Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 11 (11.3.1892)
- Date
- 1892-03-11
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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W Do hätte « sk^i« den Herzen der gesawmten Häverschaft E7,׳'"rin unvergängnche» Denkmal gesetzt; dreft» Dankgesühl g^en edle und hervorragende Borkäapftr entschädige die Höker» ■fAaft zur Genüge für die neidischen und boshafte« Angriffe, i ״ die in jüngster Zeit gegen die Lehranstalt gerichtet worden |■* ־־Vfeo. I» Hinbnck darauf hätten ine Hörer ihr« ganze Selbst-!׳> -Verleugnung dazu verwandt, gc«nüber derartig sthnöden, die -,Thatsachen völlig entstellenden Anseindyngen der ,Jüdischen ^Presse' den Weg der Oeffentlichkeit nicht zu bejchreiteu. fr T . Herr Justizrath Mackower erwiderte herauf in läu» E gerer Rede, in der er erllärte, daß er trotz nicht zu unterschätzender Schwierigkeiten seinen Plan, die Lehranstalt durch v-': Atdernohme auf die Gemeindeverwaltung sicher zu fundiren, , .«,beirrt weiter verfolgen werde. Im Anschluffe daran spricht ז - י « über die Aufgaben de» modernen Rabbiner» und stellt |.V4׳I» den Haupt^eck feine» Wirken» die veredelnd« Wirksamir, frit innerhalb seiner Gewe nde hin. Der Rabbiner müfle ׳dor allem durch seine« Charakter wirken. Dementsprechend " müfie er da» Leben suchen und mit demselben Fühlung haben und dürfe sich nicht einsestig in sein Studirzrmmer zurückziehen, ohne mit der Welt in Berührung zu kommen. Da» M' Streben der Hörer solle darum darauf gerichtet sein, nach K* ~ Aneignung eine» tüchtigen Wissen» in chren künftigen Gemeinden durch ihren Charakter veredelnd zu wirken und so ein ^^Ziel zu erreiche«, welche» da» heutige Rabbinerthum noch Wfflang« nicht erreicht habe. Rach einem donnernden Salamander, der zu Chren de» Herrn Justizraths von der gesammten Corona gerieben £* «rrde, nimmt Herr Dr. Cassel zu einer knrzrn Ansprache ta» Wort, sowie Herr Dr. Müller zu einem Toast auf f״’ da» Streben der Hörerschaft zur Errnchung eine» so er- K " haben«, Ziele», wie «» ihnen so lebendig vor Augen geführt fr worden wäre. Nachdem Herr Dr. Sali scher noch auf die U «avesendea Sanzrlredner und Männer der jüdischen Giffrn- A fschüft getoastet, in der«- Namen Herr Rabb. Dr. Stier ° anwortetr, wird der ossicielle Theil mit einem Liede ge- ־f' - schloffen. AlSdann hielt eine muntere Fidelita» die Auwrsendrn »och bi» gegen drei Ubr zusammen. Der glänzende Verlauf de» Ute» sowie die Lheilnahme zahlreicher Ehrengäste legte von Neuem ein lebendft,«« Zeugniß ab von dem Wohlwollen- Len und warme« Interesse; dessen di« Lehranstalt in den »eitestr» und angesehensten Sreiien Berlin» sich «freut. ׳ & k. ztrevla«, 6. Mürz. (Or^Eorr.) Freitag den 4. d. Mt». 'Wurde beim AbeudgottcSdrenst uns« neu« Rabbiner Herr ' Dr. Guttman» von de» Gemeiude-Borstand in sein neue» - ׳.Amt «»geführt. Sonnabend hielt Herr Dr. Gnttmann 'feine AntrittSprckigt, dcr er den Text an» dem Wochenab- . "schnitte: ,Wie sollen wir ein Heitigchum errichten und ich . ' null wohnen unter ihnen' zu Grunde legte, welchen er in t. trefflich« Weise aueznführea «rstand. v -: Nachdem dn Herr Rabbin« seine» Vorgängers, de» ' Fürsten iw Reiche d« Gelehrten, seines uuv«gebl,chen und L. ' verehrt«״ Lehr«» Dr. Joel in warm« Liebe gedachte, ent- " wickttte «ein sörmlichcS Programm, «ach de« « sein neue» Amt z» verwalte» gttenkr, und forderte hinzu die Mitwirkung ץ,.- fämnulich« Gememveglied« auf, indem « sie bat, ihm Ber- - tränen za schenken, wie « eia Herz voll« Liebe Allen ent- &־ «grndnage. Die Gemeinde hörte die Predigt, die fast eine währte, in voller Andacht und mit sichtlich« Be- ^- "׳fri^igontz mit an. tr Wir rufen unserem «tnea Rabbiner Glückauf zu seinen £2 ־n«cht leichten Berns in unserer große« Gemeinde mit ihren Sfv werfchtSensrtigen rrkiziösen Bedürfnissen von Herzen zu. se-, Areola», S-März. Urb« den Bildung«gang und die Kwlffenfchastliche Bedeutung de« verstorbenen Proseffor» Dr.;x Jwcod Loch wird un» noch folgende» «ilgetheilt: Geboren ft» Jahre 181V z» Dobrzyn (Pofen> wurde