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Israelitische Wochenschrift · 1892-04-22 · 17 (22.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
17 (22.4.1892)
Date
1892-04-22
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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fjcimei:' 1£& Weinberg^st allem m des^8mcher««»d traten. Ntin stellt sch Maybaum auf Seill dieser Herr:« und Hot w-migstens ia der Synagoge wo er keinen Wider» ׳pruch ׳rrfdlxt, den Muth, Herrn Makower cntgegenzutret«». Tic Angelrgenheit kann in ciner Prüngt nicht geklärt rmrden. i-eraSe die Texte, die Maybaum hatte, »eisen darauf hin, daß dir religiöse Trzichung Sache der Eltern ist. Wir wollen nur Parität. waS brat Einen recht, ist dem Andem billig. Wü rde die Religion überhaupt aus dem Rahmen der öffentlichen Schule entfernt werden, so wäre dies eine ganz andere Situation, in die wir uns schon finden würden. . 3»««llfart. Die .Franks. Zeit.* veröffentlicht ia ihrer Sir. Ot folgende» ihr aus diesigen jüdischen orthodoxen Kreisen zugMngenev Artikel: Der Antrag der Synagogen» gemeinde Brandenbrrg aus dem sechsten israelitischst Grmeindewg, eine Petition aller jüdischen Gemeinden um einen odligatorrsklien jüdisä-en Religionsunterricht an de» hühcien Schalen an die Beh irden zu veranlaffeu,' wird ia den jüdischen Kreisen ein großes Erstaunen hervorruftu, ״och mehr aber die Tl»tsache (wie sie die Redaktion der .Frank. Zeit.' Nr. dS in ciner Nebmbemertung angiebt», daß der Gemeinde» tag diesen Antrag mit empfehlenden Worten dem Ausschuß zur nähere« Erwägrag übermiesen Hab«. Würden die Regierungkn auf eine etwa im Sinne der Arstragftellerin zu Stande gebrachte %$ctttion eingehen, so würde dies einen tiefen und Ichmerzlisjea Eingriff in die Gewissensfreiheit bedeuten; diese Leberzengung haben nicht nur die Juden der Refornrpartai, sondern viel mehr noch die der altgläubigen Richtung. . . Man erwidere nicht, daß ja Beweise vorlllgen, daß Männ:r der Reformrichtuog ihm Kinder biswe:!«a freiwillig z« einem stveng-orthodoxe« Nelignmskhrer in die Schul« schicllln; ja, das ist eben freiwillig und eS sind einige, die es thun; anders stellt sich aber di« Sache, Man rin Zwang ausgeül« und alle herangezogeo werden sollen. Man fiberlr.ffe doch den ReligionSunttrncht der Opferwillig» teit der Vcrneinden and der Einzelnen. Schreiber diese» sicht aus dem iltglünbigen Standpunkt; es sind di« gewichtigen Bedenken z>egeu eine Vergewaltigung der Gewisse»«- steihei«, di« Jeder mit chm thcilen muß, die ihn zu dies«» Zellen verarlaffen. Daß der Semeiadetag den Antrag nicht » limine aigelchnt Hot, ist zu beklage«; er ist sogar mit seinem Beschluß über bk Befugnisse, du er sich selbst gesetzt hat. hinauSgeganger. Der Gemeindelag ist kerne autoritative Bertrelung »er deutschen Judenhell; er ist aus eiue» freiwilligen Srammeuichluß von Gemeinden «ad Einzelner entstanden in ixi aus>>esprochenen Tendenz, nicht in das religiöse ^ßartrilebea d» Jude« cinzugrris«. Mst der Befür- Wortung euer solchen Petition aber greift der Gemeindetag in die Parteibeweglma ein u.s. ». Darauf brachte die ,Franks. Zell.* folgende Erwidewng >wm Sekrete riat des deutsch»isr. Gemeindebnudes: .I» N04 .״ Ihre-Blatt'S findet sich ein« Korrespondenz aus Frank urt betreffmd die Verhandlungen des sechsten deutsch-rsraeliti schen GemeindeverbondtageSJn dieser Korrespondenz wird auf eine redaktionelle Bemerkung Bezug genommen, laut welcher der Gemeiadetag einen Antrag der Syaegergengevuinde?«an» drnbuig betr. Petition um Einführung obligatorischen jüdl» scheu Religionsunterrichts au de» höhereu Schulen »mll empfehlender Word» dem Ausschuffe zur näher«, Erwägung überwiesen habe* Die» ist nicht richtig. Vielmehr ist der Antra,; der Gemeinde Brandenburg, nachdem sich aus der Debatte eine ablehnende Haltung aller Partei«» ergeben hatte, von dem!Hertreter dieser Gemeinde zurückgezogen roorderi. Anstatt dessen ist eine Resolution angenommen roordni. dll das streitige Wort .obligatorisch* auSdrlrcklich vermeivet *fl nur dll Einfügung däi Religion-unternichts in de״ Lehlrlan als erstrebermwetth hiustellt. Der Lcmg der Berhar klungen lieh klar erkennen, dc!