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Israelitische Wochenschrift · 1891-12-17 · 51 (17.12.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
51 (17.12.1891)
Date
1891-12-17
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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y» »y §cwy^* ומן! wwni er K*• jeder m4 ftiutr Ml*■' __ de» Settern: p Me Mt relißMt 'teferM«, t• lebe M «leicht Gesetz fftr •Sc «Untteftteb M •la»br»* «ab bet Reffe w (etc bk Nächstenliebe, Me ■uw ■ich« blaß t» Knti führen, *־>' svndern euch im praktische» Lebe» zu techRÜ-e» hnt." Wahrscheinlich diese Thaüache, sowie «ine noch nach. i>- träglich von de» Socialdemokraten veranstaltete Volköver, T■ sommlung. in welcher der Führer wieder«« gegen den Antisemitiömuo sprach, veraalaßteu de« hiesigen Herr« Ober- Plärrer Dr. Schwitz, mit dem Herr« Oberrabüiner Dr. L- Horowitz — wie mit allen Geistlichen der Stadt — sonst aus freundlichstem Fuße stand, meiner kalhol. Arbeiter- 1^ Versammlung in solcher Weise gegen die Jude« zu sprechen, £ daß Herr Oberrabtner Dr. Horwitz sich aeovthigt sah, ,hm in der eleriealen, wie in der lieberalen Zeitung eataegenzutrete«. Dem Herr« Odcrrabd. sind für diese Erwiederung t viele Kundgebungen, ja Glückwünsche au» allen Kreise«, au» r:; den besten protestantischen wie katholischen zu «heil geworden. Diese Erwiderung lautet: ,Mi Stattneu uub Schmerz hebt ich bt» veu Herrn Oberpsarrer ^.׳,-De Schmitz im kathvlischeu Vrietttmrtin ,Uuiter״ tzthalteueu, mit ST;. Mt Jnbevfta« sich Iqchästtaenbeu Vertrag geleftu, au« weichem »י-׳- weuu Mt SieMrgade der ״Nieberrh Velküttg." tim zutresftnbr ist — uu« du Leu entgegenMuat, mit er uech meiner Pemlich lnngjübrigen y'■ Reuntaiß hiesiger Verhältalsse bi«her, besattber« beuch dt» Mund eine« Dttstlicht», httr »och »ich, aageschiegeu werbt» ist. Dieser Leu, deffeu Hemtzeichnang mir Mt Hachachtuag vor der Stellung' bt« Rebaer» ^»trMettt .uub der bei einem *hltaee» uu» seine« Vertreter »ich» ■ befremdet, lAfct eine ernstliche Siebctleauua teum zu. Kann mau -^trustiich «er Mt Gesahreu der ״jübischeu «,lindes uub ״Umocu ^Rastu tu btu Silbern von DAuemart bi« Italien" bUeudeie*? Eauu ,.Jm btu Schluß, btu der Herr Oberpsarrer au« dt« Eiutrrteu tztr Mestgr» Sozialdemokraten für Mt Inden auf ,^gleicht ober -ar tiiugwM M Gesiuuuugeu׳ zithr, ganz teuft nehmen? Der Herr c ObetMnrrrr würbe sich» mit Lutrüstung verbitten, au» bt» llmftaudt,' kr-bast btt Sozialbemstrnien uub Mt »ich, bto» iu Rollt», souber» auch tu Reftgion FeeiSuuigeu, «bst btu Jude» uuttr ihutu, se oft für da« Eeutru«. besö^berbiabezng aus «ubuahMtgtsetzt tiutrtttu, btu Ver« fvigeru ,gleiche Brüber, gleiche ktappeu". — Vtrlttzoubtre« uub tuten bete» •bet al« da« Sort: *e» -ttst» unter btu Juden auch ehrliche Leute" ist uu« selbst von btu antatspiochenütn Antisemiten, »och der Herr Redner ollesamml nicht ,»tu RathoUktu au Mt Gße Gugm" lasstu will, noch ■ich: aeboieu werbt». Sa» bildet . dt« Herrn itteduer Me ״Gemeinsam«(» bet Juden uub Social» bemotratt»"? ״Der Unglaube, Mt «ussaffuug, best wir für Meft» .