Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 47 (19.11.1891)
- Date
- 1891-11-19
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/6492344-5935076-5959690--0861-5374608- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Qtoftfmib, Barone« und IN•. Dt. *tl«r, Snj(»A|rt» (Lady natiui) »e jüdtstN »reff«. (Sit Sultan ■ SblblM BO^aaNc. (fnftfl« »ra.tz ׳־ל«.! 6. SW« frühen» Tag« M 4m*a*4>ationWa• ps»4 in England. , (Sit 3*N> Simon.) -6 -O. Iah ste pnrsckkommen!' (Srace Ug ut lar I. U.) 7 Jüdische Stvrrun^ttundr. (Kn Dr. Laster, Lhief-Ma bbi.) 8. Dt« Pflicht der Seldstnchtnna. >8 D. Mac»«,.) 9. Duldung und Elnfachhetl («laude 9. Mvntestvre.) 10. ,Bet« Haupte N» «Data»". (Kn. « «. «reen» . .11. Jüdische Lha» und jüdische Ideale. (Str Philipp Mann n».)? ,19 Leitung jüdischer Wohllhättäktt und Erziehung. (Samuel Plan tagu, Parlaments-Miialted.i 13. Da» alte Israel und dt« moderne WIffeiischasl. (Dr. Henry 8 Wehrend) . 1t. Einig« BerühWthetten des halben Jahrhundert». (Israel , Davt») . 1»?Dt« Juden und dt« Zukunstspalttit (I. H Levy.) iVk Da» Jubeljahr. (Dr. M. Fried linder.) 17. Dt« «itmiäelung der Rationalttüls-Ideen unter den Juden, (»lim H. DAvigdar) ■ 18. Zunehmend« Achtungsmürdtgtrit. (I. Zan gmill.) > 19. »usfichten für dt«!üdtjche ütelehrsamlett tu England. (E. , Lchechter.) ,90 Dt« Jude» und da» Theater (Israel Abraham».) i 91 Pravtnzial-JuNnthum (Rev. A. I Emanuell 199. •ontiMcaft. (Alfred 2. Lohen.) [99. Dir Psticht jüdischer Laten- (*. «. Joseph) »9«. Znet Jublltinm. (Joseph Jacob«) 98 Ein Brief bt» Herrn »lädstone an» 1818 98. Di« Synagoge vor SO Jahren. (Xe». Mord» Joseph.) 97. Jakob AranNtn. (Asher I Ätzer»)?:98 Dt« lkdpfr Nr ,Lewish Lhkaricle' wahrend bO Jahren. 98. Dr. «entsch (9i«v. A. L»«v.) I 90. Michael Henry. (Ltonel van Oven.) 81. ,Nemo" im ^«t» Lhron - fA s he r I Myer») 89. Dt« JuNn in der Annst. (Stuan A Samuel.) 38 Adrth der frühesten »«schichte de« ,Zemish Lhronicld'. Mertt», 14. November. Der verflossene Hofprediger tscker konnte eS sich natürlich nicht versagen, die Fülle »Wolfs- und ,Friedländer-Sommerfeld' zu einer en Judenbetze zu verwrrthen. In Erwartung eines Spektakels hatten sich denn au, ad ausgemacht, um in der Tonhalle HpchDürdigen Predigers zu lauschen. In der That war Mürdi^ Herr sehr aufgerüumt. Zwar war ihm sehr zur -sntrechten Zeit der Sturz d«S antisemitischen und gut christtichen Bankiers Maaß dazwischen gekommen. Aber ein Witz — so platt nnd leichtfertig, ww ihn nur «in Stücke! machen t»nn — und er war über diese Klippe hinweg. ,So sehr M anerkenne*, sagte der Mann mit dem tieffittlichen Ernst, Jbafe die Korruption nicht bto» bei den Juden ist. so ist Hach auch ei« Unterschied zwischen Maaß und Sommerfeld. Da» ist eben SRaafc und da» ist maßlos.' (Heiterkeit.) Und nun konntr di« Hetzjagd auf die Inden chren weiteren lustiae» Verlauf nehmen und unter brausendem, langanhaltendem Beifall enden. Aber da erstand fflötzlich den Juden und der HMchcheit ei« Rächer, auf den Herr Stöcker sich nicht verhatte. Sein Busenfreund, der Bicepräfideut der Ehristilru, Prof. Adolf Waguer, erhob sich und sprach cd Tausende gestern den Hetzspähen des That eunnu :ierie? Staat dt« Lotterie bebaue« dt« l»»«t dt« unaeh Dmpnnr ul dem vott l Spielt Niemand von Ihne! Ich fürchte all«kIch bedane« sehr, daß per preuAsthe »«»ünsttgt, dt« StaaMattrd« sogar vermehr! hat. Ich TW!« «nehmtaten »etegrnhrttstotterten. Da» Büdeatptel ater ist cht schlechter, sondern «Nr ttma» befser al» da» Lotzütesptel; denn ersnedert doch etwa» Nachdenken, etma» Berechnnna, da» Lauerte- ^7°gar nicht. Und auch Nt diesem kommen doch die »emtnn« von M* ihr »dt verlöre» haben. Man spielt nur deshalb i» Nr rrk, um mich za merde». Ich bin ftst übeqeuat, dast auch hier stnd, die michel«» reich »erden mokiru, indem ft« ihr »eid bei» er fßr st» arbeiten lassen Apso nicht dt« In den allein. ׳ N» ga u»e Puuwu« ist sthiud. Die Efsettriibvrfr ist rt»a« ndt»» zur Abnahme der SeaaM-AnIrihen und zur Anlage! Nr Bn««r:-aNr da» Vprsenfttet beanche» »ir nicht, so»te sich davor hüten. Man smu« nicht den Match, )»ndern den anstündtgen »oeattjch« Ermetk dejfelden alle MnNltchtn, auch Wenn sie reich find, geftlln »tr «9 veZNHIt. 