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Israelitische Wochenschrift · 1891-12-10 · 50 (10.12.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
50 (10.12.1891)
Date
1891-12-10
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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6m Brüder in Deutschland und auf bessere Zeiten, die auch für sie « ihrer Knechtschaft anbrechen werden. Nach de« Bartrage, der mit reiche» Beifall belohnt wurde, begann nach der Tagesordnung Berich» und Debatte über die Semcindeangelegenheite« in Be^in. Da diese nichts RcneS zu Tage förberte«. fo werden »vir im nächsten Jahre vor Beginn der Wahlen all« brennenden Fragen in Erörterung ziehen.^ * Merks«. (Orig.-Lorr.) Am 30. Rav. wurde, »vie be- ' reit» kurz ang»dentet,'in der klosterstraße die erste jüdische Volksküche,י— erreichtet und geleitrtvon Herrn Hermanns Abraham — eröffnet Zweck und Tendenz derselben läßt sich am bcstrn aus der Eröffnungsrede de» Herrn Abraham «sehe«, die ich hi« auszüglich nnchergeben will. Herr Abr. sagte ungefähr,- »M H. u D.l Ls -erricht »tr zu vnbtt Kreut«, Sie ln so «roher Anpehi hier versonunelt zu fchrn. Ich darf annrhmen, daß Sie därch Ihr Hiersein Ihre StzMtznlhie für die gut« Sach«, di« hier «nt» standen ist, bekunden »ollen toi atu errichtelr Jnfttin» verdien» Ihre Theilnahm« ha hiebst« Grade, denn »tr Alle, die »ir «i» den Ver» PWniffen der »nneren Vevsikernng vrrtront find, »otffen, »t« sehr ein« -jüdische Volkstihh« in nnserrr MIlltonrnftadi mnhwendig »ar. Bei de« allaeniehmn Niedergang der Geschäft«, wv so viele jung« Leu« ohne Slrünng. bei der »heuern geh und besonder« bet de« v grvhen Durchzug armer Glaubensgenossen au« Rußland »ar di« Lr- -- •rhltMBj «in vediirfnlß. Hier ist ein Speisehaus errichtet, in nun der i׳»V arme Jude oh« Gemtzsrnsfkrnpeln für »enig« Pfienigc seinen Hnnaer stillen kenn, nn Kraft und Unsdaner für den schmerrn Kampf u» da» Dasei« zn gewinnen Dt« Anstalt wurde von Juden «rithtrt und Wr-.-'t-'taiti durch Gotte« Hülfe auch durch Juden erhalten »erden, »ir M L Werden ater nach de» Grundsätze unserer Neltgi«, nach den Worten £'־ »mferer Hagadah handeln: Wer hungrig ist, der «reierinnndeffemitl!'/ Mr fragen nicht »ach de« vekennmtß »es Hülsrfnchendrn, »tr »ollen H nur, da» er gesöitt»» und befriedig» von hier gehe und — mtederteMm«!* Der He« Herrn. Abraham hat in d« That durch f Schaffung dieses Instituts seinem Wohlthätigkittsinu ein ׳ Denkmal gesetzt, das — so hoffen wtr — Generationen überdauern unrv. Es speise« daselbst täglichan 1400 atme Juden ז Wir Theisten, die prs Lobes voll sind üb« dir-guten u. fthmackhasten und billigen Speisen; »vahrlich ein Beitrag zur M"" Lssnng d« soziale» Frage, ein Stück praktischen Judentum»»! ,L, ׳ "Alzey, r.D««mb«. (Dt^nt.) Sir wenden sichg.H. Red^ - ^nieder an mich um Aufkiärong üb« den Strafprozeß gegen ltz«A Redakteur Oscar Lehmann »vegen des verlänmoedertschen Artikels im fRanaet .Israelit' gegen unfern 1' tzichrn» Nabbin« Dr. Rothschild. Niemand kann Jbneu f. «ft» solche besser gebe«, denn dieser Artikel hängt mit de« WltkÄAt Dr. R.'s zusammen, und es zeigt sich auch hi« Wied«, daß eine böse That die andere erzeugt. Dr. R be- «tragt« bekan ntlich im vor. Jahre wegen vorgerückten Alter» Aestschnng sein« später» Penswmrnna od« sofortige Er» leichtern»» »« Amte, namentlich Enthebung von aastrrngenden Dienstleistungen, welche « freiwillig übernommen habe, «Nent. Bestellung eines Bicars auf Kosten des Rabbiner«. Die Anträge und Vorschläge wurde« zurückgewiese»; bet P>\- Rabbi»« web alt, sagte man, und « darf nicht alt werden ß» ber Gemeinde wegen finanziell« Belästigung derselbe», nmn müsse dah« ans Entfernung de« Rabbiners bedacht fda. Dafür erschien zunächst d« berüchtigte Artikel im ,Israelit', um de» frnsftmigat 80 Jahre lang in Eintracht und Zufriedenheit «ft alle» innen Gemeinden lebenden und Wirkende» Rabbiner bei den orthodoxe» Landgemeinden zu ver- «• Der Artikel erschien nicht sofort, ,di« Redaction