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Israelitische Wochenschrift · 1891-12-03 · 49 (3.12.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
49 (3.12.1891)
Date
1891-12-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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seinen 07 Jahresbericht. Die 3*¥ der SRt^ntrt 330, *xldx Mt. 9015 ®ritroa zahl«. Sn Gefthruf» qmgen Mt. 0540, au Zins ML 808 ein. Berdntaäbt warben an 2323 Petenten behufs Nntrrstütznna «ab Be» sürderung Mt. 7702 und für beiandere Fülle Mt. 18,070. Für Letztere trugen Privatwohlthättr Mt 3504. die I»- raetstische Almosen kaffe, der Armennerei», da» Armexamt und andere Vereine Mt. IS32 und Spender behdf» sofortiger vertdeilung Mt 1035 bei. Gegen 1800,01 z«gt sich, Haupt» sächlich in Folge der Verfolgungen ft Rnßland» cut Zu» nahm« der Peteutcu um 850 und der Geiammtausgaoeu um Mt. 8242. Dr Nationalität »ach»waren outer de« Petenten 817 Deutsche, 750 Oesterreich«, 037 Russen u. s. wde« Berufe nach 704 Handwerk«. 075 Sanfleutr u. Händler, 70 Lehr«. 23 Beamt», 30 Studenten, SO Kellner, 17 ftfinftf« und Schauspieler, 8 Jngcuimre und Schrift» stell« Nut e r 20 Jahre» waren 411, über 70:05 8b« 80:8. Cr»m*l<i'«tltt<usra. JtrraJUi. Bon Herrn Rabdin« Dr. Fr an kl-Grün geht un» folgend« zeitgemäßer Aufiatz zu: Der erste Friede a»-Eongreß in — Jerusalem. Wenn «» auf da» beständige Reäamieren seiten» de» JudenchumS uwückzuführen ist, daß d« uns früh« streitig gemachte Besitz de» A«»spruche»: ,Liebe deinen Nächste»; wie dich selbst!" heute schon allgemein al» ursprüngliche» ן iithum d« jüdischen Lehre anetlaunt wird, dann bewir eine Unterlassungssünde, wenn wir t§ ruhig hin» nehmen, daß unsere humanen Grundsätze al» Errungen» schäften d« nachjüd,s«hm Livilisatio» hiogestellt, und di« idealen» veredelnde« Bestrebungen nnsn« Religion an» b»Swillig« Absicht oder Unwissenheit todt geschwiegen werden. Dem» wie di« — allerdings von ׳ jeder weichlichen Schwär« merei entfernte — Nächstenliebe wird auch die Frieden»» liebe trotz den Psalmversen 29, l l, 34,15, 80,41 de« jüdi» scheu Schriftthu» abgesprochen. - Und hat doch selbst d« 1 große Denk« Kant, («Zum ewigen Frieden*, S. 21, 22) m der figürlichen Bezeichnung ,Gott d« Heerschaareu" den kv^erischeu Lharaktn unserer Religio» gesunde«, obwohl ,alle ihre Wege Frieden sind" und sie al» letzte» Ziel de» Bälterfriedru hinstellt. Daher erachte ich e» für augemessen, anläßlich der in Rom tagende« Friedeuskoufermz Nachdrücklich zu betonen, daß da» Aral von Ewigen Frieden" zuerst durch jüdische Propheten in Jerusalem be» rrdten Ausdruck gefunden hat: Ja, n» durchaus keinen Zweifel üb« die Entstehung und Werthschätzuag dies« nicht» utopischen, illusorischen, sonder» auf realem Bode« steheodea Lehre aufkomme» zu lassen» findet sich diese Berküudcgung fast mit gleiche»:Worten wird«holt bet:Zwei Propheten: Jesaia» (2,2—4) «ad Micha (4, 1sie laute«: ,Man wird einst;wischen Völkern «utstheibe», zwffchen Nation!« richten: sie schmiede« ihr« Schwert« um zu! Sensen, che« Schwert« za Ddyemnefferu; kein Volk: zieht gegen da» ander« sein Schwert und sie werden; nicht mchr Urieg lehren". j Ich habe i» mein« Bergleichuua.der bibl. Parallelen sprachlich und sachlich nachgennesen, daß die Priontät dies« Jb« Jesaia», al« ihrem Bater uud Schöps«, gebührt, und daß diese Rede ganz seinem Geiste uud Gedantengange eut» spricht (vergl. Jes. Gap. .i l). Die Beraalaffnug zu der» selben bot eine in Jerusalem zur Becathuag über Kriegs, uud Friedeusaugelegeoheiten stattgr׳anden« Versammlung van Delegirten mehrerer Nachbarstaaten, was enoiestnermaße« öfter« der Fall war und au« welchem Umstaude di« rege Theiluahm« Iesajah's am Wohl oud Wehe fremder *) Sir hebe» schon srnher nachzewtest», h»h dir ve- »ich»»»» mtast