«vttNichtLeben lebt», ,....den» lm Jeuftft» gitbt kein Siebtrsrh»". Sie, ich seN« meinen, bah gerade Sie Jude» die Sekeuutnistlreue und 3/«tu Staaten »u tat Ieusttw, bet auch zu de« Sesemlichften unserer VMRtGlsutlehre gehürt, t« alter uub neuer Zoft oft genug btmilhrt ' de». Dem Herr» Obersts»rter ist e* doch tcteuui, daß nwcht (eine ligiontgeMeiaichasr zahlreichere «taubenbmArturer aubütmelftu ha«. : .«1« die tswelitischt. St» ander» hat diele, elenieMschru Verlockungen > geaettüber. in den lob getrieben al» eben der Staubt, bah wir nicht ' ״sie dieses weltliche Lebe» leben." Sa» «oder» spricht au« dem , bel«A»ttu«wtrthtu Schauspiel, welche» die rusi. Inden letz, barbieten, Me iu Roth und Elend ihre» Sauberst»» ergreift», während fie durch '«ftt Sort, aus da« nur Mt orthodoxe Kirche wartet, vor all dieftm ,Hammer btwahn werbt» köuuttu? s e« gitbt vielt, leider sehr »tele, Y■ Me ihrem Maubeu iu jeder Seift Unehre machen, aber auch nutet M» Mathoiiteu und Protest»»!»». Sir wolle» un» ater doch davor r Hütete, dafür die Sachalift»,die Proirstautru uerautmortlich zu mache». Ü Satz Mt« der Herr Oberpsarrer aber de» Juden gegenüber taut, ist -mahl nur im Eifer »er Rede geschehen, ebeuf» wen» Me Fra«: t.lSmubeu Me Juden etwa Wahtsatzrttaustalt«, gehe» Mt JudenmAdchtu ' an die Setten der Kennte» uub werben Krankenpflegerinnen?* mit ^etaem,Reftt" beanlwaettt. Ruch Mt« soll alfo den Israeliten abaewerbt», ba» Eiuztae. wa« bi» jetzt »och unbestritten blieb, bet V ־ mar de» Pub. Sir önmch«, nicht weit zu gehe« uub nur auf htuzuwdftu, aas ba« Asyl uub Mt Abraham Oppenheim'scheu ugnt. Und »er sagt de» Herr» vtewtarrrr, baß t» keine ett Krankenpfiegerinnen gftbt? Dag btr Mthtrige Mangel einer isation dnrin nach Art btr Orbtu in ' der Geschichte uub der ug der Israeliten nattr ben verschiebtutn Rananen begründet bedarf de« Herrn Oberpsarrrr gegenüber wähl nicht erst eine« M*» Itachmeise« Dach gtung. b sollte hier nur dem, ich bnrf von meiner ganzoa Gemtiube gttheilten, schmerzliche» י! gwebt« werbe». setuia, tz»r UWtchvtua. daß ber 1A DNM« «JCpiWR j l«»t bet Ottzeusttzt unter beu herbeizustchwu. Dr. Hera Pitz, U>l» ster gleichzeitig erschiene««! Enwegnu«« de« Osterpsarrer« ersteht «an. wie Verfeib« ׳ sich zu drehen n«d winde» sucht, um sich «m» d« Klemme »« zieh«. ThellS durch weiter« Angriff«, wie d«« l eine sehr lahme Bertheidigaag, di« er neuerdiags in ilag Bersammluag fortgesetzt hat, sucht er seine schwache L tallung -» stützen. EG schmal, al» ob der Herr Oberpsarrrr «-st durch die detreffend: und dabei so würdige und maßr rll gehaltene Erwideruag de» Herrn Dr. Horowitz auf di« Tragweite seine« Vergehen« anfmertsam gemacht worden st? Die ganze Bewegung dürste die Sh npathiea für die Juden hier am Platz« n«h erhöht habe«. Kerford, 18. Dezb. (Or -Tor.) In eir er Zeit, in der die TageVblütter «naufhürlich über antisemitisi je