Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 11 (11.3.1892)
- Date
- 1892-03-11
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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ז; ■: ■ r?- *an dabei sehr vorsichtig sein, da mau sehr leicht einen Maßen Jrrthum begehen kann, wie verschieden« Fälle de» Besten. £!נ war rin christlicher Gelehrter seiner Zeit einaud an den einfachsten jüdiichen Lultu-lehren gestolpert, worüber ei׳ durch eine kleine Anfrage ahne Weiteres den besten Ausjchluß hätte erhalten können. Es soll das höchste Ideal des Mrii'chen sein, nach Wahrheit?11 streben» dieses Bestreben ist selbst schon eine Anletung und Vcreh tnig des höchsten Gottes. .Ein Tropfen ans dem Becher der Philosophie mag vielleicht zum Atheis» »uS führen, aber eilt voller Trunk daraus führt sicher zur Eikenntniß und zum Glauben au den einzigen Gott, neben dem eben kein änderet ist." — Dies waren die Schlußworte des interessanten und mit lebhaftem B isall ausgenommenen Vortrages des Herrn Rabb. De. Bloch. - Iaaten, v. März. Tie ״Neue Deutsche Zeitung" in Leipzig setzt ihre Bcrdäckti'gua'g der prcuft. Gerichte wei'cr strrt. Mit Bezug auf die in vor. Nummer gebrachten Mittheilungrn des .Clever Krcisblattcs" meint sic, cs würde ftd; im Interesse einer geordneten Rechtspflege sehr empfehlen, den Prozeß Buschhoff überhaupt nicht in Cftve, sondern an irgend eincrn anderen größeren Landgericht zuni Austraq zu bringen. Zwisclxn den Clcver Juden und dem dortigen Geriat hätten sici> eben allerlei Beziehungen entwickelt, bei denen sich tcr Verdacht einer gewissen Befangenheit zu Gun- Pen jenes Cchüchtcrs beim besten Willen nicht ganz von der Hand weistn läßt. — Am 29. Februar sind drei Nummer» der ontiicm1t׳sci)cn Leipziger .Neue Deutsche Zeitung" wegen einer Bielciiigungeklage des Justizministeis v. Schelling gegen das Blatt teichlagnahmt worden. — Tic Redaktion des .Duisburger Tageblattes" theilt mit, daß sie auf >hr Ersuchen um eine Einlaßkarte zu der Gerichtsrerhandlur g über den Tantener Fall von dem Herrn Landgerichts-Präsidenten zu Cleve folgenden Bescheid erhalten habe .«nf die otfäU g« Zuschrift v. 1. d. M. wird Jbucn erwidert, dich der Uuswhoss'iche Prozeß, wenn überdaupt vor dem Schwurgerichte keinen all» in der mit dem 7 März beginnenden SchrmirgerichitPeriode zur Verhandlung komnien wird." Schweiz. St. Salten, Bon Genf geht uns die Nachricht zu, daß der dortige Thicrschutzvercin beschlossen hat, die Bewegung argen das Schächtcn d. h. die Initiative nicht zu unter- Pützen. Ein Gleiches läßt sich auch von unserem hiesigen ThierschutzAierein berichten. Wie der Bei treten derselben schon in der Dclcgirtrn-Persammlung zu Bern sich gegen «in weiteres Vorgehen in Lachen der Schächtfrage ausge» Krochen, so,hat auch die Commission in ihrer jüngsten Sitzung das Gesuch des Ccntral-Borstandcs um Beschaffung Bon Beiträgen aus der Bereinskaffe wie von den einzelnen Mitgliedern zur Deckung der Jnttialivkaffen einstimmig abgelehnt. Das »2l!agebl. d. St. Gallen" bringt unterm 2. März folgende Sorresponkeuz: Bon Brrn aus wurde uutcrm 22. v. Mts, folgender Bericht über die Brrhaudlungen der Delegirten der ichwci- Sischm Thierschutzoereius haben im Schweiz-:׳ Hof dahier belosten, die Initiative gegen das Schächten in der Weise fn ergreifen, daß vnr dem Schächten die Thierc zu betäuben ' Sen. Di« rseljchrr Delegirten wollten ein absolutes Verbot I t SchächtenS.!schließlich kam obige!jlereinigung zu Stande. , Meine Absicht ist heute nicht, Betrachtungen darüber! anzustcllen, ob das Schächten eine Kultushyndlung der Js-! raelitcn sei (beinebens bemerkt, glaube ich, hierüber haben diese allein zu rntje!seiden), ob eS auch in der Form, wie es bei uns seit mehr als einem Dezenninm geschieht, als eine Thierquälrrri zu bettachten sei, ferner ob e» sich i» Hinblicke auf den Gewinn, welchen der Thierichutz im besten Falle aus dem Felrzug gegen dies« Echlachtmethod: ziehen kann, der Mühe lohnt, sich in ysffwfition zn den Bandit. behörden zu stellen, welche die Srtächtverbote der benrischerr und aargauischen Regierungansgehoben haben, dc»S gev^e ־.