerte derselbe sich auch hier am ersten Sonnabende nach seinem <!!intritt in dir neue Klaffe zu schreiben. Da hielt der Ordinarius derselben eine erregte Ansprache an den Knaben -vor rersammelter Klasse, in welche« es an Ausfällen auf die Jude!» nicht fehlte. Es sei purer Trotz und Eigensinn, wenn «i!» jüd. Schüler sich auf sein Gesetz berufe, um am Sabbastk nicht zu schreiben. Dieses Gesetz sei der ,berüchtigte* (?) Talmud, der den Juden nur einen Zaun um das Gesetz vvrstelle, welcher ihnen die wahre Moral und Religion verschließe. In der Bibel sei da« Schreiben am Sabvath nirgend« verboten. Aber der Talmud verderbe »nr die Begriffe der Juden von Gesetz und Moral, indem e> ihnen sogar erlaube. Christen zu morden! — Man kann sich hieraus auf dir .bessere" Moral dieses Herrn Oberlehrers und deren Einwirkung auf die ihm anverlraute Jugend einen Tommentar ohne Weiteres machen. N. MuReuüurg» Ende April. (Or.-Lorr.) In dem benachbarten Earlshof besteht «ine Heil- und Pflegeanstalt für Epileptiker, lnren Hausordnung aus evangelischen Grundsätzen beruht, iebä|1 wird nach 8 3 d«S Statut« der betreffenden Austalt^A n dkrsg läubigcn die religiös« Pflege ihrem Beztsichrrt. Daraus hm hat si^ m Ras^aburg kmrbchffe ein Eomits gebildet, bestehend aus deu Herwu «.Kaminsky, Borsteher: M. Levy.-H. Ezarlinskh. A. Davidsohn Eultu«beamt--r; A Ahrenfeld, Prediger und Religion«- lehrer zu Lötzen, um für die Pflege bübischer Kranken — den rituellen Anforderungen entsprechend — Sorge zu tragen. ES bedarf keiner weitern Auseinandersetzung, daß dieses lvb-!ich« Untrrnehuien allseirige Uuierstützuua verdient Nach dem un« vorliegenden ersten Rechenschaftsbericht sind an Spenden für da« Jahr 1891 Mk. 416,88 eingeganaen, wovon Mk. 327,30 verausgabt worden lud. Wir wünschen, daß dem genannten Comits in diesem!Zehre noch reichlichere Beiträge zugewendet werden mögen. Kharn- 26. April. (Or.-Lor:) Der Borstand der jübischen Gemeinde veranstaltete am Sonntag, den 24. d. MtS. auf dem Friedhofe eine erhebend: Gedächtnisfeier, um da« Andenken an seinen vor Jahressrist verstorbenen Rabbiner Herrn Dr. Oppenheim durch Enthüllung d«S chm von der Gemeinde gesetzten Denksteines zu ehren. Um 10 Uhr BormittagS versammelten sich de Gemeindemitglieder, wie auch viele Herren anderer Eonfessionen daselbst. Die Feier wurde eingeleitet durch ein vom Herrn Tantor Leipziger vorgetragenes Recitaliv, dem sich ein Gebet für da« Seelenheil des Verstorbenen anschloß. Hierauf hielt der Gymnasial- Oberlehrer Herr Dr. Horowitz die Gedächtnißrede, in welcher er des Verstorbenen Pflichttreue, Wahrheit», und Gerechtigkeit-liebe hervorhob und ihn der anwesenden Jugend als Muster und Vorbild hinstellte. Bedauerlich war e«. daß Niemand von den Angehörigen der Feier beiwohnte, obgleich der Vorstand dieselben rechtzeitig davon in Kenntgesetzt hatte. #»» «atze». Der großherzoglich« Oberrath der Jsrae- Uten verorbnete die feierliche Begehung de« Reaierungsjubelfeste« Sr. St. H. des GroßherzogS für Samstag, den 30. April, in dem vormittägigen GotteSdirrste unter Absingnbg von Psalmen, Predigt und einem besonders dazu verfaßten Gebete. Die Synagogen waren festlich dekorirt, di« au« dem Schrein zu hebenden Thorarollen mit dem größten Schmucke, wie solcher nur an den höchsten!Feiertagen ist, versehen. So wurde der Tag in allen Gemeinden de» Landes gefeiert. — Herr Rabbiner Dr.Steckelmacherin Mannheim erhielt anläßlich de« grnßherzoglichen RegierunAsjubiläumS den Ritterorden des Zähringer Löwen 1. Klaffe, eine Auszeichnung, dir nächst dem begabten Prediger auch die ganze Judenheit Badens, insonders aber den Rabbinerstand ehrt. ßffo» Aßet«. (Schluß von Nr. 14.) Ich schloß die e^te Hälfte meiner Corrripondenz mit dem Hinweis aus «inen sehr wunden Punkt, der sich auch in den Kreisen zeigt, die berufen sind, Religion und Moral zu lehren und selbst als Vorbilder sttengster Sittlichkeit dazustehen. Ja beider auch in Prediger» und Rabbineckreisen — mit schwerem Herzen nur entschließe ich mich e» auszusprechen, aber es giebt kein andere» Mittel, biefi» Gebrechen zu curiren, als e» an den Pranger zu stellen — findet sich die schmutzt« EoncurrrnL das Sinuns Hinübe:greifen in da» streng avgegrenzte Gebiet, in da» Feld der Thätigkeit, da» dis Thora so streng mit t-n Worten verbietet: Du sollst die Grenze nicht verrücken! Da passirte einem Rabbiner folgender Fall: Er fühlte sich au» bestimmten Gründen veranlaßt, einem Schächter die ihm vor zwei Iihren ertheilte Kabboloh (Oualificationszeugniß und Schiachirrlaubniß) nicht wieder zu erneuern, und als dieser ttotzdem ohne Autorisatton weiter schächtete und da» Fleisch nach t>em RabbinatSorte — wo ein städlisckus Schlachthaus existier und die Einfuhr von auSwärtigeu!Fleisch verboten ist — in Postpacketen .einführte*, wurde er vom Rabbiner ,aeaffer:'. Was that der junge Mann? Er ging zum Nachbarrabbiner in B, welcher eine Stunde weiter wohnte — den Namen desselben wollen wir für diesmal »och verschweigen — und dieser, ohne mit der Wimper zu zucken, verlängert ihm die üabdoloh aus weitere 2 Jahr«

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