Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 49 (3.12.1891)
- Date
- 1891-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Ei» französischer Geistlicher,') der i» seiner religiöse« Gemeinschaft eine» Hetze» Rang emnimmi »ege« seiner Brredisomkrit und wegen seine» wahrhaft Priester!«hen Sin»«», giebt un» mit folgender Charaktmfnk Abraham« eine nicht unpassend« Antwort: ,Bei ein«» unermeßlichen Reichthum und bei einer Machtstellung, die der der Könige glich, de- »ahrle Abraham di« schlichten Sitten der alten Zert; er führte stet« da« einfache Lebe» eine« Hirte«, welche« nicht« desto weniger sein« Pracht beknndete, ,«dem dieser Patriarch Gastfreundschaft übte gegen alle Welt.* Einfachheit in der eigenen Lebensführung. Frei- Srbiakeit und Gastfreundschaft ohne jede Neigung durch 1. ie Wohlthatrn Proselhten zu werde« für seine reljgiösen > Ansichten, dadurch bekundete Abraham, daß er nicht ei« Fürst der Erde sondern ein »Fürst Gotte«* war. Abraham ladet Fremde rn sein Hau«; ftagt er, der doch der Prophet eine« neuen Glauben« war, nach ihren Meinungen, spiicht er mit ihnen von seinen Ansicht««? ׳Nicht« von alledem, er und seine Frau sind nur befliss», da« Veste von ihren BorrSthenAden müden Wanderern an- »ubiete«; da« ist auch eine Predigt von der Nächstenliebe, da« ist bester al« eine Predigt. Die Kanaaniter sagen: vSVQ rvm נשיא אירדם ,Ein Fürst Gotte« bist Du mitte« unter un«.* E« giebt hohe Geister, große Seelen, dir bei allem ihrem Adel sich von der Menge frrnhalten, die unnahbar sind; aber Abraham war mehr, er glaubt« nicht, den Adel seiner Seele zu «ntweihen, wenn er mitten unter da« Volk trat, wenn er an besten Leiden, an besten Freuden th«U nahm; er zeigte seine Größe in der Demuth. Und die Freigebigkeit war bei Abraham nicht, wa« sonst auf Erde» vo»kommen soll, gleichsam eine Sühne für unredlichen Frevel. Al« er den Gooomitern de» größten Dienst erwirsen, al« er chnen Leben und Besitz gerettet hatte, da brhielt, er nicht« für sich und sprach zu Sodom« Könige: »Ich habe «eine Hand zum Schwure erhoben bei dem Ewige«, dem höchsten Gotte, dem Herrn de« Himmrl« und der Erde: nicht eine» Faden, nicht «in Schuhband nehme ich von de«, wa«. Dir gchört, daß Du nicht redest, ich habe den Abraham reich gemacht* und die Gottheit preist ihn: »ich Hab« ihn lieb aewonüm, den» er wird seine« Kindern und seinem Haus« befehlen, daß sie den Weg Gotte« hüte«, um Recht und Gerel^igkeit zu üben.* Darum begrüß«» ihn die Götzendiener selbst al« einen .Gottesfürsten und die Alten sagen: da« ist was geschrieben steht: »Gott hatte den Abraham mit Allem gesegnet*, Abraham, den der Glanz der Erde nicht blendete, ihm »ar «* die Bollendung und Krönung alle« Segen«, daß selbst S־ ne Feinde ihn ehrte«, wenn auch freilich der bescheidene amt da« übertrieben« Lob zurückwie«. Solcher Abrahamstrmmphe hat da« Judenthum der Gegenwart nur wenig za verzeichne»; sie fehlen «a» nicht ganz; in dm Arbeitervierteln der Hauptstädte de« Westen« {mb einige jüdische Wohlthätee so beliebt, daß e» wie glaubhast versichert wird, di« größte Erbitterung hervorruftn würde, wollt« einer dort öffentlich di« Ehr« dieser Männer an tasten -Aber die großen Persönlichkeitm, dir un« zur Ehr« gueichm, find zumal in der letzt« Zeit seltener ge- »ordm: dagegen Hab« Biele, die dem Ramm nach zn un« Sn, öffentliche» Aergerniß yervorgerufen und de« Ber- Raum gegeben, daß unter den deutschen Jndm die ng vor der rrdtichm Arbeit und der bescheidenen Leben«- fützmng gesunken ist. Das Wort Gastlichkeit wird entwürdigt, wenn «S znr Bezeichn vag üppiger und verschwenderischer Gelage ange- Nttidet wird, die von verlodderten Leutra au« dem Besqe Anderer für ihre Grnoffen hergerichtet «erden. In manchen jüdischen Häusern wird ei» wahnsinniger Luxus entfaltet. dazu beitragen kann, dm Gmuß zu erhöhen, {sondern dazu »eignet ist, Austetzrn z« enegm. -; - Damit hängt N» zusammen, daß der Giro» söwHohl thätigkeit schwächer gewordm lst. denn, sagt daß Svtüchwort, wer viel braucht, kann wmia mtbehmn, daß die Wohlttzüll-- keit selbst al« Luzu« gemißbrancht wird.