Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 15 (8.4.1892)
- Date
- 1892-04-08
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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, leugnen, daß bei dem Niederwerfen de» zu schächtendrn Groß, «ehe» auch bei Anwendung der «eitgehevdstea BorsichtSmaß- -regeln den Thieren mancherlei Schmerzen, ja sogar Berrenknagen zugefügt werden. Dir erwähnte Erfindung besteht z m>» in einem sinnreichen Apparate, einer sogenannten »Wurf- Maschine', mittelst derer da».Schlachtvieh mit Leichtigkeit, »ohne daß demselben iraend welche Schmerzen bereitet werden. ’ in die für da» Schächte» erforderliche Lage gebracht werden - kann. Der Erfinder hat von dem Apparat« ein Modell in;-*׳l der natürlichen Grüße anfertigen lasten. Der hiesig« »Magistrat hat die neue Wurfmaschine «muhend besichtigt ,und deren demnächstiae Einführung gebilligt. Der Erfinder hat . bereit» um ein Patent rachgesucht. Durch diesen Apparat fallen nunmehr die letzten Bedenken, di« man hier und dort noch gegen da» rituelle Schächten gelbmd. zu machen pflegte. (Bergt, unter »Sachsen!') ■>׳ .— Ein trestliche» Wort zur rechten istst hat jüngst .,da» Konsistorium der Provinz Westpreußen gesprochen, rin Wort, da» um so schwerwiegender und bedeutungsvoller;.ist, ql» es .von einer Stelle kommt,׳ wo »an sonst constsstoreeller Engherzigkeit zu begegnen gewohnt ist. Auf Beranlastung der letztrn Provinzialsynode hat nämlich das genannte 'Konsistorium eine Bersügung erlast«», in welcher die smialrn ׳ Schäden und Rothstänbe aufgedectt, sowie die Mittel zur . Abhilfe angegeben sind. Diese Abhilfe wir) gesucht der Be ,1eb»ng und Verrdelur^ des in der Jugend so mächtigen /grenndfchast»׳ und Keselligkitstriede» durch - Jüngling»-, Lehrling», und Gesellen vc reine; in christlicher Behandlung der Dienstboten und Heranziehung derselben zur Theilnahme an der Freude, dem Leide, der Ehre. Roth und den An- - dachten de» Hause», damit nicht blo» Hand und ihr Fuß, sonder» auch ihr Herz bsi ihrer Arbeit sei; in Brrrrituug guter Schriften; durch «ine Presse, di« Frömmigkeit, .Nächstenliebe, Treue gegen König und Baterland auf» ^richtig und warm zu pflegen beflissen ist; in christlicher Armenpflege und der Heilung sittlich Verkommener durch UDeigennützige Liebe; in Stärkung de» HeimathSgefühls und dadurch Verhütung der Auswanderung. Die Verfügung ..schließt: .So gilt es auzugreistu da» große Werk. Die .Wurzel aller sozialen Roth ist die Lieblosigkeit ,'hkb Selbstsucht Und die Kraft aller sozialen sttlf« steht allein in der Umkehr zn warmer Nächstenliebe.' Hören Sie, Herr Stöckr, was Ihr» 7.,öerren Kollegen in Westpreußen dem Volke anempfehlen? ^Kerben auch Sie demnächst, wen» Sie als E-Ynodale lhätig Atm werden, ein Gleiches thun? .An» Ms,» wird der.Köln. Ztg.' von einem christl. Familien- ^«trr geschrieben: »Am vorigen Sonntag wurden nach dem '^bauptgotteSdienste in der evangelischen ÄirdK beim Ausgang »ksM^lare der Stöckcr'schen Zeitung »Das Volk" vom :3׳. März qrrtherlt Dame» und verständige Väter lehnten die Ande« Blattes ab; meine Sinder aber, im Alter von rfJ.O—14. Jahren, brachten das Hetzblatt mit noch Haust, allein der FeuÜletonarttkel .Im Coups' bedeutete anderes., als di« verschiedene» Religionsgesellschaften genrinander zu verhetzen. Wenn die Stücker'schen Blätter »üben, irgendwo anders Boden findeu zu können, so mögen Iht da» mit sich und dem Hofprediger a. D. abmachen. Wir ßf« in Bonn sind glücklich, nach Ueberwindung frühe,« kP^estipneller Gegensätze endlich einen allgemeinen, von allen gatten anerkannten Frieden wieder hergestellt zu sehen. Einige Sxfccqr jüdischen Mitbürger zahlen zu den «ksiigsten Förderern ' Wohles unserer Stadt, und wir bitten »Das Volk׳, >">it 'seinen Artikeln zu verschonen Das Presbyterium jsA «dangetischeu .Kirche aber bitten wie; zu verhindern, und |9|r,j» Jateresst der evangelischen Kirche, daß noch ixm ztagsgotteSdwnst tut solches Hetzblatt :« Bereiche tcr , »erthrilt »erden darf. Es tömtte st!,«st -der Fall -ein-! daß stlbst recht «rchUr^gefimtte^Mt 1M^ eine« Hetzblattes zu bewahren.