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Israelitische Wochenschrift · 1892-04-29 · 18 (29.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
18 (29.4.1892)
Date
1892-04-29
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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gedeihliche Wirksamkeit zu entfaltg,. Auch heute erschiene» noch eine Anzahl von Deputationen, so eine Vertretung de» Gemeindevorstandes und de« RepräsentantenkollrgiumS der Synagogengemeinde Druthen O.-S.. welche der zwanzix^ jährigrn Wi'ksamkrit des JubilaiS «in treue« Gedächtnis bewahrt, der Mamreh-Loge zu Beuthen, der Synagogen«- meinde;u Kvnigshütte u. a.*) Au Ehren des Jubilar« sank im Saale der Gesellschaft der Freunde unter zahlreicher Vetheiligung ein Festinahl statt, da« einen sehr heitern Verlauf nahm. A-»ig»Ierg i. Br. (Or.-Corr.) Am IS. März cr.. hielten die jüdischen shcligionStehrer der Berbandsgemeinden Ostpreußens ihre fünft« Konferenz hierjelbst ab. die von dreißig Lehrern und vielen Gästen besucht war. Der Aus. schuß des Ostpreußisthrn Chnogogen-Berbande« war durch die Herrn Etodtrath I. Eichelbaum, M. Eüäßer - Insterbürg und A. Jacoby-Bartenstein, die Synogogen-Gemcinde Königsberg durch das Vorstandsmitglied Herrn Louis Elkan und dem Vorsitzenden des Rcpräsentanten-KollegiumS Herrn Stadtrath Theodor vertreten. — In seiner Einleitungsrede gedachte der Vorsitzende der Schulinspektion, Herr Rabb. Dr. Bamberger-Ltnigsberg, des seitherigen Vorsitzenden, Herr Stadtrath Lllöger z. Z. in Berlin und ersuchte um me Ermächdgung, an diesen verdienstvollen Herrn sowohl wie auch an den Vorsitzenden der I. G. L , ^rrn Geheimrath Tr. jkristellrr, Begrüßungstelcgramme zu senden. Die hierauf vorgenommene Wohl des Bureau« ergab als Rrsultat: HerrDr. Bamberger. Vorsitzender. Dr. Rülf-Memel und S ch ü l e r-Guttstadt, Beisitzer; A. P e r itz-Königsberg und A. Lewin-Tilsit, Schriftführer. — Zum geschäftlichen Theil der Tagesordnung übergehend gab der Vorsitzende «ne kurze Uebersicht über den Verlauf der letzten Lehrerkonferenz im Jahre 18S0 und ertheilte sodann Herrn Sturmann- Osterode da« Wort zu seinem Vortrage über die »Methode des hebräischen UebersetzungSunterrichtes in Religionsschulen mit einer Lehrkraft" Referent beleuchtete die alte mechanifche und die neue grammatische Lehrmethode, zeigte ihre Licht- und Schattcnseiten und gelangte zu dem Resultate, daß weder die eine noch die andere in die Verhältnisse der Religio,!sschule mit einer Lehrkraft hineinpasie, er empfahl vielmehr eine von ihm erprobte Methode, die in der Zerlegung der hebräischen Worte in die durch di« Ueberfttzung gegebenen Worttheile besteht, wodurch der Schüler, ohne eigentliche Grammatik zu treiben, die Formen, Suffixa, Ab- Wandlungen re. der bebr. Wort« lerne. Die Leitsätze, die der Vortragende am Schluffe des Referats aufftellte, wurde nach einer lebhaften Debatte einstimmig angenommen. — Auch der durch Herr» Tonn-Allenstein begründete Antrag der Schulinsvektion »uf Umarbeitung des Rormal-Schul- Plane« wurde angenommen. — Interessant war der darauf folgende Bericht, den der Vorsitzende über da« Wirken, die Beobachtungen und Erfolge der Schulinspektiou gab. Derftlbe bekundete, daß, Dank der Thätigkeit der Schulinspektion, die Lerhältniff« in den Religionsscholen Ostpreußen« sich von Jahr zu Jahr bessern. Kn lausenden Jahre sollen 23 Schulen inspicirt werden. — Der Bortrag, den hierauf Herr Dr. Rülf-Memel über »Geist und Charakter der hebräischen Sprache' hielt, erfreute sich auch des lebhaftesten Beifalls. Wrr müffen es uns jedoch versagen, einen Auszug aus der anregenden und geistreichen Arbeit an dieser Stelle zu geben, um den uns zugemrffenen knappen Raum nicht za überschreiten. — «Einer ganz besonderen Aufmerksamkeit hatte sich da« folgende, vom Vorsitzenden gegebene Referat zu erfreuen, denn es behandelte eine vielbesprochene Tage«, frage: ״Die Einführung des Jugendgottesdienstes." Mit einem Rückblick auf die Entstehung und die Entwickelung diese« Gobrsdienste« beginnend, zeichnete Res. dir Aufgabe *j Di« L«,final»«, dir <B«Mei«fcc «euthea, dir vririnr Brud«- lind und Madiuk• deren Lhrrumitalird der Jubilar ifi. :: erreichten Adresse». 