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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 3 (1890) · p. Seite 11

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1891
Issue
3 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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/teilte Weben wahr sind, m»b Du so »de» Nisse« Dein eigen nennst, warum wußtest wo nicht vor meinen Netzen zu schützen, warum wurdest tn der Schlinge gefangen, die ich Dir gelegt habe? Der el antwortete: „Seinem Schicksal kann lein Wesen ent- und mir ist bestimmt gewesen, in Deinem Retz gezu werden, aber meine Weisheit stand mir bei, Dir Geheimniß eröffnen zu können, um dem Tode zu entn. Sowie die gegebenen drei Lehren mein Leben retten ^.rden, fo werden dieselben bei svrfältiger Beachtung ein ^Mittel sein zu Deinem Wohl, zu Deinem Glück und zum!ohle Deiner Kinder und Nachkommen." Dem Besitzer Gartenö gefiel diese Rede und er wünschte sehnlichst, : kostbaren Lehren zu hören; er schwur dem Vogel da» ängniß zu öffnen, und ihn der Freiheit wiederzugeben, »Zvenn er die versprochenen Regeln verkünde. Daraus begann Vogel: „Betrübe Dich nicht über da», wa» Du verloren Erstrebe Nicht», wa» Du nicht erreichen kannst. Glaube wa« nicht aut möglich ist." Der Mann freute sich herzlich, nachdem er solche Reden itommen hatte, er verschonte den Bogel und entließ ihm t großem Wohlbehagen entflog der Vogel, setzte sich auf en Baum und rief: „Höre nun, Du thörichtrr Mann, i hast einen Fehler gemacht, mich frei zu lassen. Du hast 'Heute viel verloren. Wenn Du meinen hohen Werth wüßtest, :fo würdest Du während Deine» ganzen Leben» darüber betrübt sein. Ich habe nämlich einen Edelstein im Magen, so groß wie ein Sttaußenei, wenn Du also mich getötet :q«est, so wärest Du in den Besitz diese» wertvollen Steine» ' ernten und zu großem Reichthum. Thvrichter Weise hast meinen Worten geglaubt und hast diese» Alle» verk. " Ueber diesen Verlust h-tt sich der Mann außer- »tlich bettübt, denn er hätte schr gern diesen Edelstein seffen. Inständig und freundlich bat er daher den Vogel: »Komm' doch wieder herab zu mir, ich werde Dich mit dem Futter nähren, sorgfältig über Dich wachen, Du sollst no Deine» Leben» e» sehr gut haben." Der Bogel aber zur Antwort: „Mit meinen Worten wollte lch prüfen, ob Du die drei schönen Lehren, die ich Dir folgen gerathen habe, auch wirklich mit Aufmerksamkeit et hast, aber nun habe ich eingesehen, daß Du ein »r bist und ohne Ueberlegung, e» giebt keine Heilung für Deine Schwäche. Du hast eben die drei hettlichen eu vergesien, die ich Dir anbefohlen habe. Du hast bettübt über den großen von mir ersonnenen Verlust, war ein Verstoß gegen meine erste Lehre. Du denkst l, daß ich Deinen ttügerischen Antrag vertraue und zu znrückkehre, um meinem Verderben emgegenzugehen? Ich t Dir al» zweite Lehre vorgestellt: Nicht» zu verlangen, Du nicht erreichen kannst. Dritten» habe ich Dir ge- : Du sollst nicht glauben, wa» nicht gut möglich ist. »übtest Du denn wirklich, daß ich einen Edelstein, so groß ein Straußenei in meinem kleinen Magen habe? Der Vogel erfreute sich seiner Freiheit, und der Mann |te seinen Mangel an Weisheit und Zufriedenheit l7. ische AlterthL«er im «l»»yM»se»m. de» wicht. 'Du ^Wftinimen; men Gesten «l von 1878 und Auf der internationalen —.- der englisch-jüdischen Ausstellung in Royal Albert-Hall 1887 m London erregtt eine prachwolle Sammlung c Kunstgegeustände au» dem 17., 18. und 18 Jahr» t die Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher. Fünfzig .. verwenden der ehemalige Kapellmeister der Opernbälle _ de» Hofs unter Napoleon ILL, Isaak Strauß, darauf, £ Sammlung zu Stande zu bringen. Strauß, der Freund in'», Donizetti'» und Rosstnr«, empfand für Kunsttzmstäude ein lebhafte», durch einen hohen Geschmackssinn Interesse. Kürzlich wurde diese Sammlung von «in Nathaniel von Rothschild, in deren Besitze sie ibm Elugtz-Wuseum jum Geschenk gemacht. Die Sammlung enthält ungefähr 120 Gegenstände. Eine BundeSlade au» der Zeit der italienischen Renaissance stammt au» der Synagoge von Modena. Sie ist au« Nußbaumhol in gothischem Stil gebaut und weist. 