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Israelitische Wochenschrift · 1892-04-29 · 18 (29.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
18 (29.4.1892)
Date
1892-04-29
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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1 י S h&bais*« e €iAotnerf : zu sein. Soiamen mtteris •ocios BiaJorom 8.2. Vk4».Der Antisemitismus in Oestervüch ist eine aus Tieutschland importirle Waare, für welche da» preußische LZort ״schlecht und billig" ganz außerordentlich paßt. Unter der, wenn auch nur stillschweigenden Patronanz eines Biswank, dein auch die nichtSwürdiastea Bundesgenossen gut l,»g uiaren, wenn e» galt, seine Pläne zu fördern, wurde deuts<l»e Antisemitismus mächtig, und so verblüdet ist auch kein österreichischer Antisemit^ um nicht zu erkennen, daß es auch hierzulande mit der antisemitischen Bewegung aliwärts gehen müsse, sobald die regierenden Kreise in Deutschlond so entschieden Stellung gegen dieselbe nehmen, wie dies in dem Artikel der ״Nordd. Allst. Zeitung" geschieht. Da wird der Antisemitismus al« ״Demagogie" gebrandmarkt, w>:lche von den .pöbelhaftesten Mitteln" Gebrauch macht. Da» sind Krulenschläge, die, wenn auch mit großer Berspätung die demagogischen Häupter des Antisemitismus in Deutschland, zermalmend treffen und auch die Bergani's und Eonsorten vor dem Gedanken erzittern machen, daß die Rückwirkung auf die österreichischen Verhältnisse nicht ausbleiben tverde. Im ersten Augenblicke wirkte der Schrecken «radezu lähmend auf Bergani und sein Blatt. Aber die kleinlaute Stimmung des ״Deutsch. VolkSbl." hielt nicht lange an. Der Lügengeist und die BrrlrumdungSsucht ermannten sich bald wieder und leisteten folgenden Ätz in der Nr. vom 21. Avril: ״Wir wissen wohl, daß Herrn Caprivi seine Verluste bei dem Juden Sommerfeld durch Juden wieder ersetzt wurden, dies kann aber doch unmöglich der Grund des soentsihieden bekundetenProsewitismu«in seinem Organ sein." Das ״D. V>" muthet also dem Grasen nichts anderes als die Infamie zu, er habe sich durch die Juden kaufen oder bestechen lassen und das gemeine Geld, das der Kanz- '■Jet des Deutschen Reiches von den Juden genommen habe, - sei da» Motiv gewesen, dem der Osterartikel der ״Nordd. ^Allg. Ztg." entsprungen. Eine frechere, schamlosere Brleidimrg veS Staatsmannes, der an der Spitze Deutschlands eilt, kann vohl kaum ersonnen werden. In der nächsten :Nr. leistet dieses Lügenblatt die alberne Behauptung: ״der ga«1ze antiantisemitischc Artikel sei nichts aks ein ״Kukuksci", Weiche» die Juden in da» Kanzlerblatt legten." Man sieht, daß Ixt Artikel der ״Nordd. Allg. Zeit." den Herren Antisemiten da» Bischen Verstand vollständig geraubt hat. Gro-Arkt«»Blr» L»«d»», 22. April. (Or.