Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 52 (24.12.1891)
- Date
- 1891-12-24
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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bracht«. r " Die Rede hmtete: ׳rQtx\ Ich spreche zu Euch 4U Lhristp« . , Wen» bat trttgiOfk fMüwtitifc her'»Mai von «afttcr Lmtdrskircht ab»r«ch«den Diffttaptea M«ea fktuth itt ihm AiGfthließung von rem bürgerlichen und ';militärischen Rechten abgib^ so haben die Inden eben so, - wie alle anderen Dissidenten, «me» gleichen Anspruch auf Unterstützung, so lau« nicht thatsärÄich kr»^tesm ist, daß für die Russin i» Allgemeinen aurch Auchebuag der Rechts, «»gftichheft der Süden sehe leicht ein Rachtheil erwachsen tchnüe. Ich selbst kann in Gemeinschaft «ft vielen andern, JtüSft zu den Juden in verschiedenen Landestheik vielfachen - Beziehungen unterhalten, ohne Scheu den. Beweis erbringe». rfctf} unser Handel, besvnders unser «aarenhaadel, sich in ...den letzten LS Jahren, seitdem wir mit den Inden immer- «ehr und mehr verkehren, sich bedentend gehoben hat. r »Ich brauche Tuch nun wohl die La« der Süden unsere« Lande« nicht erst zu schildern, da sie Jede» syn Ench genau bekanntest.' Die heftigste« Bornrtheile werden argen sie wachgerufen. Sir befinde, sich, ich möchte fast . .sagen, in einrr Lage, die nur «nig bester als bieder Sklaven L ste find den gewaltsamsten Erpressungen «uterworftn, .-der . Wüuderung und jeder Art von Genmltthüttgkeit preis- ..gegeben. - ,Ich frage Euch ferner: Würde es sich uoter solchen . Uostüllden gezirmdn, über de« moralischen Standpunkt dieser ^Kente rin abfällig«» Urtheil zu Men? Würde nicht., der aufrichtige Menschenfreund alle Fehler'-der Juden, Über M«tche d»e Feind« der Juden sich beklagen, uns, die wir die «tatsächliche Ursache derselben sind, znschrriten? . Gedrückuaacn und Grausamkeiten aller Art werden an ihnen . .verübt, wahrend ihrer Erwerbt hätigkft und ihre» Talenten von Tag ^u Tag neue Beschränkungen auserlegt werden «nd das in emem solchen Grade, daß sich der grüßte Theil zu -..den erbärmlichsten Hilfsquellen gedrängt sieht, am nur sich ,«d der darbenden Familie'das Lebe« zu erhalten. Sollten wir -nicht de» Wunsch aussprrchr« und auch von ganzem . Herzen dazu helft«, das; dieft Gesetze abgeschafft werden und di« Erjuneruug an ihre Existenz für ewm ans unser« Gedächt- >, Nt§ schwinde? Die Gegner der Juden behaupten, daß dir -Gewährung des unbeschränkten Anftnthaltsrrchw der Alben l m Eeotral-Rußland das Land mit Trödler», Wucherern und - Bettlern überschwemme« würde, daß die reiche« Inden unter -d«m Schuhe der Jndulgenz Ländereien erwerben und die ^Preise in die Höhr treiben würden, nicht nur um hierdurch Ilckeresse au der Mittrgiernng zu gewinnen, sondern auch in einen Einfluß ans die Institutionen unserer Kirche übe« .zu können; dich die niedrigere Klaffe dieser Nation, wenn sie daS Bürgerrecht in Lentral - Rußland erworben hat, »uftrer Jndnstriebevölkerung, welche sich von ihrer Hände Arbeit «Lhkh bedeutenden Nachtheil bereite« würde; daß eine solche Aufnahme vagabondirrnder Juden in die Gemeinde die wirkncht» russtftftn llnterthanen um das Borzugsrecht ihrer Geburt bringe», de» Nationalcharakter schänden. daS Gemeinwohl in Sümt und Kirche schädige« und ein unver» tilgbarer Vorwurf für die Landesreligion sei« würde. Einige dieser Judrnftinde scheinen sogar von eine« Anfall von Wahnsinn nnht verschont geblieben zu sein. Sie sagen '»Lmtich voraus, datz die Zhwen; wen» sie fich frei über Rußland ansbreiten dürften, fich so zahlreich vermehren, so viele Reichchümer erwerbe» und so bedeutende« Einfluß ertaugen würden, daß «an ihre Sitten nachabmen und hier- ,.durch das Judenthum die bevorzugte Religion unseres Staates werden würde .Diese Beweisgründe und Befürchtungen — welche ja in Wirklichkeit