Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 49 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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,__ er wiirti IMbtamnea mit fcüurraay»Stau.* ‘Hhtwi hatte er da» Wort gesprmhui, al» die Schelle ertönt« und Herr Dr. Norden mit seiner Fra« «nd «och "einer Dame eintrat. .Sieh einmal, Papa, wen ich Dir- «itgebrocht habe,' begann, die jung« Fra«, »och «he sie ordentlich i« Achnmer war. .R»» «e« denn?" fragte nmgieria Frau Norden. .Rächet," fahr -die j««ge Frau fort, indem sie die andere Dame absichtlich üb Dank«« stehen lieh. .Das ist schwer r« rathen", sagte Herr Norden. .. »Meine Sittahl' rief sie freudeg, hat mich überrascht. ^Sittahk" riesen die beiden Ätern wie au» eine« Munde, .Sittah I" 9ol»ol»nra »loobow! Und nun wurde da« Mädchen herrlich bewillkommt, Herr I. wurde vorgestellt, und bald saß die ganze Familie «m den Tisch. Sittah erzählte von der Heimach der jungen Kau, von den Eltern und Geschwistern und dem Lebe« in »nlizirn. Wer da« junge Mädchen sah, mußte von deren Schönheit gefesselt »erden. So erging es Herrn I. Al« sie nun gar.anfiag mit ihrer sympathischen Stimme zu erzählen, da war tr ganz entzückt. E« stellte sich im Laufe der Unter» Haltung heraus, daß sie gemeinsame Bekannte hatten, und so verfloß der Abend kür Alle zu rasch. Al« man sich ' trennte, war rt längst Mitternacht vorüber. (Forts, folgt.) Orß«t »«di De« ' »»litiir« yirf»i|»«|. , Drama t» ater »e««N von Hel»rich Be»». l5ortfe*B*8) | em: Recht that mein Sohn. Die Wehrlosen galt e« . Doch wo die königliche Macht aufgrreizt von Priestern selbst Hand anlegt an die Bertrribnng. -erstand ein gleich gefährliche« al» ohnmächtig Walmdach fahret fort. El kan: Nutzt allein der blutdürstige Großinquisitor Toeqnemado ist'», der die Bersolguogen durch Mord und 'IBwmd nnschütt; auch wild«, glaube»«eifrigr Ritter, au» tuerschiedenen Orden hemmen me Flacht der unglücklichen -Ttzchrch de» Schwer»« Schärfe. — Dem Ritter Semo, dem »Dnlder de» mächtigen Orsini, trat Euer Sohn muthig ent» gagen. Er hatte nur wenige seiner Freunde, die übrigen Maren vom de» Feinde« Uebermacht nirdorgemetzelt, uad als «r feine Getreae« fallen sah, al« auch fein treuester Freund ^.Femando verblutete, da stürzte er sich auf Semo selbst und fmch ihn nieder. Eckperaa zn-. Den Bruder de« Kardinals Orsini — »eh. er wird sich - furchtbar '•« un» rächen. Doch mein Satzn, «em Sohn, wie bat er sich «rettet? Elkau: Noch weiß Orsini nicht. Der Kampf war an jenem schroffen Abhang, di» ich, al« Münch verkleidet, . ausgesucht. Ach qjlte, schnell hvchei. Nach sah uh, wie er de« Gefallen» in dm Armen hielt nnd um Vergebung ihn Ich rief ihm zu: .Fliehet- «nd warf ihm em hü», worin dir Tracht eine« Kreuzritter« sich befand, ich stet» mit mir tti»& um, fall« al» SRftiub verdächtig, Tracht anzunehmen. So ist denn Euer Sohn in der jfi nKci xitsjnnctv aefUA«tt E»p«ranza: Wißt ihr nUht wohin mein Sohn ge* t? Hürtet ihr seitdem nicht« von ihm? El kan: Al» ich hierher eilte, erkanme ich ihn unttr- »vieler al» Krenanttrr verkloidet, dm gleich« Weg > suchte. Ach tonnte nnr einige Worte mit chm Er.woü^ sagte er, »ach dem Batiean zn« Hardt* ") hinbegsdm, denn er habe die Pflicht, den Sento'» zu erfüll». Eine ^roße Kühnheit «rme« Sohn«»'. In dm nch): Künste 6c«»«. Durch ko# Fenster de» obersten Gemnche», welche« di« weite Anssicht über Rom oewähtt, sah ich wie Kardinal Orstni sammt Gefolac sich hierher begiebt." ESprranza: Wehe an»! S» drohet «in