Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 50 (10.12.1891)
- Date
- 1891-12-10
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Ehillul haschem vv« Judentbum hätte» abwehren Uantn mb t* doch nicht thatrn, sondtt« ruhig nnd «üfsia alle» da» «schehen liefen, wa» gegen Dr. R. geschehe» ist, die» ist allgemein zu bedauern. Da« Urtheil de» Prozesse» war ein srnsprechende», weil in den «,»»sagen gqen Dr. R. »eine formal« Beleidigung erkannt nmrde. Gevißl Formal« Beleidigungen lagen nicht darin, aber wohl wo«» amtliche Beleidigungen damit beabsichtigt. E» war deshalb rühtP, daß di« Staatsanwaltschaft sofort Berufung ringelegt hat; Dr. R. hätte sich dazu ebensowenig entschlossen, wie er sich zur Rlaaeeinrrnhung verstehen wollte und mochte. Die unerquicklichen Verhandlungen werden sich dadurch nochmol» wiederholen, hoffentlich avn mit besserer Führung und besserem Erfolg. (Elsaß), 7. Dramber. (Or.-Eorr.) Die Rabbinerwahl in Brumath, die Sir iu der letzte« Nr. Ihre« geschätzten Blatte» erwähnten, hat «inen bedauerlichen Zwiespalt zwischen der Brumather Synagogenverwqltung und dem israelitischen Eonsistorium de» V'ntrrrlsaß hervorgerufen, in welchem von Seiten der erster n die Entscheidung de» kaiserlichen Ministerium» anaerufta worden ist. Der Sachverhalt ist folgender: Um die in Brumath erledigte RabbinerstrÜe bewarben sich drei Eandidaten» die Herren Rabbiner Dreyfu», Meyer und RabbiuatScandidat Dr. Weil. Dämmtliche drei Eandidaten hielten auf 8eranlaffung de» EonsistonumS am 1. November in der Shnago« zu Br. Pr obepredigten. Der große Theil der Geintmde irähltr Dr. Weil. Da» Eonsistorium hingegen gab Dreyfv» den Vorzug. Trotzdem da- Consistorium hier nur von seinem chm zustrhenden Rechte Gebrauch gemacht hat, da di« Tntscheidüng über dir Auswahl der Eandidaten, nächst der Regierung, i« den Händen de» Consistorium» liegt, traten die Gemeindemitglieder iu Br. behus» Abgabe ihrer Entscheidüng noch einmal zusammen und wählten zum zweiten Mole chren ersten Eandidaten (Weil) und unternahmen gleichzeitig Schritte beim kaiserlichen Ministerium, um da-selb« von der Sachlage zu unterrichten. Die Sach« liegt jetzt nicht nur den Behörden zur Entscheidong vor, sondern sie bildet im ganzen Reichslande daallgemeine Tagesgespräch. Denn abgesehen davon, daß r» hier im Reichsland« noch nie vorkam, daß e» ein« Syuagogenverwaitung gewagt hätte, ein Eonsistorium beim Minisirrium anzuktazea, hat sich die Synagogenverwaltung zu Brumach soweit von ihrem Eifer hinreihen lasten, daß sie sich,erlaubt hat, in einem hiesigen politischem Blatte dem Eousisiorium geringschätzend und herausfordernd entgegen zu tteteo. Daß di« Entscheidung de» Ministerium« im Sinne de» Eovsistorium» auSfallen wird, unterliegt wohl keinem Zweifel; welche Stellung aber da« Eonsistorium. der ihm untergeordneten, herausfordernden Synagogen».rwaltung zu Brumath gegenüber einnehmrn wird, ist abzuwarten׳ ebenso die Maßnahmen, welche da» Eonsistorium im Interesse seiner eigenen Würde und moralischen Macht ergreifen wird, um der Synagogenverwaltuug tn Br. zum Bewußtsein zu driugcu, datz sie nicht über, sondern unter dem Lonsistorium steht. Zn» ^ßprenhe». Iu der Näh« de» Rittergut«» Zworade» war tn« russische und preußisch« Grenzpolizei schon längere Zeit^mit der Untersuchung de» Mortwk.» welcher vor etwa 4 Monaten von eurem russische» Grenzjoldatea an einem an» Amerika zurückiehrendea Juden derübt wurde, eisrig beschäftigt. Der Ermordete hatte in Jüowo eincn Schmuggler ersucht, ihm über die russische Grenze zu verhelfen »nd dabei »nglücklcchrr Weise verrctthea, daß er eiue deträchticche Summ« Gelbe« und Äerthpapierr bei,sich führ«, »velche er de« Schmuggler anch reigtr. Weser «zWte r» erne» rnfsischen GrruzsÄoaw». welcher nun de» ihm, wie «an Jqstrn «d ch^ nach«Mobitz» deLGÄO