Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 1 (1.1.1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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tr btn Machtmitteln des Geldes oder politischen Einflusses de- Wrnht. sondern auf den reichen Schätzen unserer Litteratur §.und Wisienschast. aus der Macht der Idee, für welche unsere Päter so oft ihr Hab und Gut, ihr Blut und Heben ge- As opfert haben. Möge der neue Verein wach'cn, blitzen und f_ gedeihe» und ^ur Erreichung seines Zieles mit voller Lebens»;״v traft in Tbuttgteit treten. 9fyn<: 27. Dec. (Lr.׳C) Gestern ioare.1 50?ahrc «er* flössen, seitdem die hiesige Synagoge cingeweiht wurte. Der Gemeindevorstand hatte von einer größeren Feier mit Rück- 1 sicht auf die Wahrscheinlichkeit eines in nicht allzulangcr Zeit ■ ׳n Angriff nehmend,» Nenbaues Abitand genommen und mir für de» Vor bend de» eigentlichen Jubiläumstages einen יי Festgottcsdienst festgesetzt, der gestern im Anschluß an den um 3'/, Nachinittags stattfindenden Nachmittagsgottesdiciist »!׳gehalten wurde. יי■ Die Synagoge >var reich geschmückt. Ein aus Mitgliedern der Gemeinde bestehender Chor leitete die Feier mit dem Liede: ״Herr ich habe lieb die Srtttc deines Hauses' ein. Darauf hielt unser hochverehrter .׳jerr Rab'iner Dr. Wiene r die Festpredigt. Nachdem er auf die Enstehungs-! '/ geschickte d,r Synagoge eingcgangcu wir, hob der greise! ׳^Festredner die allgemeine Bedeutung eines Go tcshai ses! ‘ hervor: *>■ ״Eine», Berge fei dassrlb« vergleichbar, auf dem ein reine ■־*.. frische Lust wehe, w«! man sich aller Sorgen und Mühen ted Tajcins :;■£- enthoben, wo man sich seinem Po»c näher süh:e, als irnnien im , . lbal« Heule, wo -leider und Grinde sich in Angriffen gegen An-! l^' HSoger einer bestimmten Eonsession gefallen, sei da» MolbShons der ilntmU der ״»gerecht Angeseindrten. Wer seinem Herrn diene, der ^-7 könne mit Ruhe den ilnieindungen entgegensehen; denn indem wir x^^alle einen«Äoll verehren, sind wir gefeit geg » nie nied-:t׳n Angriffe. Diese Angiiffe gehen aber nicht nur von unseren Stiniwr ru׳i, nrch dt , innerhalb der Gemeinde hätten gar manche- Mal Zivis Ipkeiie» l«- /. itnnben, wenn nur der geringste Resormgedonte angeregt »u«d<. Diese ^.it-Leilen sind wohl vorüber, aber er, der Redner, körne do» »ich! r»b:n, , £4. -ur Einigkeit zu mahnen, wenn auch einmal trifferenz:״ >ich> zu £1.' vermeiden ivären Wo jungev'anb grüner und den Sri in schmusen da muffen erst die all«», verdorrien B älter ibsalie» Bei aller ^/-Piell» gegen da« Ailehnpüroige, A>»hergeb:achle, sollt: ru>!> sich tiKt) r:. ja rheilweisen Reformen nicht versMIieffen.' Mit den herzlichsten Wünschen für die Zulu:ist der ^/Synagoge schloss der Redner die Predigt u»v kniip't,: daran eine kurze Secleiiscicr für Diejenige», dir!ich z. Z. »m den, (ft■;■ Bau verdient gemacht haben, sowie für di«: vier tierstorbeiien - Könige, unter denen die Synagoge gestanden hatte. Nach. : rimm Gebet für de» Kaiser, die Kaiser », das Kaiser!ick)c! /./ Haus, für die Behörden des Staates i nd der Stadt, für;die Vorsteher und Repräsentanten der G:1»ci»de, machte die! -Hymne: ״Preis und Anbetung sei unserem Herrn' den \ Besch! u ß der eigentliche» Fcsiseier, die trotz ihrer Einfachheit! des tie fsten Eindrucks auf alle Anrmscnten nicht verfehlte. \ Scbweij, ן r ־ Kt- Kalle«, Mitte Dccbr. <Or-C1r.) So hätte nun! Schuch der Nationalrath in der Sehächst ag: sein entscheidendes /. Wort gesprochen. Nachdem der Rekuis ,er beiden KantonS- H, Regierungen von Bern und Aarga» g:ge, de» bekannten, ^^;ihr-Schächtverbol als verfassungswidrig > ufh.'bendcn Bundes- . rathsbcschluß vom 17. Mär:!890 vom Ständcrath schon q-' in der jüngsten Maisession, wie Ihnen s. Z. berichtet, ab- -gcloirsen worden, lag derselbe vergangen: Wochr auch den! / Nationalrath zur Behandlung vor und sahen wir der bezugliehen Debatte und deren Resultat mit nicht geringer Spannung entgegen. Als ein günstiges Omen konnten wir!