^ und daLda am meisten gespendet wird, wo die Zahle« tu' allen Vtchür» prangen und die prahlerische Wohlthätigkeit an dm Pßänger stellen. י i ' E» gilt al« altfränkische wenn Jemand bei beam, die einen gro«m Besitz zusammmgescharrt habm, fragt/ wie dieser Besitz zu Stande gebracht ward« ist, ob ans rwkiche« Wege oder durch Täuschung und Trng; e« amüat, n einer leine vom Gttafgesetz zu ahndend« Hindlnnf. bWi hat, um ihn für ehrbar gelten zu lasten und der f<bl Rock wird mehr gescheut al« der schlbfze Eharakte^ Sucht, rasch reich zu werden, hat wie eine verheerend« Hrankbeit viele Schichten der Bevölkerung ergriff«. und diest Krankheit grasstrt unter den Judm — wer kann <• leugnen — noch heftiger al» anderwärt«. Ein geistreicher Staat«maan unserer Tage hat da« Scherzwort ausgesprochen, nebm jeder Million siege ein Talg«da« ist natürlich eine Uebertreibung, aber daß «in solche« Scherzwort au« dem Munde eine« weltersahrm«. Manne« kommen konnte, beweist, wir verdächtig vielfach dir Ursprünge der große» Rnchlhümrr sind; so »iw da« Lebe«, da» eine Arbeit, ein« AuMbe sei« soll», für Biele «in vm» wegen«« Slück«spiel und der waghalsige «Spieler glaubt sei« Schuld gelöst zn haben, wm« er selbst gewaltsam au« de« Leben siheidet und Weib und Kind dem allgemeinm Mib> leid überläßt. - " &׳ Kann man e* de« Volke gar zu sehr verargen» wenn e« unwillig über solche unerhörte Frevel dm Geratzt» leid» läßt unter der Schuld de« Böse», wenn da« unheiulliche- Feuer de« Jndeudaffe« immer weiter um sich greift. 'Wn wnnm diest Frevler nicht von un« völlig abschüttsln, indem wir sprechen: sie sind nur Judm de« Na«m nach; dm» e« gerade heran« zu sag», wir mach» dies« Unter» -j tii um schiede meisten« nur dann» wmn e« un« gerade paßt und man zieht vor dem Spieler und Brrsthwender ehrrrbietigst dm Hut, so länge er im Glanze lebt. Nicht dadurch, daß Abraham seine« Gotte Altäre baute, sonder» dadurch, daer Recht und Sercchtigkeit liebte, daß er de« Wahlsprgch folgt«: teinm Faden, kein Schuhband von de«, wa« eine«;י / Andern gehört, daß er eiufach lebte und für die Dürftige» .<1 fein gastliche« Hau« weit geöffnet war, dadurch., daß su»e Hand rein und sei« Herz lauter war, dal er die ttan« der Kanaaniter erzwungen , daß sie aa»nefm: .Ei» Fürst Gotte« bist D» in unserer Mittel* Wa« nützt der Reichthum, was nützt der LebenSoeuuwa« der Glanz der Tttel, «m» «in Mensch verachtet ist. vor sich und denen, die sei» Treib» aeaaner träne». Dageg» hecßt e« von Abraham, vor destm Tugend sogar stt« Feinde hvldigmd st^bm^tm: »So« hat dm Ldm^m^nüt [ץ-. ‘ י ....1 - > '׳MM." Jer W«ch« im Acht««-. Bo« einem proteswntischrn Geistlich» erhielt der Rdbb. Dr. Bhilipp Kr«»er in verlm folgende« Schmiden, da«׳ollgemeine« Interesse beanspmtche» Este: .Sehr gerhrtechHerr! Die jüdische Moral erlaubt׳ de» Wucher, wie Stelle« I« Talmud baomeL*^SR Ipeach .'““*“י Lirbermann von Sonnenberg am 171 b. M. i« Lenk Reichstag. Diese Amßemng de« dekanntm Mntisemitm mich nicht überrascht, wohl aber hat sie in «irwinig» dank» geweckt, die ich «ir^ «rlandm werde, zpth-ilen- Vielleicht halt» ....... - —