Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 49 (3.12.1891)
- Date
- 1891-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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f; c ־ vW’fl« ft dieftstFvrmulftANg ««Lar »ad vetfchkt lst. 'Der Talmud ist Wannt« 7 M »icht da« Merk ttgnid efttes «nzigen Schriftsteller», such ist er nicht von eine« Berit« oder von einer berathende» Bar beschließenden BsrsamoSung herautgrgeben »«che«, ist eine Sammlung verschiedenartig«, in sehr verschie- Lchrdundrrtr weit auseutnnder liegende« Zeiten enter Schnften, thellweff« ei» großer theologikmr Speech, l« welche» Levende und verstorben« ihre Meinungen Gar viele da» Gesetz betreffende Aussprüche alter n werde» darin mdit blot berichtet, sondern auch ^ßestritlen. sogar verworfen. Möglich wäre e« also, daß im THftud der Wacher ans einer «ad dersckbrn Seite erlaubt »im «nd verboten. Möglich auch, daß der Wucher von «inigrn Rabbinen erlaubt wäre» aber unter Bedingungen «td LdtfchränknyKU,, «oodurch kn der Tbat alle» Schädliche «gch Per«erstiche, da» ihm anhaftet, brfeuiat würde. Unter Wucher verstaad «an nämlich im Allerthum. im Mittelalter und «och i« XVII. Jahrhundert überall jede« Zins- Geschäft. Wenn nun der Wucher, so verstanden, im Tal- 'und überall erlaubt wäre, so ntfsemitni «gen eine solch« Er- Denn schwerlich treiben sie ihre von alle» Semitismus befreite Christlichkeit so weit, daß sie, dem Worte Christi und der größten Kirchenlehrer folgend, jede« borgen, der sie um rin Darlehn bittet, ohne für die Rückgabe ihre» Kapital» eine Sicherheit ui verlangen und ohne von oemSchuldner irgend wrlcheZimen zu beanspruchen. Gefetzt aber auch, einige talaurdrsrhe Easuisten hätte« — M# ich «»der b«ha»pttn «och leugne« will, da ich i» Talmud lächt so gut bewandert bin, al» Herr L'ebermana es ut sei« scheint — de» Wucher im modernsten und häßlich- > sten Ginne de» Worte» einfach erlaubt, und dies« ErlaudnW! wäre vo« alle«, im Talmud zum Wort« kommenden Lehrer« j S«billigt worden, so »rüßte man diese allerdings unschöne > Thotsache al» j«r Geschichte der jüdischen Ethik gehörend, I roastatirea. Selbstverständlich dürfte man sie auch > beleuchte» u«d verwerthen, überall, wo «» gältL die! «nd dtr Karben der jüdischen Ethik in ihrer geschicht- | licheu Entwickelung zu bestimme«. Ob man aber vor dem! Dockschen Reuhötag jemals ein« solch« Arbeit zu unternehmen j “ »st fraglich. Wagt man e» zu tbun, so ist die Gefahr ' men Mißgriff» schr groß, besonder» wenn »an da» , iß i« a«1ite«»ttischr» Interesse ausführt. Denn im Deutschen Rnchstna fitzen doch nicht blo» einige den Luti- Moniten verhaßte Jndenfreund«, sondern auch gar viele Mä«»«r, di« vo» Eulturu«d christlicher Religlousgeschichte estrige Kmntniß besitzen, die gelegentlich auch, und wäre e» blo» z» ihre« Beianüge», Pascal» Brief« gelesen haben, e Männer alle wisse» doch schon längst, daß mehrere irchenlehrer, sogar emige unserer Aäformatoren, der i ichen Obrigkeit dir bluti« Verfolgung der Ketzer zur, t gemacht habe». Sie wissen, daß Luther di« Bigamie t und mamhes mit der Heiligkeit der Ehe Uuverträggeschrieben hat. Sie wissen, daß jesuitisrhe und andere «hnsiluhe Sittenlchrrr die Kaust gelehrt haben zu stödtrn, zu stehlen, zu betragen, zu verleumden, Meineid zu schwäre«, alle« mit gutem Gewissen oder gor zur Ehre Gotte«! > Wollte »an die Schriften aller christlichen Sitten- und Xeligionslehrer, der katholischen unv der protestantischen,-so betrachten, wie Herr Liebermau« die ältesten Schriften der, Rabbi neu betrachtet, al» «in einheitliche» Ganze, so müßte «an — mit Schomröthe oder mit Schadenfreude — gestehen, daß in diesemchnstluhen Talmud Diu« erlaubt;;*5׳ werden, die noch schlimmer find, als der schlimmste Wucher. £ An diese Thotsache aber hat Herr Liebermann die Hörer «td Leser seines Worte» — mit Ausnahme allerdürg« der Mßantemosen «ad von blindem Judenhaß beherrschte« — ־־“** wider seinen Willen erinnert. Deshalb, «ein« ich,^ Falle MSH WMJfi MN WmfM PffffW So weit der protestantische Theologe; diese Auslastungen ergättzmd. bemerkt Herr Dr. Kroner: »» fit seltsam, wie Herr Llebermanu von Sonnenberg in der Bolkwrrrtretung Deutschlands den Talmud «»greift. I» unserer Zeit der überall beinahe ängstlich