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Israelitische Wochenschrift · 1891-11-19 · 47 (19.11.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
47 (19.11.1891)
Date
1891-11-19
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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iU9t, 10. Nov. Ter 'vor einigen Tagen in A^ tzilrgenheite» des Lantencr Knabenmordes aus der Untersuchungshaft entlassene Mathias Degen onS Mayen wurde gestern wieder ««haftet und zwar auS dem Grunde. weil er sich in hiesiger Geizend nach erfolgter Freilassung bettelnd herumgetriel-en hat. Unter der Borspiegelung, daß er rin Jude sei, er soll den jüdischen Jargon täuschend nachäffen Wunen, hat er namentlich «rsucht, bei den Juden Geld zu erbetteln. In Ealcar wurde er als Degen erkannt, und erfolgte daselbst seine Verhaftung. Daemjtavt. In der gestrige» Sitzung der «»«»geltscheu La »deSsynod« gab der Synodale Oberpsarrer Dtesfeubach-Lchlttz seinem Bedauern darüber Ausdrnit, -dah durch eine» Erlag des groj^ Herzog!. Lbertonfistoriumt, wetchea de» Geiftlichrn di« Bei Heiligung an der antisemitischen Agitation untersagt, di« «vangelische« Geistlichen Hessen« allgemein als antisemitisch hingestellt worden seien, »eil einige Geistliche an der Bewv>u»o kheit genommen. Der Präsident des grobhertzogllchea Lbertansistorlums, MrNicher Gehetme-Kath Dr. Soldmann, bezeichnet« es als ein« Pflicht der oberen KirchenbehSrde», einen solchen Erlab berauszugeben, nachdem ein VctfUtän in einer Pfarrerversammluao «ffr» erttLrt habe: »Wir alle find Antisemiten', wobei er de» P7älat«n Dr. Habicht als »Ober-Antiseinitrnbezeichne««. Hiermit war dies.-r Zwiicheoall erledigt Er-!oshat sei nur, dab da« grosth. Hess. Lberkonststorium seit tängerrr Zeit wegen seiner Haltung gegenüber den Antisemiten in de« Orgstnr« »er Letzteren aus da» Heftigste anargriffcn wurde, iusbesaaderr richtete» sich diese Angriffe gegen Herrn Geh. Rath Dr. Goldman« und anch gegen Herrn PrSlol Dr. Habich», «eil dieser in einer Sitzung der Erste« Kammer die wüste Agitatian der Aniisemite» vernrthellt hatte. Kße», 17. Ro«mb. (Or.-Corr.) Herr Bankier Moritz Beer von hier, durch seine Wohlthätigkeft in jüdischen und, christlichen Krrrsea weit über die Grenze« der Provinz hinaus bekannt, hat in voriger Wache eine große Summe zu einer schönen interronfrssinelle« Stiftung hergegrben, wodurch sein Name für alle Zeiten in Ehren genannt werden wird. Der ,Eff. Sem. Anz.' berichtet hierüber! Var Eintritt in die gestrige Sitzung, (der Swdwer ordere») «achte Herr Oberbürgermeister Zweige« die Mitthetluag, daß Herr Banqnier Moritz Beer de» Herrn Beigeordneten Kdntg dt« Summ« von 30,000 Ps übergebe» hat«, »» damit zu« Andenken an sei»«» am Ist Februar b. I zu Paris verstorbene» Lahn Karl «in« ^karl Beer-Stiftung" zu begründe». Die Zinse» aus dich«« Satzitule -oLm, a, » bedürftig und «IrnwaW Jiw^inge stlhriich Brrrchttgt Giro sei» SSHnr oost Mma«, bi« in Rhetnkmch, Westfale», spertrll in der Stad» Esse», mm« nnd zwar ahne Unterschied der Konftsfion. Bevorzugt solle» saiche junge Leut« «erde», Me »ach beendeter Lehrzeit zu ihrer «eitere» Ansbtllmng »GH «in« Knnstschnl« besuche» «ollen, wie z. B. die Kturstschnle in gsrrlohu, eine Hütte«» »der Bergschnle, et» Lechntkn«, eN» Laudwtrihschostt- . tchnle x. Di« Vermalt»»- ab» durch «in Kurutariu« geschehen, bestehend an« de« Oberbürgermeister der Stadt oder degru Stellvertrrter, an» dem Sttster, »der beste» Schmiegersoha, beza. Sahn, und 8 Bürger» der Sind». Der Herr ObervürgrrmeWer erklärt«, daß er di« Schenkung dankbar aunehme» «erde, men» anch zu bedauer» mit«, »ah dt« Berankaffnng für de» Stifter «ine überaus tranria« sei. Die Herren Stadtverordmlen ermüchtiäte» de» Herrn Oberbüraermetstrr M* Allerhöchst« Genehmigung für bi« Sttstnng nochznsnchen. Lurch Erhebe« van de» Sitze» bankt« das Kollegium dem hochherzigen Geber. fsrfcft, 11. Nov. (Or.