-Evrr.) Wir wir aus ganz aulhentischer Quelle erfahren, sind die in einem ausführlichen Promemoria ausgestellten Vorschläge und Anträge de» hiesi- 4p Verein» der Cbowewe Zijoa betr. die beabsichtigte Ansiedelung in Palästina oder im Ostjordanland (Gilead) nach sonffältiger ^rrüfung aller einschlägigen Fragen und Verhältniste seitens de» Bas»o-Jew1»h Committee als vollständig unausführbar erklärt worden, es wurde einstimmig an» «könnt, daß jede Realisirung des nationalen Gedankens die Lage der gegenwärtigen jüdischen Bevölkerung Palästina's aufs erustlichste gefährden würde. Landau. Wie Gladstone bat sich nun auch der nach ihm bedeutendste Führ« d« englischen Liberalen Sir William Harrourt energisch gegen die Ädenvnfolguugen in Rußland «nsgesprochen. Er schreibt: ״So «st Gladpone Uxn ich auch nicht u«htn, mein tiefste« Brbaner» »nt »ein» Berurt Heilung über di« Behandlung der Juden in Rtchlnrd anSmUrLte». Wir in Englmid könne» gar nicht verstehe», ans Welchen Gründe» «an eine Ran»» verfolg!, weiche überall durch ihre, Fsttß, ihr« Intelligenz und ihr mustrrhasre« gkMtaua sich •u«• zetchner. vir habe» in Lnaland «in« lange Erfahrung bezüglich eine« Valtrstantine», der gegenwärtig alle Bürgerrechte t« vollsten Maß« Gmstfu, und «ms darf geirost behaupt׳», daß kein Thell der BevStternng sich «ürdij^c der Recht« zeigt, welche sie jept besitzen Diele« Voetirthell genoi di« Inden («eiche« z» «einem B-da«rn nicht blo» Ür ßlnhltzud, seider» auch anderioärt« vorherrscht) wird vollftlladtg widerlegt durch nufer, Lrfahrnng, dl« wir von ihnen in alle» Klasse» nnser«? Gesellschaft besttze», w» mit sie al« gut« Feennde. gut« Mitdürger und gm: Uuterthane» erkemen «nd dir Beschränkungen »nd Grausamkeiten, denen bl« Inden ״»«gesetzt find, erscheine« ,»« nicht blo« al« ein sociale« verbrechen, sondern auch al« et» politischer Fehler." Pervchchte »nd «meste N*chrtchte». ■U«N»«t«. Dir Antistm te« scheinen ei al« ei»« Art Eingriff in ihr« Recht« zu betrachte», wenn ein Jude einen Pstbtrid schwürt. Rur so ist e« zu erkläre», daß dt« antise״>ittschen Organe ant rührender Uebereiustimmuag die zahlreichen Fäll«, in denen An'isemite» «egen falscher Eid« verurtbeilt wurden, wie etwa« Selbstverständliche« verschweigen. während sie ganz ausier sich geralhen, wenn ein Jude diese« verbrechen begeht. Di« tzlffnirr de« Landrichter« Lirbmann in Frankfurt, der «egen eine« Eide« in «ine D1«e vlinarunstrsuchung verwtlkelt wurde, die mi» seiner vIlligen Rehabtltlirung endeie, lässt dir fromme »Kr« ׳zzritnng" nicht z׳tr Ruhe kommen und sie lägt sich vorlügen, daß diese Affmrr Lirbmann .füt di« Rechtspflege, besonder« in Frankfurt, nickt ohne bedenkliche Folgen bleiben würde". Wie ein« Pariei, zu deren Spitzen und Führern Männer wie Stöcker und Roh» ltng zählen, die Beide Fachmänner der seltsamsten Art ln Elür«sachen sind, dle Unversrorenteit haben tan׳!, die falschen Eide al« confessionelle j Angelegenheit zu b«bandeln, ist wirtlich unerfindlich. Berlin, 24. April. Herr Roldiner Dc G Weiße au« Deffau,! Sohn de« orthod. Obrrrabbiner« in tSaag-Reustadtel (Ungarn), sprach in! seiner gest igen Probe-Gaftpredigt, aaknupfend an den Bericht uber da« | Skndopser de« Hohenpriester« Aharon. über Demulh und Bescheidenheit, j Sansimuth und Frl-denolstbe, al» dle Haupiiugende» eine« Ptiefter« in! Israel. (Herr Rabbiner Dr Lir tmnun-lrlbiag thellt un« berichtigend mit, daß er sich um di« Hils«predtgecstell« in Berlla nicht beworben und auch keine Einladung zu einer Probepredlqt erhalten habe.) Zkenten, 18 April I« Mordprozrß Busch Hofs lst, wie dl« .Köln B.