Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 2 (7.1.1892)
- Date
- 1892-01-07
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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- Niger 1× ep/1824046
- Odesa 1× ep/1000834
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gesehen werde» soll, findet nochimmikkiine einheit st-eBeurtheilung. Da« Hebräische ist hier InideS: e» ist Sprachunterricht, aber wird lediglich im Interesse der israel. Religon gelehrt und gelernt, nicht zu sprachlichen und wissenschaftlichen Zwecken.*) Unsere liturgischen Geoetr sind in der hebräischen Sprache versaßt die biblischen Schriftvorlesungen finden clrnfalls in der hebräischen Originalspmchr statt. Di« Theilnahme an dem synagogalen Gottesdienst erfordert die Kenntniß der hebräischen Sprache, uw den Inhalt der Gebete zr verstehen und Bekanntschaft mit der Zeit und Art ihrer B.'rwendung zu erlangen. Dies ist rin Theil de« religiösen Wissens nnd somit auch des Religionsunterrichts, ist aber doch nichts w Niger, als rin ausschließlicher Spcachuntciricht. Wer sich demnach an dem Religionsunterricht bcthcil^i »nd zur Theilnahme daran verpflichtet ist, in u z sich auch an dem hebräische» Unterricht betheiligen ״n> kann 1,6׳,! davon dispensirt werden; die Brthc>ligung am hc.rSischen Unterricht, als einrm integrirender, Theil des Religions- Unterrichts, ist nicht sacultativ, dem Bclielien überlass.׳n, sondern obligatorisch, pflichtmäßig, wie der ganze Uwerricht, so auch jeder Theil desselben. Man führt nur Eltern und Regierungen irre, wenn man diesen grgenül»!r von I)el>räis>1,cm Sprachunterricht spricht; dieser gehört ebensowcnig zum israel. Religionsunterricht, wie irgend ein anderer Unterricht in fremden Sprachen. Es handelt sich hier vielmehr um liturgischen Unterricht, und weder Eltern noch Regierungen werden bestreiten können und wollen, daß ein so cher li'urgischer Unterricht, wie man ihn richtig bezeichnen muß. einen intrgrircnden Theil des Religionsunterricht? bildet, von welchem niemand Dispensation beanspruchen kann. Ebenso wie die katholische Jugend im Religionsunterricht ihre latei- Nischen und griechischen Litaneien und Responsecien, z. B. A™ Liaria und Kyri« eleiaon zu erlernen har. sn verhält es sich mit der israelitischen Jugend mit den hebräisch?» Liturgien im Siddur und in den hebräischen Vorlesungen aus dem biblischen Schriftthum, Pentateuch und Propheten. Das Maß und die Art des Unterrichts ist von den znständigen Fachleutrn und Behörden festzustellen: Eltern können ihre Kinder nicht vom hebräischen Unterrichfwillkürlich dispensiren, wenn sie Schüler des Religionsunterrichts sind und fein müssen, und die Regierung kann dir hebräische Disziplin nicht vom israel. Religionsunterricht ausschließen, da die israel. Liturgie hebräisch und die Betheiligung an derselben nur durch den Religionsunterricht zu ermöglichen ist. Freilich reicht dafür die von der Regierung bewilligte Zahl rou Religionsstunden nicht aus, die israel. Jugend «darf der Unterrichtsstunden für ihre Religion mehr, als I die christliche. Deshalb aber israelitische Confessio»«-! schulen einzurichten, ist nicht erforderlich, denn l. können s solche nur für Elementar« (Volks-) Schüler eingerichtet werden, und 2. werden solche nur^von einer kleinen Anzahl von Schülern besucht und zudem meistens nur in den ersten Schuljahren. Es ist deshalb unledingt nothwendig, selbst wo eine israel. Eonstssionsschule besteht, für die übrigen Schüler der höheren Unterrichtsanstalten eine besondere Religionsd. h. hebräische Schule eiuzurichten. Das Erlernen der hebr. Sprache wird freilich auch mittels dieser Einrichtung nicht erreicht, aber dies wird ja auch nicht erstrebt; da« Ziel ist Kenntniß der hebr. Liturgie und «ine selbständige und thätige Theilnahme am öffentlichen Gottesdienst. Immerhin wird es aber nüthi; sein, daß bei der Beschränkung der Unterrichtszeit Eltern und Schüler das «»forderliche Interesse an tot׳ Erreichung dieses Ziels der Schule entgegenbringen, wir ferner, daß neben dem Unterricht auch die praktische Uebunz nuht fehle. Der ganz« Umsang der überlieferten hebr. Liturzir wirb dabei ebenfalls nicht aufrecht zu halten sein, seine weisrIveschränkvng^auf *) Anders freilich ist et ult den «tubiwnbai und Gelehrte" der «ttentetlsichr» «ff«sch»sw», hier gilt |M 6tubi«m led'gtich der tnib In flHffcttfönfL Erlernun.» zunächst d, r Thüle wird eintrrter, müssen, ivrche im üffentiicheu Sorte«riensd! zum lauten Bortrage komcaen und der allgemeinen 'Sethe ligung anheimfallen; für_ S'ill- und Privcitgebetr mag der Einzelne sich die geeignete Sprache ' wählen, int«h werden einzelne hebräische Gebete auch in d-.