Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 10 (4.3.1892)
- Date
- 1892-03-04
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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tmig der Messiasidee. die vorexilische, dir na-exilische und! lalmudische Epoche» und bezeichnetc eS als Verdienst der j Propheten» das; sie die Vorstellung von einer Person der > Messias zur Messiasidee erhoben hätten und hätte die tal- > muÜsche Epoäst dafür gesorgt daß eine polvtheistische AuSj ipinnung des Messias^edanken dem Judenthum fern blieb. Mit feinem Tar. vermied er deshalb» aus die Stellung des neuen Glaubens zum MefsiaSgedanken einzugchra. Dagegen hob rr bri Pkilo dem Alexandriner hervor» dag dessen Bedcutung für die Weitcrentwickelung des MessiaSgcdankenS innerhalb dcS Judentums eine negative gewesen sei. In dem Festhalte« an dem Messiasgedanken, schloß der Redner, j liege die tiefste Berechtigung für den Fortbestand deS Juden» chumö» daraus ziehe d״r Jude die besten Säfte und Kräfte auch für seine Mitarbeiterschaft an der allgemeinen Cultur. A. £•• Pßerekseh, 29. Februar. (Or -Corr.) In vergangener Woche fand in dem Bezirk Oberelsaß die Ersatz» wähl dreier Mitglieder des israel. EonsistoriumS statt.' Es j wurden grvßtentheils wieder die bisherigen Mitglieder ge- , wählt, nur an Stelle des Herrn I. Bloch trat crl» Gegen- ן kündidat Heinrich Wallach aus Mülhausen aus, welcher > auch siegte. Den Grund dieser Aenderunq erfuhren die I Wähler zwar nicht, haben aber trotzdem für Wallach gestimmt. | Sollte sie vielleicht nur die Sehnsucht »ach einer .Abwechselung" > dazu veranlaßt haben? Ueber die unverhältnibmästige Abnahme der jüdischen Bevölkerung im Elsaß, namentlich aus dem Lande, mögen folgende Beispiele von den beiden größten Landgemeinden angcfübrt werden. Winzenheim, Kreis Eolmar, noch vor ungefähr 2V Jahren die größte Gemeinde Elsaß-Lothringens mit 1 00 jüd. Seelen, hat heute kaum noch 450; Hegenheim. Kreis Mülhausen, mit über lÜVO jüd. Einwohnern, zählt heute deren noch etwa 150. Line große Anzahl jüdischer Gemeinden mit früher über 15V bis 200 und 300 Seelen sind heute ganz aufgelös«. Die l)«rrlichrn und geräumigen Gotteshäuser, mit ihren reichlichen Ausstattungen an Thorarolle» und Borhängen etc, ferner die großen Friedhöfe mit besonderen Predigtsälen und Leiehenrrinigungs-Häusern zeugen noch von einstigein Wohlstände. Wenn ma>; solche Einrichtungen, die nicht inehr j benützt werden, sieht, oder Synagogen besucht, die leer stehen oder nur von wenig Andächtigen zur Verrichtung ihrer Gebete betrete» werden, denkt man ivehmütig an den Spruch Jes. iaS 1. v: .Uebrig ließ der Ewige der Heerschaaren einen geringen Rest." Die meisten Bewohner sind nämlich nach dem Kriege von 1870—71 hauptsächlich wegen verwandtschaftlicher Beziehungen aus; wandert, insofern sie sich nicht in Städten «iedergclasieii übe» oder auSgestorben sind. Auch in der benachbarten Schn'ei.z, namentlich in Basel »nd Lhaur de fond«, haben sich viele elsässische jüd. Familien nicdergelasien. Daher treffen