Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 14 (1.4.1892)
- Date
- 1892-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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V l Y r. h .־. .« V■ Wz LS. Mkz. (Or.-Eor.) In der verflossemn hatten wir hier zwei größere Versammlung« mit 8"/^ oiligaten Borttägen, ohne welche es jetzt hier nicht mehr k^wht Den erst« Vortrag über »griechische Mantik und p jüdische Propheten' hielt Herr Rabbiner Dr. Rosenr... ilotifl im »Verein für jüdisch« Beschichte und Litteratur". /;• Etwa» befremdet hat un» in der im Tanzen recht gelungenn AaSführung nur da« Sine, daß der Redner den Mouoth-iS- IM?׳' «uf in Palästina entstehen läßt und Mose« ol« den grüßten Propheten de« monotheistischen Glauben« bezeichnet. Er v norirte hierbei einerseits, daß schon unser Stammvater Abraham, der au« Ur in Ehaldäa stammte, schon den Mo-- nnthei-mu« verbündete und daß Mose niemals den palöstii' arischen Boden betteten hat. — Der Redner de« folgenden . Abend« war der Herr Redakteur Dr. jearpele«, der im ,iZerein zur Wahrung der Jnterrrssen der Mitglieder der ■ jüdischen Gemeinde" über: »Da« geistige Leben in der Berlinrr Gemeinde", sprach, und — vielleicht ohne e« zu wollen — eine vernichtende Kritik an dem JndifferentiSmu« der heutigen Juden im Allgemeinen und der hiesigen ««besondere, > üttr. In keinem Zeitalter, führte der Redner au«, war die ׳?־ U iwissenheit in jüdischer Geschichte und jüdischen Gebräuchen * so arojfc wie in heutiger Zeit. Redner führte einige kralle v:j y Bospielr an. 5. B. daß ein bekannter jüdischer Schriftsteller (Lkauthner) in seinem .AHaSver" die Behauptung aufstellte: f-, De Juden konnten Jesu wohl kreuzigen, aber die Bergpredi,p lebt, — er Litte also keine Ahnung davon, daß die Lehren der Bergpredigt, vr: selbst christliche Theologen nachgewirsen. 5 schon im Talmud enthalten sind u. s. w. Redner forderte . «,t eindringlichen Worten den Verein auf, mit allen Kräften v. , fü: die Ausbreitung de« jüdischen Religionsunterricht« einzuretrn. — Nach de« mit großem Beifall aufaenommenen Vlirtrag stattete Herr Schahrr sein Referat Über die Zuy. sttnde in der hiesigen Gemeinde ab, und berichtete über die **; Vorschläge, die man dem Vorstand unterbreitet, die aber ׳ bit jetzt kaum beachtet wurden. Di« anwesenden Reprisentonten, die Herren Leichtentritt und L. Sach« sprachen taltvoll theil« den Vorstand entlastend, theil« einzelne Mängel ptgebend. Der anwesend« Repräsentant (und Mitglied der Ir', Boukommissioni Herr Maurermeister Fränkel versicherte 1' wiiderbolr, daß die Synagoge in der Kaiserstraße geschlossen werden mußte, weil sie feuergefährlich und dausätlig befunden wurdel (siehe dir Berichtigung in völliger Nr. d. Bl.). Ein warmer Bertheidiger de« Berliner Beistände* machte zur allgrmrinen Heiterkeit Angaben über di« Seele »zahl einer Vorstadtgemeinde, wobei er konsequent -Eeasitru (Steuerzahler) mit Seelenzahl verwechselte und u.A. behauptete, daß die Verwaltung der Gemeinde mit einem 'Deficit arbeite. Herr Weinberg konnte dagegen Nachweisen, . das» 1» diese« Jahr» ein Plu« von 300,000 Mark vorhande» wäre. Nach längerer Debatte schloß die Versammlung "" "'/.Uhr. Meriln. 28. März. Der in voriger Nummer mit An- Hol» der Tagesordnung angezeigte sechste Gemeindetao de« de» tsch-israel> tischen GemeindebundeS fand gestern hier statt; e» waren 12V Gemeinden durch 84 Delegirte vertreten. Jnstizrath Josephttzal (Nürnberg) wurde zum ersten, -,׳NoLdöanwalt Emil Lehmann (Dresden) zum zweiten und "mMhtSanwalt Beufry (Hannover) z»nn dritte» Vorsitzenden ^aetzÄhtt. Dem von Herrn Geh. Ratb Kristeller erstatteten, whi: siwgsälttg ouSgearbeiteten, gedrum vorliegenden Geschäft«- Gericht, auf den wir noch zurückkommen wmlen, entnehmen wir zunächst, daß der Bund 4S0 Gemeinden, darunter .00 - in!sireußen, umfaßt. Die Gemeinden leisten zusammen einen Iaip»«t>e1ttag v«> 8600 ML, 48S Privatmitglieder 6041 Mt. LttGände giebt «4 in Deutschland drei, aämlich den