ß hierbei nicht»!«ller verlo ngt HK eben soll, als eine Gleichstellung mit den onstigen fakultativen -Lehrgegenstäudeu, insbesondere die Er» thelluug ««es Eeafur^ . jüdischen Religio« zum LeherrköHosinm SiFHuÜtlt‘ Mrenlam Nach dem zweiter! Jahresberichte de- Ber»'2I bandeS hilfsbelckrstiger jüd. Kinder, ist dll Zcchl der glieder zwar erheblich aewaehstn. aber noch nrcht rchedltch^ZI genug, um den Verband ia den Stand zu fejr*. seinen an» erkennen-rrerrhen Zlllen in voller SnÄehuuuß. gerecht zu werden. « befinden sich gegenwlttia l7 Zögli^e unter der Obhut de« Verbandes, wäche achtbaren» rn kleinen Ber-/Z hältarffrn lebenden Leuten in Pflege gegeben sind. FÜrr^! jeden Zögling ist außerdem ein Pfleger bestellt, der dbHl körperliche, geistige und moralische Entwicklung seines Schü ־' lings zu «berwacheu hat. Dll Kinder besuchen hiesige Bol schulen und ReligionSschnlen und berrchttgen zu Mll» Gr»> Wartungen. Aus Rücksicht ans die beschränkt«. Mittet d Verbandes mußte leider eine Anzahl von Gesuchen am A» nähme neuer Zöglinge vorläufig mich unberücksichtigt bleib Größere Geschenke haben dem Verband« Herr M. Fuchs s (3000 M.) and Frau Juwelier R. Paich hier (S00 f Kommerzllnrach Arnold in Berlin (100 M.) und dll mellrde Glogau (70 M.) übergeben. Außerdem hat ein; Besten des Verbandes veranstaltetes Wohlthätigteits^lo, der Kaffe ein« t»ettächüiche Summe -,geführt. Au Pfl gelderu find von In!» 1800 bis Dezember 1801 Lül'ö^S^ verwendet worden. In der jüngst adgcholllueu Gen sammluug gab der Vorsitzende des Bnchsnoes. Herr Ol Dr. Badt, in einem längeren Bortrag« Ergänzung« Erläutern, Heu zu de« Jahresberichte, in welchen er SePollrigbiten schilderll, d«re» die LHLtigkett des ju, Verbandes bisher begegnet sei und aus deren Ueberwrud »an mll Geaugthuuug zurückblicken dürft. Dll ar Schwierigkeit jedoch, der Mangel an ausreichenden Mr bestände noch fort und werde erst überwunden wnde», 1 in allen fcrrifen das Streben des Verbands sich der bunten Würdigung erfreue. Der Vortragende hob daran, dll Bortheilr hervor, welche sich für dll Erziehung der Pfllß»^ linHe in der Familie im Be^kich zu der «zllhuu—s einem warnen Appell an dll Aruveseudeu, durch Gewinn neuer Mitglllder den Verdaud in k« Staad zu fttze«, ne recht vlllo» Bedürftigen seine segensreiche Tyätigllit wenden. Dll Bersanunlung sprac!» dem Borstande stinruumg and Dank aus. Zu» Hserschlefle», 14. April. (Or.-Eorr.i Dll jüdischen^ Gemeinden und Gemeinde-Organe Oberschlejllns bracht dem mit Iran 1. April diese» Jahn» ia's Leben tretend Gesetze, di,: Selbslliuschützuna der preußischen Eenfiteu treffend, schon Wochen und Monate früher das lebhaf Jntereffe «ttgege«. Man konnte sich der Wahrnehm_ nicht verschließen, der neu« Modus der Besteuerung werdet, mannigfache Verschiebungen persönlll jer und finanzllller RattzWl im Cefotze haben. Dre kleinen >.nd mittleren Gemeinte«! sahen und sehen mst Recht der Entwdkelnng und Reuordnuug ss der Dinge mst einem gewiffen Zagi« und Bangen erüg. Man emdt in den neuen Strmrverbältlltffnr einen lockenden Anreiz mehr, dll kapital Ästigsten und leistu fähigsten Mitgluder der kleinen und mittleren- Gemeinde entfremden and der Großstadt, bei Hauptstadt der Br« und de» iteicheS, zuzuführen. Dich, Befürchtung ließ namentlich an allen den Plätzen nicht abweis«^ an web dll Stadt- und Gemeinde-übgabeu einen hohen Pr»«« der Staatsstrnern auSmachni. In erster Reihe gilt vom oberjchlefischen Hütten« und Jndustrll-Revlls!»-« > haben Kottowrtz, woselbst die lsommunala^abeu bl" 270*/, der Einkommensteuer betrügen, am 1. tzhtrü weniger, als 0 der reichsten und «eistbesteuerllv,^'"^ Femillinr »erlaffe». Sattmoitz ist: genug, nv! auch unteruugünsti»G,i groß« Geu^mdehed' .. . ׳

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