Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 48 (1891) · p. Seite 186

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
48 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/6492351-8722846-5959753--1769-5374835
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

>B ft nicht mchr zu Hause bleibest <I8ilkt, oderWh vmeckst «ich Erdöl, oder sei« Bücher waren ^,s» durch, ioauder gestellt, daß er ketue» »ehr finden konnte, kurz ine eigene Wohnung wurde itz« tßglich ungemüthlicher. -?it verdrießlicher Mime gm» er einher und alö Red J«ckf jn sragtst wedhalb er verdrießlich sei. kdgst ihm der junge ^ana sein Leid. .Innggefellenwirtfchast" war daS einzig«, .vaö Red Jakos erwieoerte. Dr. S wechselte nnt dem Dienst-, ^oten — es war womöglich noch schlimmer. SS blieb ihm keine andere Wahl, al» seine Schwester zu bitten, ihm seinen Haushalt zu fuhren. Aber auch hier schien der «obold gegen ihn zu agirirrn. Dieselbe verlobte sich und tonnte sein« Bille nicht erfülle». Unterdessen war da» Channkahfest herangekomme» und Sieb Jakos schien es nicht enebea.zu sollen, seinen jungen Ras unter die Ehuppe führen jju dürfen. Fi» schverrr Lungenkatarrh warf ihn auf» Krankeulager. Es kamen schwere Zeiten für ihn, und sein Ras zeigte auch jetzt, daß er ei, Mensch war, der in jeder Lage dä Leben« «chr al» sei« Schuldigkeit thut. Jeden freie« Augenblick verbrachte er a« Krankenlager de» Greises, dem da» Spreche«, «a» ch« BedÜrfniß war, ärztlich verboten worden. Hier traf et-^fters mit Esther jusammen «ad deren stAe», wohl- 2««»des Walten auch hier a« Krankenbette tbat ihm »vhl. ist jetzt «erste er, daß Esther «in hübsche» Mädchen war, ganz geeignet, einen Mann glücklich zu mache«. Red Jakos [Ufte eine» Time», al» Esther bei ihm allein war, ob sie 'einen Ras wohl heirathen möchte. Betroffen errötend blickte Esther auf. »Ich bleibe bei meinem Bat«-, entgegnest sie. »Ober Dein Batrr bei Dir und Dunem Mann*, entgcgtxfc er. ^Ssth' Esther, er ist so fromm und brav, .Du bist so lieb und gKt, ich «eilst, Gott hätte Euch für ein» ander geschaffen. Wen» er Dich fragh sag nicht nein*. »Ich bin viel zu gering für ihn', stotterte st« errötend. »Tagst nicht nein, wenn er fragt?" drängte der Kranke. Dir Lhüre wurde geöffnet und der Eintritt des Arzte« enthob Esther einer Antwort. Er a»tersuchte den Kranken nnd iandpih» schlechter al» a» vorher«heuden Tage. Reb Jakof sah diese» au» dr« erusteu Tone, iu «Ache« er iogtr, sich ja ruhig zu verhalte». ,&Utr« noch acht Tage?" fragst er den Arzt. »Hoffenüich noch länger" enmederm dieser, »aber Sie sind aü «ad müssen sich sehr schonen"» . Er verschrieb noch eine Medici« and entfernst sich, indem ec sagte, er käme gegen Abend wieder. »Ist e» so weit, sagte Reb Jakos, al» er allein war, so muß ich »ich eilen." Und er fing an Psalmen und Gebete z» sage», die ihn auf sein Ende vorberntr» sollte». U« die Mittagszeit kam Dr. S. Er fand den -Kranke» fchr oeräudert und beschloß bei ihm z» bleiben. Der Husten quäl« de« Greis furchtbar. Erst nachdem De. S. ihm eine Morphiumeinspritzung gegeben ließ er etwas nach, sofort beglöm Reb Jakof: . »Rabbi — «ei« Zeit ist kurz — ich «aß c» — bald steh' ich vor Hasche« jwdoruad.*) — Bor «eine» Tode will ich Euch »och wa» sage» — Nehmt Euch «me Fra» — ich Hab' eiu« für Euch gefnvdeu —Sie sagt nicht «ia. —" Ein langer Hustruanfall unterbrach cha. Dr. S. bat ihn, sich doch nicht so anz»streu gen. er aber schüttelte sein Haupt «ud sagst: .Ich habe kein« Zeit". Nach eurer Weile fuhr er fort: Ich Hab' Euch lieb, wie »ei»«« eigen Kind und darum — «irre Koosto» Ofcqpl Hab' :ch für Euch — Gott wird Euch segne« Esther — Ei» weiterer Huste» unterbrach ihn, uud als er sich erhust hatte, tonnt« 4t nicht mehr sprechen -- die Swrache wm: fort Matt und röcheln» lag er da, mit liebenden BW«t betrachtest «p de» «« seine« Lager stehende» De. S. an >rS^tzie»Ll« ob der. Kraust jctea Ku Mist .ftf» pH** iri.