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Israelitische Wochenschrift · 1892-02-26 · 9 (26.2.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
9 (26.2.1892)
Date
1892-02-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Khe«p»»iuz »«t 8cfi/a(ra# noch innner sich atlcheeud verhelbu. S» sinh i« Ganzen nnr 22 Gemeinden, die sich zu eine» festen Jahresbeitrag entschlossen habe«. Möclste» Sselten doch den, Nothrust ihr Ohr and Her» nichl »erießer und eine« angemesstnen jährlichen Beitrag auf ihren Etat übernekunen! 8. £L )Btto«*, W.-Pr., im Februar. (Or><!orr.) Einen derben Verlust hat die hiesige Gemeind«, wie c,uch unsere Stadt erlitten. Herr Uhrmacher Abraham Call- » a n n ist im holnu Alter von **2 Jahren verschieden. Der Verblichenewareinc«hier״Iaeb odajil^Biedermann). Gel'ürtig zu Schrimm, hatte er schon m frühester Jugend zu den Fügen bedeutender Talmudisten gesrffen und die Lebe zur ttkb seine beständige Begleiterin durch sein lange-, mühemies Leben Seit dem Jahre 1843 in hiesiger Stadt ansässig stand er durch Betätigung bürgerlicher Tugenden im höchsten Ansehen bei den Btkennern aller Religionen, wovon seine vor geraumer Zeit erfolgte Ernennung zum Ehrenbürger beredtes Zeugniß ablegte. Nebst eine« emsigen, segen»nick!en Wirken für unsere Gemeinde, war cs auch seine unermüdliche Wohlthätigkeit, die ihn zu einem mustergiltigrn Juden stempelle. Unter anderen war er für die Zwecke der Alliince ]*raälite uoiveraoll» bis in die letzte Zeit seines LrbenS thätig. Er war eia seltenes Beispiel harmonischer Bcreiiigung von Frömmigkeit, Gelehrsamkeit uud VerslLnduif für alle Fragen der Jetztzeit. Jedermann muhte den ehrwürlngen Greis schätzen und liebgewinnen. Ein imposantes Leich, nbegängniß, dem sich der Magistrat und die Spitzen t>er Stadtbehörden vollzählig anschlossen, bewies die allgenieine Verehrung, deren der Heimgegangene sich erfreute. ת, ל צ, כ׳ ד,׳ tVesterrelch-Unsar». Mndapest Tie Frage, ob ein jüdischer Vater verpflichtet werden kann, sein Kind der mittlerweile Christin gewordenen Mutter zu überlassen, beschäftigte jüngst t>ie königlich ungarische Kurie. Der Sachverhalt ist folgender: Solomon Steiabcrger strengte gegen seine gewesene Ehegattin, Frau Paul Schmidt geborene Rosalia Hnß, einen Prozch »egen Ungiltigkeiteerklärung eines zwischen ihnen abgeschloffeucn Vertrages, refprctive wegen Zurückgabe der Tmhler der Briden zur Erziehung und Erhaltung an den Vater beim Szrlnoker küo. Gerichtshof an. In der Klage führt Steinber,zer an, lein« Frau sei von ihm rechtSgiltig geschielten: «»'lerwrilc sei sie zum römisch-katholischen Glauben übergetreten urd lasse dts minderjährige Kind nicht nach den Satzungen der jüdischen, sondern nach denen der christlichen Religion erziehen. Der Gerichtshof wies das Begehren bc« Klägers zurück, da der ftogliche Vertrag die Bestimmung nicht enthalte, nach welcher Religion die Tochter rrzlgcn werden solle. Den Umstand aber, daß die Geklagte ihr Lind niLst anständig erhalten und erziehen würde, was im Vertrag als Bedingung ausgestellt wurde, behauptet euch Kläger nicht. Die Aziehu»g de» Lindes im christliihen Glauben könne nicht als Vertragsbruch gelten. Die :!5.1. Tafel bestätigte den Beschluß der I. Instanz mit dem &:» deuten, daß der Umstand, daß da- Kind bei einer christlichen Mutter sch befindet, kein Hinderniß dafür bilde, dieses Kind i« jener Religion erziehen zu lasirn, zu der es gesetzlich g,:- frt. Die fön. Kurie bestätigte in ihrer an 20. Januar 5stattgehabten Sitzung dieses Urtheil. «jemterß. Die Besetzung des hiesigen Rabbinerpostens wird mit jedem Tage schwieriger. Die am 7. Februar stnlt» gesundere Abstimmung zeigte folgendes Resultat. Bon Ix, 80 armesenden Wahlmännern stimmten 3 t für den P1:z<- Mysler Rabbiner Sch melke-, 25 für den hiesigen Rabbi» »atsaffeffor Braude, während die übrigen 21 Stimuxu auf die Caadidaten Weiß (Czeraewitz), Rohatyn (Zloc- 1«w) und Chase» (Brody) entfielen. Da