Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 52 (24.12.1891)
- Date
- 1891-12-24
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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&זת1מ$&־י ©lätter*, herauSgegebe» von Theodor Fritsch ^vo« 20. Dez.. Nr. 175, S. 596), mit der Ueberschrist: יי »Zur Juden-Fraae' und unterzeichnet Th. A. rntblvdet sich ״Her Berfaffer mH. «. A. Folgendezu schreiben^ Ir»s. vr. «. Kirchhof «,Halle f*gt: ,De« Balte »er. »tr et« nnvergldchliche« Stet״» t« Allen Testa««,»' — er ht^ »setzen soll«: ^»lt sei«» Spitzdnben-. Hur«» ״d vucherich»«- — Z»r Ehre dfefe«Prosrfi»1« »all« wir «,nehmen, dast er da« Ult Testa««» »Icht kennt » s «" Ferner heißt es aus derselben Seite: ״Ist den» die ganze Geschichte bt«3abra$tuu« »ach biblischer ■“ *■־ tfederiieferssg «t»H andere« al« ein« Sette f an gesetzter verbrechen n»d Schändllchkdfen der jchlt««sten Art? Di« Juden find nnr klug sen. sich eine« Gatteddegrifi »«echt j« «ach«, deffe« Liesen '! verwand« ist, da« er an diese» Dingen keinen rn st« »»»hl gar den Juden al« Tugenden an- - rech««» Na« ist da« für ein Liamorvater, der von Land zu Land l'i ■ zieh« n» feine danu Krau d « HilupUIngm dieser Landstriche zur Luhleri« überidtz», damit fie günstige Srimmung für ihn 1r iu' tzr .«nuij gerne »en. sich ein % - dem ihrigen selbst,» i ~ Anstast nimmt, s»ud r i - sein« 6chche rgeschdste beschönige' und er da», unter dem ״Segen da» Her« " mit groben Reichthumern belad«, welferztehen kann!' I In diesem frivolen «och eine ganze Reihe von blaSphemischen Toae geht'- ilen fort, bizu den Worten: rstörung, der Finsterniß und ' .Jahwe ist der Seist der " de- Hasse- ' *' Findet sich denn kein Staatsanwalt, der gegen solche und bibellästerliche Aeußerungen die Anklage von »egen erhebt? Ist denn da- Alte Testament nicht -avch den Christen ein heilige» Buch? Bedarf es erst eine- Klageanträge« seiten» der Juden? Au- Oisklö», der Seburt-stadt Luther», kommt un- «me wahrhaft wohlthuende Protest.Erklärung von acht Geistlichen gegen die schmachvollen antisemitischen, vom niedrigsten Geschäft-neid dictirten Flugblätter zu, die »n« zeigt, daß der wahrhaft christliche Seist sich mit echter AKeuschlichkit deckt und sich von dem judengehässigen Treiben her Antisemiten mit Abscheu abwendet. Diese Erklärung, de» die von dem Mannr-muth Luther'- beseelten Unterzeichnern zur hohen Ehre gereicht, laute» wir folgt: ' ״Erklärung. In diesen lagen ist in unseren Häusern ein vom hiesigen Deutschen Reformverein heraurgegebener Geschäfts-Anzeiger verbreitet worden, welcher den Namen unsre» Heilande» mit »ein geschäftlichen Interessen und einer Gehässigkeit gegen ha» Iudenthum in Verbindung bringt, di« mit dem christ- Achen Geiste nicht» gemein hat. Dir bedauern auf» tiefste ein« solch« Aampfeswets«, die nur geeignet ist, die hohen Gäter unsre» christlichen Volksthum», die «ine» reinen und edlen Aampst» «erth sind, noch mehr zu schädigen, lehnen jede Grausamkeit mit derselben ab und sprechen da» Vertrauen au», «ifer« christliche« Mitbürger einschließlich der mit solchen Massen nidrts zu thun haben wollen. Eisleben, den 16. vecember 1891. evangelischen Geistlichen der Stadt Eisleben W. Roth». Jordan. Hapfeld. Nithaok. Trommsdorff. Eiohhol«. F. Btiar. Onjhal.“ Bielleicht ermannen sich die Geistlichen anderer Städte ebenfalls und folgen diesem schönen Beispiele ihrer Eollegen, sie würden sich damit alwahrhafte Jünger ihre- Meister- «währen und der WeihnachtSvotschaft den rechten Werth ver> lechen: ״ttre sei Gatt t» der Hiche. frrteke« ans tri ««h de« Mensche» et» Wohlgefalle»!" Mreoka», 17. Deeember. (Or.