Äwy schon früh- -n feinem gelegnen Barer, nachmaligem Rabbiner in 11׳, «»»errichtet. Kaum dem Snabenalt« entwachsen, Levy die talmudistft Hochschule Rabbi Akiba Eg«k zu Posen. Bon Pose« begab « sich »ach BveSkau. wo er nach zweijährig« Vorbereitung am MattbiaS-Gymaastuok zugleich mit Feülnand Laffakd: da» Zeugniß on Reife erhieli. Unter Mover», Bernstein, Schwül der» u.A. studirte « Arabisch; Syrisch» Chaldäisch und promovirte nach absolvir'ea» Trienmnm in Halle. Al» N«l»bia« nach Roftnberq OS. berufen, gab er 1848 diese Onlluag wird« ans und ließ sich wiederum in BreSlaa nieder, um hier feine g^anteu wissenschastliche« Arbeiten in Angriff zu nehme«. Bon Viesen «- schien zunst 1967—1808 sein ,Chaldäisch«»Wörterbuch über die Targumim und da» rabbiiiische Schnstchnm'. Bei dieser Arbeit wurde er von Seite» der höchsten Behörden durch Vermittelung werthvoll« auiwärtig« Manuskripte weseatttch unterstützt. Im Jahre 1874 begann « die Veröffentlichung seine» ,Nenhebräiichen und chkildä,schen WörttrbucheS', w-ichet. seinen Ruf im In- und Ausland« verbreitete. Zu ßriheti Wörterbüchnn liefnte da berühmte Arabist Geh. HoftMi Proseffor Dr. Weischer in Leipzig werthvolle Beiträge. Auch von Seiten d« StaatSbehörl»: wurde dem fleißigen Fyrsthei: 1875 durch Berleihung de» Prosrffortite!» Ane.kennong gezollt. Ebenso erhielt n von- SultuSminist« in Berücksichttguvg sein« hervorragenden Leistungen die größte zu ver׳ gebende Prämie für wissenschaftliche Arbeiten. So lebt׳ Levy in unausgesetzt« Arbeit, bi» vor zwei Jahren ein Augen - leid«» ihn zur Einstellung sein« Lrbeitm nöthigte. Trotzdem hörte « nicht auf, dem Studium der Wissenschaft«: mit Hülfe eine« Brrleftr« obnilieqea. und hätte ihn der Tot׳ nicht leid« so früh ereilt, so würde er noch manche schöne Frucht seine» Geiste» zu Tage gefördert haben. Aase», 2». Februar.!,Schluß). Der J»lam,fdie dritte dn monotheistischen Religion ny ist die jüngste vo» alle«, fi»׳ steht in der vollen Beleucht« »g der Gesthichte. Wir brancheu ihrer Entstehung nicht in dein Dunkel em« vorgeschichtlichen Zeit nachzuforschen, ihr Uestnung wird vom Hellem Tage», ncht drrGischicyte beleucht«. Muhamed sagte, « sei dn letzte dcr Propheten, welch« gekommen sei, die Lehre Abra Ham» in ihr« Reinheit wieürherzustrllea. Muhamed ftlbs» war von rührender Unwisienlx'it und hat erst spät lesen uni schreiben gelernt, und zwar Ivben ihn darin jüdische uni. christlich« Lchrer unterrichtet. Dem Islam gegrnüd« stcht die indische Religion, deren!bekenn« zu den direct«, und alle östindischv, Inseln, über Java und Ceylon, üb« da» Himalaya - Gebirge hiivveg nach Tibet, bi» in Vir Mongolei und in da» rrsstsche Reich hinein »«breitet. D« Stist« ist Buddha, nnlcher im S. Jahchuadrrt geleb: haben soll. Die Sreleuwaeterung ist d« Hauptgrundsaf. dies« Religion. Jede Seele muß durch den Stwper eine» Brahmanen gegangen sein and durch Bete«;sich gebessert׳ haben, sonst muß sie wiüxr zur Strafe in «einen anderer Sörzrr zurkcktehren. Budd^r lehrt strn«, ^aß da» Leber einzig ein S: idrn und somtt eine Strafe sei. Besondir«. wird empsvh!l«a da» Abtüd'en d« Seele durch Buße aal> Sasteiungea bi» zur Lmpfini'ung-lostgkcit. D« BuddyiSmntlähmt d« Thatkraft bc» B!«»schen, er lähmt di« Jndt«. dualität, wäljreud die mcna:Heist»schen Religion diese gnade am stärksten auSbildrn woll>:n. Die chinrslsche Religion isr in ihren Einzelheiten sehr wenig bekannt; sie ist polytheistisch. Ihre HeUiaen stad voruehmllch Confncii^ und Laotse, ih» göttlicher Mystik«. D« religiöse Hauptgrundjatz der Chi-׳ ncsen ist di<׳ Unterordnung de» Suede» u :«r den Bars». Der chinesische StaatSgottrSdienst bejteht i» drei Opfern^ von denn» lv» große dm Üiöilrrn und dem Staate; tx8 mittlere dem Ackerbau «ud!x» Entdecker« und da» kl««: den Angehörigen d« Fam lie uni» den HanSgüttm» gilt. D« AhnmkultuS, tote er ji:r üblich »st und da» religiöst: Lebm besttmtit» ist nur ei.»e untergeordnete Stuft in de»i Entwickelung de» religiösen Siedantea». — Ws» die Beurtheilung ein«) andern» religiösen Kult«» betrifft, so muß