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Jüdisches Familienblatt · 1891-01-01 · 7 (1891) · p. Seite 26

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
7 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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fr.i tiefen Zweck ein Weniges von ihrer -, irM\- Unter welchen Entbehrungen und Abvarbungen \it er freilich nicht, das weiß nur der, der die Eltern-. Tien schuf, allein. Der Schwager meinte es gewiß recht t, ober.... Aber der getreue Eckart war nicht so leicht abzuweisen, r bezeigte sich voll Anerkennung, daß mau sorglich gespart doch hielt er efür empfehlenSwürdiger. erwähntes ümmchen als Mügift für die Töchter anzulegen, denn .■einte er: .Eure Himui ist mit Recht ein schvne» Mädchen, ran wird Euch Geld mit ihr ins.Haus tragen, sicherlich, jer besser ist besser, und die drei andern, sie sollen leben, sollen doch auch bedacht werden". — .Dafür wäre dann :r Max einmal da", warf Frau Lea ein. Jetzt wurde ~r Großhändler ernstlich böse: .Versorge Jeder nach bestem ■innen seine Kinder selbst und verweise sie nicht auf später- >,,, auf die milde Hand ihre« begünstigten Bruders. Das >ben meine Augen oft gesehen: Was Elter» geben, gedeiht »een Kindern zum Segen, aber wo ein Bruder gar schnell init halbem Herzen den Geschwistecn von dem Seinigen abläßt. da« wird leicht ein Almosen sein. Ihr vernagelten Menschen Ihr, ist denn der Eine da nur Euer Fleisch und und Blut? Wenn Euren Jungen der rechte Geist beseelt, wird er in jedem Stande Brod und Ehre finden, darum be« denket es bester und fürchtet Euch vor der Sünde, Eure Tächter jenem Bevorzugten zu Lieb in Schaden zu bringen", "eine schlimmeren Tauben, als die nicht hören wollen. Der;ute Ezechiel predigte umsonst. Aber wären auch sämmtliche wölf Propheten, große und Heine, mit allen Waffen der Dialektik und Rhetorik darein gefahren, der Kantor und icine Frau hätten ihren Willen durchgesetzt. Mit dreiund- '.«onzig Jahren legte Max Goldmann am SimcheS Thora- ^fle dem vor Freude weinenden Vater seine schön in rothe« Leder gebundene Doktordissertation in die zitternden Hände. Zweites Kapitel. Om »er Ankunft »t<fel»rn in XettiwM». An die Rückwand deS Bahnhofsgebäude« in Sreuzburg stößt ein breiter, spärlich mit Birken bepflanzter Platz, auf welchem die verschiedenartigsten Fuhnverke der Passagiere teerten, die da kommen wollten. Hier gab eS ehrwürdige, vor Alter halb wackelige LandeSequipagen, gleich bejahrten kanten anzuschauen, leichte Korbwägleinwon zierlichen Ponny'S halb spielend gezogen. Daneben hielt in vornehmer Ruhe ein hoher Gig mit schneidigem Apfelschimmel bespannt, über den ein Diener sorglich eine warme, wappenbestickte Decke breitete. Wenige Schritte entfernt erwarteten noch Bretterwogen, hölzern und knorrig wie ihre Bauern, die mit gut vomiskben Kernflüchen und Schimpfreden einander die Zeit vertrieben. Die BahnhosSuhr schlug schallend die fünfte Stunde de« Nachmittags, zwei Minuten später fuhr der Zug ein, und sofort füllte sich der Platz mit Ankömmlingen, welche die Wagen bestiegen, um ihre Reise auf dem La..d» wege sortzufetzen. Vom Bock einer der alten Landtanten sprang ein bebender, strammer Kerl und beobachtete einen jungen, gutaekleide en Herren, der mit offenbarer Ungeduld suchend umhcrblickte, als der Kutscher, dicht an ihn herantrrtend und höflich die Mütze ziehend, ihn anredete: .Gelegenheit nach Zernowitz, Herr?" .Danke, nein, nach Trebanobitz will ich." .Herrjeh, da sind Sie's doch. Herr Doktor Goldmann". Allerdings, der bin ich. Woher kennen Sie mich?" .Ich werd Sie nicht kennen. Ich