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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 34 (1891) · p. Seite 142

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
34 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 142 (sequence 4)
Language
German
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liefe Legende hat vielleicht auch eine tiefsinnige bolische Bedeutung. Die guten Lehre», welche eine Mutter ihrem Kinde im zarten Knabenalter einflvßt, begleiten e» durch sein ganze- Leben, altern nicht und weiven nicht unbrauchbar, mag eS auch anIahten zunehmen und hoch emporwochsen. Do« ist der legendarische AuSdruek für die Wichtigkeit mÜtter» licher Lehren und mütterlicher Erziehung. Sollte jemand in der Lage sein, un« eine Parallele au» einim arischen Legendenkreise mitzutheilen, so würden wir ihm sehr dankbar sein. «. ©?•»!»# «-«edttt m.d «. Mose» Sofer. In der »sterr.-ungoriskl!en Monarchie gab e» zu Anfang diese- Jahrhunderts zwei berühmte rabbinische Hochschulen, die vom mährisch-schkrsischen Oberlandesrabbiner Markus Benedikt in Rikolsburg und vom Oberrabbiner Moses Cofcr in Preßburg geleitet wurden. Die beiden Schul- Häupter verhielten sich zu einander wie Hiljel und Schamoi im Alterthume, wie Maimonide- und Adereth im Mittel» alter, und dennoch warm sie gegenseitig persönlich und litterarisch mit einander befreundet. Markus Benedikt war als staatliches geistliches Oberhaupt eines großen Kronlandes, noch dem Standpunkt der damaligen Zeit allgemein ge» Sbildet, duldsam, vaterlandsliebend und der wisienschastlichen ildung seiner Zuhörer förderlich, welche insgesammt dem Studium der hebräischen Sprache und Sprachforschung ergeben waren, Ganz anders verhielt sich St MoseS Sofer, Seifen Schule ganz ausschließlich talmudisch-casuistischen Studien sich hingab und der weltlichen Bildung ganz unzugänglich war. Wenn K. Markus Benedikt einen halachischen DiSkussionSvlwtrag hielt, entbrannte ein heftiger DiSputationS-Kampf in -er an taln.udischen scharfsinnigen Gelehrten reichen Muttergemeinde der österreichische» Metropole, hielt aber der Meister einen exegetischchomilctischen Vortrag, so hüllte sich die geharnischte Opposition in ehrfurchtvollstes Schweigen, und war der Eindruck der von geistreicher Schriftauslegung erfüllten, gottesdienstliche» Rede ein so mächtiger, daß selbst die Gegner ihr Haupt vor der ethisch-religiösen Größe der Persönlichkeit beugten, und einmüthig in das Lob einstimmien: .">31V nrnj "pro rF2*lE. die Gottheit spricht gleichsam aus diesem Meister in Israel. Ta« erzählte mir mein sel. Vater, der ein Schüler de« großen Manne« und der Inhaber eine« hervorragenden geistuchen Amtes war; wie denn überhaupt bie Schüler Benedikt s durch Vereinigung halachischcr und agadischer, labbinischer und hebräischer, theologischer und allgemeiner Gelehrsamkeit die hervorragendsten Zieren auf den Rabbinate der öste>reichungarischen Monarchie waren. Aus der Sofer'schen Schule hingegen gingen einseitige Talmudisten hervor mit einer, der religiösen Duldung unzugänglichen, streng orthodoxen Gesinnung. oder Gelehrte, die mit dem Geiste dieser Schule gebrochen und das talmudischc Wissensmaterial zu freier wissenschaftlicher Forschung verwerthet hatten. Auch der in Wissenschaft und Leben ft eisinnige, jüngst