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Israelitische Wochenschrift · 1891-11-12 · 46 (12.11.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
46 (12.11.1891)
Date
1891-11-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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! Wlunj kn0*V1bef**natleMK|ri<(■ mar thxin ixcemcatra «til unserer Witte flfartnigtn u«e iq btmrrfc hier;», bat kt« Ber- Ugtatg des Auswanberer bahn Hofes S6crl*tt<1(bt1rg »ach best zwischen Ddanbau unb Weste ab gelegene» Bahnhvf Ruhleoen in kürzester Zeit erfolgen wirb. Mit unsere» Herr»» Ba^rhofs-Lommisiaren. be»e» für ihr« hingebungsvoll« Dhätigkeit wärmster Dank gebührt, traten wir einmal in jebrr Wo<b« zar Besprechung über bie erforderlichen Matnahmen zusammen. Unser« Deputation zur Prüfung der Eolonisattonsdorschlüg« hat zu Ihren hüustge» Sitzungen Fachmänner zuaezogm, Di« Berechnungen mit ben vers.üi«beu«n Grenzunb Hasen-ltomirres siub nach kaufmännischen Grunbsätzen erfolgt. Unsere Bücher unb Akten ftehen, wie der Herr Borfitzenbe es bereit» betont hat, sämmtlichen Betheitigten bereitwilligst zur Einsicht offen ' Ich bin zu Ende, Ich banke Ihnen, mein« Herren, für bi« Aufmerksamkeit, mit der Sie meinem ^richte gefolgt sind. ,Lebhafter Beifall.- In der Diskussion über bteseu Bericht erhält zunächst bas Wort: Herr M. W. Hinrichsen (Hamburg): M. H., da mir zuerst bas Wort gegeben worbe» ist, glaube ich in Ihrer aller Sinne zu handeln, wenn ich bem geschästtführenbrn Ausschuh ben herzlichsten Dank aiisspreche Selbst biejenigeu, welche acht wie wir bas Hilf«- werk in brr Nähe gesehen, weiden erkennen, welche »norme Dhätigkeit bie Herren entfaltet haben. Ich bitte, Ihre Etnmüthlgkett in dem Danke durch Erheben von ben Sitze» auszudrücken (Geschieht.) Ich habe bann noch einig« kurze Bemerkungen zu bem Referat« selbst Die eine betrifft bie Ermächtigung bes Herrn Baron von Hirsch, wöchentlich 800 Leute nach Argentinien senben zu können. Wir können ieboch bavon nicht in vollem Umsange Gebrauch mache», «eil ich es kür «ine zwingenbr Ausgabe halte, nicht eine bestimmte Zahl »ach Argentinien zu schicken, sondern nur solche Leute, bie als Pioniere für bi« Gründung diene» können. Ich möchte sogar Herrn Baron von Hirsch unb seine Beausiragten, welche es uns so sympathisch gemacht haben, für Argentinien zu »irken, bitten, in brr Richtung, in der sie bisher gewtrtt haben, noch schärfer zu verfahren unb erst noch Borstubieu zu machen, «he man wöchentlich 300 Leute bahin schickt. ,Bravo!» Herr H. Stager >Magdeburggiebt die Gründe an, warum sein itomite« kein« Gelber nach Berlin abgeliesert habe Boa de» 82 Gemeinden der Provinz Sachsen sei nur von der Häiste etwa» zu erwarte», auch Iksertea einig« Städte ihre Beiträge nicht nach Magdeburg, 'sondern direkt nach Berlin, Memel, Eharlotteuvurg: viele hielten auch deshalb ihre Sammlungen zurück, «Bl sie von burchrrisenbeu russischen Inden in Anspruch genommen würben.*) Der Borfitzenbe beinerkt hierauf, die Gelber seien doch uuzweifelhaft nicht für Durchreisrub« gesammelt, sondern für solche, welch« answaabern. Di« Durchreisenden hätten doch mit bem Hilfswerk« garntcht» zu thun.