oftchischeu, de» oderschlesischen und westfälische« Gemeinde- Der Bund besitzt ein Vermöge» von 106,000 ML ' "tu nnmwehr kurz die Resultate ler Bevathuag N^Pngttaeviflo« erstottete Hrvr Generalagent Le«zyn«ty Spricht, die beanttagte Entlaflung wurde einstimmig erlheilt. Der jährliche Mindestbeitrag wurde (Punkt 8) au? 10 Mk. für die Gemeinden sestgestellt. Doch ist der Ausschuß befugt, «ine Herabminderung zu gestatt,-» rrsp. den Brittag ganz zu erlallen. Ueber die zusammenge-aßten Anträge 7 u. 0», betreffend di« norhwendige Vermehrung der Ausgaben für geordneten Religions-Unterricht in inneren Gemeinde, wurde lange debattirt und endlich folger de Resolutton angenommen: 1. Bet den -rohen koste», welch« für dle SlnrlckMi»- vo» ktelt- -io»«-U»»erricht fcho» jetzt vom Wewetndebmid« »us«waa>« wutde», viid di« «riahrung*äemSl> vo« Jahr zu Jahr wachse», ist »« noibweudtg, »ah »e»e ftaajKDc Htlflqneil!»!ur Hebung dies«« Bedürfnisse» er schloffen werde». S. Der Ge«ei»de«ag erblickt t» örtlicher Berauftalmug der be- »lttelten!tzewriade», in der Gewi»»«»- zahlreicher auhervrdentlxher V»i«qlieder und t» der Begrüvdung von Provtuzlal», bezw Bezllw» verteirde» ei» wkrkse»«« Sittel ,ur Erreichung dieser unavwel««1re» Bedürsniffe». Für Unterstützung armer Gemeinden, rrsp. deren ReligionSlehrec sollen größere Summen als bisher ausgeweridet werden. Anttag 8, (Errichtung und Besuch von Knabenhand wetkSschulen) wurde ein stimmig angenommen. Antrag Sb, betreffend den zur historischen Eommission zu leistenden Beittag, wurd: abgelehnt, nachdem mitgetheilt worden, daß dieser Brittag ,chnehin schon auf KOO Mk. jährlich herabaemindert worden. Der Anttag 10 (obliga! orischer Religionsunterricht) fand nach eingehender Erörterung durch-folgende Resolution sein« Erledigung: »Der »emetadeMerklär» die Einführung de» jüdischen teeligionönmkirichi» ol« Unrerrichiöeegenftand in den Lehrpla» der vff,.»bllche» Schulen sür eine unerlöstitch« Forderung und braust,a-t den »»«Ichustdt« Kral«, l« »eichet Weist dieser »nspntch wirksam zu »erfolgen ist, zu prüfen uni über da» Ergedittß de« nächsten üieinetudelag« z» berichte»." Anttag 11 (betr. bedinzung-lose Zuschüffe an Vereine zur Förderung de« Haodwei.keS) wurde abgelehnt. Anttag 12 (Magdeburrp ernheillichen Modu« der Zeit- Hauer der Gemeinoe-Steuerpllicht betr.) wurde einstimmig an» genommen. Punkt 13, Antrag Sil berste, 0, betr. Bildung von Gemeindeverbändrn, wurde mit einem Zusatzantrag angenommen. Ein Anttag Uhlselder» (Frankfurt a. M.), Maßregel« zur Bekämpfung de« Wandei btttrlu nwesen« betteffend, wurde einsttmmig angenommen. Der di-herige Ausschuß wurde wirdergewählt; die Zahl der 4 Mitglieder au» Leipzig jedoch auf 2 reduzirt. Schluß der Sltzuna S Uhr. Mram-erg, 25. März. (Or.-Lor.) Von den in hiefiger Gemeind« vorhandenen verschiedenen Vereinen, die zumeist di« Ausgabe sich gejtelt baden, ihren Mitgliedern in' Krankheit«, «nd Todesfällen hilfreiche Hand zu bieten, (et der »Brüderverein" (D*nM Jיחברו durch Veranstaltung van Borttagtabenden sich besondcr« hervorgeihan. Den Bedü>cfnisten der Zeit entsprechend, hat der rühnge Vorstand e« verstanden, da« Jnterefl« de, Vereintmitglieder für die Bestrrbungea de« Verein« bejorder« anzurearn, die Seselligkcit' zu pflegen und die Liebe ,j» unfern Glaubensschätzen M wecken und zu belebe». WLjrrnd de« verfloffencn Wiutec« sind vier hochintereffante Porttäge gehalten worden. 8k« sprachen: Herr Dr. Walter sprach über: Grätz und seine Bedeutung für da« Ädentjum: Herr Lehrer Herzberg über: Hlllel I» sein Leben und Wirken: Herr Großberger: Ueber di« Bestrebunaen de« Brüderverein«: Herr Buttermilch über: Eiaflnß der V«reine auf Rckigion und Jude,»« thum. GSmmUcche Borträge lockten ei« zahlreiche« Publiku» an und fanden allstitigen lSeifall. Im Oktober nächstcm JahreS sollen dir BortragSaleade. welche allmonatlich stattlanden, wieder eröffnet werten. Wie verlautet, hegen auch die andern hier rorhandenrn Bereine die Absicht, sich dm