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Israelitische Wochenschrift · 1892-03-04 · 10 (4.3.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
10 (4.3.1892)
Date
1892-03-04
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Zu« 7««a<r*. Das im Stücker'schen Sinne rebi* ftitie Berliner Hetzblatt .Volk" brachte jüngst folgende Notiz: »Ju Bahn starb am 9. d. M der Aude Hirschberq, welcher, bei- UtaM (tefact, ein Lermöae» 0on 100,000 Thalein hinlrrlaffeu h t. Di« Zndenschafi war in Verlege,lheit gerathen um einen anständigen Lrtchrnwaqerr Der Hlischberg sollte nobel beerdigt werden: der weise Lach der S -1t« Bahn half auä. da w!:rde vom Bürgermeister bestimmt, de» Leichenwagen der evangelischen Gemein)« hrrzrgeben; dieser Hatte aber von» «in Kreuz mit der Inschrift ״Di« legte ttqre", meiner Ansicht nach Sorte, woran sich Aie-and zu stoben brauchte Trotzdem ater muhte dl s»S lkreuz abgenommen werde» laicht ohne Schwierigkeitent, kleinere ikiruzchen an Wagen wurden mit schwarzen» Sioss bemtekel». damit dieftlben nicht geseden »verde» konnten ^setzt erst war der Wage» würdig, Hirscht^rg'« Leichnam auf,»nehmen Bah» ha: einen Superin enoer.tea und «inen Prediger" Der amtliche .Bahner Anzeiger" brachte hierauf die folgende Richtigstellung des Thatbcstandes in cincr Zuschrift des Bürgermeisters SpieS: ,Der b, der Beerdigung des i*rm Hilschberg benutzte Leichen- »nage» ist nicht E-genthum der evangeliichen Kirö^ug melnde, sondein Ägrn^um der politischen Ltadtgemeind«, und haben demnach aus ihn auch Anspruch diejenigen Einwohner hiesiger Stadt, die jüdischen Klau den« sind, da diese, m»4 eigentlich einer besonderen Hervorhebung nicht «ebr bedürfte, ebenso zum Kreise der politischen sttemelnd« gehöre«, wie dir andeisglLubtge» irinwohner der Stadt An» bezeichnendsten kür den Beritt« ist dessen letzter Satz, di erscheint überstüssig, ans die 0nrtchtigkeil.11 de« Berichts soweit ti.ftr da» Bennög«» de» Hirschberg and dir ange'lichen Schwierigkeilen bei der Abnahme de» Kreuze» detrifft, eiuzugrlen, jedoch brdaif der letzte Sah de» Bericht» der Ertönternng. Di« zue Zeit und seit vielen Jahre» hier amitrendrn beiden Beistlichrn, Herr Superinleuden« Müller und Herr Prediger Slcinbrii-k, hav-n Sen?iriedcn zwischen den verschiedcnglänbigcn Einwohnern unserer Stadt (ur) doch nur zu deren Bo! »heil '1 niifrecht erhalten» M» beiden Herren nicht hoch genug angerrchne« w rdeu kann und ihnen allseitig« 8»r«hrnng in hohem Grad« erwarben h,t. Um so un- «höriger ist :*» Berichtletzter Satz, der, wo» keinem Zweiftl unterliege» kann, aincu Borwns iiivolviren soll und allem de» Belicht zu dem stempelt, wa» dieser sein oll und ist, zu einem — Hetz berichte." — Lommenlc r überflüssig. jklttesfei«, 29, Februar. (Cr. liorr.) Bor seinem Wegzüge zvr Uebernahmc des RabbiüatS in Breslau wurvc unserem 5>rrn Lardrabbinrr Dr. Guttmann und seiner Frau Gemahlin am Donnerstag Abend im Konzcrtsaalc der Amon von der hiesige» Gemeinde ein Abschiedsfest veranstaltet, an welchen!' die l«en1eindemitglieder sich rege betheiljgtrn. Der Vorsteher der tzstmcindc, Herr August Lutz, gedachte in seiner Ansprache zunächst unseres gsorreichc» Kaisers, der a 11 c n seinen Unten bauen ohne llntcrschicd des Glaube, s Schutz und Schirm angedeihc» lasse. Die Versammlung stimmte bezcist.cn in das Hoch aus Sr. Majestät ein. Hierauf feierte der Redner in schwungvollen Worten die AmtsthLrigkeit des Hcrrn Rabbiners, dessen Scheiden die Gemeinde rnht schmerzlich berkhrtr, ja Biele in tiefe Trauer versetze. Es wurde dcmscldcn ein künstlcrich auSgestattetcs PrachtalbmN mit Widmung und mit Ansichten der hervorragenden י Gebäude unsrer liebe» Stadt Hildesheim übcneicht, außerdem i e« geschmackvoll ausgeführtcs Eyrendip.om der hier bestehen > Leu, von Herr» Dr. Guttmann mitbegründeten Wohlthätig j kritsanßalstu. Herr Dr. Guttm-inn. der am darauf fol- > gende« Gannabend seine AbschiedSredc hielt, dankte tief be- «egt für die Liebe und Anerkennung, die er!»ährend seine: ISsährigen Wirksamkeit, in der frischesten Zeit seines Lebens, i » der hiesigen Ostmeinde genosien habe, bat um Bewahrung ' eines guten Andenkens und versicherte, daß ihm und seiner j Gattin die hwr so glücklich verlebte Zeit stets unveracßUcz; Udben »nrbc. — 2rach Aufhebung der noch durch viele Tc- 1 afkr gewürzten Tafel vergnügte sich die zahlreich erschienene jnnge Welt bis spät in die Nacht durch Tanz. Hlt0Se»feide(Hannoocr), 28.Frbr. jCr.