**- Hiermit ist dieser Gegenstand der Dagesorbnuag erledigt. Den Berich» über bi« Dhätigkeit d<» vesörberungsromitees erstattet daraus Herr Aechtsanwalt Breslauer. (Aorsetzung folgt.) Hsrichte m) CsrrrfpGudeiqr». Deutschland. □ Merkt», 6. November. (Or^Eorr.) Bei einer Bersammlung der positiven Kirchenwähler citirte Herr Stöcker euren angeblichen Ausspruch des vr. theoL M. Schwalb, um die Berjudung der Kirche darzulegen. Danach soll derselbe gesagt haben, tafj alle Reden Jesu weniger werth! seien als di« Millionen, di« Baron Hirsch für die Juden I gäbe. Schwalb erklärte auf eine diesbezüaliche Anfrage, daß dies eia« Unwahrheit sei, indem er zur Kritik de-Johannis- «vangeliumS bemerkt habe, daß alle Reden, die Johanne« Jesu in den Mund leye, minderwerthiger seien, att jene MildthLtigkeit. Was ist etne ärgere Fälschung, wenn jemand Stimmzettel ändert, oder wenn jemandem Worte in den Mund gelegt werden, die dazu angethan sind, falsches Licht auf einen Lollegen zu weifen? *) Inzwischen bat bei Provinzial-Eomitä Magdeburg bk bisher bei ihm eingraangene» Beiträg« an bas Eemral-Eomits bereits abgeliesert. **; Da» bürst« doch von ben weiften Lokaltomits's bestritten werben, speriell durch Magbebura kommen sovkl« der Ausgewtesene» ap. als ungeeignetZurückgewiesenen, sei es via Berlin ober Hannover » Frankfurt a. M. und Holland, bah «an die nicht uabebeutenben Mutel zur Weiterreise unb Verpflegung dieser Familien unmöglich »er Gemeinbbtaff« entnehme« kan». Dt« Gemetnbemitgtkber, welch« zu der Sammlung für bi« ba« bedrängte» rnff. Inden bei getragen haben, kennen keinen Unterschieb zwischen Answanbern ben und Durch« ober Zurückreisenden. Aach der obigen Distinktion de» Herrn Borsitzenden känatr man ebensogut sagen: Dt« Beiträge find nur für die Answandernden aber nicht für die Zn^Mmmdernben — was doch 10061 Rtemanb, auch der Herr BartztzöttzritBäU U« hechen würbe,.bann wie In Bansdnrg ward«, wie brr Arankf Zeit.* von dort berichtet wirb, dt« Sweditto« ausgewiesener rassischer Inden »ach Argen» ttnien, auf Anordnung des Baron Hirsch, einstweilen eingestellt, da bl« russischen Grenzromitss ln ber letzte« Zeit zu vkl ungeeignete Personen nach Hamburg birigirt hätten. Barläufia werben dir Ausgewiescnen von bem Hamburger Somit» »ach Nordamerika und England ,'?) ezpebirt Lnwte», L Nov. Der kürzlich in Mayen oerhaftete Mathias Degen au« »alserjejch wurde gestern Morgen von Eleve hierher transportir«. Di« vernommenen Zeugen tollen jedoch erklärt habe«, baß sie blejcn Mann am Dag« de« Morde« hier nicht gesehen hätte«. (ft«»«. f>. Nov. Der bezüglich der Fan teuer Knabenmorb- Angelegenheit jüngst verhaftete Matthias Degen ist wieder ans srekn Kuh gesetzt worben. Di« Untersuchung hat, wie wir vernehme», nicht« ergebe«, wonach ber p. P Degen mit ber Mordthat in Berbinbung gebracht werben kann. Wenn von auswärtigen Blsttrr« berichtet wirb, bah bie Untersuchung in dieser dunkeln Sach« schwerwiegendes Belastungsmaterial gegen bk Familie Busch Hofs ergeben Hab«, so wollen wir — schreibt brr hksigr.Anzeiger- — bas eben so wenig bestreiten, als richtig heisten Jebeafalls bringt hier über bas Srgebnih ber Untersuchung nicht« an bk Oeffentltchkeit Kchwestt « $, B Novbr. (Or.