wir in diesem Lande gegenwärtig sehr viele giöße Gemeinden an, ivährend noch vor 30 — 40 Jahien fast keine Juden die Schweiz bewohnten. In Basel wohnen heute mindestens 1200 jüd. Einwohner, Thaux de fondwird deren etwa 000 haben. Beide Gemeindcn sind jetzt mit tcr Erweiterung bczw. dem Reubau ihrer Synagogen beschäftigt. ES scheint aber, daß der AnnsemltismuS, namentlich in der deutschen Schwe׳z, auch fruchtbare» Boden findet, denn anders ist die Stellung der Lkantone Bern und Aargau zur Schächtfrage doch nicht zu deuten, möge» sich auch einzelne Mitglieder des Bundesrathes »och so sehr gegen eine solche Auffassung wehren und vertheidigen — Uota loqauntar, die Thalsachen reden eine! allzu deutliche Sprach:. Krrnchchte »nk> »e«eftr N«chrichte». i 1. März. Eiaem vielfach hier 00■ jüdischer unb j christlicher Leite auSgesprocheae« tüuasche Kolp geben», entschloß, sich , Herr Radbluer Dr. ttagmei, Sffentlich« Vorträge ״ilbtt b:1t lalrnuö' I 1u Häven. Ter erste derselben fand Lonntag Ab:»b i« Saale kc4 Kaistrhofe« vor einer sehr zahlreich »rschlenenen Zuhörerschaf׳, ber» größter Theil aut Richtjubea bestaub, statt. Reicher Beifall folgte de« lntereffanstn und belehienben Vorträge, über w.lcheu bi« heesiae■ Zeitungen ausführliche Referat« bringen. Der z»eit« Vortrag über .,bl« Litten leere bei Talma! «" ist für niichfte Woche angekündlgt vettlim Di« Einladung« jui» sechsten Gemeinbeiag bet D I G-V.. der am 37. März, vormiitog« 10' , Uhr, i» Laste?'- Hotel (Burgsiraße 10). stattfinben soll, sind Versand! Möchten «u t viele Seme,ade» burch geeignete, selbstaewShlte *bgeorbuet« aut ihrer Gemeinde sich belheilig« nn» nicht be» Ausschuß bevollmächtig«, ei-cn vertre er au» b.r Zah der Berliner für sie auSzuwähl«, bst sa gewöhnllch m i t bem Ausschrß. besten abgelaufen« «,hrstlbriqe Thätigkelt sie zu controlirea haben, gehen, unb von den Bedürfnissen mch Ansichten ber Vstmeinbe, dt, sie zu vertrete» haben, meist keine blaffe Ahnung haben. ft«*«», 3&. Februar Am letzten Sonntag hatte brr ״Deutsch« Reform Verein" ein« versaiamlung hier veranstalte», in welcher bst antijemliiscbea Hetzredner at«r!venia Anklong sanben. Da» amtlichi SreiSblatt äußert sich über l le Bestrebungen der Antisemit« folg-rbermaßen: ״BlSher lebten n>ir Osthavelläuber »il den Bürge« anderer Lonfcssion« im tiefsten Fried« nnd wim chen. daß die» auch seiner so bleiben möge. Wir werd!n bethalb unser« Hand nicht dazu Ist«■; birst» Frieden zu stören.!Sir geben ben auUstmiiische» Agltc-tor« den Rath, sich «in anbereS gelb sur ihre Thätigklt zu such«." ARytlo» tz, 33 Febrrar. Dem hiesigen vlrenzcomi.ee für bi« autgemirstnea russischen -Juden «Nheilte Baron Hirsch bl« Weisung, einen Sxirazug mit 800 Em grauten über Vliesfingen nach Jrlaub »u erpcbiren, wojelbsr bsts« unirr Führung bet Berg« h» Lchneiber für BergivertSzweik« auSgebllbrt >vcrb« sollen. 8 Sss»eH.R-R,2r Febr (Or -Lorc) Di tkaukmann Juli»» MoieS nebst besten lt^srau Johann, geh. Bub feierten gestern ihre silberne Hoch^it. Die zahlreichen Gra.ulaiionen von nah unb st« zeugten von der Bellebth!