gewahrte« wissenschaftlichen Zuständigkeit dürft« «i« La« sich wohl kaum erlaub«,, beispielsweise da» -oonra» jarit so obenhin anzutasten. Ander«, beim Talmud.' Hier sehen wir seit längerer Zelt eine Ignoranten. Bücherei sich breit machen, die vo» christlichen Sachverständigen, wie den Professoren Delitzsch und Wünsche, nur hin und wied« die verdiente Anrecht» Weisung erhielt. Hiergegen wenden die Herren de» Antiscmitrnbundr» da« Mütelchen de« Todtschweigen» an. Va» aber gar jüdische Sachverständig« erwidern, wird noch bequem« al» unglaubwürdige Parteiwetzr, ohne auf den Inhalt geprüft zu werden, abgethan. Go wird denn ruhig weiter gefälscht und weiter entstellt in Schrift und Wort. Und au» solch«, trüben Quellen — muß man annehmen,— hat auch Herr Liebermann von Sonnend««, der schwerlich stibst da» Meer de» Talmud befahren ha«n dürste, seine Wissenschaft vom Talmud geschöpft. Ihn selbst belehren zu wollen. liegt mir sein; denn diese Herren »vollen «icht bekhrt sein; ab« den Zuhörern, die »vehrlo» dies« Weisheit «genübttstchen, die Wahrheit auf einem, auch der großen Menge der Gebildeten bereislicherweise dunsten Gebiet« zu «Welsen, ist vornehmlich d« jüdischen Theologen Pflicht. Ihr aehorchend, gestatte ich mir nunmehr emige markante Stellen dr» Talmud anj führen, die g«ad« da» Gegentheil dn Tonnenberg's׳ Uuwrktellulmen dartbun. De, &rl 5 M «al« 16: ,Der Brrommc giebt sei» Vrtd nicht aus tjins- — tuterprenn der Talmud l« Tmctat Maeeotb sol M ausdebnend: »selbst nicht den Heide«!- Als» atcht einmal t» Ser Rrtorlio» lst de« Fromm«» der übli che Ztassuß gestartet, denn der wucherltche. Hier übertrumpft der Talmud »och mosaisch« »esttz Id. «. tCS^tl), de« diese« mstanrt da« Zinsnrhn»e» »«, de« Auslllndrr, insdesonder« vo» de« Phsuiztrr, als Repreflalie, in der Thal auch »ach!noderurr A»schau»»a eine g«ftt»de HewdrtdPolitU. Andererseits ha» lvieder der Tatmud eine bedeutsame fcfttfetU» (taatittnng, indem er auch de»jr»sge«, der ^» Wucherdarlehn »usatmm«, als eine« Uebertreter des Suchergesetzes hi», stellt, sBada «ezia Di). Sticht das »tcht vonhetlhaft ab »ou der maderne» einseltläen Veimchtung und Seha»dtn»g des Sucherdetjkls- Handelt de»» stet« nur der Wucherer mrstttttch. »icht auch derjenige, der t« Leichtst»» oder selbstverschuldeter Rmhlog« sich de» mache riichrn vedinaunar» »nlrrmirst T Herb ist da« Unheil de« Talmud über die ganze Mr»sche«s»rte der Wucherer: er >>«rgleicht st« de« XL»d«ru u. «Order» <k»k» Kama »4 «. Saba omaiasl»«» «»derrr Stell« de» Dotteslengnerntdadamaatatt.) Ja der Talmud beschrllnt» sich »übt danues, de» Wucher zu desbiete» und zu »entNheUen. sonder» er glebt «ach i» seiner etgeaarttae,» Weis« et»« erzieht ich« Borbrugungs Maßregel a» Samt« er a«derlm»1 be» Elter» a»rltth, die »och rrllgtü» »»«Lndtgeo tkt»drr z»»etl«u saften z» laste», damit st« sützle», wie dem Hungernden zu Math« ist, so HNkü es im Teoem» Saba »mal» 7b: .Es ist de« Mensche« frei, gestellt, Kl adern »ad Hansoenosse» elmual a»s W»cherzt»s«» z» leihe», um sie de» iveschmack de« «ucher» toste» z» lasse»: aber beileibe nicht zurAngemüh»»»»- —Aach demllcher als ans de» Schlnhmvrie« geht a»«s »er attrabsüitsche» wlaffe tzerßor, daß nüt de» vo» de» Linder» zu schmrelMdeu Wetchmmt el» bitterer gemeint ist, nicht etma ei» süßer: aamir st, ertrnne«, ml« sehr sich betrübt, unb «i« sehr dedrLagt brr lst, der Wucherzinsru giebr-: und ,»tcht um st« z» gewshneu, daß ihr Herz VelLste «mg, nach ' - - - Et» levchte»»e« Beiwül vo« gdem modrrarn dielet der iateresknte Lehrvortrag im Trat tat Itaoootl, toi. sts: «er« S de; Psalm 1s: .Der Fromm« red« Wahrheit in sei»«« Herze»' mir» durch dos verhaUrn de« «rb Satzhr, «iänlert. Dieser hatte et««n «egenstau» zu »cetausr» Da kam, als der Rabbi aerade Andacht hielt, ei« kauflustiger Herr zu ihm »ns vor für den Segenstand ein« beziffert« Summ«, ohne von de» Rabbi, der sich in seiner Andocht »icht nntrrbroch, ein« Antmort z« erhalte». Der Heid«, die« dahi» »eutr»d, »aß dem Rabbi dies« Lumme zu gering erscheine, dot «ine» höhere» Preis. Rach beendeter Andacht meadr.׳ sich der Rabtt. a» de» Heide» mit de» Worten: ״Rimm de» «stegenftattd für de» zuerst gebotene« germgerr» Preis, dafür gedachte ich ihn ' de« st« »» Wu»09H*i״i1. dir z» lass«».-