nach dem Wahlstatin eine Zwerdrittelmajorftät erforderlich ist, so ist-einer gewählt und «s bleibt vorläufig beim Provisorium. mdwtrker-Berei» ,Jad Ehoruzim" bestrM sich seine MttKiedrr nicht nur materiell s» u״l,rstbtzwy sondern sonnt «mH für die Hebang chrr- MsdungsnivaanlA. I» dieser Beziehung findet der Verein seiWch der hiesig». Intelligenz di« gebührende Unterstützung. -.Ho hielt Herr׳ Dr. Wilhä« Holzer für den Verein eine Vorlesung, worin. er »die geschichtlichen Kämpfe der Mackahilli" bespracht: während Herr -lein, Religionslehrer agdea hiesigen Schulen, über das Thema: ,Das Judenthnm und die ׳ Humanität" gelesen hat. Jxm$cn. Nach den amtlichen Blättern waren in Galizien am SL D-gember 1890: 77LWO Inden «ag»׳ 688.596 des Jahres 1880. Der Zuwachs beträgt als» 85.617 oder 12-05'/,. Der Zuwachs der jüdische» Be- ' völkerung Galiziens im letztm Drcennium ist zwar relati» -£׳ größer als der anderer Lonsessionen, i.t ab« bedeutend ge- 5 ringer al» der Zuwachs während des Decenninms l87Ü—1880 welcher 19'/, betrog. Am dichtesten ist dip galizische Bevölkerung in den Bezirken Lemberg (28-!ih'/,) und Lra« kau (28-07'/,). Hiernach folgt Drohobhrzmit 2t»06 am dünnsten kommtdiejüd. Bevölkerung«» den wml. Bezirken!»«». Au» ch-rtz wohin Herr Dr. Jcllinrk sich nach schwer» Krankheit zur Erholung und völligen Wiedergruesuag — die wir ihm von Herzen wünschen — begehen, erhalten wir von d>:m unermüdlichen regen Forscher folgende» erfrenliche Zeichen seiner geistigen Frische, daS wir at»f seinen Wunsch, hier wörtlich wiedergrben: .Hochegeehrter Herr Redakteur! In Numwre 8 Ihre» Litteratur-Blatte« sagen Sie in einer Rrdaktivusnote, daß Grartz die. Loharfrage zum *'4 Abschluß gebracht hat. Gestatten Sie mir, dies m Frage zu stellen. Weder Mose» de Leon noch überhaime ein Einzelner hat den Sohar verfaßt; er ,st vielmehr das Werk mehrerer Autoren in Italien und Spanier^- wie ich die» in meinen Schriften über -abbala bereits gezeigt habe. Die Soharftage wurde überhaupt einseitig bts» her behandelt. Er enthält christliche Elemente. Sei« wichtigsten Bezeichnungen sind christlich, wie Vater, Sohn, heiliger Geist, Matrone. Auch construjrt er eine Trinität, um rem Ehristeuthum sich zu nähern. Das ist nicht ohne Tendenz. Der Sohar strebt darnach, daß di« Christen ibrr Dogmen, wenn auch modifizrt, in ihm finden sollen. Mosas de Leon aber war nicht der Mann, dem Christcnthum «ntgrgenzulommrn. Er war überhaupt ein onprobuctioer Geistsder sich in seinen Schriften wiederholt und was im Sohar sein Eigenthum ist, gehört mehr in da» Gebiet der Allegorie uud der Wortspielereien. In meiner Einleitung zur Apokalypse des Abraham Adulafia habe ich bereits auf die Beziehungen des Sohar zum Ehristeuthum biugewiescn. — Durch diesen Gesichtspunkt wird die Soharsraa« in eine ganz andere Sphäre versetzt und gewinnt auch eine ganz andere Bäxntnng. Ich habe den Vorsatz die» Alles, wenn auch skizzen- Haft, sobald meine Verhältnisse es gestatten, in einem Essay-׳ zu veröffentlichen. ", Es wäre doch schade, wenn die Resultate meiner Unter- Untersuchungen der Wissenschaft verloren gingen. : Gürz, 21. Februar 1892. Dr. Ad. Jrllinek. C(b»d|. Aer», 21. Februar. Die schweizerischen Thierschutzvereine haben beschlossen, 50.000 Unterschriften zu sammln für den Antrag, daß bei den Israeliten übliche Schächten. * durch die schweizerische Bundesverfassung verboten werde*)..: Bekanntlich hatte tie Bundesversammlung letzhin da» von ד.י■ den Kantonen Bern und Aargau ausgesprochene Verbot de» SchächteaS als verjaffungSwidrig erklärt. Durch eine Ver- ■* fassling-aovelle soll nun das Schächten förmlich verboten.. *) Rach tinti anbei« Version warb« bejchlnffen, auf den Erlaß gesetzlicher Bestimmungen in be« Sinne hinzu wirten, baß vor br«- 3 1 ä SchächtaN bie Thierr detäubt »erden, was allerdings identisch «ti Verbot rituellen Schlachten« wßre. Red,

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