chchder gewiß diese« " -- dem -znPliche» Forst, bei Zworade» verscharrte. Da der ' Schmuggler noch längerer Zeit feinen Ancheil o« Raube non de» SoGaten nicht erhalten konnte, dennncirte er dich« der Behörde, worauf der Soldat den« anch sogleich verhaftet mtr Krcwttnrt o. M. Die Stiftung für gchrechlsthe und verwnhrlaft« ikinder erhielt im Jahr« l8S0/«1 Mk. 2SSL Geschenke, Mk. 110S JahnSbeiträg«, Mk. 712 Zinsen uud verausgabte für 27 unglückliche ftiiibtv sowie für Meidang»- stücke an einzelne Rinder Mk 47?0. D«e Statute« sind.7 vom Vorstand der israelitischen׳; Gemeinde genehmigt uns» die IahrrSrechouug von demselben geprüft wc-rdem Der JabrrSoericht bittet um Gaben, die jede» Mitglied der Berwaltung (Zar. PH. Oppenheimer, Vorsitzender. Adolf L. A. Hahn, Direktor, Dr. Bverwald, Dr. med. Blamenthol^ Joseph Barr, A. Durlacher) gern annimmt Mie». (Nekrolog.) Am 17. November verschied in Berlin, nachdem er Abend» zuvor während der Ausübung de» Lehrberufe» vom Schlage ereilt worden war, .scmst und ruhig, wie er gelebt und gewirkt hatte, Dr. Jacob Egerh, mit dem ich durch mehr al» 30 Jahre auf» Innigste bosrenadet war. Eger» aehörtr jener berühmten Familien an, au» welcher zahlreiche hervorragend» Rabbiner und jüdische . Gelehrte, zu denen auch sei« in Halbetstadt wohnhaft gewrseuer Vater zählte, herootgegaugea ׳find. Auch «ein nunmehr verstorbener Freund gedachte sich dem Rabbinerstande zu widmen und trat deshalb im Jahre .1858 in da« jüdischtheologisch« Seminar z.l Breslau eia» da» wenig« Iah« vorher gegründet worden war. Er fand indessen. bald, dc». ׳ die stille Pflege der Wissenschaft und׳ die Lthrthätiaknt seiner" beschaulichen Natur mchr znsage.. gl» dtt mit dem; öffenttichen Leben uud mit unausweichliche« Aufregungen ver» knüpf« Beruf eine« Rabbiner» und Prediger«. Al» Mann ׳,, der Wissenschaft und Lehrer hat er denn anch durch die. mit erläuternden Anmerkungen versehen«. AilSgaick dv» DiwäA de- Abraham ׳.bn ESra und verschiedene Aussätze ick. Zeitschrift« bereichert. Al« Lehrer hat er durch G ewissenhaftig» lest, Eifer uud Theiluahme «inen großen Kreis van Schülern^^ sich zu Dank verpflichtet. Al» Mensch waßtt ett diirch die Lautertest seine» Lharcckter», wie durch sein« BescheidenWt % die Werthschatznug Aller, die ckit ihm in Ätrührcmg kaMst^׳ sich za erringen und zu rchalte«. Obcootzi ex׳ «in «Jnngaeftllr' geblieben ist, so war er doch seinem West»! und stiner, . Neigung nach rin Freund de- Familienleben». Er staAzH denn auch mit den besten Familien Berlin» ■in. fteundschcWs' licher Verbindung und die zahlreiche Betheiligupg an seipetn Leichenbegängniffe legtr Zrngniß davon ab, dqß er nicht» von der Griesgrämlichkest der alten Hagestolze» (»» sich heM. sondern die, Menscheu liebt« und sich ihnen wrrth zu mache« und zu erhalten verstand. Diese Eigenschaft "bet GefflliWdtt uud de» Familiensinnes bat sein Leb« trotz der; Ehelosigkeit freundlich gestaltet und ihm dis an sent End«, dem ihn lecher schon im Alter von 58 Jahren erreichte, jumndfrisehr» Humor, jugmdliche.Heiterleit, Geuußsähigkest usttz Phantasie״ bewahrt. Wer chm zmn ersten Mal« sab, konnte nicht glauben, daß seine Vorliebe der hebräischen Poesie galt, untz wußte noch weniger diese Thatsache sich zu erkläre«. Mar ihn aber näher kenne« lernt«, begriff bald, daß sein kindlich« Sinn uud tne Reinheit feine» «npfiadeu», die selbst,ein Stück Poesie in' seinem. Lebe» bildeten, ihn vyrzug«weist für die Innigkeit der hebräischen Dichtung empfänglich ««che» mußten. Au» seiner kindliche» Seele erwuch« auch die Gabe der Freundschaft, die ihm, wie Wenigen, zu Tbeil geworden, war. Lc lebte mit und in stinen Freunden» selbsttos htn>1 gegeben ap diejenigen, die ihm thener waren, verwachse» wm chren fleundlsthen und widngea M " mir durch unanffchiebbare נ:. i •Ü bk