Bedenken gehabt in haben, gegen die bekannte Perlltchteft de» Dr. R. fälschlich zv agitier«. Da wurde lich von Alzey angefragt, wann d« Art kl endlich «- 1 werde. Er erschien, ab« ohne Erfolg auf dem da beschloß man io Alzev, Dr. R. Alqüge von Gehalle zu machen, d H. ihm di« fär ferne Ver- »fte zugeficherten pnltznlichen Zulagen zu entziehen und hm Regienlna Kündigung de«. Amtes zu beantragen. Bk« wies ssfttzc UMhMMWMÄschgtzN den Pab. - trrifene Bouillon rauche, fahre am Sabbat und habe eine« juiwen Menschen von IS'/, A, d« nicht genug hebrWch verstehe, .web« ein Seminar, nach eine HochfMle (!) be» fu«^ habe,- Beftigniß-zum Schächten erthnlt; darüber sei sogar di« freisinnige G«a.eiude Atzrh empört, so daß der Rabbin« sich nicht mehr habe hrften können und bereits feinen Abschied genaannen habe. 5L.•* cahig und De. R. kümmerre sich «m die V«lüumvu»»gen nicht. Man wußte allgemein, daß die» alles Lügen seien, drängt« ab« doch Dr. N., dagegen einzuschreiten.. Dieser entschloß sich spät und beschränk» sich auch da noch darauf, Lehmann zu ein« Berichtigung und Erklärung aufzufardern, daß alle bezüglichen Aussagen unwahr feien; eine solche «folgte. Ab« der Staatsanwalt ruht« nicht und forderte Dr. R. auf. Klage zu erhebe». Dr. N. lehnte ab, da trat das Großh. kreisamt klagend für ihn ein. Jahr spät« trat Dr. R. ans dem Amt und hatte schon Alzey verlassen, als « in Aachen wegen diese« in Mainz schwebenden Pr«effrs commiffarikch als Zeuge vernommen wurde, wobei er veponirte: er lasse sich nicht rasiren, denn « trage Bollbart, « fahre bei seine» Schulinspectionen am Sabbat nicht auf Eisenbahnen, den» Sabbat, benn n rauche nie. Die Anklage, treift zu essen, «üärte d« gleichzeitig auwefende Lehinann, beziehe sich nicht speciell auf Dr. &, sondern auf Reformrabbrnrr üb«. Haupt, — ein Einwand, welche» b« Richt«-Eammiffar als gegen den Wortlaut des Artikel» zurückwies. Der Schacht«, erllärk Dr. R. zähl« üO I. und darüb«, sei nach orthodoxen Grundsätze« geprüft worden und habe bestanden. Auch sei es nicht rvahr, dah « wegen solch« falsch« Anklagen fein Amt habe verlassen muffen, dagegen würden sie, fall« sie wahr gewesen wären, ihn im. «inte geschädigt haben. Zum Termin ist Dr. R. nicht geladen Warden, et hatte demnach auch kein« Gelegenheft, «ine« Ge» gen zeugen und einen and«n Gachverstänviae» zu brstrllr«, « hatte nicht einmal kemttniß von dn Berufung solch« Männ«. Im Termin erklärt, nun «in« d« Zeugen daß di« Anschuldigungen de« Dr. R. vollständig auf Wahr- Obwohl Zeuge orthodox sein will, läßt « doch öffentlich seine Feld« am Sabbat bestelle«; auch ist es bekannh daß « bereit« zweimal kriminalistischen Prozesse» unkrlegen hat. Zeuge fand es auffällig, daß Dr. R. an einem kleinen Orte « Schächter bestell! miv dafür Bezahlung genommen habe, unkrließ es ab« -» bemerken, daß dies« Bezahluna die gesetzlichen Gebühren waren; fern«, daß diese S Schacht« nichk etwa auf. Eia mal und zugleich sond«n »ährend d« sojährige« ׳ Amtswirksamkft nach einaud« und übnhanpt nicht amtlich bestellt wurden, sondern da» Schächten zu privaten, geschäftliche« «ad arwrblichen Zwecken erlernt haben und üben. Sie kaufen nämlich auf ihren Geschäftsgängen auch jung« Ziegeulämmer. deren Felle sie sammeln. Um diese Thierchen nicht thierquäkrisch zu Übten, erlernen sie die rftüelle Schlachtwetse. Dr. Marz behaupte» nnn zwar, tttefe Leute müßten tüchtig« hebräijche Sprachknutniffe haben, und niemand von ihnen, überhaupt von LOS Schächtern kaum «in«, besitze Berständntß und Fählgkett, richtig zn schächten od« auch nur das Schächtmess« z« von'hr u"tr ist eben in solchen tciiäi&fen Dinge«, nicht in allen. {eniMttfn geworden. Durch solche Darstellungen werdcn falsche Anschauungen üb« das Wesen unser« Religion vnbrettet, und annjemitijch« Beurtheilunge» derselben , ««den dadurch eher genährt, als bekämpft. Dr. R. wird von tzer «feit nicht «ebe betitttt. ab« die Ge- Dr.«. .in

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