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Israelitische Wochenschrift · 1892-04-01 · 14 (1.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
14 (1.4.1892)
Date
1892-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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.F»k»n-jahrene1^torb««Frau8e1tiaaBi»r1rml1Rothschild, Met stähl« brttlfitf* de« Wiener Hanse- Rothschild, Grabe Cagen. Die Gkfart*• und die Finanz-Anstokrat»e waren ch zahlreiche ihrer hervorragenden Namen-träger vertreten. Mine schier «nülkrsebbar« Menschenmenge drängte sich zu W^da Seichensrier, an der sich zahlreiche humanitäre Vereine, W'die an der Ler!«igte,1 eine eifrige Wohlthäterin verlieren M- Lauch Leputatioinn betheiligte«. Einfach, wie die Herzen«. WDtr'Do«« trotz ihre« Reichthumelebte, wnrde sie auch zum 8H Vt>br aetragrn. Der Wagen, der ihren Sarg trug, war MWßhtoffen «nd ziveispLnmg, doch drei Blumcnroagen mußten " Mt Kräiij« trage», die man der allgelirbten Frau als letzten Gruß niitgegebcn hatte. Im Palet« >a Schild fanden sich rin: In Vertretung de« Herzog« •M Sumüerland •raf Ctawlb Sl«lman»«ra, Flnaozmtnlstre Ak. Steinbach, tk Vatlchastrr Prinz zu Reu», «rat Rtgra, der «Wkb» V0llchaf1«r»>h Fürst -antaenzene, drr ehrmallg« fianzSsisd» I1»>»z«lntster Läon Say, Graf Pohlen, der grostftrttonnifche Mt- Wi»-.«Nacht Ptajar Dongla« La«Ion. Statiealtr» «ras Llelma»«- «LI «ad Ormablia. G. b S. Prinz Leopold Cray und Gemahlin, st und Fürstin Netlurntch. Ackkst Arrnbera und Gemahlin. _rst Ferdinand St»«ky «nd Gemahlin, Für» »le/m»kr Thurn «nt Lazi«. mehrere Herrrnhau«witgll«der. Baron AI«r. .?prtnger, dk Grast« Loul» und »Man Apponyl, dk Graien Ferhinand und Rate,» Sla»ky 11. f. t», sielt Barone, Generale, Has» und Reale- D, muhptrllhe, ^«»«!kgrasenPalla Sieinl.Büeg-rmeistee Tr. Pelz, ־,■ Sara» Bleichrüder. der Prüfe« der Sultu«gemet!»de Ritter s Gut- 7 »«!»» mit dem gesamt,» Vorstände. Prüfe« Russo der lürtlfch-Isr. Gea einde mit dem Borstande, die Gemetilderüihe »ustao Simon und *'־ Oa1r»lhLtiaßn y^i>iitter».Lo«nrnthat u.». Depi. aiionen de» is- {'' raellitichen Fraueu-Sahlihüllgkeli»-Vereine», der fleiwiltige» Rettung«- «destüschlts«, de« See;»tplz-Vereine» und anderer humanitärer Institute Lbncanlor Singer, asiistirt von den Cantorrn Schiller 1111b Blatt erecutnte, als der Larg »in lU Uhr ßobeu wurde, mit gewohnter Meisterschaft die rituellen inergesänge. Dann trug man de» Todu »schrei», den ein ^, ^<chtn>ck!oses!chwirzeS Tuch deckte, die Treppen hinab. Hinter K Hm! Leichenwagen fuhren Vater und Gatte der Verblichenen, & Hn Sühne Georg und Alvho» S, sowie die Herren ANdinaod und Edmond Freiherrrn von Rothschild, uitcr Leu Leid:ragenden, die in einer endlose» Reihe von V.