Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 49 (3.12.1891)
- Date
- 1891-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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73t» fügen noch hi»«, daß wf 4w»Tnlmiitz hedr-n 25) somoht wr Zmänehmer aW faäf der Zft^jel al» ,Frevler' für uuwuglich »ur AKeguag irgend eine« Zeugnisse» erklärt »erde«. Hl«) _ au» Berlin komme» lassen, den sie gegen Herrn Gräbuer verschickt»; allem er bracht« sein« Bemerkungen i« so mdekscherischer Weise vor, daß da» Publikum ungeduldig wurde und ihn nicht lange auhöre« mochte. Er begann mit de« Grüuduugrschwiudei 1870—71, an de« sich die Juden in großem Prozentsatz mit betheiligt hätten, er vergaß aber «itzutheu». doch der Jude LaSkr e» »ar, der düsen Grüuduugrschwiudel aufdeckte; er behauptete ferner, daß er noch keinen Juden habe hinter eine« Pfluge hergeh« sehen, vergaß aber den juridisch« Srundsatz, daß Nichtsehen kein Beweis sei. Zu heute Abend Hab« die Antisimit»jüugliuge d« berüchtigt» Aatisrmiüuhäuptlmg Berga ui aus Wien zu einer Gastrolle hierher geladen, da ihre eigen« Srüfte zur Weiterführung de» .Radau'«' nicht au»reich«. Magoeünrg. Der Lolomsationeplan de» Baron» von Hirsch in Srg«tinim wird — wie die .Magdrb. Zeit.' beruhtet—von der dorlig»Preffefthr lebhaft besprocheuDie tluS. wähl de» Lande», welche» im Nord« unweit Nneve de Jul io liegt, wird al» nicht günstig bezeichnet. Da» ,Argrntinisch« Woch«blatt' schreibt, «» wäre besser gewesen, mau Hütte die russischen Israelit» i» südlicher« Gegenden angesiedelt. Die Besiedelung sei im Nord« selbst für Eiemente, der« Tolmnsationstüchtigkeit kein«, Zweifel unter- Egt. schwierig. Daran sei aber weder die Beschoffeuheit und Ertragöfdhigkeit des Boden» »och da» Klima säptld, VgwÜststtzMwst^ 8. Magtzetznrg» dm 1. Dezember. (O»Eorr.) Vorig« Mittwoch sprach — wie bereit» in dies?« Blatte kurz mitgelheilt worden — vor einer vou etwa 3000 Personen besucht« Bersammluug der bekannte Schriftführer de» Verein« zurAbwehrde»Anns«mitis»u»,Hr.Pastor«!.U». Vräbnrr über da» Thema ,der Antisemitismus, eine Schmach de» IS. Jahrhundert»'. I» einem 2'/, stüudigen Bortrage, bei welchem sich Herr Srübner al» ein äußerst gewandür und schlagferüger Redner erwies, wußte derselbe da» Thema i vollständig zu erschSpftn, uad widerlegte alle Angriffe der ' Antisemiten, häufig vo« minvt« lauge« Beifall unterbrochen; aus da» Glänzendst«. Sowobl vom christlichen, al» auch vom nationale« Standvunste au» sei der Antisemitismu« verwerflich, mithin sei derselbe ob er nun unter Stöckerjcher oder Bvckel'scher Flagge segele, mft all« erlaubt« Mittel» zu bekämpfen. Au wiederholten Malm versuchten die Autisemiteu, die in großer Anzahl erschien» waren, durch Ruhestörung» und Zwischmrufe die Versammlung zu spreng», wa» ihn« aber Dank der energisch« Leitung de» Vorsitzenden Bankier Max Jänsch mißlang. Jedenfalls ist auch hier in da» Treib« der antistmit.'Kuque eine Bresche gelegt, und bei einer weiteren, energisch« Thätigkeit dürste es wohl um so weuiger schwer fallen, dem Autcstmitismu« 8er den Boden zu entziehen, al»; wie e» sich auch in dieser Versammlung wieder augmscheinlich zeigte, seine Anhänger sich au» halbreife«, kaum der Schule entwachsen« jung» Leute rekrutier«, die dm Antisemit!»««- al» ,Sport' betreib« zum Spott «ud zur Schmach Deutschlands. Wm« «an diese de» Anstande» baar« .grün« Jung«»' gesehen Mt, möchte man glaube«, daß mau ihn« viel 1u viel Ehre anthut, wen« mau zu ihrer Bekämpfung oder Widerleg««- erst ein« Mann wie Lic. Gräbuer Hierherberust. Diese Herrchen' müßt« einfach auf einige Wochm in eine LorrektionsmOalt zur Erziehung Verwahrloster geschickt uud dort LRaison gebracht «erd«, damit sie ihre Pflicht hinter 1 Ladentisch oder am Schreibpult getreulich üb« lern« uud keine Allotria treibe». — Sie hattm sich ein« Sprecher Eurcwüer au dir