ä^pon voruhcrein die Nachricht begrüß», daß die Mehrheit ^..dcr nationalrathlichen Commission für Bestätignna des Bundcsrat hsbrschlusses und nur die Minderheit für Begründet- /. Erklärung der Rekurse sich erklärt. fe. . Für erstere reserirt zunächst Griesbacher, Abivcifung ^,beantragend, indem er ausführt, daß nir zrnds das Schächten A -verboten sei, da es, weil nicht thieiqmüerisH auch nicht > dir öffentliche Ordnung und Sittlichkeit verstoßt, m sei es ein integrirrnder Thnl des jüdischen Reli- .esetzeS und er warnt davor, die religiösen Gefühle zahtreiiher Mitbürger :hm Not!» zu verlchvn. In gleickse»! Sinne spricht sich Etoppami als frunzösislher Vir chrerstatter au», indem er sich na mentlich aus dos Zeug»iß der Experten und die zakslreichcn wissenschuftliä/en Gutao»ten beruft. — Für die Com missionsniiiiderheit welche d:n Relurs begründet wissen will, reftrirt Thierarzt Schindler, welcher sich zunächst gegen den Vorwurf Antisemitismus zu ׳reixn, verwahrt. Au« eigener Ausfassung habe er die Ueberzeugrng g'wonncn, daß das Schächten eine Ihürguälerei sei, >o>1s von Autoritäten (?) ixstätigt w:rdc D< Abweisung jt net Rekurse bedeute Lahmligung des Rechtes der Ktiitom, lber das Schiachten Bestimmungen zu erlasse» Sv nnmig wie sonst arf die Inden Rüiksicht genommen iverde bczüplich ihres ,Sobbtiths, an w:lchem deren Äiniwr die Sch ilt besuchen, sei auf den Sch«1chlgtbra11ch Rucks cht zu nehme». Cbcnso spricht Pvgelsangcr im Sinne kr Nkindcrheit; auch er will von dein Antif.-Barillus nicht aiigestrckt sein, sieht sich almr doch veranlaßt, auf die starke Strstmung hinzunieisen, die gegen'värlig qcge» die Juden sich zeltend mache und gewiß nicht abnehme 1 werde, wenn d!e׳ell>en in ihrer S«׳ndcrstellnng!»:harren. 2» ihre>n Interesse stinrme er gegen krs Lckjächten. 2hm schließen sich Steiger rnd Joos an: ersterem sind die (Gutachten .zn Gunsten des Schächte»s nicht maßzebend, weil sie zumeist von Inden eingeholt worden uni festerer stellt in Abred«, daß das Schächte 1 einen rclig ösei! Akt involmrc: nicht die 2»kenschaft snidern kis R bb.nrrthui» wolle am 2cl>ächt:n festhalten a is Furcht, wf; seiir Einfluß (? a> irhme» körnte. Diesen A uslassungen tritt Dr. Ming e11k7giic.) ׳:»tgcgen und ixist bc-vnderS die!«linängelung der erwähnten!!')»tachten entschied.n zurück; clx11׳sa?.>ccurt׳nS, we her frögt, <>b »ichr >och etwas Aiiiijcinisrui: in der Frag« mi spitle. Clerad weil sich Autorilät ge n Autorität lxzüg ick> de«? Schäcktens entgegem rcien, solle in in die religiösen '^ef chle der Jude,׳ schonen. Einen mächtig!׳» iiacdlnltigen Einirn k »!acht« jck ließ lick die ׳liebe d:s Bunicsratbs Ruchonnel: rr bete nt, das d>w Lcksächten nach den 1i.>e::ein1ti1n!n:ndl! Nrthcil de! dcveureiisten Fnchz:lehitc» Europas, t«»1 sich auck tfirof, Carl Vogt anfchlnchi, nicht grausamer sei d-J di!׳ übrige,׳ Schlachtmethcd«». rcaaiiszesetzt, daß die Vorkceitnl'gs Ha11d:nngcn richtig zejandhab: wurde». Wolle inan all. T!crguälerci bciin B:r!1schlcchr.» lieieitiget, sn sei anderswo zuerst oen Ansanz zu niachen, ehe man di: traurige Sack!c de«! AntisciiilismuS ausziibcute» viriuche. Cr weist ferner da raus hin, daß »ach oe» soizsälkigste» Insorinativncn be. allen i^tjaiidten und E aiisul» kein Staa der Erde existire, d.m das Schächten vei biete und endlich, daß es ir. de,׳ Schüchts:«,ge schwer sei, den religiösen Akt ganz sortzuleugnen, während die Jude» eiimuihig behaupte:, das es sich hier um eine Satzung ihres Glaul>e»s handle. Die genannte Reli» gionssreikit solle auch den jiidijthc» Mitbnrgcni zu starten k imnirn Nach dreitägiger Delnrlc — cs wäre,: nicht tveniger ais!5 Redner r.usgetr:ten - lind nach Ablehnung einiger Indivibualaiiträg: wir: zur Ilbiiimmung geschiitten. Mil 80 gegen 43 Stimmer »vende» die Rekuise von Bern und Aargan in Uebereinsiinimung mit dein Stadtrcich abgewiesen. D«rs Verbot des Schächt« ns ist svm.st als veisassungswidrig crkläit. Stußlaud. Auc> «chtzrfl» koinmt die ^irauerkun de. daß einer der hervorra«,endstcn Vertreter der russischen :Zudcnheit, einer der eifrigsten Käinpser für die Bildung und bürgerliche Hebung seinei C-tammesgenosscn, der ir den l!׳wr:n zehn srlnrli gleichzeitig Führer der .Palästina-Bewegung riar, am :!3. d. M. im Alt«!: von 08 Jahren zu Grabe g«׳trage» wurde. Dr. Leon P nöl'er, der als Arzt in ükssa in h!)hem Ansehen stand, st außerhalb Rußlands ganz besonk:rs durch s-in entschiedercS Auftreten zu <8,«nstcn ein>׳r ״Colonisinon Palästimi's knr«!z Juden' bekannt gen>ord!en; sein in t«r Schrift »Axtoeinancipativn' :»twick:lies Projekt