Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 17 (22.4.1892)
- Date
- 1892-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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t -׳ Srjeabwb statt si»»eu. Möge dieser BetÄ» welches s LS Miiglieder zählt, wachstn und gedeihen za» Heile tu hiesigen <gn»rinX und de» Jademdma» überhaupt.?rfni, 18. März. (Or.-Eorr.) Di« hiesige Gemeinde» Vertretung hat eimn neuen Tarif zar Erhebung der Ger'hren für Grabstellcn sestgestellt. der nmnaehr di« Ge- «edmigungd,» Herrn Regierungspiäsidenten erhalten. Manche Beslimnonglu dürften auch für andere Gemeinden von Jnierrsi« sein, darum theile ich sie hier mit: Eine Grabstelle fü׳ Erwachsene kostet nach 5 Abstufvngen (1.—S. Adth.) 160—lft M Endstelle einer jeden Reihe tritt ein Zuschlag von SO'/, hinzu, die Angehörige eine» Lohen nicht zu zahlen haben.) — Derselbe Zuschlag für jede auher der Reih« gewählte Grabstelle zu entrichten. Srabsteüen für Linder von 1—12 Jahren kosten S—12 M. Für die Berechtigung zur Ausstellung eines Gitters sind nach obigen Siufc» pro Einzelgrab 100—an SD?.; pro K,adergrab 10 M. zu zahlen. Für ^rdc wertere witeingrgitterte Grabstelle werden 26 */, meh: erhoben. Bei Ghrlemrn, welche der hiesigen Gemeind« angehörcn, wird für die Hinterbliebene Ehehälfte die der belegten angrenzenden Arabstelle zum Ankauf auf die Dauer von fünf Jahren ohne Weitere» rrsrrvirt. Zrr Bestattung von Rabbinern und deren Ehrflauen sowie von Miiglirixrn der hiesigen Robbinat»- Kollegiums und deren Ehefrauen werden Grabstellen der I. Abtheilung gebührenfrei rrjcrvirt. Bon besonderer Wichtigkeit ist der § 9, welcher lautet: Die Leichen der auf Grund des Gesetzes vom 28. Juli 1878 aus der Synogogcn-Gemeinde Ausgetretenen und deren Angehörigen werden, falls nicht eine Vereinbarung mit dem Vorstände erfolgt, nicht in der für Gemeind, mitglieirer bestimmten Reihenfolge, sondern an olcheu Plätzen beerdigt, die seitens des Vorstandes hierfür jedesmal bezeichnet rxrden. Es ist ohne beiondere Erlaubniß de» Vorstandes nicht gestattet, daß die Gräber der AuSgetretenen oder deren Angehörigen mit Leichenstcinen, Gittern oder sonstigen Erinnerungszeichen versehen werden. Dir Urbcrtragung des Benutzungsrechtes erworbener Grabstellen kann nur unter Zusiimmung des Vorstände» erfolgen. Oeßt. rrich-Ungar». Mir», 1 ö.April (Lr.-Corr.) Im niederösterrrich. Landtage sorgt der lebeudigtote Antisemit Ernst Schneider dafür, daß man den AntscmitismuS nicht für völlig begraben halte, indem dieser gekennzeichnete Mann, dem Alexander Scharf den Stempel der Stempelsälschung auf die Stirn gedrückt und moralisch todt gemacht hat, Juden- und Reli- {ionedispute beinahe täglich herausbeschwörl. So abstoßend iese, wie dir Ausgeourtcn des Hoffe« rS ja immer sind, so haben sie doch das Gute, daß sie rms immer eine» getreue« Spiegel oo> halten, der uns den tiefen Pfuhl, wohin biefe Leute gerochen, zeigt. In Sachen lxr Nächstenliebe belehrte mr» der Pater Schnabel, w׳e das Ehristrnthum von seinem Standpunkt aus dirst« Gebor, welches es als sein ureigenes reklamirt, aufgefaßt. Die Nächstenliebe, weinte dieser würdige Rcprüsenlanr der Religion der Liebe, wie sie sich so gern nennt, gipfelt .in der Liebe zu sich selbst.- Man solle vor Alle« sab vor Allen nur sichselbst lieben. Ist dem Genüge geleistet» lammt die Fcmilie. dann Verwandte und Bekannte, dam» Stcudes- und Glaubensgenossen und dann erst, dann kommt der Jude, d. h. er kommt gar nicht dazu, auf d« Liebe seiner christlichen Mitmcnsthe» zu rechnen. Da» ist zum mindesten doch eia unverfälschtes Glaubens« brkenntmß. D>m entgegen meinte der Landtagbote Professor Sn es: .Die Rächsteuliede sängt nicht de» sich selbst an. sie muß im Stande sein, sich selbst aufzuopsrm zu Gunsten anderer.