־ Schweizcrvolk in Aufregung zu bringen und große Summen Geldes aufzuopsein —sondern ich beabsichtige lcdigl ch dcrr- , zuthun, daß obiger Bericht von Bern unrichtig ist. und dass, in Thicrschutztrrisen in der Schächtfrage überhaupt! nicht'7^ völlig« Einstimmigkeit herrscht. .׳'־־- , . An den letzteren Punkt anschließend, erwähne ich nur, י daß laut dem Jahresbericht des St. Gallener Thierschuhvereins , seinem Delegirten schon letztes Jahr an die Züricher Bn> sammlung der Aufttag mttg׳ geben wurde, die Erklärung ob» geben, daß wir in St. Gallen im Schächten, wie ^es «' unierm Schlacbtbäuse ausgeübt wird, eine Thierquälerei bisher nicht crdlckcn und daß wir auch in Zukunft cm dieser;׳ , Anschauungsweise fcsthaltcn werden. An der Berner Bcr- ' s sammlung ist sie wieder zum Ausdiucke gebracht worden.' , Was nun die Stellung anbelangt, welche die Welsch!» "ך■ zu der Schächtfrage einnchmrn, so ist Folgend^ zu bemerke!!: '׳ An der Tcl'gincir-Vcnammlung in Bern getaugte eine Za- ״> schrist des Sekretärs der Union romunde'pour laproteotion des animaax zur. Verlesung, in welcher gesagt i)t7׳,״ daß man in Gens mit der dort piaktizirten Schächtmethode,' welche darin besiehe, daß dem Thicre unmittelbar nach de« > Schächtschnittc der Srnickstich opplizirt werde, vollständig?,^ zufrieden sei und kein« Veranlassung Hobe, hiergegen etwas L zu unternehmen. Diese Operation mixte, wie sie in dein bctr. Schriftstück genannt ist, wird als eine .vortrejfliche* •% Schlachtmethode bezeichnet. , . Im gleich» Sinne' sprach sich der Drlegirtk des Lau-H sanuer Thirrschutzverrins aus, jedoch erklärte er sich mit dem'^ Zentral-Porstand daim ,d'aceord," nachdem die Sach« die Ls Wendung genommen - hotte, daß die Initiative nicht bloß --C8 gegen das Schächten (wie das hätte geschehen köynen, ist *|j übrigens ein etwas dunkler Punkt), soudcrn in dem Sinne.'י/ל ergriffen werden solle, daß eine Gesetzes-Bestimmuog schaffen werde, wonach allen Schlachtmanipulationen die Betäubung des Thieres porausgrhtn solle. " ■" Von einem absoluten Verbot des Schächtensprach bei 7 ל^ Präsident des Thierschatzvereins Lausanne kein Wort, wogegsk ׳ allerdings ein anderes Mitglied des betreffendes Berrurft seiner individuellen schächtgegnerischen Anschauung energi^i ׳'Ä Ausdruck verlieh. Jndivionelle Meinungen geben aber M!; Ausschlag nicht. , ׳ " Thatsache ist und bleibt somit, daß die Union rowapö« ° «tz in der Schächtfrage den Standpunkt der Toleranz einniMsch ׳! und daß die obigx geoentbettige Behauptung unrichtig ist!׳ ׳' , Wir in Sr. Gallen glauben übrigen» noch eine bessere Schächlmethode zu besitzen, als rS jene Operation mixt«׳ der Genfer ist. vielleicht bietet sich später einmal Gelegenheit,-'unsere Stellung zu rechtserligrn. Borlänfig^sei mt noch bemerkt. MS zwar schon oft gesagt worden lsi. büß von den Gelehrten mit Bezug auf Die rein physiologisch« Sette der Frage mindesten» so viele auf der schächtsr«mrl> licheo, als auf der schächtgegncrischen Seite strhnh daß dann aber noch eine Anzahl Gründe sittlicher und rechtlicher Natur m Betracht gezogen werden müssen, welche Aach meinem Dafürhalten eine noch Köhcrr Bedeutung beanspruchen können, als der Schutz der Thiere. GroOhrltamats« 0 . ׳.־• <£4bN8. In Betreff der geplanten Colonstirung Canada's sentlicbt ,Jewisb Cbronicle" kolaende« Sckireiben des ׳S _ -tt veröffentlicht .Jewish Chronicle" folgendes Schreiben des ׳ > -Herrn Mark Sampel, Tunbridge Walls, vom 2S. gebr. Sse thctttrn in Ihrer jüngsten Nummer mtt, daß eine Deputation dem russisch-jüdilchen Tomitee den Plan vor- «legt hat, SSV jüdische Familien zu veranlassen, an de« ' van der Eisenbahn zwischen Winnipeg und der Hudsons-Bay als Lrbetter thellznwchmen und-dann Ausbau derselben daselbst Loloitten zu gründen. Vorschlag mag mtt der besten Absicht gemacht w«