^Lor.) deersten Lehrerkollegiumam hiesigen jüd. theologischen Lchrerseminar — dasselbe bestand bei der Eröffnung dieser 'Anstalt im August 1864 auden H. H. Direktor Dr. A. Krankel, Professor Srätz, Dr. Bernay», Dr. Jo-l und Dr. dB. Auckermanu — ist heute nach.kurzer Krankheit (Influenza) ta^&e Ewigkeit abgerufen worden. Dr. Benedikt Zuckertu», daß auch Geschäftsleute Di« rfeca Auch der letzte .Er har 87 Jahre lang an unserem Leminar seit dessen Eröffnung al» Lehrer und Bibliothek rr segen-reich und pflichttreu «wirft and die jüdische Wi senschaft durch eine stattliche Reihe vorzüglicher Arbeiten l «reichert. Er war un« «in tb-arer, stet» aütiger und geM'ger Freund, seinen Schülern eia zugänglicher, väterlicher Brrather und Helstr, Allen em Muster achter SotteSfürcht, Bi eberfeit und Wohl, thätigleit und seine- Fürsorge für Arme »nd Leidende, Wittwen und Waisen übte er sbll und selbstlot, ganz entsprechend seiner wahrhaft kindlichen HerzenSgüte i nd seiner stltrneu Bescheidenheit, der zufolge er auch letzwill ig jede Lobrede bei seiner Bestattung sich unbedingt verbeten hat. Sein Name ist mit der Geschuhte unsere- Seminars , »löslich verbunden sein Andenken soll un-sietstheuer und un-ergefslich bleiben.' Er w»r d» Schüler «nll'« ln der »ftr «omtt, Iacoby'« nnb Dtrichl«'« in der Mathematik. Ldn Hauvtach a« Deminar mar der mathematische und »at»rwiffe»schasUiche U,»erricht au der Up»- »astalabthdlung und die wisseuschasUiche Be mandlung de« jüdchls« Kalenderwefen« in der »brr« Abtheilnng Mi« bdonmerr varlieb« verwaltete er die Seminar-vlbliothek, für we che er auch einen sehr werthvoll« «otalofl ans«rügte, der gedruckt rd> «lene, ,ft Bau seiner nmsdsrnden «elehrsamldt zeugen dlwtA«sche!Üichen Abhandlungen, weiche in verschiedenen geüsthristen und in de, Jahresbericht« de« Seminar« erschienen find und dt« hauptsächlich He Geschichte und die wtjsrnschastlichen Grundlagen der jüdischen «hro> doofe behandeln; er schrieb über .Mathematische« im Talmud», über |״»k wtjseuschaftltch« Grundlagen der jüdischen Kalenderkuude», über:״die Münzen, Mauste und Gewichte im Talmud" u. a. m Viele f* ner Arbdtrn sind ln fremd« Spruch« übersetzt worden Umfanard he wertbvolle Abhandlungen find« sich nach in sdnem litterutische« Nachlasse- In huma. ntlärrn Verein«, z V. in der hiesig« Wr-diüsch« «oltttüche, zu deren Mitbegründern er gehdnr, «ntsaitetr eridensaü« dnc langjährige wdwerp ^gtr Thäügkdt; in den Kreisen sei, er Kollegen und Schüler erfreute -er sich gr«ster vdiedthdt. Auch wir rufen dem verehrten un ) geliebten, Herzen-- uten und stet« hilf-berriteo Lehrer und Freund als Ab-!iedsgruß ein ובר *ריק?ברבה — a״o p« aaima! zu. A»s Wtrttemterg, 14. Deremb Bor dem Schwurgericht zu Rottweil wurde heute folg.-nder Fall verhandelt, der wieder zeigt, welche Blüthe« der Antisemitismus zeitigt. Zwei Tagelöhner, Braun und Schobel. gingen am lS. Octoder rr. aus der Straße nach Sailiigen, wo ihnen zw« Israeliten begegnelen. Schon beim k'nblick. dieser Männer äußerte Braun: wenn jetzt ein Jude ko nmt, würden wir iha aapacken, worauf Schobel bemerkte, er sei auch dabei, am «- müffe einer sein, bei dem «S auch von Werth sei. Kurz darauf kam der vS Jahre alte Jfriel Nugaenheim von SaUingen de- Weg-, dem sie, nachdeu Schobel deffen Gruß eraiedert hatte» vorau-liefen. Im Wa de versteckten sie sich sodann hinter Bäumen und gingen, alt Suggenheim vorbeipassiert war, von hinten aus chn lo«. Braun versttzte ihm, ohne «in Wort »u sprechen mit dem um,ekhrten Stock einen starken Hieb auf den Kops und al«Sucge ,h«i.n sich hierauf umdrehte, noch drei weitere Streiche.?1der Mißhandelte auch jetzt noch nicht zu Boden fiel, gal er ihen einen Stoß aus dt« Brust, so daß er rücklings nie erstürzte. Während nun Schobel herbeitam und dem Sugsenhenn, der infolge der erlittenen Mißhandlnng 9 Wunden auf dem Köpft hätte und 4 Wochen lang krank war, den Hatzudrückte und deffen eine Hand Helt, so daß er n cht schreien und sich nicht wehren konnte, nahm ihm Braur Uhr und den Seidbeutel mit etwa lS Mark, worauf beide davonsprangen. Bezeichnend für seine Rohheit ist die nach der Ihat au»- gestoßene Aeußerung de» Braun, er bitte dem Juden nur die Surgel abschueiden sollen, dann v.me enicht heran«. Beide Augetlagten sind durchaus aestärdig, bestreiten nur die TötungSabsicht. Braun wurde Hiera! f zu der Zuchthau-- ftrafe von 9 Jahren und zu 1V Jahre» Ehrverlust Schobel zu einer Zuchthausstrafe von 6 Jahren und zu 8 Jahren Ehrverlust verurtheilt, außerdem wurde zegen beide Angeklagte aus Zulässigkeit vo» Polizeiaufficht erkrnnt. -aättcho», 18. Dez. Rach langem schmerzlichem KrautWlag« ist' hier Frau Louis« & Hirsch-SereuL GM« itzkst- Her»,Hst»a» o. HirichGvnM. »«schieden. Dst