^lorr.) I« dem benachtartrn Bochum feierten gestern die Eheleute Philipp Sold stein und Veronika, geb. Herzberger, da» Fest der goldenen die sowohl von de» segensreichen Wirte» und de« Jubelpaar«, als auch von der Toleranz und stem vorurtheilL freien Siua der dortigen Bevölkerung laute« Zeugmß gab. Die überaus rege Theilnahm« von seften der Bürgerschaft zeigte, daß an diesem Orte Friche und Gintracht unter den verschiedenen Ecmseflionen hensche«. Alle Straßen hatten geflaggt, viele Häuser sich m festlichen Blumenschmuck gehüllt. Schon am Bvrabend wurde da« Jubelpaar durch Fackelzug, Illumination und Ständchen — von 3 verichiedeyrn Sesaiiavereine» — gestiert. Herr Oberrabbiner Dr. Horowitz-Lrrfrld hielt bei de» a» Fest» «argen stattgrsuudene» SotteSdienste in der Gynagoge deL nahen Sinn — die da« Geschenk einer Dame ist — die Festrede. ®ci« tiesdui wirkte« aus die Z^örm; mrter welchen ftk,■}t&ea jmltai anderen chrisil. Bewohnern desOrtr« aucj und der I.-Beigeordnete befanden, tiesergreisrnd. Predigt überreichte der verehrte Redner de« von Sr. Majestät de« Kaiser gesandte Etzej« daille, indem er daffelbr »och einmal ermahnte, «ul kunft den Weg der Rrdlichktt und der Tu^md zu und allezeit — in Liebe und Treue zu Kaiser und land — als echte Deutsche zu lebe». — Die Füll« ' gegangenen Geschenke von seften der christliche» 8<»i zeigte, wie sehr e« da« Paar verstanden hat, dun persönlichen Eigenschaften, wie durch seinen ganzen Wandel sich die Liebe und Berrhrung ftiner Mitbür so hohem Maße zu erringen. — DaS Paar erfreut einer großen geistigen und körperliche« Rüstigkeit, und wir wünschen, daß e« ihm vergönnt ftin möge, auch da« Fest der diamantenen Hochzeit zu begehen MAdapest. Herr Dr. Ignatz Hirschler, der eh Präsident de« ung.-i-r. Eongresse«, der als erster Jude etwa v Jahren al« Vertreter der Wisieaschast vom zu« Mitglied« des Ragnatenhause» ernannt wurde, if ftorben. Sr war als Mensch und Arzt hochgeehrt;- ine, 1878 war ihm von Sr. Majestät der Orden tat ־־ Krone III. Kl. verliehe« worden. — Noch einen a» Verlust erlitt unsere Gemeinde vorige Woche durch den de« als hebr. Schriftsteller und Uebersetzer rühmlichft kannten Herrn Simon Bacher, Bater deS Prof. Dr. ' Bacher. Ee hatte Lessing'« »Nathan den Wersen* und Philippson'sche Dramen in'- Hebräische übersetzt. Er im 68. Lebensjahre. — Beider Andenken sei gesegnet! Press». Hier -ftari unlängst, von Juden uud tief betrauert, unser Glaubensgenosse Mose« Abi Ok«, ein hervorragende« Mitglied der Odessa« einer der. tüchtigsten Advokaten de- Landeim 1 47 Jahren. Ein Leichenbegängnis», welcheau Sr« alle« br-her hie, Gesehene tbertrns, ga* Zeuguiß Hochachtung welche man dem Berstorbenen von entgegenbrachte. Sämmtkiche Mitglieder der Ba»k tzim» Qup Für-.fxtue bedrück»» Glonbewdgenosse n steteftj «nnfütMtaOHexz und bei seinerarost psindlichteft darf wohl angenommen werde»./ daseingesühl für die Leide« seiner Brüder ihm «w so frühe«י bereuet hat. 0. WuRareü, Nov. (OÖÄJ Wir haben vor ttu - Monaten durch einen partiell«« Mtnisterwechsel ׳ neuen Kult»«- und Uulerrichttmmtster erhalle», von wir JSraelftrn von vornherein nicht« Gute« erwartet^,' un« sein« antisemitische Gesinnung als Abgeoedfteter war, aber auch mcht Böse«, »eil wir glaubte«, schlechter nicht mehr werde« kann und well fei« Färbung in Berbtndmm «ft de» Tendenzen-Ke« Ministerin ms e« au-schuehen sollte, aggressiv ge, oorzugehen. ES ist me« Herr P. jponi. I« b« schien e» zuerst, daß er der jetzige» Harchtsv jetzigen Kamuet, in. Bezug aus Jsraelitta Alle« dein» Schlechten zu belassen und mcht noch neue« uznfÜK« ,sich unterwerfe« würde. Ja, «r dedüt'irt^ ftn« gerüchtweise, mft einigen Maßnahme« , dt« un» tia ausgelegt «erde» kountr«, indem er nämlich *ef ieß. ba| er erasttich daran tack, »die SnUe* ü wen*, was, wen« nicht awHchlichlich, so bstch Reihe die I«raelften betreffen müßt«, da die anderen׳ läugst geordnet sind, während.d« vorhanden betrachtet wirb und ohne, istj ferner fttde« e» hieß, daß auf' alle augemeldeteu Kkwer in den ' i* # wecken dmnnnch Wen. Uti

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