-Cor.) Am gestrige« Sabbath (P. Sohekakm) fand in unserer Synaaogengemeinte eine erhebende Feier stellt: die Feter des LS jährigen Dienstjnbtläumuitsercs verehrten Vorsteher- Herrn M. Frendenthal. In Anerkennung der seltenen Diensttreue und des Eisers, rast welchem Herr Freudenchal seit 25 Jahren un entwegt die Interessen der Gemeinde sowohl »ach außen als nach inn.'il nerttet;», und' wodurch eS ihm gelungen, die Gemeinde Bodeuselde zu einer Mustergemnnde in unfern Provinz heranzubilden. hatte dst Gemeinde einrn silberne» - Becher mit der Inschrift: בל מיביקים עם זיסגבוד מדה עוסס־ם עפהס רשם שנדם gestiftet, welcher dem Jubilar durch den Gemeindeältesten. Herrn ft. Cohen, einen noch rüstig!» Greis im Alter von 85 Jahren, überreicht wurde.״ Die Feier fand in der Synagoge statt. Herr Lehrer Weinberg QieU eine Ansprache an den Jubilar, in welcher er, anknüpsend an den Text des Schekalim-AbschnittS ungefähr Folgendes auSsührte: Der halbe Schrckel, den gleichmäßig Reich und Ar« entrichten mußte, wurde beim Bau der StiftSbüttc ver׳ tvendet zu den Füßen der Säulen, «ährend der übrige Ban durch freiwillige Gaben bewerkstelligt wurde. ES sei dies eine Andeutung, daß dir israelitische Religion ans zwei Grundelenienten bestehe: dem gesetzlich-rechtlichen und drm religiös-ethischen. Das erste Element sei aber die Grundläge, ohne Recht gäbq es keine Sittlichkeit. Auch im Ab- I schnitt Jithro'S erfolge die Verkündigung der zehn Gebote erst, nachdem Moseh, auf den Rath Jrthro'S, eine bestimmte Rechtsordnung eingesührt, ohne diese wäre Israel der Offenbaning nicht wmdig gewesen. Jithro habe empfohlen, Männer einzusetzen, die gottcsfürchtig. Männer der Wahrheit, Hasser de- Gewinneseien. Bodenfelde habe das Glück, einen solchen Man» in der Person des Herrn Freudenthal an der Spitze zu sehen, der immer ohne Ansehen der Person, lediglich sachlich, bestrebt grwcjc» sei, die Institute der Gemeinde hochznhalten. Aber auch in ethischer Hinsicht habe er gewirkt, indem er als Rachkomn«e und Nachfolger Aharon's stets bestrebt gewesen, den Frieden zwischen den Äemeindemitgliedcrn zu befestigen. — Nach Uelicrgabe des Geschenkes dankte Herr Freudcnthal mit bewegten Worten. Der Sonnabend Abend vereinte die ganze Gemeinde in der Wohnung des JubllarS; auch die Uslarer Mitglieder waren ־ vollzählig crschstneit. Es wurden mehrere Toaste auSgcbracht und allerlei gesellschaftlich» Spiele und Unterhaltungen hielten die Gäste bis spät in di« Nacht zusammen,; Die Feier hinter!ieß einen erhebenden Eindruck. Möge cS dem Jubllar velgövnt sei», noch recht lauge an der Spitze der Gemeinde uim Wähle derselben zu wirken. A«trk«r»ße. (AuS dein Verein für jüdische Geschichte und Litteratur.) Nachdem unser Stachbarrabbiner, Herr Dr. Stcckelmacher, in dankensuxrthcr Weise einen Vortrag übernommeu und in diese: Saison das Berhältniß einiger hervorragenden Deutschen Philosophen der Neuzeit, wie ftnnt'S, Fichtc'S, Hegel's, v. Hartmann's, Schopenhauers, Lotze's. ׳ ■ zum Judenthum näher beleuchtet hatte, brachte uns der? jüngste VereinSabend den Vortrag cineS Philosophen selber, ■ j des Philosophie»Professor» Dr. H. Sohn au» Marburg Z über die ״MessiaSidec im Judeathum". Ersterer ließ den' I Hörer die interessante Parallele ziehe» zwischen Kant'» aufrichtiger Bewunderung Mendelssohns und den sonstigen /i Urchenen desselben über Judenthu«, wovon -nn» auch von - 1 den Urtheileu der nachfolgende,, Philosophen eine reiche. Blumcnlese gegeben ward. Es ist dem Vortragenden ge-• lungen, die Abnahme msttelalterlichen Vorurthests und die Anbahnung gerechterer Würdigung oeS Judenlhums bei den deutschen Philosophen naduuweife» und konnte derselbe zAm , Schluß darauf Hinweisen, daß hcute denn je da» Jtedenthum trotz. de» Antisemitismus wissenschaftlich fest begründet daftehe. s.j Der Borttagende des jüngsten BereinSabends, Herr Prok der dst Wärme de» Juden mit der Gründlichkeit und klajsiv! scheu Ruhe des deutschen Universitäts-Professors verütidet, . j hob einleittnd in besonders geistreicher Weise hervor, haß dst M.-sstasidee und die Meisiashofsnal^en ans keinem anderen ZI als israel. Bodca erblühen konnte, selbst nicht beim intelli-^n geiiten Grstcheavolke, weil ideast« Hoffen, Glaub: , uad-^I Gläubigkeit zur Voraussetzung hal. Des Weiteren uncerjchstd ' da in Prof. C. drei Stadien tu der grschi htlich:» E it.vlck״

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