«r! der Athem durch dir .WaGer", best er und Dr. S. willfahrst seiner VittstZ Das Wasser schien ihm Erleichstruug gebracht zu hnbMl denn als jetzt Leute erschienen. die Dr. S. hatte rnseu,^ bat er sie durch seine Miene» sich i« Nebenzimmer auW halten zu wollen. Rur der Borssther und Dr. S. hlieb»^ au seinem Lager zurück. Die drei Männer schwiege« et« Welle. Endlich begann Reb Jakof: »Ich Hab Euch gesagt, ich will Eure Esther unter dst^ Ehnpp« führen — das kann ich nicht — denn — mit mttn > geht es zu End«. Aber als Kalle will ich sie noch scheue >bt Sir unser« Ras zur Frau — ich halt' für ihn dru»»- . Er — er hat mir'» gejagt — »der ich —" •«'. Sprachlos starrst der Vorsteher dea Schammes a^Z Ihm war e» unbegreiflich, wie dieser, so nahe seinem Todo^?. daran deakea ckoun«. Al» aber Dr. Saus ihn zutyst «udI innig zü chm sagst: .Ja, ich bitte Sie um dst Hand Ihrer?) Toewstr, Red Jakos hat für -mich geworben", sprach <cg freudigen Herzen«: .So soll das Schmerzenslager mir zur Freude werde» 1 '„i Weu» Esther eiawilligt, ist «eiu Herzeuswuusch erfüllt", -Hol» Esther" d,äugst der «muke. .holt sie". Esther wurde geholt und war nicht wenig erstaun als ihr Later chre Hand erfaßte uud mit zitternder Stim« fragst: .Esther, «st« Kind, willst Du die Frau unsere» liehe Freunde« hier «erden? Reb Jakof uud. er habe» «ich eben um Dem« Hand gebeten." Err»the»d sah Esther aus ihre« Vater, der sie «och" der Haad hielt. Da trat Dr. S. an ste Hera» nnd sagst^ i» weiche« Ton«: , . - ff .Esther, werde» Sie die Memel" J Ihre Auge» füllst» sich mit Thräaea und ste erg die Hand de» vastr« und sagst: . .Gerne «Ul ich die Ihre werde», aber de« Batrr lasse ich nie." .Gott segne Dich für diese» Wort »st» Kind!" rief di« sie umarmend uud führst sie dem Dr. S. zu» oer inuigr« Kuß sich «st ihr verlobst. „MmoI tow* töust e» von den Lippe» de» Krank der jcht ermattet sich zurücklehnt». Eia leichter Schlummer befiel ihn, so daß sich Niemand zu reaeu »rate. Ateayüae wurde» immer kürzer, aber der Kvmke lag da. Südlich schlug er die Auge« aas and brgau» Schema zu sagen. Mit de« Warst «odock entrang fick «ir Seufzer seinem Munde. Die Seel« hatte dst irdische Hül" gesprengt, der Gstst kehrt« zu de» zurück, der ihn «schaff» Reb Jakof war zu festen Büsten stagegange«, «a sstUGse? Totenbette hatte st« junge« Paar den Bund fürs geschloffen. Wunderbar« Fügungen des Himmels! — Ernst uud aemeffe» trat das Brautpaar de» Weg «mW de« väterlichen Haus« an. Der heilige Ernst, die Bungt» leih die Ahnung des Ungewissen, welche der Tod in sst" Begleitung hat, hatte» sich ihrer bemächtigt. Die schstd« Seele hat de» auf Erde« bleibende» «m ernste» Löscht wort zagerusen und wortio» schreist« dst Reuveelobsta- Straße stlüang. Da dmegittt ih»e» der PostdHW gstbt Esther einen Brief;Escher stockt deaftlblsttackuake, m dst Tasche. Plötzlich wendet, sie ihr «uMcht ff Bestobst« z» und fragst i &ssa - " ^Velcheu Authstl nah» doch Reb Jakof a» Gstchickl uud da er dst Fände Hab» tonnst, festst« ' erfüllt zu sehe«, muß er davon. Woher stammst Jalos rigrutlich?" u: T ' ^DÜ» kau« ich nicht f«me»s-la ste H» ruhe» der Gegenwart, lebe mir. - Ich röstß. «ste viel ~l~ ■*“ um Dich so glücklich «achra z» ktzuistn. w" möchte, über, hob« Gchmsd mtt mir; UsttMl jetzt' d»«ßt-»Ld^ wird «ich \> »■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.