Umtriebe und Verhetzung zu beritten haben, heimelt ti tun Referenten wohlthuend an. weiteren Kreisen von ri iem Act fchüaer Menschlichkeit Kenntnis zu geben, von euer That, die für sich selbst red« und den Herren Autisem tut zuruft, so sie e« nur hören wollen: Wir Juden Kaden eine andere Auffaffnng von der Nächstenliebe; wir stelle, un« bereitwillig in ihren Dienst, wann und wo i»me: die Pflicht der Menschlichkeit ruft. Der hiesige Fabrikart Herr Hermann Elöbach, der feit vielen Jahren au« kffoaderrr Vorliebe ein Zauberkünstler p«r exoelUno• isi, welche Tüchtigkeit ihm, dem DilUtanten, den Künstle« amen ,Professor Hermann" längst eingebracht hat, übt all ätzrlich durch seine Kunst hervorragende Wohlthätigkeit.?n vielm Städten Westsale»« und Rheinland« sowie der ßrovinz Hannover bat er, von Stadtoehvrden oder Verein« 1 hierzu veranlaßt, bereis Vorstellungen für philanthropisch« Zwecke mit ormerknöwerthen Erfolgen gegeben und Ibevall nicht bloß den ungetheiltrn Beifall suuer Zuschau«!, sondern auch die vollste Anerkruunug seine« selbstlosen W rken« grerut« E« verdient auödrücklÄ hervorgehoben zu werden, daß Herr Eltbach nicht bloß Zeit und Kraft, for dern auch noch erhebliche Geldcwstr seinen löblichen Zw cken darbringt. — vom hiesigen Bürgermeister darum ersuöt, gab der beliebte Zauberkünstler heute «in« Wohlthätigke itöoorstrllung zum Besten einer WeihnachSbescherung für äk armen Kinder unserer Stadt Diestlbe gestaltete sich t sanzvoll. Da«'geräumige Theater war dicht besetzt. Die Houoratione» fehlten nicht. Jede Nummer de« reikWaltigen Programm« erzielte rauschenden Beifall. Der finanzielle Ei trag brachte gegen tausend Marl, für welche Summe l.'tO chriftüche Kwoer vollständig warm eingeklerdet werden. Nach dem Schluß der Vorstellung trat der Herr Bürgerin.ister aus die Bühn«, richtete «arm« Worte de« Dante« und der Anerkennung an den »ackern Mitbürger und edlen Meaicheufreund, überreichte ihm sodann einen Lorberrtranz mit euer auf Atlaöbüadern eingestickten entsprechenden Widmung rnd forderte schließlich da« Publikum ans, in ein Hoch auf »i wsera Professor" einzustimmen, welcher Aafforderuna jubelnd entsprochen wurde. Dte Denk- und Ha»ldlung«»eise de« Herrn E. in dieser confervativ-autisemitischen Gegend ist dir best« und wirksamste Anttvo« aus dte judenfeindlrcheu Angriffe. Sie besagt, daß da« unwürdige Aebahren unserer verblendeten Feinde un« nicht bi« zu dem Grad« zu verbittern termag. daß wir die Pflicht, den Nächsten zu lieben und Wohlthätigkeit zu üben» anher Acht lasse« lü inten. Ob unter de« vielen armen Kindern auch solche antisemitisch« Eltern der Unterstützung theilhaft werden, — Herr E. fragt nich: darnach, und da« ist chm auch eiturlei. Wahrlich, ein L'ickttnnoir hMohem in unfern böse« Tagen! Ehre darum de» Biedermann, d« durch sei» Thuu al« I ude »ich bewährt, EP nicht nur seiner Gemeinde, sondern de« Judenthum überH mpt Ehre bereitet l .! — •oh.

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