>t und Achtung be» Jubelpaar«» amh bri Rlchtjübeu. Abends fand ein Festest« sialt, wobei verschieden« Borträge seitens deren Löhn« und Töchter zur Erheiterung der Grstl.schtf» beitrugen Stuttgart, LS. Februar. (Or-Lorr.) AuS Anlaß beSGVmrftstste« unsere» geliebiru LanbeSoaier» wurden anJtraeUt« salzeub« A«»z:ichnung« verlieben: Hofbachkbirert-r Geh. thosrath Albert Kaulla wurde auf bst 6 Rangstufe erhaben; ber Hrsbantbcamie Arthur Kaulla erhtei ben Titel »nb Rarig eine» Hosrat h«, Ode,kircheuvor,!eher Fabrikant llisaß ben Ti׳«l eine» Kommerzstniaihs, dcr Vorstand der Augenheilonstalt. Dr. Königs höser hier, be» Titel eine» SauitätSrattie«. Der Geh. Hofrat KanUa erhielt auch bi!» Lhrenii terkreuz be« Orden» ber Krone, womit bcc Abel verbunden ist. In den Synagogen b>« Laase« ivurb« aus Anlaß deS Hoh« üsttiurlbststk« llönig WclhelmS II. FestgolteSrienst mit Predigt über I. Kor. 8, 28 ,dgehalten. 23. Febr. In der heutigen Kammersitzurz strichtete ber Vorsitzende ber kstliltonSkom«i.sfio» über du« Gesuch bc*. jüdischen vlemelnbe aw. «in tsubsib au» Staatsmitteln für den Bau ber Ltinagoge. Dst ilommisäon, welcher brr frühere LtaatSmiaifter Baron v. Blochhaus«, unb «in kaiholl-cher Geistlicher (Genera!»star) angehört, sch:ägt vor, baß ei« Zuschuß im stlben BrrbäitHiß und z» benstlbeu Bedingungen gewtirt werbe, wie für »en Bau von iathölifdjen Kirchen. Die DiSenssion darüber findet nächsten» stan. Subayest Dst bsttjbhrige Approbation für'» rebbinislst Amt wiilb« in ber hiesigen Lande«:abdinerschule dreien Hö.e« «rihclll, von ben-n Hr. Dr. Ungär a>« Rabbiner der SletlgionSgenieind« fu Sgeg» zänd berusen warbe Der Liiier der Rabttnrrschul«. Hr. Pros. Bla«, hielt «in« hebräische, Hr Raobiner Dr SIbon (Scrlchetz) «ine uug»> rische Ansprache. Für die?^rmehrung ber Stipendien, tuSbefimber» für Zögling« auS'Rahb unb 8a;a, haben dem J«e. D1ip«bt«n»veretn in Budapest Hr. Ignätz Schreiber und Frau Fanny geb. Herzstlb 2000 Bulben gepenset. Marts. Ter neueste Nebrrfetzer ber Bibel, Lonstrvator und Prosestor am Louvre, Ledrc.in, wurde gelegentlich eine« Bansttt«» durch einen Richtjuden in eiaem hebräischen Toast •gefeiert. iktzfraA» Hier starb >m 29. Januar der hochdelagt« Raltbiurr Lstbmann Adler. t!r wurde SO Jahre alt und war ei» beliebter Prediger; er gehört« kein?« extremen Pailet an unb war «ine Irstbliebende Natur. Sein vor 2 Jahren herao-g-gebene» Erbauung «buch;2»'«»» ur'ao») da« auch i» Ihrem .Litte7a urblail" ruh««» be» sprachen wurde, zeigt ihn al« geistunb gemiuhvalle» BolkSsthrei:. Iw Interest« unsere Lestr glaub« wir heute schon banmß- Hinweisen zu sollen, baß von ״Metzer'* »Net««« S»«*e-fc«tt»Mk- Lextcoa -, bem bekannten in Hunbrrttaustnb« verbreitet« Rach»' schlagebuch ersten Range», demnächst eine neu«, sünste, gänzlich umaearbeiie'c und erweitert« Aislag« erschein« wird. Liesetbe so» eine Kerwehruug um.7—8000 Anitel, ein« reiu!e illustrat ve Attstattuua und größere depilichii Schrist erhalten. 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