99t» kmnmt «», der Nr Bvrsentavtialten? n in Nr Lot! knl M« ÄiackchHr so starken «Map h»Nn? Wenn Me Juden dt« «erfühmr sin», s» laßt Euch dach nicht immer derführrn! Sucht dach dt« 9»nr^ de» lleNl» in euch selbst! Ich schttest, mit de« »Neu BtNlwort: .Derjentg« heN den ersten Stein, Nr stth frei von Sünde meist!' Diese Worte wirkten ans den erhitzttn sieaeSstolzen Hofprediger a. D. wir ein Sturzbad eiskalten Wassers. Er stammelte etwas davon, daß die Juden doch nicht bloß «ach ihrem Pr«entfttz, sondern in ihrer Gesammtheit Schuld trügen an de« Schäden der Gesellschaft, und suchte sich dann mit einer pathetischen Kraftphrase aus der fatalen Situation zu retten. Merlin, 14. Novb. (Or.-Cor.) — Sitzung der Re» Präsentanten.) Nachdem schon in der vor. Sitzung Herr Stadtrach Borchardt sein Mandat als Repräsentant niedergelrgt, verkündete in der heutigen Sitzung der Bor» sitzende, daß Herr Jacobi, welcher ca. 25 Jahre als Mitglied dieses Eoll^iumS gewirkt hat, auf sei« Amt mit Rücksicht auf sein hohes Alter (Herr Jacobi ist SO Jahre) resigniere, ür Letzteren tritt Herr Rudolf Masse ein. Auf Ange des Borsitzenden, ob Herr Mosse auch da« Amt eines Synagogtnvorstrher»(inderaltraSynagoge)anzunehmengewillt sei, trägt dieser Bttxnken und bittet rineu andern Repräsentanten mit dieser Funktion zu betrauen. Bei der nun vorzunehwenden Wahl kommen die Herren Ruß und G. Lüwenberg in Frage; Letzterer wird mit großer Majorität gewähtt. — Im vor. Sommer starb hier ein RechtSconsulent Tausch und hinttrlirß ein Vermögen von ca 64000 M., das er durch letzte Verfügung der Jsr. Gemeinde hinterließ. Das Bermächtniß wird angenommen. — lieber eine beantragte Subvention von 0000 M. für die Lehranstalt.für die Wissenschaft des Judenthum« wird der Beschluß auf Anttag des heute am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden Herrn I R. Makower vertagt. Eine Mchrsorderung für die Orgel m der Lindenstraßen »Synagoge, die urprünglich aus 10800 Mark veranschlagt worden, wird mit 1000 Mark bewilligt. — Den Schluß der öffentlichen Sitzung bildet der Antrag der historischen Commission des D. »I. G. *8, vertreten durch Herrn Professor Vreslau-Straßdurg,— dr nicht etwa beantragt, daß nach seinem Beispiele alle Juden ihre Kinder taufen laffen sollen, — sondern nur eine Sudventiou von 2000 M. für die so ersprießliche Thätigkeit dieser Kommission auf dem Gebiete der historischen Forteat- Wicklung de- JudenthumS verlangt, wird — bewilligt. Wenn die Geschichte des Judenthum« sich immer weiter so fortentwickelt, wird sie sich bald ganz fortentwickelr haben und keiner Subvention mehr bedürfen! Jkfafocg, 14. November. Das hiesig« Wochenblatt schreibt: ,Gestern hat Hierselbst, nach Confessionen getrennt, in den verschiedenen Kirchen in feierlicher Form die Ver» eidigung der neu eingetrrtenen Militär-Mannschaften stattgefunden. Wie in der evangelischen und katholische« Kirche ft geschah es diesmal auch in der Synagoge, waS unseres Wissens bisher noch nicht der Fall war. Hier war es allerding! nur ein jüdischer Rekrut, dem vom Herrn Rabbiner Dr. Flaschner der vorgeschriebene koufessftnelle Eid abgenommen ward. Diese Nvierung wird von den Mitgliedern der israelitischea Gemvude als ein Akt ausgleichender Gerechttakeit aufgrfaßt »nd findet dankbare Anerkennung". Diete Auffaffuug beruht auf einem vollständigen Mißverstäudmß. Der conftssionelle Eid für jüd. Rekruten ist — ans Grund unserer zur Zeit ' ~ "" den nach fession sie auch angedürrn, de» gleichen Eid bei der Fahne zu leisten, mit der tnternatwnalen Bekräftigungsformel:, ft wahr «ir Gott helfe! Das müßte doch den Rabbiner« bekannt sein. Die Bornahnte eines besondere« confessionelleu Eides bezeichnet sonach cinen Rückfall in di« vnrroon'fche Zeit und weniger als efiten dankrnswerthrn Fortschritt. J uouuip. Jun uu«|Cf)umcuc «w!ui juv. uhuukii »!4 — Grund unserer zur Zeit eiagereichteu Petition — durch Krwgsministrr v. Roon aufgehovea worden und habe« jener (Verfügung sämmtliche Rekruten, welcher Eon-