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Israelitische Wochenschrift · 1892-04-10 · 16 (10.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
16 (10.4.1892)
Date
1892-04-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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183 sie kündet mein 20b.“ Da» Salz erhält, r» girbt Dauer; »öge der Bund de« Jubilar« mit seiner Gemeinde ein dauern, der Bund sein, möge er dauern bi« zu neuen Jubrltagen im kommenden Jahrhundert! Aeftß ericht. Erftettet vc» LI. Spanier. Im alltäglichen Getriebe eine« Gemcindeleben«, da« vorwiegend in kaufmännischer Arbeit sich bewegt» tritt die Innigkeit der gemüthlichen Beziehungen zunschen dem geistlichen Führer und der Gemeinde nicht deutlich hervor. Die eisern« Existenzfrage steht im Vordergrund de« Gedankenkreise«, so daß religiöse» überhaupt geistige Interessen vielfach erdrückt, daß die Verdienste solcher Männer» deren Wirten der Gesammtheit zu gute kommt, nicht vollauf gewürdigt werden. Aber die gemüthlichen Beziehungen sind dennoch vorhanden und da« Fest de« 28jährigen AmtsjubiläumS unsere« verehrten Rabbiner« Herrn Dr. Rahmer» da« unsere Gemeinde am 2. und 3. April gefeiert hat, hat davon ein beredtes Zeugniß abgelegt» welch innige« Verhält- «iß Mischen dem geistlichen Oberhaupt und den Gliedern der Gemeind«, Jung und Alt, besteht. Die hervorragende Stellung de« Jubilar« innerhalb des Ludenthum» erforvert ««, über den allseitig befriedigenden Verlaus des Festes wntercn Kreisen zu berichten. Wochenlang vorher hatte ein innerhalb der Körperschaften unserer Gemeinde gewähltes Festkomitee rege Thätigkeit entfaltet, um di« geeigneten Vorbereitungen zu einer würdigen Frier de« Jubiläum« zu tteffen. M» sicherem Takt hatte man beschlossen, da« Fest zu einem internen Gemeindefest zu gestalten und jede« Heraustretcn aus diesem Rahmen zu vermeiden; daher unterblieb wohlweislich auch die Einladung au die städtischen und Regierungsbehörden. Die Gemeinde wollte mit ihrem Rabbiner ein gemüchvolles, innige« Ge- »eiude-Familiensest feiern; und da« gelang ihr auch iu vollstem Maaße. Erster Lag. Mit dem Beginn des Sabbat« am Freitag, den!.April, abend«, nahm die Jubelfeier ihren Anfang. Die Synagoge war mit Guirlaudrn und Blumenkränzen festlich geschmückt, der Sitz de« Jubilar« glich - einem Baldachin. Der Gesangverein, der sonst nur an den Feiertagen in Aktivität tritt, verlieh schon dem AbendgotteSdienst eine» festlichen Charakter und erhöhte auch die fteudig« Stimmung in dem Familienkreis unsere« Jubilars durch treffliche Borträge geeigneter Lieder. Herr Adolf Jar oby sprach in gemütvoller Weise die Glückwünsche de« Verein« au« und erinnerte daran, daß der Gefeinte vor 24 Jahre» den Svimgogen - Gesangverein in« Leben gerufen und daß dieser seitdem in Freud und Leid dem geistlichen Führer zur Seite gestanden und nach seiner Anleitung viel zur Veredlung de« GotteSdieuste« beigetragen habe. Herr Dr. Rahmer dankte mit lauuigeu Worten für die Ovation, die ihn yocherfreue, betonte die Opserwilligkeit. die die Mitalieder. welche zum Theil zu den altbewährten Vertretern unserer Gemeinde gehören, beseele; er leerle den Kibdnschbechrr auf da« feniere Gedeihen des Verein«. Am Sabbathmorgen waren die Mitglieder der Gemeinde zu dem Gottesdienste, der eine halbe Stunde früher als sonst angesetzt war, zahlreich erschienen. Den Mittelpuntt der Fner bildeten selbstverständlich di« Reden de« Hrn. Rabbiners Dr. Rippner au« Glogau, eines Studiengenossen und langjährigen Freunde« de« Jubilar-, vom deutschen Rabbinerverband al« Deputirter entsandt, und die unsere« verehrten Rabbiner«. Wir sind in der Lage, daoratorische Meister- (»faj. «,!.) עם 11 יצרתי לי ההל הי יסארד (* stück de« geschätzten Festredners dem Wortlaute nach bringen zu können. 