Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1891
- Issue
- 4 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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_un-gleichzeitig üb btn Abfall des Erzbetrüaer» -imd falschen Messlar Sabbathak Zewi und mancher seiner betrogenen Anhänger. Daß e» auch in unserer Zeit hierfür nicht an einem Beispiele fehlt, zeigt nns der seltsame Tmin Pascha. In einem Bande de» gröberen Werke» .Di« Geschichte der Rationen" unter dem Titel »Barbarische Seeräuber" noird eine» Sinan Reil», eine» Juden au» Smyrna, Erwähnung gethan, welcher in dem verdachte eine» Schwarz- Atnstler» stand, weil er mit der Armbrust eine Deklination ^Abweichung von der geraden Schußlinie) machen konnte. Er war ein intimer Freund und Verbündeter de» berüchtigten Seeräuber» Barbarossa und unterstützte denselben in dessen Rämvstn gegen Earl V., König von Spanien, und seinen berühmten Admiral Doria. Im Jahre 1534, al» Tunis von den Christen erobert »de, tam er nur mit dem nackten Leben davon. Au» Rache hierfür stach er mit einer eignen kleinen Flotte in 'die See und nahm Tripoli »in. Er stieg nun immer höher Mnd wurde zum Pascha ernannt. Al» der Krieg»rath 'Barbarossa'» einst einen hochwichtigen Krieg-plan beriech, .wagte e» Sinan Re!» (d. h. Kapitän) seinem Ehef zu wider» 'sprechcn. Al» Barbarossa nun Beweisgründe zu Gunsten .feiner Ansicht vorbrachte, erwiderte Sinan ganz kaltblütig: »Sir, Ihre Ansicht ist ohne Zweifel eine ganz vortreffliche, fefzt ich halte die weinige noch für besser.' Im Jahre .1552 wollte ihn der ottomanische Herrscher Suleymann -ol» Freibeuter mit einer Flotte nach Indien schicken, um di« Portugiesen anzugreifen. Er wurde jedoch aufgehalten - und starb im folgenden Jahre gerade, al» die Flotte in See Pechen wollte. Er wurde mit großem Pomp in Scutari Begraben und eine Elegie wurde auf ihn gedichtet, in welcher «» heißt: »Seinen Freunden ivar Siuau «in zweiter Joseph, feinen Feinden ein tödlicher Dolch." Di« Feindseligkeit diesetürkischen Eorsaren gegen die Ehristeu dürste ihren Grund in der Vertreibung der Juden au» Spanien und Portugal (1492 und 1498) haben, bei welcher Gelegenheit viele seiner früheren Glaubensgenossen nach der Türkei au»wanderten. von seiner Kenntniß in der Astrologie wissen die Geschichtschreiber nicht genug zu <rüdnen und wird diese» Niemanden bestemden, der mit der Geschichte und der Wissenschaft unter den Juden vertraut ist. Die Eerrmonie der GlaubenSabschwvrung wird von einem Priester, welcher im Jahre 1828 Algier bereifte folgendermaßen beschrieben: Zuerst mußte der Jude ein .Stück Schweinefleisch essen und dann da» Wort „Jssahay" au-sprechen, welche» heißt: .Jesu» ist der wahre Messia»." f erauf mußte er mit erhobenen Händen autrustn: .Allah der wahre Gott und Mobamet ist sein Prophet". Ov nan an» Smyrna, welcher den Beinamen .Ehefout" (der ^Un-ländige) hatte, sich diesen Formalitäten unterzogen hatte, nicht mit Bestimmtheit behauptet werden. Jedenfalls it er seinen ehemaligen Glanben-brüdern vortrefflich« aste geleistet, denn wir finden noch einen andern Piraten, Salah Re!», welcher Sinan stet» auf seinen Raubzügen begleitete und sich den Juden seine» Paschalik» sehr gewogen neigte. Bei einer Gelegenheit hatte Sinan da» Unglück, daß fein Sohn von den unversöhnlichen Feinden der .Barbarischen Seeräuber", den Maltheserrittern, gefangen genommen und al» Selave nach Elba geführt wurde. Al» Sinan'» Flotte in Suez anhielt, bat er seinen Verbündeten, Kheyer-eo din- Barbarossa, zur Rettung seine» Sohne» einen Angriff zu -unternehmen. Der kühne Pirat hielt mit seiner ganzen Flotte vor Elba und forderte dir Herausgabe von Sinan'» Sohn. Al» diest jedoch abgeschlagen wurde, verwüstete er die Insel, befreiet« den Jüualing und führte ihn in die eine» Vater» zurück. Diese» Factum uigt nicht nur, in mit seinem großen Führer sehr intim war, ^vie bei «maqnn andern hochwichtigen , Wtktewigniffrn auch in den Seekriegen xegeN Lack ▼. rin Jude eine wichtige Rolle spielte.