1 ב und empfahl die Einführung desjc ben. Nach einer «ngo» mein lebhaften Debatte wurde eitte vom Vortragenden iw» geschlagene Resolution angenommer. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag des Herrn Prediger» 3 Scherbel-Gumbinnen, über »Rek glonsschule und Ha«».'!' in welchem Ref. zu dem Schluffe «komtnen war, man «Lffe : in religiöser Beziehung durch dir Schule auf das Elternhurs ' zu wirren suchen. — Nach einer kurzen Mittagspause wurden ׳. ׳ dir Verhandlungen um 4 Uhr Nachu»ittagS wieder awsge-־'1ר nommeu. Erster Punkt: »Anträge an« der Versammlung". Lewiu-Tilsit beantragt, daß die Lrhrerkonftrenzen sich alt- ־ * jährlich wiederholen möchten und begründet seinen An- . trag mit dem Hinweis auf die segewi reiche Einwirkung soliher Versammlung auf die Lehrer »ad die Schul«. Der Vor» sitzende schließt sich diesem Anträge an und der Verbands- Vorsitzende verspricht, dirftu Antrag bei dem Ausschuß zu ד befürworten. Herr Rabb. Weinberg-Insterburg regt-di« ...s Begründung von Lehrer- und Jugendbidliotheken an. Zur '4 Durchführung des ersten Thrils wese« Anttag« wird estre F aus dem Antragsteller und den Herrn Siftabaum und Prritz bestehende Kommission gewählt und für die Verwirklichung ׳ des zweiten THeils giebt der Borsi-endr außer lehrrnchm "־ Fingerzeigen einen Katalog der in Königsberg bestehenden Jugendbibliothek der Versammlung an die Hand. — Sodann '< hält Herr Warfen Haus-Inspektor Pe ritz-Königsberg eine« . Vortrag über »die Behandlung ber Psalmen in der Reli- ' gionSfchule.- Ref. bespncht den Zweck und die Art der - Psalmenübersetzuag. die Becsammluw; dankt ihm durch reiche« - Beifall. — Da die abgehaltenen Letzrproben zu weftläufige» Debatten keinen Anlaß gaben, so n»1r damit dir Tagesordnung gegen 6 Uhr erschöpft. Die lSerhandlungen durch«!» von Hem> Tonn gespuxhenes Getet eingeleitet, schlosse« mit einer «meinsamen Andacht, die Herr Kantor Birnbaum in kunst- und weihevoller Weise leitete. Abends 8 Uhr vereinigten sich die Theilnehmcr 1:nb zahlreiche Gäste zu einem gemeinsamen Mahle, bei den! manch schöne», erustrs und heiteres Wort gesprochen und uianch lieblicher, jüdischer und deutscher. Sang angestimmt wurde. Und angeregt und gehoben schieden die Theilaehmer an der fünften Konferenz der jüdischen Religionslehrer Ostpreußens mit dem aufrichtigea Wunsche: Ans balorge« Wiedersehen? Ksgajle», 20. April. Wie wir bereit« in einer früheren Nr. mittheiltea, hat der hiesige jüd. Korporal,onS-Borskher v dem Kaufmann Moritz Becher hier in einer Verfügung vom 10. ' halten, woraus sich Herr Becher veschwerdeführend an die königl. Regierung zu Posen wandte. Ter Regierungs-Präsident zu Posen hat, wie vorauszusehen. laut Verfügung vom S. d. M > entschieden, daß dem hiesigen Korpoi ations-Borstrher nicht da« Recht zustehe, derartige Gottesdrnste zu untersagea und » wurde zugleich dem Korporations-Vorsteher aufgegebe«, die; Brrfügung vom 10. Februar d. I zurückzuziehen. Herrn Becher wurde gestattet, ftrnrr Gotte;dienst in seinem Hanse j abzuhalten, wenn er gemüß 8 1 der Verordnung vom 11. ׳' März 1850 dieses der Ortspolizeidehölde onzeigt. - i #«* chterschtestr». Vor längerer Zeit berichteten die י öffentlichen Blätter, der durch ftine antiftmitischen Lfpira- 1 tionen bekannte Amtsrichter Wied:mann ft, von Bres» 4 lau nach Groß-Strehlitz versetzt wo:dm Auch die Aotift- Ä miten entgehen nicht dem fatalen Bi rhLugniffr, daß die entj gegcagesetzten Pole sich «genseitig anziehen. Mt dem rein A arischen Blute der Groß-Antisemitrn ist es eitel Windbeutelei. - Wie wir hörenfließt in deaAdern der Kinder desHerrnW. I semitisches Blut. H. W. ist, wie man uns berichtet, der ״ Schwiegers^n deverstorbene» Gymnasial-Oberlehrrr» Schneider in Gleiwitz. Schneider hatte aber «in« «taufte Jüdin zut Frau. H. Wirdemann mag' sich trösten in de« erhebe»- de» Bewußtsein, ,ich: nur ei» <AP«utnjjssonder« m nn Schicksaltyraoffe de» groß« An '

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