- Ta» ist wieder eine hochklingende Phrase. >« besten hat Hillel, w e »Südemaau seiner Zeit so geistvoll nachgrwirsen, da» altl'iblische Gebot der Nächstenliebe defiiiirt: ,wo« dir rer haßt ist, time Anderen nicht.- Lehre Jeder nur vor feiner Thür, hafte nur Keiner, and daraus wird Lieb« auf« -Tii Bibrl verbietet den fstn Wqe»' י#ס schlöffe»« Haß; auch we»a er «tist zur Thal wird. - wa»iftau»drrsohim«elhochaepriefe»«.Liebe gege» dieFei«! die Jesu» gelehrt habe» soll, «nh der Lchrmeinung Pater Schmibel, die die Lehrmeinunj der Kirche ist. gcword« Doch laffen wir diese« jetzt uud begnüge« wir uns blv» zu sagen, daß das Schöne, was di» Ehristrnthum geboten, seine Vertreter verunstaltet und zur Fratze gemacht habe». -k»ptu»tz. Vdmlifi, 12. April. Es steht zu erwarten, daß die - russische Regierung in der allernächsten Zeit den Statur«; des von Baron Hirsch gegründeien Verein» zur Brfücberung der Auswanderung der russische« Juden die offizvckle" Genehmigung ertheilen wird. So bald diese« geschehen sei» wird, werden die russischen Juden, welche auszuwander« be» absichtigen, unter Beobachtung der vorgeschriebe»«« Forma« litäten da» Land verlaffen können.: Dir Auswanderer werden dann nach Familien oder sonstig?: » Erwägungen geordnet»!«Gruppen <zu 100) und dies« wieder in zwei Kategorien getheilt werden, nämlich solche Juden, welch:.über eigene Mittel verfügen, deren Auswanderung der Beiriu nur überwachen und denen er nach ihrer Ankunft in Südamerika Grundstücke atnmfen wird, und solche intellig mte Juden, deren Reise» kosten der Verein (600 Rudel pro Kopf bis Argentinien) bestreitet. Die h-chen Beamten in Rußland begünstigen i« Ganzen die Uatcrnehmungen des Baron Hirsch; der Verein wird aber dennoch großen Schwierizkeiten bei Durchführung seines Planes begegnen, besoudert. in Bezug aus die Ent» schließuug der benachbarten Regierungen, den russischen Emigrauten die Grenzen abzusperren. Um aber einen zu großen Andrang, welcher verhäagniß» voll werden könnte, zu verhindern, l>at der Verein in jüngswr t־־ _ Wanderung noch Argentinien erst beginnen könne, wenn die russische Regierung die Bewegung in aller Form sanktiomrt haben wird, daß zweitens bi» dahin das Eentral-Eomitee in Petersburg und die Zweigcomite,» in den Provinzen ihre Thätigkeit nicht beginnen werden, dcß drittens jede Person, welche auSwandern will, sich an da» Tomitee der Hauptstadt der Provinz, in welcher sie ihren!Wohnsitz hat, wegen der - Jnstructiomn zu wcndea habe rnd daß vierten» der Verein im laufenden Jahre uur ne Superintrndanz über die Auswanderung einer sehr beschränkte» Zahl führen wird; da die Vorbereitungen zur Uebersührüng und Empfang» nähme der Emigmnten ihren Abschuß noch nicht gesundem haben. Ans»U«rL. Hier existirt eine Bereinigung von ansässigen russischen Israeliten, die es sich zur Aufgabe gellellt haben, ihre hier einwanderndeu Glaubensgenosse»! zu bewegen, sich mit de« Ackerbau al» Erwerbszweig zu befuffen, resp. einen Fond» zur Unterstützung von farmlustigen, rusststhea Israeliten zu gründen. Dwselve hielt jüngst eine größer« Versammlung im ,Hebre» Institute," ab, die von eine» Eomitr von Vierzig arrangirt war. Al» Hauptredner traten die Herrn» Dr. Juku» Solo» und Radln Dr. Adolf Raddin aus, welch« ihre« Zuhörern klar «acht;«, wie zweckmäßig undvortheilhaft es für die einwa»den1oen, wie auch für die bereit» hier ansässigen rusfischen Jtiroelae» wäre, «au flch^ möglichst viele derselben ee» Uckerlau widmeten. I» einer sehr drastische« Rede schilderte Robdi Nadoi« die große« Rachtheilr, welche die «affeuhaftr iluhäufupg von russisch« Israeliten in den große» Städten, namentlich in Rew-Aarh zur Folge habe; wie die Eiagewnulerte« leider moralische immer tiefer sinken, weil die »mbwttldba« Roch sie dazu treibe, nud weil die hierher komm, »de» russischen JSvaelite» trotz ihrer harten aagestre^te» Arbeit und ihrer Frugal»« uud MäßiMt nicht «»mal genng qzpßststech um ein höchst kärgliche» Dasei» m du» »i 1!