Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 9 (26.2.1892)
- Date
- 1892-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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sind wie wir und daß sie ebenfalls nach dem Ebenbild« Gottes geschaffen sind. Schon als erwachsene Menschen dürfen sie nicht von Kindern roh behandelt werden und dann verdient jeder Mensch Achtung, der seine Pflichten erfüllt und siänoe er selbst aus einer niederen Stufe der menschlichen Gesellschaft. Eine gute Wirkung dürften vielleicht folgerdc Worte haben: .Wie darfst Du Dir herauSnehmcn, mit den Dienstboten so zu verfahren: weißt Du denn, was Gott Dich w rd werden lassen, wenn Du erwachsen bist? Du kannst sehr leicht auch eine dienende Person werden und wie würde es Dir gefallen, fortwährend von den Kindern des Hauses bclästigt zu werden?" Mit diesen sür das große, unermeßliche Gebiet de, Kinde-erziehung wenig:» Sätzen, wollte ich aus die Art »int Weise, nie Eltern ihre Kinder in das religiös-sittliche Lel«r «insühre» sollen, hingewiesen haben und hoffe, daß sie!rer: Erwachsenen sowohl als auch die. Kleinen reiche» Segen bringen we.'den. _ Berichte und Eorrespondrrrserr. Deutschland. Megdetnrg. 19. Februar. Heute haben wir ci iei, Mann zur Erd« bestattet, der nicht nur mit der Krone sehr hohen Greisenalters gez.ert war, sondern der selbst eine Krone uni) Zierde unserer Gemeinde gewesen, und um diese sowohl n>i<: um die Stadt sich große Verdienste erworben hatte, denn e:: war ״hilfnich, edel und gut", cs war dies der Herr Ernst Aron Friedeberg. Am Rasch haschono 1890 beging Irerselbe in vcllster Rüstigkeit und Gcistesfrische seinen SO. «8cburistag und »och am jüngsten Jom Kippur stand er n:bst dem Rabbiner während des Kol-Nidre zu Seiten des Kantort, , ober nach den Feiertcgen wurde er von einem Leiden heimgesucht, d:m ec troj! der größten Pflege der Seinigcn am IS. d. Mts. erlag. Der hiesige amtliche Anzeiger widmet ihm im redacti,״ nellrn Thnl folgenden Nachruf: ״Ernst Friedcbcrg, einer der ältesten Bürger uns:rcr Stadt, ist im noch nicht ganz vollendeten 92. Lebensjahr aus dem Leben geschieden. Der Heimgegangene besuche das hiesig, Domgymnasium und trat!815 bei dem damal gen Bankgeschäft von I. I. und Sußmann Heinemann in d e Lehre, wc er auch später mit Einschluß seines Militär-DienstjahreS ununterbrochen bis 1829 verblieb. Im Jahre!829 gründete er sodann am hiesigen Platze mit seinem 1880 verstorbenen Bruder Ferdinand Friedeberg unter der Firma ״Gebrüde, Frirdeberg" ein Waaren-Eommissioas- und Sfedi- > tions-Geschäft. Beiden Brüdern ist es vergönnt gewesen, im; Jahre 1879 das 51jährige Jubiläum des von ihnen b:- gründeten Geschäfts zu feiern, bei welchrr Gelegenheit dieselben einen namhaften Bettag der Stadt zur Errichturg «iner müden Stiftung überwiesen. Bon seiner Majestät den Könige »ourden oie Brüder seiner Zeit aus Anlaß dieser Feier durch Verleihung des Kronenordcns 4. Klasse ausgezeichnet In seinem langen, an Thätigkeit so reichen Leb, n hat Ernst Friede berg auch eine Menge öffrntlichr Et rerckmttr bekleidet Ec war Mitbegründer der ״Magdeburger LebenSoei-sichcrung" und bis an sein Lebensende Ausschuß- Mitglied derselben. Dem Stadtverordntten-Eollegium gehüi-tc er von 1862—74 an, und bis zu seinem vor einigen Jahren erfolgten Austtitt aus dem Geschäft war er Mitglied ler kaufmännischen Vergleichs-Deputatio». Wir begnügen uns mit der Aufführung dieser Ehttnämter, wiewohl eine große Zahl von solchen sich noch aufzählen ließe. Der Versio, bene hat zwei Menschrnalter hindurch die Geschichte unserer Stadt im Werten gesehen und an ihrer Entwickelung thatkräftigen Antheil genommen. Dies sowohl wie die persönliche Lieieusr,׳iir?