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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 39 (1891) · p. Seite 154

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
39 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 154 (sequence 4)
Language
German
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HBbikhstt kurz!» Zeit »Ä Hern» iWRMtfäffcfi .Mit de» junge» SRarac, ber au» P. mchgewiefe» ist. der durch den «ach in St. Petersburg sei» ganzer Ser- «lüge» verlor? Ei» inaver Mensch, wohlchätig »»d gut. Schade nur. daß er ei» Pole und em — Bettler ist." „(Ein Bettler, der »ehr werth ist al» «a*cher Millionär aber »och ist er kein Bettler, er ist jetzt in Petersburg, tim, «m» von seine» Vermögen noch zu rette» ist, zu retten." .Schade um di« Reisespesen, da ist nicht» mehr zu hole». Wann erwarten Sie Ihren Verlobten zurück?" .Er kann jede» Tag kommen. Seit zehn Tage ist er schon fort." »Hat er einen Paß?" fragte noch einer Zeit lauernd der junge Manu." .Ich weiß ti wirklich nicht," versetzte Sirtah kurz; „da» kann Sie ja auch nicht interrssiren." .Da» intrresstret «ich sehr," erwiederte Herr Josef; .warum auch nicht, ich habe einen Rebenbuhler und gebe so leichten Lauf» eine Idee, die ich habe. »W auf. Sie mögen r« für Unrecht halten, daß ich trotzdem Sie die Braut eine» Ander» sind, noch nicht darauf ver^ichtt, um Sie zu werben und zu kämpfen. Dazu liebe ici za sehr — ." .Esther, Esther/ rief Sittah rasch vorwärt« eilend; ober der junge Mann beschleunigt« ebenfalls seinen Schritt, so daß er an ihrer Seite blieb und al» Sittah di« Freundin erreicht«, war sie ganz außer Athem, so daß Esther erstaunt si« Freundin anblicktt „Stonnc Esther, gib mir Deinen Arm und lasse un» allein weiter gehen, raunte sie der Freundin zu. dann sandte sie sich an die beiden Herren »ud sagte: .Wir danken Ihnen für Ihre Begleitung; wir wollen jetzt allein uustrn Weg gehen, da ich mit meiner Freundin noch etwa» zu bespreche» habe." .Wir Sie wünschen, meine Damen." versetzte, sich verbeugend, der Einjährige. .Ganz zu Ihren Diensten," sagt« Herr Josef, Sittah die Hand reichend, die sie aber unbeachtet ließ; .ich hoffe, Sie recht bald wieder sehen zu können." Die beiden Mädchen eilten, rasch nach Haust zu kommen. Stunde wollten sie spazieren gehen und zwei Stunden wäre» ihnen im Fluge entschwunden. Bald hatten Sre da» Haut R. Elia'» erreicht. Bor dem Hause fragte Esther, ehe sie sich von Sittah trennte: ,Wa» hast Du mir Herrn Josef gehabt? Du sahst so erregt au»?" .Er war unverschämt", entgrgncte Sittah, .ich erzähle r» Drr ein andere» Mal " Sittah ging ins Hau» und Esther eilte, auch :;ch Haust zu kommen, denn e» fing sttzt tücksiia au zu schneien. Die bnden jungen Männer traten, al» sie die Stadt erreicht hatten» in eine Gaststube, um durch ein Glas Grog sich zu erwärme». Da» Gastzimmer war leer; ein einziger Gast säst in» Freie hinausblickend au einem Tische, weicher am Fenster stand. Die beiden jungen Leute setzten sich an den nächsten Tisch und begannen, nachdem sie ihren Grog erhallen und gekostet hatten, folgende Unterhaltung. „Sagen Sie, Einjähriger, wer ist die Kleine, die ich begleite. Ich bin ganz entzückt, rastnd verliebt". Da» glaube ich wohl, erwiederte dieser, da» ist eiue der üostn Saron»; in diese hat sich schon Mancher verliebt; oll« haben