Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 39 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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äk kv$ \QftiA ttttitt knrzer' ZeÜ etM OmftkM^Tlskpe^n " itn «ußte. Leer Joseß der fk nicht ah* den Aug» hatte, war sofort a» ihrer Seite und half ihr btun allen der Schlittschuhe. Besorgt fragte er nach dem Eirunde, »eHalb Sittah schon anfhören wollte und er erfuhr denselben Alt aber Sittah jetzt auibrechen und nach Hause wehen wollte, widersetzt« er sich diesem Vorhaben energisch. 5w »ngenblick hatte er einen Keinen Schlitten herbeigeholt «ad bat Sittah, darinnen Platz zu nehmen und chm zu er« tauben, sie im Schlitten zu fahren. Smah wollte da» nicht, aber Esther und die übrigen Mädchen drangen in Sittah, bi» Pe einwilligte. Bald war sie nicht «ehr die einzige Dame, die von chrem Herren im Schlitten gefahren wurde. E» hatte sich ein« lange Reihe Schlitten gesunden, die in gleiche» Tempo über di« EtSfläckn glitten. Heller Jubel «tönte au» dem Munde der in den Schütten sitzenden Damen. >m Ende der Bahn teilte sich die Reihe der Schlitten und 8*“ alt e», wer der Erste amAufana der Bahn ist. Pfeilfloaen die Schlitten dahin. Sittah bat ihren Herrn, »on dem Kämpft um den Sieg ahulassen und langsam den /Andern nachzulaufen. »Haben Sie Angst, mein Fräulein,- fragte der jung« Manu, »Sie können unbesorgt fern, ich laufe ziemlich sicher." .Ich bin nicht ängstlich," entgegnet« Sittah, aber ich mächte Anlaß zu einem Unfall und Umfall geben." »Mir ist» schon Recht," erwiedette der junge Mann, seinen Lauf so viel wie mäglich verlangsamend, »ich unterhalte «ich * lieber mit Ihnen, wenn e» Ihnen Vergnügen bereitet. Ich hi» ja Schuld, daß Sie hierher gekommen und Ihr Wille 3t mir Befehl. Ist da» Tempo, da» ich jetzt nehme, auch och so rasch?" -Rein," entgegnete Sittah lächelnd; »aber Sie müflen tzßkrklich gut laufen, da» Sie in langsamen den Schlitten fmktbewegeu können," »Solche süße Last versucht mau so lange wie möglich 4« erhalten," versetzte der junge Mann. »Pfui, Herr Joses, dient Ztznen die Sprache auch um DedanKn zu verbergen 7" »Ich verberge mein« Gedanken oft, aber ui« durch die ud habe» Sie heut« auch schon Gedanken verborgen?" »O. welche Masse besonder« heute." .Ware« di« wohl nicht so viel werch, daß sie ausgesprochen werden?" »Da» wage ich nicht zu beurtheilen. Darüber «ächte U) Ihr Urtheit hären." »Würde Ihne« mein Urtheil maßgebend sein?" Ist da» Fall, so sollen Sie «» offen hären." »Run g«, aus Ehrenwort?" — »Auf Ehrenwort." Sie waren »eit hinter den anderen zurückgeblieben. Der junge Man» konnte sich nicht satt sehen au ve» von -1er Kälte rosig angehauchte» Aimitz seiner Dam« «ad er üedanerte aufrichtig, nicht fortwährend da« Gesicht sehen zu Wunen. Rnr wenn sie da» Köpfchen «andle, «chaschtr er «men Blich und al» sie jetzt, aus ihrer Vethenerung »Ans Gheenworl" ch« ihr volle» Gesicht zuwandte, schlug er verwart di« Auge» nieder. Er schwieg, Wie* noch immer Üicht redete, fragte Sittah: »Run, Herr Josef, ich häre ja gar nicht». Also, wa» chten Sie heute, ohne e» au»zuspr«hea?" Er neigte s«i«n Kopf und sagte ganz leise: »Ich dachte» daß Sie ein reizende», entzückende» Wesen fl" »Sehr recht thatrn Sie, diese» Gedanke« unausgesprochen er ist e» nicht werth^ an»gesprochen z» werde», er." neigte er lächelnd seiueu Kopf gegen sie und Ir«6*» Kt n wett« .Ich dachte, hchrähtnunlisch sei» »üsi«, Sie lieben z» dürfe» und vo» Ihnen