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Israelitische Wochenschrift · 1892-04-08 · 15 (8.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
15 (8.4.1892)
Date
1892-04-08
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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tencujchaulicht das Leben und Handeln nach Naturtrieb, der bwhl beim Thlere, nicht aber bei« Menschen herrschend »«chen darf. 1D?tt Israel« Religion hat die SotteSider über t tie Thieranbetang, die Menschlrchreft über die Rohheit, das l kiecht Über di« Bemalt gesiegt. Sind diese Ideen veraltet, .t» unserer Zeit überflüssig? Sch«M>e» -L»ert«i- »eg! vo» De. Ltager-tzkodlenj ES naht jetzt die Zeit, in der man di« verstecktesten rSinkel durchstichen muß, um alles Gesäuerte ans Licht zu t holen und fortzuschaffen. Denn wir nun sehen, daß auch Menschen, welche sehr!!1«l Sauerteig in ihrem Herzen herumtragen, solchen heran»,;schaffen, gcrenht es uns zur wahren Freude, daß Klarheit ׳iit dir Situation kommt — denn je schneller der Laarrteig > der Lust ausgesetzt wird, desto rascher schrumpft er zusammen ,r«d verfiüchtei sich. Wenn wir eine helllodernde Flamme -schen, wiffen >ojr, woran wir sind, wiffen, wo wst ihr er- S solgreich entgegen treten können, doch die glimmende Kohle $;• Imter der Asse erzeugt ein beängstigendes Gefühl. Diese Bllittrr haben schon berichtet, daß dir Purimwoche richt vorüber gegangen ist, ohne eine »eue Hamanauslage ^./erstehen zu taffen, ohne uns zu zeigen, daß wir in Deutsch- M- '<l»nd recht viele parlamentarisch unreife Köpft haben, welche A »xnig Berstärdniß offenbaren jür den Anstand, welchen di« *׳ -Immunität jedem Lbgeoidneten auftrlegt. Sie dient eigentlich nicht daz i, eine» Volksvertreter unverletzlich zu mache», ^rrnn er aus dem sichern Port des Parlamentsgebäudes iittme auf lltorübergeheude wirst. — Glückticherweise steht ftt uns frei, den obersten StaatSaniralt, die öffentliche i!Keinung — gegen solch Gebühre» anzuruftn und Menschen, -di« sich gleich halbwüchsigen Burschen aus der Straße de- ^nehmen, auszrilachen. Doch nein, Letztere» dürfen wir nicht — Abg. t!r. Brrchow hat auch in dieser Beziehung fercht, wenn er sagt: ,Darüber lacht ma« nicht, darüber schümt man stch, oder grräth in Zorn.- ׳-- Nun, in Zorn zu gerathen, dazu haben wir keine Urt'lltchk, mir ftriren un» vielmehr, daß wieder etwa» Chomez E>ieraus ist — aber wir schämen uns, tmß unser Parlament -der Schauplatz solcher Hetzreden ist, wie die vom 19. März. £ i5a nun bekanntlich ein Unheil selten allein kommt, so ge '."fkUte stch inzrmsche« richtig zu Herrn v. Wackerbarth - Hst'Abgeordnetenhause, der edle Hen von Dura nt im £ chftrkenhauft £ יי Lirr r E , £ ^sie Herr Abg Richter so treffend rubririrt׳.׳. Di« Elfteren überall t>a zu haben, wo e» «inen .Radau" girbt, einob bei Stratzcnkrawalle». oder in turbulenten Bcrsammß 'langendie Letzteren hingegen tummeln ihr Streitroß mit )toritft• auf dem neutrale» Boden de» Parlaments. All tsählich ist die sogenannte.Judenstage" ein beliebte» Mittel ftvordcn, um wenig gekannten Abgeordneten Gelegenheit zur 5e — rühmtheii zu geben, denn vom Fall Dante» aogt* n, hat man vom Abg. W. Nenuensnerthrs noch nicht *t ^יי"' ' Die Antisemiten der Phrase gedenken cmcs!, noch lauge Mr-u׳ wenigstens bi» nach den kommenden Wehlen, für welMe L^sft-reinen pikanten Köder gebmuchcn — stch zu behaupten ״ Mb haben deshalb augenscheinlich ein« incht uugrschrckte ZWkäeiteintheilung geschaffen: Die kstinerea Geister werden »M-Medwn Plänkeleien verwendet, um auf de» Gebiet«, der ►־ — «£ Grdf Pfeil — veralteter Märchen — of, raut — für .klare» Gold der Wahrheit und pirrgeld der Undnldsamkeft-^pAÜM rjnzu- " -.Sü י " H«r erkennen wir den Unterschied zwischen den .Anti- -^nnitr» der Thai״ und den ,Antisemiten der Phrase", wie > dieft ihr« Dapftrstit io grsßen