*) «i» jüdische» «Ett»«»' che». Einst beklagte sich der TodeSengel bei dem Herrn de» Weltall» über Salomo'» Watte (Kohelet 7,2>1), daß ein böse« Weib bitterer sei, gl» der Tod (der Tofrdengel.) Woher konnte Salomo diese» wissen? fragte der Kläger. Der Herr erwidette ihm: »Du sollst Dich von der Wahrheit dieser Wotte selbst überzeugen. Gehe hin. durchu andere die Erde» suche Dir ein Weib, begieb Dich in da» Joch der Ehe!" Der TodeSengel befolgte diesen wohlgemeinten Rath. EL gelang ihm, ein Weib zu finden. Anfang» war di« Ehe eine recht glückliche. Nachdem aber wenig: Jahre verstrichen waren, zeigten sich Spuren von Unzufriedrnheit, die immer weitere Kreise zogen. Da» Leben auf (erden tvard nun dem TodeSengel zur unerträglichen Bürin, di« ihn zn« verlassen seine» Weibe» bestimmte. Ec stellt« sich krankt ließ seinen bald erwachsenen Sohn zu sich rufen und rröffnete ihm, daß er der TodeSengel sei und Die Erde jetzt wieder verlassen wolle. Um de» Sohne» Glück zu fördern, theilte er ihm Folgende» mit Er sollte sich all Arzt auraeben. Wenn er zu einem Kranken gerustn würde, und der Vater erscheine zu Häupteu, so könne er der W.edergencsung de» Kranken versichert sein; erscheine er afrr zu Füßen de» Kranken, so sei alle Mühe vergeben», denn dann fei der Kranke unrettbar verloren. — Der ärztlich Ruf de» Sohne» verbreitete sich, und dadurch, daß ihm xr Vater den erwähnten Beistand verlieh, erwarb sich de, Sohn «ine große Praxi». Einst erkrankte der Sohn fr» IkönigS. Man lieft den berühmten Arzt kommen, aber, o Jr.mmer, der TodeSengel erschien zu den Füßen de» Schwere» krankten Auf die Ettlärung de» Arzte», daß der Kranke verloren sei, drängte der König heftig in denselben und verspruch ihm bedeutende Summen, wenn man da» Unheil'abwend« a könnt«. Daraus ließ der Arzt die Bettstelle umkehren, so daß der TodeSengel zu Häupten stand, wodurch der Kranke wittlich gena». Nicht lange nachher erk»ankte auch die ÜvnigStochter. Der König versprach dem erwähnten Heilkünstl nc außer herrlichen Geschenken auch die Prinzessin zur Ehe zu geben, wem» er die Erkrankte am Leben erhalten könnte. Trotz der vorhergegangenen Warnung de» Vater», nie meh ° bei Verlust seine» Rust» die Bettstelle umzudrehen, wurde er dennoch durch die vstloerheißenden königlichen Versprechunge i verlockt und er ttef dem erzürnten schon zu Füßen ersche nenden Vater zu: .Mama kommt!" Sofott verschwand der TodeSengel, al» er er den ominösen Ruf hörte, die Kranke u urde gerettet, da« Versprechen de- König» ging in Erfüllung, die Worte Salomo'» von dem Viel- und Schwergeprüften in voller Wahrheit anerkannt. (vgl. Gebrüder Grimm .Kinder» und Han-märchen. Baumbach: .Der Pathe de» Tode» 188 l.") von. Allerlei für de« Aa«il «rtifch. Die Befrei»», der Inden von de» Tudercnlost. Bo» Herrn De. G. A. Heron in Rew-Pork erschien soeben im Verlag von Longman» ein Lstrk über .Beweist für die Uebettragbarkeit der Schwindsuch:". Er erklärt in demsrlben di« anerkannte Immunität tun der Tuberkulose *) Hier dürft« auch da» van Herrn L. il>hen»Ree» un» Mit« S“tt Motto von Michaeli» zu Mareu» Fl cher» ^Geschichte der unter der Regierung Mohadi» und In an-Ldri», fttaigt von ltanien" (Prag 1817) ein paffend« Stell, finden. W lautet: „Die grüßten und furchtbarsten Gegner Mohärled» und seiner Nachfolger waren di« Juden. Diese hatte» in Affen und Afrika, vorzüglich ab« in Arabian und Mauritanien, Nrieg«herre deren Störte un» »ntlaudlich scheinen würde, wörw st« un» nicht vra den glaubwürdigsten len« Zeit bewahrt worden. Sie schlugen sich mit rturr it une ^sertel», di« an Gcht»!tz»>>» grenzte« «. s. w,