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Israelitische Wochenschrift · 1892-04-22 · 17 (22.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
17 (22.4.1892)
Date
1892-04-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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_ sie flcgat die >en n$rfx־n, gaei gut wisse». Lß sie ,«Halttor sind, T kreide» ein gcwiffenlosr» Spiet, tlkan thut dm Leute»! zv- F'plfl Ehre an, ven» man sie »iffen schaftlich miderlegtct hat ,!btet dieselbe lsiedeutmiL all wollte man einen Räuber unb 'iBptönfat durch die Berufung aus die Zehnzedote eine,» ׳!fttssem belehren. Der Müder «erß, was ia den Zehn- -!stbote« steht, und die Schurke» »iffnt so gut wie wir. das» .!.'vir kein Slot zu unserer Mazzot brauchen. Die verführten '-.'!fab dann die armen Tölpel, denen man jeden Bären auf- L «ndev kann und die man ««ich extra aufhetzt, daß man ihnen!!Lfau Juden a!I» einen Rothschild tvrstcllt. Da» R cept der ' Antisemiten ist schiechtweg diese*: auch nicht eine Waffe und i, sei sie noch so vergiftet, aut dem Arsenal der Bosheit aut- . ' jchfrheiden. D«l nur wird die Blutbeschuldigung, die da« .v. wüste und wncksamste ist, nicht verschwinden, so lange die >!Intistmiten ihre Rechnung finden. Wir wollen hoffen und »vünschen, daß in diesem Frühling die Bo-Heit »u Schanden ׳,' wird, weil fl« »eine Dummen finde!!, die ihr folgen. f. - r NqLgttch de» SHächt»erh»1,» ia Sachse» läßt sich dir in .Hamburg erscheinende Zeitung .Allzeit voran" L' in Nr. 15 vom 11. April also au«: Da» Schächten verboten! £; Da» Schäihtm ist nunmehr im IkSnigrrich Sachsen, wo P istnNäl alle» polizeilich bevormundet wird, bei 15J Lkark &.v<Bft!1fe verboten worden, weil e» angeblich Ihierquälerei L^eir. soll. Wenn e» wirklich eine Thterquälerei wäre, gut, W^liau! fort damit. Bi» jetzt aber ist da» eine durch nicht» m׳ luwi.sene Behauptung und wenn wirklich Thierquälereirn ' n der Weise vorgekomwrn sind, das» der Schächter die Thiere t־c ange liegen lies», ehe er sich tzinzubemühte, so wäre gcgen 1fa< solche Saumseligkeit eine Strafe, und zwar eine recht P‘■ impfiadliche Stiafc ganz am Platze geweien, aver ein vollständige» Verbot de» Schächten» hätte nicht eher erlaffen irrwrdeu sollen, al» bi» es den ,Edelsten der Nation" verbaten . ivird, Hirsche und Wildschweine grausam zu Tode zu Herzen, ^l-i» eine strenge Strafe darauf gesetzt wird, wenn ein de» ‘׳־" " י ־ * mit die erjJ*Bbtnc .Taubeiifchießen" in den eleganten Bädern, wie e». »Dich gebührt, mit 2b Stockschlägen honorirt wird und bi» '^«hgewiesen wird, daß da» Schächten größere TH>erquLü!rri!lLi als z. B. da» Angeln. So lange man aber solche ,!Schindereien al» . Vergnügen" und al» .ritterlichen (I) Sport" iktvuhtet, solange in den Kasernen an armen Rekruten die!mlbar schcußlicl,strn Marterungen verübt werden, ohne daß olch.ein Scheusal in Menschengestalt mindestens leben»- faalich auf» Zuchthaus kommt, solange sollte man es hübsch kieiorn lassen, dcm Israeliten im Jntereffe der Herren Ochsen Jfc Ausübung it rer rituelle» Gebräuche zu verbieten. — Daß liebet an ber Redaction noch am Benage naserrr Zeitung!< Minden betheiligt sind, ist bekannt und nicht im Jntereffe der " finden, sonder» im Jntereffe der Gerechtigkeit schreiben tzßir da« Vorstehende." Da» ist deuckhuad vnfftändsih, klar un d wahr und Zerdient seinen Platz in allen Blättern. Hoffentlich,vtrvea die Rrbbiner und Borständ« der!! .itr. Gemeinden Lxuhsru« die Angelegenheit bi» in die höchste ' ^lastnnz verfol gen.*) Wie wir oernrhmen, werden auch im 'UHlusschnß de« deutsch-idr. Gemeinde-Bunde» unt^r Zuziehsug ,',JpB Rabbinern die Schritte, die zur Wahruna de» Reckst«» ^D«. freien Reliaömsübuna für die Juden in Deutschland jt'-- denn was hrute in Sachsen ges hiehr, kann morgen in ־ j|*c* «aderen deutschen Staate gefihehen — zu than sind,!,«gehend berach«. ivla AarftEpM *•* »risbe», Lripztz, #itta« Ulk ־ Mutt an IS- «o». 