sich eine» Korb geholt; bleiben Sie nur davon; außerdem ist sie schon die Braut eine» Anderen" - .Da» alle» kann mich nicht von einem einmal gesoßten Entschluß abbringen. — Warum soll ich davonbleiben?" .Ha, ha, ha, ha, glauben Sie denn die Tochter unseres Rabbäwr» nimmt einen getaufte» Juden?" .Ein getausterJude bin ich nichh woher vermuthen Sie das?" .Vermachen? In der ganze« Stadt weiß man e». Als Ihr Vater mit seiner FamLie nach England.verzog, ließ er sich, sein« Frau und Kinder taust«." HerauUuorWchrr Redakteur: Dr. «. «atzmer. aber auch wisst», junge fllttfc .Da»» mutz mau all« Kinder gelaust wurde», sonder» daß ich und jüngwe Schwester diesem Schicksal eutgiugen, weil wir verwandte» «einer Mutter lebte» und erst sechs Jahve später nach England kamen. Uebrigen» wäre auch diese« tri* Grund, da» mir gesteckte Ziel cwfzngeben." .E» wird nicht alle» so heiß gyefsen, wie es wird, mein lieber Herr Josts. Uebenege» Sie sich da» einmal schr reiflich. Rabbiuowitsch ist nicht der WuN» so ohne Weitere» seine Braut an Sie abgiebt." — .Rat witsch ist unschädlich er ist au»gewiese« und muß in Zeit da» Land verlassen." .Reb Eliah und seine Fra« und seine Tochter sind ebenfall» ausgennesen." .Gerade da» ist «eine Hoffnung. Wan» kann ich de». Rabbiner spreche»?' .Er war sehr krank und empfängt noch Niemanden." .Trotzdem will ich versuchen, ihn zu sprechen." .Da» würde ich an Ihrer Stelle nicht thu». Der Rabbiner ist schwach und jede Aufregung würde ihm schade»." .Ich bleibe nicht allzulange mehr am hiesige« Platze, doch ich will Ihren Rach befolgen »ad uoch einige Tage warte». Der Sohn de» Herrn Bernhard Josef, I« da ber der Firm» Strubel, Josef A Eo. in London, holt sich nicht so leicht einen Korb." Der junge Mann, der tuest Worte so hatte kein« Ahnung davon, daß jede» Wort von einem! dem schon erwähnten eiuzigeu Gaste, gehört und « wurde. Al» die jungen Leute sich jetzt erhoben, stand auch'' dieser auf und folgte ihnen unbemerkt io kurzer Entfernung» Al» Josef dann allein sein Hotel erreicht batte, wurde er von dem ihm folgenden Mann« angesprochen. Mürrisch fragte er den Fremden nach de« Begeh». .Sie können rasch zu Ihrem Ziele gelangen, ich kau»^ Ihn«, dazu verhelfen und bin bereit gegen guten Lohn Sie zu wirken," .In welcher Art, mein Herr, wofür wollen Sie wirken?*': „Ich habe Ihre ganze Unterhaltung im Restaurants Dangers zufällig gehört und bin in der Lage Ihnen zudieue»."^ .Ich bedarf Ihrer nicht; was ich erreich«» will werdo-j ich sicherer ohne Sie erreichen." Mit diesen Worten trat er in da« Hottl, wähnend unberufene» Lauscher lo» zu sein. Doch da» Böst man so leicht nicht lo». Kaum war He,r Josef auf st Zimmer und hatte sich seine» Winterrock» entledigt, al» «Aiklopfte und auf sein .Herein" trat der Lauscher in» Zim, Roch ehe Josef etwas sagen konnte, hatte der Fremde a sangen, seine schändlichen Pläne zu entwerfe«. Al» Fremde nach langer Unterredung da» Zim»»«« verliest er ein triumphirendrs Lächeln. (Fortsf-lgt-7 Ae»ts«ß» Zwei Vrtiftl bilde» ti» Won, Ewig rofl&tt'i bei« Weltrnhort; Bo bei Irdischem man'» findet, Rasch et oft da» bHM» schwindet. Ban erfleht'« an Reuiohrsseste lluter allem al» da» Veste A»LSft«S *«* Kitttzfel i« »»r Pr Druck: D. 8. Salfi. L «tettt». «tet» (gacast'«. 1.

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