-r häuslichen Privatondacht beizubehaltcn sein. 8.-A Kerichlff und COr-r׳rsp»«den,e». Dentscklaud Zn unserer rebattionrlleu ^emertung in vor. Nr. (unter .Odessa-) betreffend: di« sogen. ״)Üdisch-Nationalen" find un» von mehraen SeHer zustimmend« Anschriften zugegangen, von einer Seite auch ein« ab wehr ende; wir wollen die ersteren »dne di« letzter« nicht dringen, und fiit alle ist in dieser No. kein •Saunt Darum lesen wir stimm lich« für di« nächste No. zurück. Di« »lngelrgenheii ist zn wichtig, al» d>1tz wir ihr nicht rin, «i׳tg,l>«nde Sesxr«- chung widrnen sollt«,1. (Die Red.) 8. »>. Merlin, 3 Dezember. ,.Orig.-Corr.) Nachdem im lehren Decrnnium hier bereits vielfach und verschiedenartige Bersuck-e. meist vergetens, unternommen wordcu, einen inki. lichst aus Mitgliedern der verschiedensten religiösen Partien bestehend«!» Verein 'ür jüdische Geschichte und Lit> trratur ins Leben zu ruie», wurde gestern Abend noch einmal ein Expertin nt gewagt, das zwar noch nicht völlig sehlgeschlagcn ist. aber sich bereits auf dem best«.׳,, Wege dazu befindet. Wie sehr der Boden für ein solches Unternehmen günstig und das Aedürfniß fühlbar is. '»:weist der Umstand, daß. obwohl ״! den |UD. Zeitungen nur eine anonym .DasComitä" ״ntcrz ich,ete ״Einlaanng" zu einer konstituiienden Versammlung nach Cassel'« Hotel erschien«» war, sich doch eine stattlich? Vcrsaminlung eingcsuiide» h>ttte, in der die verschiedensten Elemente vertreten rvaren Herr Red. Dr. G. Karpeles wurde zum Vorsitzenden gewählt, und er verstand es mit anerkennenswerther Geduld währe,d des ganzen Abends die zum Theil sehr lebhaften Debatten zu leiten — allerdings nur bis gegen Ende der Versainm« lung. wo, vielleicht ivegrn der vorgeschrittenen Zeit und der Abspannung der meisten Mitglieder, bei der Wahl cireS Borstanoes. trotz vielfacher Proteste, eiuc völlig falsche Eieschäftsokdnung sich entwickelte, die vom Beisitzende״ de; Präsidiums leider unterstützt wurde. Bo» der äußersten Linien war Herr Dr. Lcvin, Prediger der Rejormge inende, erschienen: die Gipsstraßen Orthodoxie ivar zwar durch keinen Meister, dafür aber durch eine Anzahl von Jüngern eertreten Die Wage hielten die .Nationalen", welche priczipiell nichts von den Parteien wissen wollten und für die Förderung jüd. Geschichte und Litteratur ohne vari ikulurisiischrn Standpunkt plaidirten Ein von Karpeles uud :«1.1 ״Somit«“ vorgeschlegener erster Statutrn-Paragraph laui:t!: der Verein bezweck .Förderderung der jud. Geschicke und Litteratur und Hebung des jüd. Bewußtseins unter den deutscheu Inden". Ein Zusatz «zur Bekämpfung des Antisemi. tism'us" wurde von der Versammlung abgclehnt, ebenso da«-׳' Beiwort ״deutschen". Heftige Diskussionen erhoben sich I»:i Vorschlag eines Paragrwihen über religiöse Toter 11z and Neutralität de» Verein« woraus Dr. Karsxles in seiner Befürwonui z viel Elewicht legte. Nach mchrerrn 3!>- den von Dr. Katz (Zögling des Hildesheimer Semüiais) vom stceng-orthodlyrn, der Herren Gottschalk, Lewy u. lli. Bambus vom genräßigt-olhodoxen, d:r Herren Dr.Jibirselb und Dr. Lrvin vom freisinnigen, des Herrn Tr. S a» minka vom unabhängigen und einheitlich.züdischen Stmt״ punkte, wurde der ursprünglich« Wortlaut acreptirt, 1i«I>t ohne t«aß der Verein durch di« scherst Gegensttzlictzleil ׳er Anschauungen Gest hr gelaufen wäre, schon während rec >fteburtsvxhen seinen lnvergam; zu finde,,. Nachdem dies! Klis«pe glücklich passt« «m, ging alles nun mit schwindelnder Ähiielligkest vor sich uni« ehe die meisten lhestmhmer zu! Plesr». nung kommen konnten, war da« vom ,SimiU“ nrnarfm Statut verlesen und ״genehmigt", 'tim druüiche Vrrgara»-