gchattlo« und chimärisch find — haben " dadnrA dah maw fle geschästG >» der -and- ' vory?h '.n Anwendung zu müssen glaubte. hr ist ׳— wenn wir es nur anerkenn«» wolle« — den Alten zu gewährenden Gerechtsame und Frei- Handel unftlks Lande« bebe» und muh alle» ausbrritrn würden. Es ist «ine allbeümntr Erdaß »ft dem Wachsthv M der Bevölkerung das > des Ratioaalreichthnms gleichen Schritt hält, daß der Besitz, gleich dem Wasser, die horizontale Ebene wiederfindet «nd daß. wenn einige Irden Wucherer und Füge sind, viele andere dagegen großai üthig und freigebig sich zeigen. Dir Zulassung der Jud>« m Lentral- Rußland würde mehr JUuja von Grnndstü-keu in da- Land bringen und natürlich den Bodenwerch erhöhen. Frankreich. England, Deutschland, Oesterreich und sogar die Türkei und Griechenland, nicht zu erwähnen Holland un> die Bereinigttn Staaten Amerika'«, kennen hinlänglich di« Bortheil«, wftcher au» der den Juden und den Bekenner» aller andern Rel gionen gewährten Freiheit erwachsen unk bewerben sich daher um ihre Thatkraft, ihr« Judustrie «»» ihr Tapital. Wenn wir uns nicht bemühen, gegen «nsere ji'.dijchen Mitbürger gerecht zu Handel«, würden wir dann nicht da« Capital und den commerziellen Einfluß der re,cher:n Juden, welche sich, hier ihr Vermvgen erwarben, gemaltst« verschleppen und dir Juden veranlasse«. Freiheit in strichen Ländern zu suchen, wo das eruiedkläende Merkmal der Nechtsungleichheit bereit» verschwunden ist? Und sollten wir «s denn nicht mit offenen Auarii sehen, wie unvug e» ist, bloß um die Bigotterie sinfterrr Jahrhunderte zu verewige,, den Staat in Armpth zu stürzen? .Die Aufhebung der NrchtSg eichhcit wird auch sicher ein schwerwiegendes Hiuterniß au« >«« Wege räumen, «Äches die Jude» hmftr zurückhält, chre tnsichlen und SrundKtze einer besonderen Erwäg ina zu »nteyiehea. Vollständige Theilhaftigkeit an den Sesehespri-ilegien des Landes mit den übrigen eingeborene» Untei-thanen Sr. Majestät 'des Kaisers wird ebenso gewiß ihre Treu« und BateplaadSlsebe »ecken und steigern. Wenn '׳«« russischen Juden , gesetzlich dieftlbe« Wohlthatea de- St!atsgefttzes wie allen übrigeu Dissidenten oder sogar wie si r den ruffischen Katholiken Huerkannt würden, so würde man sic nicht länger als paffend« lscheite des allgemeinen Zaffes und der Bedrückung an- :0. So lange da» voll.' Bürgerrecht und die andern chnen vorruthalten Mitten, wird man sie als eit, gekennzeichaetes «nd. tegradirtts 801k betrachten. Das Lüster ist allezeit die Wirkung des D nicke« und mir Rechtsungkichheit ist selbstverständlich die Dudeaz der Herabsetzung verbunte». Mögen die Christen, welche dazu veilragen, dies«« Ausschließung-system zu verewigen, selbst einen großen Thell der Schuld der Inden auf sich nehmen; jedenfalls aber sollteu Ehristru die Jutea, über wlche sie tyrannisch hersmle«. weil dieft sich durch die Untn^tenten der Sklaven befleckt haben, noch nicht der öffentliche« Schande prrisgeben. Die Juden sind von allen freien Beschäftig« me« ausgeschloffen «nd da« Borurtheil bannt sie au« der Gesellschaft der Christen. Freiheit würde die wohlthuende Wirkung haben, Juden und Christen besser mit einander bekannt zu machen; Beide würden dabei gewinnen'und viele «iralisihe Bortheift würde« sich ergebe» aus der gegenseitiger Förderung der Nächstenllrte und der Werke der Barmhe tzigkeit. ,Alle enroväsche Staaten hatte« längere Zeit Aaskahmegejetze — da« Bermächtniß der fächere» Jahrbnuderte, ater alle haben sie allmählich aufgegeden und gänzlich aus ihren Gesetzbüchern getilgt und überm, find die Inden frei. Fraget sie (die Staaten) »nd sie «erd« Euch sagen, ob die Inte» me bürgerlich« Gesellschaft bututrächrigen, während sie ihre Rechte ausüben? Trage« «ptht auch die Jude« mit an d.-n -astro der bürgerlichen Gtzf ^inde? Tzragen sie nicht bei zu