1Ä«h« de״ Leitartikel.) Redner hatte t§ verstanden, nicht nur der allgeineinen Feststimmung den würdigsten Ausdruck zu verleihen, sondern auch die weitverzweigte Thätigkeit und besonder« die Ei^enart de« Jubilar« in abgemessenster W-'ise zu schildern. Er hatte einen tiefen psychologischen Blick in da« Herz de« Freunde« grihan und so in doppeltem Sinne allen Zuhörern aus oem Herzen gesprochen. Auch die Gesänge, mit denen der Synagogen - Gesangverein die Festrede umgab < vorher: .Lrßt Jehova hoch erheb.״׳!" und nachher: .Halleluja!?)ein Lob verkündet'). waren trefflich auSgeführt und wirkten stinmung»- voll. Hierauf bestieg der Jubilar die Kanzel urd hielt ein« gedankenvolle Ansprache an di« Gemeinde, in der er zunächst alle die Ehien de« Tage« für seine iZerson ablrhntt, da« Judenthum kenne keinen Personenkult»»-, seine Festtage feierten sttt« Ideen, — rrligiüft Ideen, geschichtliche Haupterriguisse — so könne also der ihm von der Gemeind« bereitete schöne Festtag auch nicht seiner Ehre, sondern der Ehre der T Hora, der Entfaltung der religiösen Grundgedanken innerhalb der Gemeinde, ihrer Verwirklichung in den verschiedenc» Gemeindeeinrichtunaen, gelten Für chn selbst jabe der Tag die Bedeutung ei rer Rechenschaftslegung: der Lcinnerung an seine Berufung, welche die Anfangsworte de« WochenabschaitteS, mit dem ein neues Buch Mose'« beginn«, CT» ויקרא אל)anderttttn, gehe der da«vorhergehenx Buch abschließende Abschnitt '“TIM אלה .diese« sind die Abrechnungen“ (über die beim Bau des Heiligthum« verisandten Mittel) voran. Auch er (der Jubilar) wolle heute Rechnung legen, und nur, wenn diese für richtig befunden werde, wenn sie befriedigend ausfall!׳, dann sei tue Jubelftier berechtigt, dann juble sein Herz zu Gott empor, der ihm sein Loo» ins Liebliche habe fallen lassen, ihm ein Arbeitsfeld zugewiesen habe, auf dem er seine Kräfte habe entwickeln können, dann juble sein Herz seiner Gemeinde entgegen, die seine» Bestrebungen und Anngungen stet« opftrfreudig und nachsichtig entgegen gekommen sei und heutt chn m׳t sc vielen Ehren- und LiebeSbeweisen und AnerkennungSzeichen überschütte. Sein Herz fti voll Dankes gegen Gott und seine Gemeinde, gegen seine AmtSbrüder und Mitarbeiter, insbesondere gegen tun deutschen Rabbinerverband, der der Besten einen de« geschäft-führenden Vorstandes al« Deputirten hierhergesandt, der dem Festtage «inen hohen Glanz verliehen, der mft Freundesaugen überSchwächen hinweggesehen undmitFvmndesmund eia Bild von dem doch nur lückenhaft Geleisteten gegeben, das auszufüllea erst eine Aufgabe weiteren emsigen Streben« sein könne. Redner zeig!« dann an drr Hand de« Programm«, da» er in seiner Antrittsrede vor 25Jahre» ausgestellt, un!» worin er die A ufgabe de« Rabbiner« in Anlehnung au die 4 Parschijot al« eine vierfache gezeichnet hotte, inwieweft er dieser vierfachen Aufgabe gerecht zu werden bestrebt gewesen: als Lehrer in der Religionsschule und auf der Kanzel der Gemeinde, al« Wächter ־'» Israel, al« Hüter der Ge!neindeeinrichtungen und in seimr stillen Thätigkeit alsSee lsnraer und Freund de« Hause«. (Die Ausführung der einzelnen Theile und die Bezugnahme auf die betr.Vorschriften der «aus- _ mit einem seelenvollen Gebet und Segen. .Allen denen — so schreibt eine hirs.Zeit. — die an der Feier theilgenemmen haben, wird der Eindruck unvergeßlich bleiben.“ Lnr Hanse. Kurz nach Beendigung de« Gottesdienstes erschienen die verschiedenen Deputation :» zur Beglückwünschung im Hause de- Jubilars. Der Vorstand, vertreten durch den Vorsitzenden Herrn PH.Rosenhein. drnstellv. BorsitzmdcaHerrn Avals Rosenthal und Herrn N. Nordheimer, begann den Reigen. Herr Rosenhein nahm das Wort zu folgender Ansprache

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