-Lor.) Am 2.November fand das Bv jährige Rabbiner-Jubiläum des hies. Rabbiner- Herr» Kuttner statt. Der im 78. Lebensjahr stehende Jubilar hat nicht nur diese ganze Zeit in Schwedt amtirt, — sodaß die ganze Gemeinde eigentlich siine Kinder sind — er hat auch dieselbe Wohnung noch, die et vor BO Jahren bezogen. Die Feier de» Jubiläum» legte Zetrgniß ab von der großen Beliebhett und Achtung, deren sich der Jubilar erfreut. Zur Beglückwünschung erschienen Bormittags: Borstand und Repräsentanten der Gemeinde, sowie auch die ve- Hörden der Stadt; daß von den Mitgliedern der Gemeinde Niemand fehlte, ist wohl selbstredend. Aber auch nichtjüdische Freunde und Bekannte kamen in großer Hahl, um ihre Gratulationen darzubringen, ebenso auch ausivärttge Freunde. Die eigentliche Feier war auf den Nachmittag und Abend verlegt. Um 4 Uhr wurde der Jubilar vom Borstand nach der Synagoge geholt, dir von allen Tonsrfsionrn zahlreich besucht war. Feierlicher Gesang leitete den Gottesdienst ein, dann hielt Herr Rabbiner Dr. Ungerleider au»Berlin die Festrede, dir auf alle Hörer einen erhebenden Eindruck machte. Der Jubilar sprach sodann Wort« dr» Danke« für alle Liebe und Treue, die ihm entaegengebracht; cS folgte da« Abendgebet und zum Schluß Gesang. Unter großer Betheiligung fand Abend» 7 /, Uhr da« Festessen im .Hotel zum Hirsch' statt, an welchem sich auch wieder viele chnstlich« Einwohner Schwedt'» betheiligten. Den ersten Toast brachte Herr Meinhard auf Sr. Maj. den Kaiser au»; dann folgte Herr Dr. Ungerleider mit einem Toast auf den Jubilar, auch Herr Lantor Sarasohn au» Stettin toastirte auf denselben. Unter jubelndem Beifall stimmte die Bersammlung in da» Loch ein. Herr Wahrburg feieite hierauf Herrn Dr. Ungerleider, Herr Maaß die Stadt Schwedt und Herr Lohn die Damen. Der Jubilar gedachte der nichtjüdtschen Bürger der Stadt Schwedt und zum Schluß toastete ein christlicher Maurermeister auf die jüdische Gemeinde. Da» ganze Fest war ein Beweis von der Eintracht, die in Schwedt unter allen Einwohnern herischt und von der Lieb«, die der Jubelgreis sich überall erworben hat; möge der Lenker der Welten seineu LebendSabend zu einen recht glücklichen und zufriedenen gestalten. Sr. Majestät der Kaiser verlieh dem Jubilar zu seinem Ehrentage den rothen Adler-Orden IV. Klasse. Stetetn. 4 November. (Or^EorrF A« 2. u׳»b 3. November sanben in hiesiger Gemeinbr bk Wahlen zuv>. Repräsentanten- Eollegium statt: von ca. 700 Wahlbenchttzten betheiligten sich nur 142 also 21'״ Gewählt wurden als Repräsentanten bk Herrra M. Hole »stein »an, M. Ariebrsierg: L. Lazarus: Dr. Mann: v. L. Gutmann, L. Weitl, Dr. Lewtn unb unb Gustav Felbbera als Skllvertrekk bie Herreu D. Iaßmann: Jul. Lewtn, Semmt Saalselb: Z. Monasch, S. Wiener nab Ed. Sohn Bon ben «wählte» Repräsentanten gehörten bk fünf zuerst genannte« Herren brat Eollegium orreit» (eit Fahren an; Herr Hateastri» ist jetzt bereits 2s Jahre im Amt. wird also i« nächsten Jahre j G. «. setn Jubtlän« fdtt« Wauen. Möge dem «ackeren Manne, ber stets uu» immer ba« Wohl ber Gemeiub« l« Auge hat unb dass. vertritt, auch «eikrhin ein sroher unb glücksrktk-.

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