׳' W« sind mit diestr, Ern spruch im wesentlichen eie verstanden, nur können wir nicht entscheiden, ob die Verbreitung örtlich innerhalb der grenzen geschehen ist, in welchen tem PrrSbytmstum ein Verfüg tngkl recht zusteht — bemerkt l,ierzu die .Köln. Zeit.׳ vesteereich»Uoa««rtt. Wie». 4. April. Freiherr Willstlm von Berger hat es wieder einmal für unerkä lich notljwendig gesunde», eine geharnischte Red« gegen tn« Freimaurer und dir Juden loszulassen. E» ist schwer 11 entscheiden, was de« freiheirlicheu Sprecher verhaßter ist, er, Fre'unaurrc oder ei» Jud«; aber man kann sich leicht einen Begriff davon machen, welh' potemürte Gefühl« der Abneigung Heer von Berger stne» Scheusalen entgegenbringt, die so unsäglich elend sind; Jude» und Freimaui« zugleich ,;u sei«. Herr von Berger beschwor daher sogar zum Schluff« seines am vorige» Mittwoch im .Christlich socialen Vereir' gehaltenen Vortrages du Au- ««senden, sie mögen doch um Himmels«illen »in Erweiterung de« Grundsatzes Kaust rar bei Lhristr»' auch bei.solchen Gcheinchristen nichts lausen, von denen eS bekannt oder wahrscheinlich ist, daß sie Freimaurer sind.' Man sielst, «in edler Grundsatz ist einer noch edleren Erweiterung fähig, wenn sich solch ein erletchlrter Geist findet. wie Freiherr Wilhelm von Berger eimr ist. Utvrigen» ist all' m» so alt und bekannt, wie etwa die Tl!astacl»e. daß Freiherr Gil Helm von Berger selbst jiidstcher Abstammung ist und guch bei der Wahl seiner Genrahli» — mehl damit keine Dis- Harmonie obwalte — darc nlf bedacht wie, daß diese Mischer Abstammung sei. Wie Wilhelm von Berger, als Bruder eine» AesthetikerS von Beruf, die Geschmacklosigkeit bez^hen kann, bei sothcmen Verhältnissen stets auf di« Juden luSzu- ׳ziehen, kann freilich nur Staunen erregen. Daß dcr unbedeutende Sohn eines grasen Baker« ein bornirter Reacirnrär wird, der die liberale» Grundsätze seine« edlen Vater» »erhöhnt und beschmutzt, ist sicherlich ein« beklaaen-wertk« Erscheinuug, aber geradezu al« anwidernd und Abscheu erergend muß es bezeichnet werden, wenn ein Mensch, in dessen Lvern noch stdcr Tropfen jüdiscias Blut ist, da» Andenken feiner verehrungswürüigen jüdischen Vorfahre,» schmäht, indem er mit den rüdts«n Antisemiten durch Lick und Dünn geht Leute, wie dieser neugebcckme Freiherr ton Berger — dessen Großvater noch ״Mandelblüh' geheißen — sollte, sich doppelt hüten, Antisemiten zu werden. Der Antisemitismus ist an und für sich blöde, aber er wirb e» womöaliA'noch in gesteigertem Maße, wem ein unverfälschter Abkömmling von Juden ihm huldigt. Wie«. Bergamos ,Deutsche» VolkSblatt' krümnrt und windet sich in rasender Muth Über die harte ^Züchtigung, welchc der Großherzog von Hessen-Darmstadl drm Antisemitismus zu theit werden ließ. Da da» Blatt wie immer nicht- Bernünftiget! vorzubringen weiß, so versucht dasselbe, dir sträfliche Jugend diese» deutschen Fürstin für besten anti-antisemitischen Neigungen verantwottlich zu maihen. Wenu ein paar halbwüchsige dumme Gymnasiasten Heer Begeisterung für einen antisemitischen Hede» Ausdruck getan, dann repräsenticen sie .die Blüthe und di« Hoffnung d« ' Land«»'; wenn aber ein hochgebildeter Fürst, der anfangs der zwanziger Jahre steht, feinen AbsSseu vor dem Antisemittsmu» unvcrhohlen bekennt, dann macht da» »Deutsche, Bolksblatt ebenso alberne al» freche Bemerkungen über deo '־ ,jungen Mann, dem kaum der erste glcum aus den Lripe» sprießt.' Bergani tröstet.sich schließlich mit dem Gedmkc daß der GrobherzAk von Hessen ,glückÜcherweist' nur jZe, eine» kleinen dtutschen Landes ist und einer ״der nur Fürsten Deutschland-, die >ür das internationale Judett! «m berorti«», kaum zu «klärende« Int,teste zeigen.'. arme GroKeKq, von Hessen hat stch'ä^ wie mausieh^M n Beraaiu gründlich xrdorbea; dnß» bieder« ÜAchhe- "״ lieber niH füc da^Asße^-- Ilussh '