׳ Wegeu folgten, roarrn Borschajlcr Gras Nigra und Statt- \ hal er Graf KielmanSegg. (/ Um 11 Uhr kam der Lcichcnzug aus der israelitischen Abtbeilung de« CentralfriedhoseS an, die von der Wache mit Mtlhe freigehatteo wurde, da von der chrisrlichcu Abthcilung her mehr alaüO.kCO Menschen gekommen waren »nd Ach angestrllt hctten. Der Saig wurde io die Cercmonienhall« Mragrn. An der Kopfsmtr nahmen die Mitglieder *■ der trauernden Familie Aufstellung und nach den frommen hshkäle» ergriff Ober-Rabbiner Dr. Güdemann da« Wort AU folgkudem Nachruf: »Oie ged« »kn s»r Von, dem Voter be« lkrboimen«, unserer dahin- »fIMntt» GUmbentschmefler, »er edlen Fra« Benins Freifrau von ~i ' r. . V—Vl »«WsHagWWM ץ« t f MG» SWIII (JI■« VWIIIIU VV» - Nüifschtld, die Sr »ach stine« «1 erforfchtiche» Rathschluß hat abbernsen kn» düste Met», at» ihre Stund« mar gekommen. * ׳׳ Sau ich jonst •s dieser S1«»e z» reden berust» bin, da «uh > «ch 1U|t sttle» füMstet,, |«si«l z» sage». Hier -der. an der Bahre dief>e. So» »gen teNsuertr», de» Alle, gepriesenen Frau, beschleich« ■ ' * 1aM1 die enlgtgtnscklK Besorgnist Jo, ich fürchte nütz» bloß, sonder» üch «iß e«, hast mein Vor» hinter ihr znrückdleibt. Denn nmt sk gemist« ist, da» künde» «orte überhaupt »Ich«; da« fühlt der Stk, »a« fühlen Me Stier», dk Sinder und idefchmtster und au« diesem ergstea und Vertrantesten *seife «heilt« e» sich unaurgesprochen, r-nsttlk tkfempfuuden »eiteren Schichte» der Besütternrg mit. wa« sie ׳ WNefe» ist »nd «>» an ihr serlere» geh«. S» »«.r sür Alt« rin« Grrnerdeüsthas« fchn^rzlichsterArt, al« dk Sund« serlunieir:Bettina As, «mhsthitd ist tadi. K» rede »ich! von De«, »«ms die Welt gewöhnlich zunächst st, imn» sie Irkfr» Romen Hirt. Ich »ürd« de« »,denken der fchkfk»en zu «nltmihe» fürchten, »enn ich von »« Ginnze stzräche, He anfgenachfr» nnd an« dem sie himve^erstse» Gz »«» de» ^M dhch »ab« erreicht, «er sm,t» :»chchHSU ,dm» vklbewunderten Bilde eine« alten Mister« nach seiner Sin'affrng un» wen» sie dieztänzendfte wäre!.Ter Glanz ihrer Persdnlichkeit über strahlt alle» äußer» Gtonz und während sonst die Persönlichkeit oft nur der Rahme» ist, ohne Inhalt, s» daß mit dem Zerfall Le« Rabmeu» nicht» übrig bleib», stetz» im Gegenthell ihc Bild, aller VergLnglicht.il entkleidet, um so serNtrtrr s^r ni.seren Augen aus ״nd drängt selbst die Schot'en be« lode« zurück. Soll Ich diese« BUd zn zeichtren verst-chen? Der gramgebengte Gatte hat mir de» Wunsch -״«gesprochen, ich möge kurz sein nud ich kann diese!״ Wunsch« leicht «msprechen. Des» ich kann hier m't wenigen Worten a״f sie! Hinweisen, aus einen ceichr» Schatz der edelsten lugenden, während siele Worte doch oft nur den 0I1L druck zurücklassen, dah wenig zu sigen bleibt. Hier aber geh« -viel, unendttch Siel verloren und Ich wrih mich der Zustimmung Aller ge» wth, die sie gelaunt h-l>en, tvena ich aus sie den biblischen Lobjpruch anwende: »Viel« Töchtei: haben sich wacker erwiesen. Du ober ragst über ave hervor'. Und wie!sentg wallte sie hervoriageo! Voll rührender «nsprnchtlosigkeit ist st« durch ihr kurze« Ski*״ dahlngezogen, wie e n Kind dk einfachen Blumen vom Bieg« nuslesend und die reichen Blüten der Liebe spendend. In Lieb« Mid* sie zu den Stier» empor, in Lies, umfing sie den verehr!