verstorbene Gelehrte Leopold Dukes war ein Schüler de- R. Mose- Softr. Homiletiker hat diese Schule nicht auszuweisen. Die Methode des sel. Markus Benedikt, des Verfassers von .Magen Aboth", war commentatorisch-induktiv, die des sel. Moses Sofer, des Autors des »Chatham Softr", kasuistisch-speculattv. Beide Autoritättn besuchten einander. St. Moses Softr erwies dem Oberrabbiner von Rikolsburg hohe Ehre und äußerte: .ich fahre mit meinem Gedankensahrzeuge leicht, wie mit einem Einspänner, auf dem Pfade des tauuudischen Studiumherum, Sie, Herr Rabbi, aber haben einen großen, zweispäunigen Wagen der Forschung zur Verfügung." R. Marius Benedikt lebte getrennt von seiner Eheftau. Er siebte dir Torah mit der keuschen Reinheit eine« Jugendgemahls. Dr. Raschsr. Fonds» DasUnterhaus verwarf jüngst mit großer! den Antrag, die Raturalmuseen Londons Sonntags z» ungeachtet die vonBennigham unter Aufsicht der Israel! Sonntags geöffnet sind. Andern Tags frag man den sichen Spnrgeon, warum er Sonntag» ausreite und sei» Thieren nicht die Sonntagsruhe gönne. .Mein Pferd Jude", antwortete der berühmte Redner. Msw-Hsrü. Zur Eolumbusfeier. In der Shnago an West IS Str. fand eine Veisammlung prominenter Israeli» statt, um über die Ait und Weise zu berathe», »ft Juden als Rafft und al» Amerikaner ihrer Beteiligung der Feier zur Erinnerung an dft Landung von Eolumb im nächsten Jahre am Besten Ausdruck verleihen könm Es ward beschloffen, daß der Vorsitzende, A. S. Salon,« ein Eomitee von 2l Mitgliedern ernenne, um Pläne zu un» breiten Dr. Drachmann machte den Vorschlag, geleg Ereignisseeine jüdische Universität zu errichten, Herr Stml Wolf von Washington hatte drei Vorschläge in Petto: Gründung eine« Nationalfondfür ein Rabbinat Washington, oder die Sammlung eine« Fonds für den Ai kauf von Büchern über das Judenthum, welche in der neu National»Bibliothek zu Washftigton eine Abtheilung bis sollen, oder die Errichtung einer Statue von Thomas Keffer in Washington. Der Vorsitzende machte den Vorschlag, ei« Triumphbogen in Washington zu bauen. Das erwäh Eomitee wird in der nächsten Sitzung, welche im Septe» stattfindet, Bericht erstatten. (Debora h.)' ^»jl jH6»" I. oLogvgryph. Von C. in S. Da» Menschenherz e* hoch ersrenr, Wie in den Psalmen man geschrieben findet. Auch fötal es oft aus Schmerz und Leid, Wenn seiner Zeichen zwei daran «an bindet. II. Aeßräisches Morträlhsel Bon >. Kaufmann-London. Z»ei Feinde nahen oft heran Und künden Noth und Leiden; Rur schwer man fie bekämpfen kann. So furchtbar find die Beiden. An ihre« >ua' und ihre« Mnnd »anu Jeder leicht sie kennen: Sie geben uu» dadurch auch kund. Wie sie sich beide nennen. Und Haft Du fie nun beid' erkannt Und wirft fie dann vergleichen. Du findest, daß sie nah verwandt Und ganz einander gleichen. Ksöräl flch-he»tfches K»«v»PM. 8ov C. tu B. '» ist Nicht», wenn man'» hebräisch schreibt; ® Wenn deutsch, e» oft die Zeit vertreibt. der Kitt!,sel i» »er. Kr. I. sanU, Thürschwelle; llftel, Onkel «rou»;. «mH«. tfetfltnj Preußen. U. CJtjW “ Narren, Ruthen. Anmerk.: In vor. Nr. fiel au» Bersehen dl«. «äthsel» I (in »r. S») au»; sie laute«: l. rcfrrM. (nsrr pp «ü»h«ru de« Hell».) , «e,W«m»rtticher McMAent: Dr Ut. Rahmet, «mzdebur^ tvUi %. L. tsolff.

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