84 durchbrochene Schnitzereien, ebenfall» in gothischem Stile, auf. Da» Ganze wird von rotb-, schwarz- und goldg.färbten Rumpfsäule« getragen. Neve» der BundeSlade befi idet sich ein Borlesepult, in dessen Mitte ein Wappenschild, ei>,en gemalttn Leoparden, zeigt. Auch diese» Stück rührt <m» der Synagoge von Modena her und ist in demselben S ile wie die BundeSlade. — Reiche Familien pflegten in ihrm Wohnungen Betsäle mit tragbaren BundeSladen zu unterhalt;». In der Sammlung befindet sich eine solche au» getriebenen: Silber mit Blumenverzierungen und mit farbigen Steinen in der Mitte. An den vier Ecken derselben sind vergoldet: Rumpfsäulen; der Auffatz trögt eine Krone und der Bord:rtheil läuft in eine Kindergestalt au», die ein Musitinstrume tt hält. Da» Stück stammt aus dem Ende de» 17.Jahrhundert»und enthält die mit der Wimpel umhüllten Gesetzrollen. Die Wimpeln, lange Leinwandstreifen, auf denen der Name un.) Geburtstag eine« jeden Knaben gestickt waren, bildeten eine Art von Geburtsregister, dessen man sich auch noch während der Revolution («biente, um den Civilstand der zum erstenmal krieg-dienstpflichtigen israelitischen jungen Leute festzustelle». Ferner enthält die Sammlung ungeslhr 15 Leuchter mit 7, 8 und 9 Armen, au- Hol; geschnitzt, von Silber oder Kupfer. Einer derselben, etwa 0,86 Meter hoch und an» Silber, besteht aus einem von 1 Löwen getragenen Sockel, von welchem eine Säule emporrogt, von der sich wiederum nach beiden Seiten je 4 Arme abzweigen. An jedem Licht-Näpfchen ist ein symbolischer Gegenstand dargestellt und über der mittleren Säule befindet sich eine Krone, auf der Judah der Maccabäer in der einen Hind ein Schwert und in der andern den Kopf de- General L'ifia» hält. Zwei andere Leuchter zeigen ein bunte» Gemenge von profanen und christlichen Stoffen: einen Pelikan, Delphine, einen Medusenkopf und einen eine Nymphe entführe iden Centaurus. Ferner sind sehr schöne Gewürzbüchsen sl r die Sabbathscheide zu sehen. Die gewöhnlichste Form einer solchen Gewürzbüchse.ist die eine» viereckigen Thurme» mit ti rkern und einer Spche, auf der die Kerze befestigt wird. A t einigen Exemplan» hat der Künstler auch den Becher für den Segensprach in filigran, mit farbigen Steinen ur d Emailbildern geziert, welche Scenen au» der Bibel darstel'en. theil» au» gettiebenem Silber, von Kupfer, Bronze rc.; sie sind von — - t bemerkt man von kostbattm mit gestttcktem Zeigefinger. Eine» dieser Stäbchen ist aus blutrothem Jchns, auf bem hebräische Sinnsprüche mit Goldbachstaben eingegraben sind und an dessen Ende die goldene pand angebracht. Ein andere» besttht au» einem Schaft, ai.s dem ein Löwe mit der Gesetzrolle und eine Krone mit Palmen und Blumenverzierungen angebracht sind, zwei anden Lösen klettern einen mit Blüthen und Früchten beladenen Bauir hinan; darüber befindet sich eine vergoldete silberne Ku>,el, aus der eine Reihe von Blättern und Früchten emporwachsen. Ferner sieht man viele BerlobungSringe. Die Fornt derselben ist sehr massiv: fast alle ttagen eine Art von 5üach in der Form eine» PriSma's und bisweilen einen Löwen; die meisten sind au» emaillirtem Gold und von großem ki nstlerischen Werth. — Auch Die Beschneidungswerkzeuge würben bisweilen in Kunstochekte verwandelt. Der Griff de» Messer» itt cifelirt oder gravitt. Ein Becher stellt in keiner Höhlung die Ceremonie der Beschneidung dar, welcher 6 Personen theilnehmen. Ferner enthält die Sammlung eine vergoldett silberne Krone, welche imJahtt 1780 vom RabbinerAbraham und Sarah Gebetbücher nnd dergl.

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