Lstzous»! t« gewöhnen, sonne die irraflonelst MoiMckEÜWekse, meist in de« subtropisch« und trqusch» Ländern wird. Diest Uebelstäude »erd« sich auch gmmüber' . Israelit« fühlbar machend uad ei« günstige» Ergebnißder Besiedelung kannte nur durch strenge Diacchlm in--der Lebeusweist aad durch plastische rationelle Arbeitsweise׳:«- müglicht werden. In der Leitung der Lolouisatiou find« sich übrig«» vorzügliche deutsche Kräfte wir Köaekamp «ud G. Niederlein, der beste Kenuer de» Gebietes der Mt>siom»' WeeN». Da» ,Deutsche Eentralkomitr für die ruffÜch» Mag, Judm' s«det an di« politisch« Zeitungen «ne Mlttheil welcher wir Folgmde» entnehmen: Wen« sich der Durch)«! der rufs Auswanderer so völlig geräuschlos vollzieht, so ist die« die Furcht »er vom hiesig« Eentralkomitr geschrff»» Organisation. Die läng» der russisch.-» Greuze ciagerichtew, Sichtungücomite» nehmen die- Auswanderer i» Empfang uuh verhindern ihr« nutzlosen Austnchast oder ihr planlose» Herumtreiben in Deutschland; wer auf eigene Kost« reist, wird mit Rach bezüglich der Reiseroute »a» jenes Au»« wanderuug»zi«le» unterstützt, welches sich aach seiu« inbioiduell« Berhältuiff» am meist« für chu empfiehlt. JeX Auswanderer hcnqegea, welche Unterstützung b«usprucheu, wert»« vorerst einer Srchtuug unterzog«. Befördert wird aur. wer sich al« bedürftig und durch jme NegieruugS- Maßregel betroffen answeis« kann, uad von de« an;u nehme» ist. daß er i» stemd» Lande sich selbst werte eruähr» küuuen. D:est Gesichtet« werden rasch durch Deutschland geführt und i« d» Hastustädt« emgeschifft; auf der Durchreise ist überall für ihr« Beköstiguug Sorge getrag«. Die nicht zur Auswanderung Geeigneten wer den zur Rückkehr nach Rußland veranlaßt') d« chu« so «eit al» mvzlich.eeleichtert wird. Bom Juui bi» jetzt sind rund 40000 AL»-' wauderer befördert worden, die allermeist« nach «oed- und Südamerika, die Ander« nach Austruli«; aach «ropäisch« Lände« wird seit«» de» Lmtralks-nilr's «wmuad gesendet. Boa di-stn SO 000 stad rund 1S000 auAschließkich auf Kost« de« Komite» befördert worden. Luch die preuKsche Regierung hat da« ed«so Humanitär«, wie gemeiuuätziwe Wirken de» EeutralkomNe« dadurch «erkaunt, daß sie da»selb« durch Gewährnug vou Fahrprris-ErMäßigung« fitze sein« Schützlinge «. unterstützte. Dank dieser Orgamsatst» wurd« all« sanitär« Gefahr», alle direkte JnauspruchwnhM der Mildthlwgkeit seiten» »er Uagläckluh» vermwd»; «mch die beträcttlichen Mittel, der« da» gwttaH—rittt bisher m dieser Hilstiatt׳«« bedurfte, sind ihm oh« tzffmtüche Austqtz zugeflostm. Da diest Mittel jedoch ■nr nahezu erschöpft find uud trotz dt» Eintritt« der kalwu JahreStzMt der Andrang au d« Grmzm fortdanrt, wird du» Komite dewmLchft wohl i» die Rothwendi^est versetzt sei«, auch öffentlich Beiträge für feine Zwecke zu erbitten. (Der läugst «rwurtete Aufruf wird demnächst erscheiu» uud sicherlich reiche Berücksichtignng finde». Er ist vo» K. E. Franz«» tutworsen uud vou der Delegirt«versa»mü«g einstimmig an» geuommeu. und lautet wie folgt: Kl', ,Schiert Demigjal« sind über di« Jndrn t» Nntzland hrwt» gebwchm. Beraltetr Ersitze, sich« vorher tzehandhabt, »erd«» jetzt mit äußerster Strenge durchgesiihrt, »nd jeder Lnbringt neuen» Noch Härte«» DrnU. Scho» sind viel« Tausende «w HetmMh und Erwerb vew' trieben: glücklich, »er die Netzt seiner Hob» rettet: di« Stetste» verlajstu al» hülp-se KUichUiuge die Stätte, m fit •U tzettzi» «firger, de» Ihre» t»» Segen »nt> Rtenwnd »a Leid«, ihr Brod «»orben. Datz «an sie nicht über di« wren-e» verweist, »«» frommt «» ihnen 7 t Inde» iiberstztten Bejtrte», wo sie vielleicht gednldet würde«, «rwarwt sie »»r der Hunger. Sie «üffr» uuSwaadern «nd »t» ihnen Alle, die sich durch geistige« Strebe» «in «rnjche,würdige» L—« st» «rringA^ -^ 1 Da« ist doch eine hart« «ah»^l.Het» llebelstand, der nach HUft tzhrrit. (IM) -׳ •י