«״ Satten und gründete mit ihm ein Familien• leben, wie c« schöner u!,d inniger nicht gedacht!»erden t-»n, in Liebe widmete sie sich den Sinder» und wie sie die Ausgabe der Srzieh-ng schon al« Jungfrau zu ihrem ftuMum gemach« hatte, so löste sie a:« Mutter dies« Ausgabe in Hingebung un Berslündnih an den eigenen Spröstlingen. Ser an dem Palafte oornbergliig, in de« sie al» Herrin jchel tite und watlele, der ahnt« wohl r ich«, das, sie jede» :iosache Hau«, ja jede Hü!!.- geziert und in einen Palast senvandelt habe» würde, dütch ihre Pstichtersüllung, durch d:n Asel ihre« Geiste», durch die Reinheit ihrer Gesinnung, durch den Reicht fum ihre« gutta Herzen», Aber in den HSttt» wohnen die Armen und Düssligen, dl«, wusiten e«, uie nah.- di« Herri.i jene« Palaste» ihne» verwandt war. Den Sindern »nd Greisen, den Veriaffrne« dir Jugend und det AI er», hat sie Asyle gegründet und »xtz im letzun Angenblid« ihre»Leben« gedodst« sie ihrer lienerichast. Rachdenr sie de« Sltern di« Hand zum Abschied« gereicht, »achde« sie dem ('-allen die Worte de« Betenntnlffe« nachgesprochcn: »Höre Israel der Ewig« unser Gott, ist ela cinjiger Aalt,' naöjdem sie den «tieften sahn ermahnt hatte, den G.-fchwiftcr» ela gute« Bel,Pi«! zu geben, da kam auch dl« Dienerschns« an dl« Reih--, die sie de« Gatten empfahl, al» wollte ste sogen: .Ich war nur eine Diene,in, berufen, den Srei» So» Menschen zu deg üde», in den mich isivil gestellt." Run hat sie au«gedlen», eine Prk'lerin Im Dienste der Familie, .im Dienste der Mensehhelt, im Dienst« Gottej. St« ziehe hin <s Fried!» Amenl" Machten schon diese L׳orte einen mächtigen Eindruck aus alle Hvrer, so war es für die Anwesenden überwältigend als der greise Vater an der Bahre niedersank, fei« Haupt in da» Bahrtuch drückt« und laut schluthzl«. Satt« und Kinder brachen dabei in biutrS Weinen aus. Man trug den Leichnam zor liiruft -un i bettete die Frau an der Seite ihrer al» zarte» Kind verstorbenen Tochter Charlotte. Alle» kehrt« dann in die Ceremonienballe zurück, wo darituelle Gebet für die Abgcshiedene gesprochen wurde. Um */tl2 Uhr war die Trawerftiec zu Ende. ,ת׳מנ׳םד II. Louise l. Rothschild. Frankfurt a. M..?8. März Freisräulem Hcnimh-Kuise v. Rothschild ist Miltwoch den 24. Abends gssturbrn. Der Frankfurter Zweider Familie Rathschild verliert in ihr rin Mitglied, dÄ in allen Frankfn-.-tcr Kreisen hohe Werthschätzung, bei!kn Mühseitgen und Baiasenm ober innigste Berehrung genoß. Eine echte MML-terin du Arme», liebte die iöerttochme «4 sicht, die Lin« mg«« in lassen, wa< dir Rechte thatp denlwch wußte« dir! N^Hletdeaden Frankfurt», uelch' ar&- httjige ^Alenndia fie an l irsrr Dame besaßen. Sie. 1«- sihmtchtB»fh.^»vdf»jjlich, «kt»n Na ine« in den Vk itra-siil ten

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