-Z." meldet, die Anklageschi ist seriiggestellt un» wird voran«- sichtlich in den nächste» Tagen zugeiiellt »»erden. Die Beriheidiger der drei Angeklagten (Buschhoff, Frau und Tochter» sind die Rechteanwälst Gammer»oach (Eölo), Stapper ,Düffrldors) und Fleisch- Hauer lE>«»«). Gpeier, 21. April Nach einem Berichte de« »Rheinischen Bolkäbtatt" ließ sich da« Een«rum»n,itgli«d Dr Schädler am Oster» montag tu Salser»lautern also vernihmea: .Wenn di« reform-jüdische Presse weil«! sortsahre, dt« nesetzlich. Begründ»»« der chrtiritcken canfessionellen Bott,schule zu hindern, so werde da« christlich« Volk gezwungen sein, sich mehr al« bl«her au» um di« Angeleaeahetien der Juden zu kümmern," d h fortan auch Judenhc׳. zu treibe». <»«S Hess««» 21 April Siegen 'jOc Böckel schweben .21 Prozesse״ loegen Beleidigungen. Besihimpsungeu, verleumounarn und Berhetzunge» — Bor dem Schöffen«, tch» zu Wiudecke» bet Hanau kommt am 27. d Bk die .Affatrr von Wl« decken", di« sich gelegentlich einer aniisemtilchen Versammlung tm Wi tter vorigen Jahre« avspielte und da« Au«rücken einer Hanauer Äar tison zur Folg« hatie, zur Per- Handlung. Angeklaat find zwölf Sozisldemotralen wegen Hau«srleden»> druch«, unter den Zeuge» befindet sitz auch Dc Böckel GSrz, April Der König und die «lhsttgia von Italien habe» an die Familie de« Senalo,» I P. Mau ogonato (vergl drn Jrlltark',che» Ar», im Famil enbl.) Beileidschreider gerichtet Ebenso haben di« Mtnifter, dl« höchjieu Behörden in Bened g, Senatoren und Deputirte condottrt. Die Lebtze wurde nach Venedig überführt und am 8. April mit allen Ehren be tatlet. Bstvepeft. Anton Kreyftädte: von ttovetgyür hat zu Gunsten eine» hier zu errichtenden jüdischen Gymansinm» «ine Snstung gemacht. Da» L-piial beträal eine Million Gulden, da« er tm Um«rrich»«mtntfteriumtn der Weis« oeponln hat, daß r« sich dort während zehn Jahren anberübrt verzins«: nach Ablauf diese, Z it betrage» dt« Zinst» circa fl. 6000 0, die 1ar Errichtung btt Gpiraakum« verwendet werden sollen: da» Eapttal wird dann der Faat'lst bei Stifter« znrückgeftellt. Rmfterde«, 2» April In!iner soeialiftischea «ersammiung entstanden hier gestern in Folg« amtiemirischer Reden «intgrr Arbeiter arg« Unruhen. Zwöts Persm.en wurden verwundet. Di« Polizei käst« dle Versammlung aus. Bor«, 21. April. Rach läng,rer Pause sind »st Thstrstsittzvereine zu« eudgilnaen Entschluß geagt, durch die Anhebung «int» Inttiativbeaehun» dahin zu Wicken, daß in dst Bnn»e»v«rsaffung ein rtikel ausgenl-mmen wird, welckrr im ganzen Umkreist der Eidunmittelbare» Anstoß Betäubung vorou» »«zuneheu. »u« wird der l Hot. Verordnung, «elck« etzung die der Blutentzsth daß di« Unrnhim in scheinen, nachdeit man SS ,^öln. Ztg - End« Mär, ( der Jnden^loloiist ״Bk»se«vtlle" beige! Least gesa von 1 MX),OVO P«^«1 Lrgna« (zu 31 Om.-Kll i-schrstben, wtzustt» auz-n genommen und öS von ihnen R-uerdlng» haben dt« Provinz En trerio« iion«gestllschast, und »war zum «ng«blichen Preis« r-Peso«, »der et va 2 Mill. Ptart 2Ü Quadratom.) Samplaad ing-taust. zur Abnrtheiinrg nach San« Fe gelrocht hat. R-urrdI Berrreur de« voroa« Hirsch in der argmtinischen Provinz von «iner^LoudsstkulotionIgestllschast, und^war zum «n^edii

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