Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 49 (3.12.1891)
- Date
- 1891-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Wir beobachte« nämlich seit geraumer .Zeih wie׳ das Bist de- Antisemitismus «ehr und «ehr auch 1» Vrndertreisen um sich greift, ja wir sahen in allerneuester Zelh wie Männer, die sich Freimaurer nennen, dte Mitglieder der Hamburger Broßloge find, oder besser bis vor wenige« Woche« waren,' mit voller Hergabe ihres Namen« -str dir Ausbreitung einer Lehre wmteu, die i« Gegensatz H« de» steht, zu dem sich der Freimaurer bei seiner Ausnähme durch Ablegung eine« Haavgelübde« an EideSstatt Verpflichtet. Freimaurerei und AutisemitiSmu« sind zwei so sätzüche Dinge, daß eine« da» andere «ubedingt aus »der aber «S wird emeSnon beide« zum erbärmlichen Gaukelspiel gestempelt. Damit ist aber auch ausgesprochen, daß e« Aufgabe jeder Johannistage sein muß, wo sich anti- S Auswüchse zeigen, ׳unbarmherzig und ohne Ant Person mit de» Seetrmrsfer vorzugehen. Wer ß 'predigt und zu gleicher Zeit die Äede und Totevuiz altf ben Lippen füsnt, ist der Wolf in der Fabel. Solche Menschen sollen «immer den Namen eine» Frei- *aanrr» trage», und für jede Loge, der sie angehvrrn, find sie Schmutzflecke׳. Man sollte kaum glaube«, daß es nütig wäre, eine» Freimaurer die» erst sagen z» müssen. Der Artikel mit de« Worte«: ,Die Loge soll und darf nur »rer als Mitglieder die ihrigen nennen;.der Antisemit st ohne Weiteres anSznschljeßen*. |Bw«m. Die von den früheren und gegenwärtigen Schüler» des Herr» Dr. Rost« anläßlich seine« Jubiläum« überreichte in vor. Nr. erwähnte Adresse hat folgende» Wortlaut: jffmmnatt ait «ßw!: 9cSeiner ttfcui Wen» »lr taute, da et» Bieteljatahaaberr sieh schließt seitdem Glt el» Lehrer t» be» Bert«»» MI Brellaner Seminare eingetreten vad, vva «eh uad sei» u»I ■RtUrift htben, am de» Zoll uafem «Mt a»d Berthe»»» Jhaea ataatragea, s» «elchleht H ta km Bekühlt »eh»beeile Arrake aad aaftichetaer DÜcktarlett. Der Are«de »«rüber» daß e« Jhueu vergbnal aemesea ist, ftiasaudamiiüg Jahre htadarch Ihre» Na»«» aal SM ich aiu alle» vahlthatea »«fern alma molar t» »ertaüpse» nah Früchte Ihrer vardlldlichea «mftatett reise» 1» sehe». Me »» de» daaeradr» vefitzthSmern der jüdische» «tffeaschest BMhlt Werde» müssen. BMl DautbarteU »der auch für ta«, mW aür »«fkotich Jhnea verdaatea, Ihrem »eiste und Ihrem HerKa, Ihrem Warn mit Ihrer THIügieii. Ihrer «lffeaschaft »ad Ihre« BarMld, Ihm» Bartraa mi« Ihre« Uatgaa^ Wohl misse» mir. daß Ihre der rrtae» ststichterfüüang in^maaMr Seele selbst die s» aatürtiche Bocher«»» a»S dm Herze« qaelltode» DaateS amhl selber hätte MW» aetaea. «Mi» mir, Ihm Schüler »ad Berehrer. wir «achte» Imst »»I Rückficht für Sir Mesea Kreadeatag u»S tücht raube» laffe», der. ad« er i» Liede »» Jh»e» aas vereinigt steht, «ach de» Zu. Mannraheag «ater «a» selber festigt und eia Baad der Treue um die HCkNl» NUA M| Mkae ta Mritt Nmtaigang e»lchrr. Me heate der Seau« Ihrer Mtrtsamlät eatrüen stad, ade derer, Me aa ihre» Lippe» ju ha»S«» tat der «a za »UA», da-adr e« aech WkS^M Mi |Mt)|01 (Nhrlft nl Mk Meister ta ®riaatntB« briaxt der «üt ftcfcMKtr Berttefaaa de» «radsta» Sampel b. Mi, de» Schärfst»» Iba Wat'« an» bat riefst»» RMtaHaf• W «atatMufft» hat, (* M*ki1*t Meselde treae ermahaeade Stimme »»I »ah die taazü »ad hiaeat la'I Lebe» ernste BariereNang heische»» ua» Begttßeraag!decke»» »ad erhalteab für nater IadeathaM, für »asent Bents. «der »üt tapp«« Iabruast begrüste» mir diese» Ataadeatag, ata» mir der aiedtrheageade» S<b<ckselSschtSge ateake». Me über «ajer geliebeeä Letzrhea» tzeretagrdrochea find. «« ist an« Lafrichtaaa ua» Trost, man «lr zu Jhar» eatparblickeu »ad aa» Ihrer Jabelstier atieder die Beailhr stetiger «»tWickelmtg für die Zaknaft diese» Haast» schSp!.