אלהי c.MMt der Her^choare»-) «rr nicht» «,1 »Let«" zu schaffe» hat, soadern «tr Bqaa anIBanef. »,tu ges. 40^S amUihtl ist, «ch daß fi« »an ,14 dea Herr» de« Weltall», her Himmel ». Erbe w. »alle ihre Hmrschaamn" schaffen, bezeichn«. (Md) SsÜa&äfi'■ dem Recht «nd Wahrheit liebeirde» Nachfolg« a*f j Thrv« Dcwid», sich auverttaue«. erklärlich Ist. Wie politischen Brrhtltuisse znr Zeit Jesajah» sich A e» wohrschnnlich. daß die Fäden utter .Sip Beziehungen von Zion ausliefeu, wohin sich die Gesa, versammelte», »od die zu führenden Sttkfß beschloss«, etwaige Verträge und Pläne seststellten. Bei naen» ' Lougresse in Jerusalem, welche» selbst durch di« st. Rüstungen zu leid« hatte (Sov. 22,8). dlk^te. Jesaj« obige ewig denkwürdigen Wort« verwudet habe», daß derü» — vorausgesetzt, daß ,die Erde vo» Wisse» voll ist^ all« Bült« uach de«, von ihm wie von Keinem alonficie Zion strämeu würde», um dort über StrrittMteu. friedlichem, gütlichem Wegezu entscheide», wodurch dis Waffen, sogar da» Lernen bei Kriege» uttn Wir haben hier ei» Aare», vo» jeder lieber krit and Verschwommenheit freie» Blld de» WeltfricheaK, ,der aber mst Recht und Wahrheit vereint sein soll, vo» welchem Grundgedanken ja auch jüngst die FrirdenLkoastreux in Rom beseelt war und di« die Berwcrklichnng der erhabenen, pr opbetffche» Verheißung «nbewußt fürder». Uns aber genügt der Hiuweck, .daß diese Theorie von Zion ausgillg und daß um diese» prophetischeJdeal. noch so manche Boraussage ihrer Bethätiguug entgegeusieht. Ge», wiß ist der erhaben« Gedaicke de» verträglichen Nrdeneiaaadergehen» der Bötker verschiede»«« Glaube»» nie mit Whabenrsen Worten dargestellt worden, welche es wahrlich» verdiente»,- Kant» dasselbe Thema behaudeluoer Schrift al^ Motto vomngesrtzt zu »erden. ' ' י מ . «sß^md. ' Mosta». <fe» wird gewöhnlich behauptet, daß die rassischen J«roelitrn, sich hanptsächluh dea eiutr-glichr, Geldgeschäfte« widme» und idealtstische» Bestrebtmtz» stru« bleibe«. Mau sagt, sie sei« Alle Wucherer, Hausivch Gast-., ivirthe und Schlimmere». Mau' sieht hierhi» gar nicht aa^ bit soliden Mafien der Arbeiter uud Handwerk«, welche E Wirklichkeit den Hauptthril de» Brodgewiuiu» unter chttttk ausmacheu. Noch weniger beachtet man die große Meugederjenigen, welche trotz der großen Hindernisse, welche ihnen ■ i» de» Weg gelegt werden, sich den Süuste» und Wissen^ schäften widme», in welche» sie e» oft zu hervorragender Bedeutung bringe,. Die i» Fol gruben aufgeführtrn Nauten. stutz in West- Europawohl rpcht allgemein bekannt, werde» aber ahne Zweifel ° in einer künftigen Gallen« russischer Berühmtheiten acht schletzM Seit Emführung der allgrmeiueu Wehrpflicht i« Jahch,: 1874 habe« die Jude» Via Loutiugeu» vo» 100.000 9äm also jährlich durchschntttlich 12000-15000 Mau», z» Armee gestellt.'". Auf de» in Mo-ka» zu« Andenken au di« tapfere»' Grenadiere, welche am 28. November bei Plewua fiele»,, errichtete» Denkmal stehen die Name» .Moshka llmaasb ,Abraham Elboai" u. vick andere jüdische Name«. Auf de» in Kar« zu» Andenken a» die Milieär-V»»därz7i^ der Kaukasa»-Ar»ee errichteten Denkmal befinde« sich unters 00 Name« 8 jüdisch«. Bekannt ist auch, wie sehr Geuerat Skobelass seine jüdischen Soldaten schätzte. ' Ja der Kunst und in dea Wisseuschakiru nehmeä die Juoe» ebenfalls eine hervorragende Stelle ein. Di« ׳ Namen Miuski,Tdug,Nasson, Weinberg. Lrwandtt' undBogrow stad in Rußland «ohlbekaaut. In de^" Musik brauchen nur die Na men der Brüder Auto« und \ Nicolai Nubtnstein uud in der Seulotursster Na« Autokoldki erwähut zu werden. In der Malerei׳ in welcher die Juden sich auch aaderswo nutzt seht thn», habe» dennoch einige O^rmen russischer Uten Klang, z. M Lewitan, Adkanasi asterual. s Juden emeu.

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