>rkeä oes Entschlafenen und sein auf Wohlthun gerichtete! Sinn, sichern ihm in unserer Stadt ei« bleibender Andenken." *יי Audem schönen Nachruf de-^Vorstandes derMaadekurzer Lebensversicher ungsgesrllschaftt sei nur der Sthlnzsatz hier mitgetheilt: .Er ist «ns ein hochgesckötzUr Mitarbeiter, vor Alle» aber et» wrrih-r Freund gewesen, der in seinem hohen Alter durch dir auspr»ch«>- lose Heiterfelt, mit der er Freuden und Leiden de» Leben» hinnah«, un» al» «in Muster echier Weisheit voranleuchtrte. Wir werden ihm alle Zeit «ine herzlich« und dankbare Erinnerung bewahre».- Unserer Gemeinde galt er mehr iioch. Im zarten KimbsNalter war er hitthcrgekommen — sein Geburtsort war Karge in Posen — und gehörte sonach zu den Begrünt«!» der hiesigen Gemeinde, deren Vorsteher und Mitberather er viele Jahrzehnte gewesen, verwachsen mit ihrer Geschichte und ihre« Einrichtungen. (Siehe den Nachruf der Gemeindevertretung i n Jnseratrnthcil dies. Bl.) Bon der Hochachtung unb Bttehruug, deren er sich in der Gemeinde erfreute, legte die Bethciligung derselben an seiner Beerdigung Zeugniß ab. Vor der sehr zahlreich in der ettveiterteo Traunhalle nschienencn Versammlung hielt der Hen Rabbiner die erhebend« Gedächtnisrede, in der n ein anschauliches Bild der patriarchalischen Menschen-Bürger- und Jsraeliten-Tugende» des bescheidenen und liebenswürdigen Greiseentwirf, dn dem Hohenpriester Aron gleich'), uns eine leuchtende Feuersäule gewesen, den .Frieden und die Menschen liebend!" — Das Andenken des Tugendhaften, bleibt zum Segen! Mngdeönrg. 23. Februar. Die Berathungen über da» Schulgesetz in der Kommission erstreckten sich in den letzte« Sitzungen auf die wichtigen §§ 11, 15, 16, 17. Gestern standen die §§16 und ll des Gesetzezur Diskussion. Der von Virchow eingebrachte Zusatz wurde angenommen und damit »unseren Wünschen" — in Nr. 6 d. Bl. — genügt. Der § IS in seiner jetzigen Fassung giebt dem Regier«ngSpräsidcntcn das Recht, »wenn seitens der zuständigen Organc d:r betreffenden RcligionSgcsellschaft ei» bezüglicher Antrag gestellt wird" — diese;,«sperrte« Worte sind wörtlich unsererRr 6 entnommen — die Errichtung einer btforfberrn Volksschule anzuordnen, wo die Zahl der Schulkinder einer vom Staate anerkannten Religionsgesellschast in einer Schule anderer Konfession über dreißig steigt. Als nothwendige Ergänzung hatte die Regierungsvorlage de« Vorbehalt des § 11 gemacht, wonach dort, wo drei- und mehrklassigc Volksschulen vorhanden sind, Kinder gegen den Willen der Eltern nicht einer rinklassiigen Volksschule zugewiesen werden dürfen. Die Konservativen machten aber au» dem .dürfen nick t zugewiesen werden" ein ״sollen in der 4 Regel nicht zugewiesen werden", damit hat »un der § 11 seine eigentliche Bedeutung vollständig verloren, (lieber dev Verlauf der Verhandlungen über die §§ 16 bis 18 berich» - ten wir in nächster Nummer.) Werkt». Wie der .Wescr-Ztg." als zuverlässig ge- .% meldet wird, hat die Regierung die Nachgeordnete« Behörde» י aus ein bedenkliches Streben rumänischer Juden ousnerksa« יי gemacht, sich in Deutschland niederzulassen und da« deutsche 'v vntrrthaiienrccht zu erlangen. ES sollen darunter manche -! Elemente sehr zweffelhaster Art sein und namentlich auch a vielfach in Vermögen-Verfall gcrathcne Personen. Die Re- J. gieningei, sollen daher in dieser Beziehung mit ihunlichster | Vorsicht verfahren und in allen irgend zweisrlharen Fällen erst bei unfern Konsuln Erkundigungen einzieheu, bevor sie Jg B. Werkt», 19. Februar (Or.-Eorr.). Ich Ifabe Ihne« vor einigen Wochen init besonderer Genugchuung über die ss schöne Frier der Cchuleröffnung im hiesigen .'Handwerker- 4־ vereine unter Vorsitz unseres GlaubenSgeooffenDr. Schwerin ' 8 berichtet. In demselben großen goldverzierten Saale, in de» J damals die Worte von Bruderliebe und Humarität wieder- Ä hallten, hörtt ich gestern den antisemitischen RrichSrachDe- ») pm sVktt NSV2. v. m