^ «»^ Ihr «age hell bleibe», »a» bm Me Treae »ad Me 8kme »» gätael» Lehre leucht«, und die »raft. Me hm «eiste Jage»», dm Hev» Frische leiht, »ach ferner nicht amt Jhaea meichea. Vtigt jede« Lei» Ihrem Hause fern Rkiben und Ihre «rffaaüett «ad Ihre Slffeuschast ' ' ' " SadtllieuMea» Kraft a auf Schüler heraabllde»- —, ״ , «aneraastalt. »ax Beseltaao, Ihre» Herze»«, aüe treu »ad ia Liebe Jhaea »ahaamad, »k sich aeauea dürfe» Ihr» Sie verehrende»: Bre»laa, 18. Ravmber ISSl. (lÜS Uarerschrisieu) Btaoknn, 3Ü. Nov. Mittwoch, am L. Liste«, feiert Herr Aniel Hen s chel seinen 80. BeburtStag. Dieser greise Herr, welcher da« Ehrenamt eine« Svnagogen-BorstehekS und Beateiudeältesten bekleidet, ist noch heute von eia« ftaunenwrrchen Rüstigkeit und Frisch«, so daß er von früh bi» spül sei» Geschäft (er ist Sollhändler) versieht. Sodann geht er. soweit die Witterung «S erlaubt ftiih und abeudst m die Synagoge, wo er m!t jugendlicher Kraft seine Pflichten ansübt. — Et» schöne« Familienleben hat er sich gegrändet, daß seine» SSHaen und Töchtern bei ihrer Perheirathung als Muster diente, so daß jeder, der Hl» Släck ha», nnr in einen dieser Kreise zu kommen, wahrhaft überrascht wird von de» rchltzädtschcu Berste, der überall waltet. Ja einem so langen Leben treten auch SchicksalSschläg« und UagliickSfSLe vielfach'auf, aler da» innige Bertrauen hwl» ihn Lnftecht und jedeSinal war er es, der das erste Wort de» Trostes sprach. Wie gewissenhaft er die Satzungen unserer Neligio« beobachtet, zeigt u. A. der Umstand, daß er am letzten Jom-Sippur, trotz de« verbot«« seine« Arzte» (seines Schwiegersohae» Herrn Dr. L Reich) fastete und de, ganben Ton hindurch die Synagoge nicht v.rließ. Als Zeichen sriuer Daukbarkeit gegen sein«« Schöpfer widmet der Jubilar der Synagoge «men kostbaren Ehanukah-Lenchter, während seine Kinder eine« Vorhang ansertiaen ließe». Möge dem Jubelgreise noch eine lange gesunde Lebensdauer beschrede» sei»! Ins Plritwltt!, den 27. November. (OrXLorr.) Der in dieftr Woche veröffeutlichtc Bericht des Verein» zur llnterstützung iSrael. Lehr.iwilwm Württemberg« pro l. April 1890,11, da» 29. Rechnungsjahr desselben, verzeichnet wieder dengünstigen Stand des Vereins und eine Bergröherunseines Vermögens »m 17 k0 Mk. Auch die Sömgiu-Witwe Olga hatte wi'derum die Gewogenheit, durch «inen ansehnlichen Beitrag die Bestrebungen des BerrinS zu fördern. Die iSrael. Bemeiade« de» Lande» haben de» Verein ebenfalls reiche Baben zugeweudeh allen voran die Bemeinde Stuttgart, welcher der Verein durch di« eiftige Thätigkeit de» de» dortige» Vertreter«, des Herrn Banqnier G. Soatheimer, reichlich die Hälfte der außerordentlichen Einnahmen verdankt. Der Bemin vereinnahmte an Mit. gliederbeiträge« 10»Mt-, von außerordentlichen Mitgliedern 348 Mk, an Zinsen 1212 Mt, aa Beiträgen und Spenden 18öv Mk. nab unterstützte 8 Witwen mit einer großen Anzahl von Waise», 2 einzeln stehende Lchrerwaisea, mit zusanunen 4/35 Mk. Da» BereiaSoermSgr« beträgt jetzt 40729 Mk. Dt« Zstht der Mitglieder beträgt 20. vorstand MS Vereins »st Hr. Oberieyrer L Ster» in Eßlingen, Kufiier Lehrer I. Metzger in Eau»statt.g—