große» Unglück. Orstni kommt nnr um un» zu Verderb». Elkan: Seht ihm au» den Augen, Don Isaak, bi» wir erfahr«, «n» sein« Schritte hierher lenkt. Rüben: Entfliehet Herr, entfliehet. Der Kardinal Orsini will uns Me verderben, und gegen Euch edler Herr ist seine Wuth besonder» gerichtet. E»pera«za (i* He« drin,««»): O rette dich, mein teurer Gatte, rette dich und fliehe. Arm ((tob): Ich fliehen? warum? Was habe uh denn verbrochen, daß ich fliehen soll? Ach fürchte nicht«, denn mein Gewisse» ist rem; und schützt den Kardinal die Priester* würde. so schützt mich der Beruf al» Arzt. — Eilet Rüben und bemset die Würdigen unsere» Stamme», daß wir den Kardinal feierlich empfangen, («»den ab) Nun mag er komme«; und wa» er mich auch zu fragen har, er soll den rechten Mau» an mir finden, und ich will die Antwort ihm nicht schuldig bleiben. Sechste See ne. (Ban der eine« Seit« nahe» Orstni und »Holge; von der anderen «ehrere Inden. Ae« tritt an der SptGe der Inden dem Kardial entgehn mit Berbenanug): .Seid «n» grg.üßt hoher Kardial. Im Namen meiner unglückseligen Brüder, welche auf den Boden Roms durch die Gnade de» Oberhauses der Ehristenheit eine Aufnahm* stättr gesunden haben, heiße ich Eure Eminenz willkommen^ Gott segne den Pavst für diese gute That'. Orsini: Ihr seid wohl die vielgerühmte Arzt Ucm. der sich vermefl«» Hot, au der Spitze der Judeumassr sich zu stelle», die in Rom nur zeitweise durch des heiligen Vaters Gnade Aufnahme fand? Sem: Der bin ich Eure Eminenz, nur ein bescheidener Arzt, rsiui: Der hnlige Vater hat Euch gnädig hier Ausnahme gewährt und ihr mißbrauchet feine Güte. Aus Spanien strömen massenhaft die vertriebenen Juden hierher. Dies wollen wir nicht länger dulden. Wir Hab» genug an Euch, die schon ansäßig sind und uns die Lust verpesten. Wir wollen es nicht läno-r dulden. Entweder verlasset Euren Glauben, der sich Ll-.rlebt hat «nd anerkennet die Lebr, Ehristi, oder w». jagen Euch allesammt fort aus unserem Land«. Ihr seid ein hartnäckige» Volk, habet «nsr» Heiland vrrfolzt und gekreuzigt und wir sollt» -Euch in nuferer Mitte dulden? Ahr «»»et Euch da» auserwählte Volk, habt einen eimig» Sott für Euch usurpirt, ein» Gott der Rach« mit Mund, Rase nnd Armen. Run» wir woll» sehen, wie er Euch herauehelsrn wich, wenn wir Euch von hier vertreiben; dm, in Eurer Religion liegen verderb* llche Grundsätze, die all« Tugend» de« Volkes vernicht». Euer Gotteshaus ist rin Haus der Lästerung. Ahr seid zur Schmach und Schande nur geschaffen, als ein Auswurs der Hölle und ihr müsset sott, sott, alle sott von hier.. De«: Eure Worte, hoher Kardinal, schlage« ui«» tiefe Wuud». Das Oberhaupt der römisch-kawoliscb» Kirche hat uns in seiner Milde und Gerechtigkeit d» Aufenthalt in Rom zugefichert. Eure Eminenz können diese Bewilligung uns freiwillig nicht entzieh» Roma kmnt unser Volk al« «in rechtschaffenes und hat seit Jahrhun derten chm eine freie Stätte gewährt. Hier war schon Julius Earsar gerecht »no großherzig für di« Jude» und die politsche Freiheit wnrde von zahlreichen Herrschern Roms Yen Inden bestätigt. Einst wird man die Menschenrechte und die Freiheit des Glaubens erkenn», dann wird man dies« Mauern, »elch« Eutt Eminenz «« unsere Wohnstätte schaff« ließ, »iederreiße» uad die« Ghetto, welche» un» wie ein Griäng- »jß angewiesen ikt, nur noch al» «in Denkmal der Undnld* samkeit «nd Finsternis betracht» Wir sannt» uns da« a»«erwählte SaU, weil wir das höchste Klriuod de« M»sch«n, dir religiöse Wahrheit, zu hütm Hab«, well wir ein Streb«