bin ja der Bauerfritze von Ihrem Onkel, dem Herrn Eznbiel." .Alle Wetter der Fritz, hast Du Dich verändert!" Der Bursche streckte sich. .Ja, so wird man bei den * n " rfSi Der Doktor sah wohlgefällig auf den hübschen Burschen. Mo schon Soldat gewesen? Sieh, darum beneide ich Dich, rt der Wagen zu Dir? Richtig, nun kenne ich auch „Schon lange, Herr Dostor. Die Bierwagen jetzt und den Wallach hat längst der Schis Aber nun muß ich doch gleich dem Herrn Sekretair melden, daß Sie gekommen sind." .Dieser Scholz! Wo zum Henker bleibt der Mensch 7" .In der Poststu^e sitzt er, der Herr Postrach hält ihn dort festgeschraubt." ,O weh! Und Dir hat Scholz anscheinend den Auftrag gegeben, mich zu erwarten?" .Befohlen hat er. der Herr Sekretair. Er war nämlich mein Feldwebel." Jetzt stellte sich Fntz breit dem Bahnhofsgebäude gegenüber und pfiff kunstgerecht da« Signal: .Schützen, Schützen, kommt zurück." Von einer Fensterscheibe her trommelte etwas im Takte zur Antwort.. .Geht langsam vor, geht langsam vor", summte Fritze .Er wird gleich kommen, Herr Doktor." .Das kann noch lange währen", rief Dr. Goldman« verdrießlich. .Wieso bist Du denn hier, Fritze?" .Ich komme eigentlich von Trebanobitz. Ich habe die Lottel abgefahren." .Die Lotte, das war der Wildfang bei Euch?" .O Herr, da« ist ein Mädel wie die liebe Sonne. Am liebsten möchte man sie immer behalten." .Schau, was die schwarze Lotte einen warmen Ber» ehrer an Dir hat", spottete der Doktor. .Wird man stch nicht bald rerheirathen?" .Kann sein. Wer die kriegt, mag sein Leben la.ig lachen", versilberte Fritz ernsthaft. Und sein allerpfiffigste« Gesicht aufsetzend, näherte er zutraulich seinen Kopf de« de« Dostor« und flüsterte ihm ins Ohr: .Halten Sie sich zu Herr Doktor, da giebt'« Geld die schwere Noth." Der Dostor sah finster nach dem Sprecher, .Und Du glaubst, ich wäre auch ein so geldhungriger Lumpenkerl, der sich die schwere Roth ausschwatzen ließe?" fragte er scharf. Aber Fritz wurde der Gegenrede überhobeu, denn des Doktor» lieber Freund Hans Scholz kam herbeigerauut und pretzte ihn unter taufend Entschuldigungen und Willkommensworten in seine Arme. .Wenn Du mir böse bist, erschieße ich mich", betheuerre er, .aber glaube lieber an meine Unschuld. Hätte nicht Dalivig den glorreichen Einfall gehabt, den Alten zur Kneipe zu holen, ich wäre weiß Gott noch nicht losgekommen." .O popoi, das also ist Dalwtgs Gig. Herr von Dalwig, der mir einen Dienst leistet." .Ja, Mäxlein, aber gräme Dich darum nicht, das wird Dir kein zweites Mal wieder begegnen. Er kehrt übrig heut Abend auch in Trebanobitz ein. Dein früherer 2 feind." .Datwig? Wen oder was sucht er dort?" forschte betj Doktor. .Den Apotheker, der hat eine hübsche Nichte; aber ni vorwärts, laß un« einiteigen. Heda Fritze, Du drehst uu« zu lieb noch einmal um. Dein Herr wird schwe seinem eigenen Neffen den Wagen vorenthalten wollen" .Im Gegentheil', nickte Fritz. »Wo soll ich fahren,^ Herr Feldwebel, über den Wald oder durch die Ehauff«?' »Durch den Wald", entschied Max. .Uff", rief der Sekretär, drückte sich bequemer in Kiffen des Wagens und faßte de« Freunde« Hand: erzähle Mensch. Wie kamst Du zu dem gesegneten Entschlaf,. durch Deine Niederlassung in Trebanobitz die trüben Tage' Deines dort kläglich vegetirenden Heilbruder« zu erhellen? Junge, ich könnte Dich küssen dafür. Mir bangte schr^ Dn würdest in Berlin bleiben.' .Berlin", seufzte der Dostor, .Berlin giebt Sti aber kein Brod. Das Assistentenleben ist dort kein Leben und einträglich fft es noch viel wenigere Du

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