wteder geliebt zu werden, daß ich «ich bestrebe« wolle, derjenige zu sei», der diese» darf — Sittah hielt sich die' Ohren zu und rief: .Seien Sie fülle, Herr Josef, sie haben klug «tha«, Ihr« Gedanke« z» verbergen, denn da» ist ja alle» lauter dumme» Zeug wenn Sie nicht» Geschettere» wissen, seien Sir lieber stille." Roch ehe der junge Men» erwiederu konnte, wurden sie von den übrigen Schlitten umringt und unter Lärmen und Schreien machte «an ihnen über ihre Schneckrnlanferei Vorwürfe. Der lunae Mann zuckte die Achseln und sagte: »Der Herrin Wille ist de» Sklaven Besthl!" Sittah erhob sich nun, um au» dem Echlittte» zu steigen und fragte Esther, ob sie mit nach Hause gehe. Esther war dazu bereit, und auch die anderen Damen wollten au» de« Schlitten steigen. .Halt!" ries da der Einjährige, .der Schlittenloha muß bezahlt werden," und damit wollte er feine Dame umarme», uni ihr eine« Kuß Hu geben. Diest jedoch, eine lebhafte Brünette, war flinke al» er, sie bückte sich schlüpfte unter seinen Arm hindurch, hierdurch verlor er da» Gleichgewicht, fuchtelte einige Male mit seinen Armen in der Lust herum und fiel dann, so lang er war, auf da» Ei«. Ein laute» Halloh begleitete diese» Fall und diese» Jnttrmezzo wurde von den übrigen Damen benutzt, um au» dem Bereiche der verschiedenen Arm« zu entweichen, wa» anch allen gelang Roch verschiedenen mißglückten versuchen, sich zu erheben, wobei jeder versuch vom Gelächter.der Anwesenden begleitet wurde, war <» ihm endlich gelungen, sich aufrecht za stelle». Er war, abgesehen von einten Hautadschlürfunge«, gelinde davon gekommen, doch hatte er genug und machte Anstalten, di« Eiödahn zu verlast««. Auch Esther und Sittah verließen da« Ei» und der Einjährig« und Herr Josef erboten sich, di« Damen nach Hause zu geleiten. »Wir wollen den Weg schon alleine finden", sagte Esther zu dem Einjährigen, .genieren Sie sich wenn Sie noch bleiben »ollen, unserethalben nicht." .Ich habe genug", «rwiederle er lachend, »wer den Schade« hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." »Sie machten auch einen zu komischen Eindruck, al» wollten Sir die ganze Welt umarmen", spottete Esther. „Ja", sagt« er, .ich dachte an da» Dichterwott: Seid umschlungen Millionen." .Jo, ja", fiel Herr Josef ein, .Sie lagen schön da in ihrer aanien Länae." Sie doch de» Spott, wehrte Sittah, »habe» Sie so wenig Patrioti«mn», daß Sie unsere Baterland»vertheidiger -verspotten können?' Die Eng« de» Pfade», den Sie eiuschlugen, zwang sie paarweise zu gehen und so ging Esther mit de« Emjähngea voran, während Sittah mit Herrn Josef ihnen folg». 'Hach längere« Schweigen begann Herr Iasef: »Sie wollten mich vorhin nicht zu Ende hören, mein Fräulein." .Ich bin kern« Freundin fader Tomplimente", erwiederte »Wer sagt Ihnen denn, daß ich Ihnen Tomplimente machen will? Wa» ich Ihnen gesagt Hab«, war mein voller Ernst. Freilich", fuhr er leis« fort, »Sie haben Recht, de« Ihnen Unbekannten. Fremden, zurückzuweifta, aber ich will «ir Mühe geben, daß Sie mich knnen lerne» und dann darf ich vielleicht so sprechen, wie «ir e» um» Herz ist." .Mein Herr", versetzte Sittah ernst, .Sie thun Unrechh Sie spreche» zu der Braut eine» Anderen." .Unmögluh", entgegnetr erschreckt und todtenbleich der junge Mann. »Wa» sagen Sie? glaube» Sie, daß ich Ihn« Unwahre» sage?" »Rein, «ein Fräulein, nein", entgegnet« er mst bebender Stimme. »Weil Sie mir e» sagen, muß «» ja wahr sei«, aber wie heißt der Glückliche?"