Turnuren erproben.;Zu diesen wären zu zählen der!keisekosak Löckel, der sonderbare > Schwärmer für «genartige ,^rmanische, Sittlichkeit — und Stöcker, dessen Geist über der ,Press:" schwebt und der . glücklich dahin zrlaugt ist. ein neue» Stichwort für seine; schwindsüchtige . Bewegung" zu erfinden, nämlich da» Wort > .Rabbinerpresft-, das nicht ernma! den Vorzug der Neuheit > für sich in Anspruch nehruen darf — alle klebrigen sind : nur Quartiermacher. Die .Rabbinerpresse" war es jedeisalls nicht, aus der Herr v. Wockerbarth seine tilmud'scyen Kenntnisse geschöpft hat, besonder» die Lehre, da s ..Juden di« Christen als Thbwe aasehen jollrn." Er traut der Sentenz auch selbst nicht recht, sonst wür>» er nicht im Zweifel sein, ob die Juten mit diesen Thieren eine Ausnahme machen und in Bezug aus Messerführuuq beim Schlichte» derselben von ihrem RitUS abweiche» dürier! — wir er sich geschmackvoll ausdrückte. Ein drolliger Herr übrigens, dieser Herr v. A-, der Vater de» Wortes ״Blutmorde". der da meinte, .daß wenn man über etwa» nicht inforinirt ist und darüber doch spricht, es dann verzeihlich ist, wrnr man sich mit den Thatsach«.» in Widerspruch,setzt." — Air verzeihen Ihnen, Herr v. W., [ daß Sie sich nicht nur mit i>eu Thatsachrn, sondern mit sich selbst in Widerspruch setzen. Sie sind eben sehr schlecht rn formin und machen deshalb schließlich Bocksprünge, ivenn Sie aus dem fttbsrgeschaffeoen Labyrinth schließlich keinen Ausweg mehr finden. Geschieht Ihnen auch recht: warum! überlassen Sie nicht den Talmud den Herren Theologen Stöcker-Rohling? Die wissen damit besser Bescheid, die machen sogar neue ״talmudische" Lel.en. So beispielsweise polemisin Herr v. W. gegen Aussprüche von Häuplrrn der katbolischen Kirche, die «iaftchrsroller wcren, wie manches ParlamenlS- Mitglied — gegen den Fürstbischof Kopp in neuerer, Innoceuz lV. und Clemens XIV. in früherer Zeit. Zur Widerlegung bedient er sich eines Kniffes, der eigentlich eine« Edrlmannes unwürdig ist: Er sucht die <tzegner seiner Ansicht zu verkleinern. Er citirt eine alte Zeitungsnotiz, in welck^r Kopp ein Dilettant, aber kein Mann der Wissenschaft genannt wird! Den Werth dieser »1 «warn delphini in d,e Welt geschleuderten Notiz können wir erst beurtheilen, wenn wir weiterhin erfahren, daß die Redaction aus Seiten Rohlings steht, welcher sich »eineneigenen Talmud so vrrjaßt, wie er ihn braucht. Herr v. Wackerbarth! Wenn Ihre Lorsahrea von irgend eine« Raubschlosse herab «icht schon :ür Sie die Ritter» sparen erworben Hütten, Sie haben sie mit dieser Leistung nicht verdient. Jnnocenz IV. wird kurz abgethau, weil er angeblich van einem Rabbiner verewigt wird und sein Nachfolger and«:rs über die Sache gedacht hat. Aber, liebe! Herr, ivurden denn nicht gerade die Raobiner dazu gedrängt, mit jolchem Gefindet sich hrrumzuschlagen? Wäre es Ihnen lieber, eine» .hoftnvrrkaustnden Jüngling" zu cftiren und zu bekämpfen? Und was den Nachfolger Jnnocenz IV. betrifft — mt:in Gott, es haben auch Päpste — ä l» Alcxander VI. — über Verschiedenes anderes yedacift wie Sie — zu Ihrer Ehre fti'S gesagt — warrn sic Al e für Sie Autoritäten? Schließlich etwas Neberkovimene» ohne Beweis xjäubig hinzunehm:n, ist jedenfalls selbst für Päpfe bequemer, als durch Forschuirg zu einer geläuterten Id« st>h durchzuar »itrn. Da- Votum Ganganelli'S wird übrigen» gar nicht be- --:;>1 rührt, weil daran sich nicft nörgeln läßt, daS steht eben'.lL uuKweiftlhast ftst. Die ganze Rede Herrn 0.W.'» himerlüßt den Eindncch! i daß sie pcrrtovt gevaltru w:rd«n mußte die» ist au- Vtltpiw WSrtcj« .fast״ ersichtlich, welches er an einer Stelle im• schob, wo rr Kch.Sipp uuk. klar auSdriicken mußte — Hr. p. W.^ahqchtze, daß schche Morde säst stets in der Qst>:r, .. Hru. ו. W. ist bolc wach ' 'י‘

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