1W1 ktejnchük M M« mU «|T fch» — iol« ver^ottch. P»gbetat«( ll». April. Wie der Prof. AdolsWagnrr, einstmals der eifrigste Mtactrur StöcÜer», in einer stinast vor einer conservati»-antisemitischen Versammlung in verlm gehaltenen Rede öffcntlich erklärte: .Mit ihm sdien die meisten Pcofefforen und Aelehrten ber Ansicht, daß der Antisemitismus nicht Recht habe und eine an» aeheuere Uebertreibunj. sei"; so gehen jetzt endlich uuch der osficiösen ,Norddeutsch!» Allgem. Zeit." die Augen!ibrr di« Gesäbrlichkit bei» AnliseminSmu» auf, und in «!arm Leitartikel der Osternumme: spricht sie sich mit großer Schärfe gegen die antisemitisch« Bcwegung in ihrer jetzigen Gestalt aus. Freilich wendet sie fch nur gegen die Answüchse da!- selben, gegen di^ausrehgenden demagogischen AuSsch1eitungr!r,sie meint, daß .sich der au» lerechtigten Ursprüngen hervor» gegangenen Bewegung" Eleinente beigesellt haben, unter bereu Einfluß ,sich die sittliche!Üeaction gegen vereinzelt hervortretend« Untugenden in ei re Hetze gegen die Staatsbürger mosaischen Glauben» oder israelitischer Herkunft verüehrt: habe und in eine Demagogie ausgeartet sei. welch« auch den vvbelhaftesten Mit!«ln gegenüber sich nicht allzu wählerisch zeigte." — Mit Recht hält die ,Botkszeittmg" dem ministeriellen Blatte die Frage entgegen: ,Ist etda ,Norddeutschen" Ernst mit ihrer Bervrtheilung der ,aufreizenden Demagogie", warum hat ,« noch nie ein mißbilligende» Wort gcfunden über die schamlosen Verhetzungen, welche in Berlin allein dmch dir ^cuisgagisch gefaßten Anzeigen von antisemitische» BstkSv.rsammlungen verübt werden, die fast alltäglich an!>en Litfaß-Säulen prangen? Warum hat das officiösr Organ noch nie gegen die znm Alaffenhaß aufreizenden Reden Einsprrch erhoben, dir in diesen Bersammlungen gehalten und in der aatiscmitischen Preffc, sogar auch iuder ,Nort-dcuts-hen" auszugsweise wiedergvstbeu wurden?" Denn»>ch ist die Bedeutung de» Artikel» der ״Norddeuffchrn" nicht zu unt<!schätzen. Die Schlußerklärung de» osficiösen Blattes: ,Auf versaffungSmäßigem Wege »ft dwl Ziel de- AntisenntiSmu«. wie er sich heute gesUlltet hat, nicht zu erreicheu. Die Berwirklicisung xffelbrn würde eineu Umsturz dediugea, wom,)glich noch tiefg! eisender al» derjenige, welch«!« der Sozialismus plant" — wild wie ein kalter Wafferstratä auf die Eonservativen wirken, di« sich ja nLclffteuS zusammrirchun «ollen, um ihr brüchige» und rissige» Programm durck Ausnähme der.Judenfrage" auSjuflickn. Man sieht «ndlia! auch oben die i-efahr, welche dem ganzen Staatswese« durch den großgezogenen Antisemit!»mr» droht, der, einmal loSgelaffrn, iu feinen Umsturzgelüste» an liiestialiiät die Sozialdemokratie bei weitem überholt hat. .An» Antisemiten werden Sozial! emokran-n und Demagoger " erklärt da» sozialdemokratisch« Parteiorgar! .Vorwärts״ frischweg; und da« muß «» doch wissen. — In der Praxis wird der Antisemitismus der Phtase raich zu dem Antisemit ismu» der Tbat werde« und diese! wieder die Brücke bUdei, zum Sozialismus. Danun ist drr Warnungtrus verständlih, de« die ,N. A. Z." erhebt in d«m Aagenbtirke. wo auch die un» fervative Partei in da» anisemmsch« Lager hinüoergrführt werde!« soll. Merlin, 1« «peil. l,2r^E»rr.) Am ersten Tage de» Feste» hatHerr Rabb. Mayoaum die auf der letzten G>aeral- Versammlung de» Gemeind, bnude» erviierte Frage dr» obligatorischen Religion»unter,icht» auf l>ie Kanzel gewacht. E» macht« damals einen seitjameu Einbruch daß tein.-r Me' Berliner Rabduur da» Wort ergriff, daß dreHerren Hilde»-׳ *) Nach Mi itt» •tanfttniiiD« ^raakran XaMMatH Moor. Mt ^jadeafiag^-. M» cm!«1MKia« Pe, '־ l*ö« «chm Taahäaart« srr» M**M- NIM,

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